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Die teilweise Rückführung des Solidaritätszuschlags 2021. Eine verfassungsrechtliche und fiskalpolitische Betrachtung

Title: Die teilweise Rückführung des Solidaritätszuschlags 2021. Eine verfassungsrechtliche und fiskalpolitische Betrachtung

Term Paper , 2020 , 59 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Maximilian Alexander Sommariva (Author)

Business economics - Accounting and Taxes
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Der Solidaritätszuschlag: politischer Zankapfel und verfassungsrechtliche Gratwanderung. Diese wissenschaftliche Arbeit untermauert verfassungsrechtliche Bedenken der teilweisen Abschaffung des Solidaritätszuschlags ab 2021 mit neuesten Ergebnissen der Primärforschung.

Die Friedliche Revolution 1989 hatte zuvor den Sturz der Mauer herbeigeführt. Eine Wiedervereinigung Deutschlands war das erklärte Ziel und musste durch erhebliche finanzielle Kraftanstrengungen finanziert werden: Infrastruktur, Wohnungsbau, Modernisierung, Umstellung des Wirtschafts-, Finanz- und nicht zuletzt des politischen Systems waren die Folge.

Die Mehrbelastungen mündeten in den sogenannten Solidaritätszuschlag, eine Ergänzungsabgabe zur Einkommen- und Körperschaftsteuer, eingeführt im Zuge des Gesetzes zur Umsetzung des Föderalen Konsolidierungsprogramms am 23.06.1993. Am 24.10.2019, 26 Jahre später, passierte das Gesetz zur teilweisen Rückführung des Solidaritätszuschlaggesetzes 2021 den Deutschen Bundestag. Der ‚Soli‘, wie die Abgabe im Volksmund umgangssprachlich bezeichnet wird, soll fortan nur Teile der Steuerzahler belasten. Mit Verweisen auf die soziale Gerechtigkeit und den gesellschaftlichen Zusammenhalt wird der Solidaritätszuschlag ab dem 01.01.2021 die Steuerzahler je nach wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit unterschiedlich stark belasten. Es wird ferner die Fragestellung aufgeworfen, ob diese Steuerreform unter fiskalpolitischen Aspekten betrachtet zielführend ist.

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Inhaltsverzeichnis

1 Einführung

2 Der Solidaritätszuschlag – Finanzierungsinstrument der Wiedervereinigung

2.1 Historischer Kontext des Solidaritätszuschlags

2.2 Steuerrechtliche Konsequenzen des SolZG 1995

2.3 Rechtliche Konsequenzen für (west-)deutsche Kommunen – der Solidarpakt

2.4 Resümee des SolZG 1995

3 Gesellschaftliche Debatte um den Solidaritätszuschlag

3.1 Fiskalpolitische Betrachtung

3.2 Der Solidaritätszuschlag als politischer Zankapfel

4 Teilweise Rückführung des Solidaritätszuschlags

4.1 Steuerrechtliche Konsequenzen der teilweisen Rückführung

4.2 Fiskalpolitische Bewertung

5 Verfassungsrechtliche Bedenken

5.1 Wesensmerkmale einer Ergänzungsabgabe

5.2 Primärforschungsergebnisse

5.2.1 Einschätzung des Bundesrechnungshofs

5.2.2 Einschätzung des Bundes der Steuerzahler Deutschland e.V.

5.3 Folgen eines tatsächlichen Verfassungsverstoßes

6 Lösungsansätze

6.1 Integration des Solidaritätszuschlags in die Einkommen- und Körperschaftsteuer - Steigerung der steuerlichen Progression

6.2 Umwidmung des Solidaritätszuschlags

7 Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die verfassungsrechtliche Zulässigkeit und fiskalpolitische Relevanz der teilweisen Rückführung des Solidaritätszuschlags ab dem Jahr 2021. Sie analysiert, inwieweit die Fortführung der Ergänzungsabgabe nach dem Auslaufen der Transferleistungen für die ostdeutschen Bundesländer noch mit dem Grundgesetz vereinbar ist und welche Lösungsalternativen für eine dauerhafte steuerliche Reform bestehen.

  • Historische Herleitung und verfassungsrechtliche Grundlagen des Solidaritätszuschlags.
  • Analyse der steuerrechtlichen Konsequenzen der teilweisen Rückführung.
  • Untersuchung der gesellschaftspolitischen Debatte und fiskalpolitischer Zielsetzungen.
  • Primärforschung durch Experteninterviews mit Vertretern des Bundesrechnungshofs und des Bundes der Steuerzahler.
  • Diskussion von Lösungsansätzen wie Integration in den Steuertarif oder Umwidmung der Abgabe.

Auszug aus dem Buch

3.1 Fiskalpolitische Betrachtung

Unter dem Begriff Fiskalpolitik oder auch Fiscal Policy werden alle Maßnahmen einer staatlichen Institution für Zwecke der Wirtschafts- und Wachstumsförderung verstanden. Darunter fällt langfristig betrachtet eine vorausschauende Planung von Ausgaben und Einnahmen, Steuererhebungen und Schuldenaufnahmen mit dem Ziel, gleichgewichtiges Wachstum bei geringstmöglicher Arbeitslosigkeit zu schaffen. Kurzfristig beschreibt der Begriff Fiskalpolitik die Maßnahmen von staatlichen Entscheidungsträgern, die konjunkturelle Schwankungen ausgleichen und kurzfristige Wachstumsimpulse, etwa in Form von Konsumstimulation, hervorrufen (vgl. o. V., Hrsg.: Betriebswirtschaftlicher Verlag Dr. Th. Gabler GmbH Wiesbaden, 1984, S. 1552 f. m. w. N. Eggert, Minter, 2020).

Zwei Antinomien prägen Entscheidungen in der Fiskalpolitik. Zum einen eröffnen hohe Einnahmen des Staates viele stimulierende und wirtschaftsfördernde Maßnahmen, die wiederum Staatseinnahmen für die Zukunft sichern können. Zum anderen ist der Konsum ein starker Wachstumsmotor der Wirtschaft, der durch zu hohe Steuern und Abgaben ausgebremst werden könnte (vgl. Brunori, 2020, S. 79 ff.). Zu den Konsumausgaben zählen auch Investitionen der Unternehmen, die durch Steuerabgaben gehindert oder verlangsamt werden können.

Der Solidaritätszuschlag kann nicht primär als Wirtschaftsförderung im fiskalpolitischen Sinne definiert werden, zumal eine zweckgebundene Mittelverwendung für den Bund nicht gesetzlich vorgeschrieben ist. Dass mit den Einnahmen des Solidaritätszuschlags die Wirtschaftskraft in Deutschland insgesamt gefördert wurde, ist unstrittig. Deutlich wird die fiskalpolitische Intention der damaligen Gesetzgebung an dem Handels- und Leistungsdefizit der ostdeutschen Länder. Der Überschuss des Inlandsverbrauchs in Ostdeutschland über das erwirtschaftete BIP schrumpfte seit Einführung des Solidaritätszuschlags, der bis heute erhoben wird, im Jahre 1995 bis 2015 um etwa 70% (vgl. o. V., Hrsg.: IWH Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle, 2019, S. 64). Ostdeutschlands noch bestehende Abhängigkeit von Transferleistungen aus dem Länderfinanzausgleich hat sich während der Erhebung des Solidaritätszuschlags stark verringert.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einführung: Die Arbeit beleuchtet die Entstehungsgeschichte des Solidaritätszuschlags im Kontext der deutschen Wiedervereinigung und führt in die aktuelle Debatte um seine teilweise Rückführung ein.

2 Der Solidaritätszuschlag – Finanzierungsinstrument der Wiedervereinigung: Dieses Kapitel analysiert den historischen Kontext, die steuerrechtlichen Rahmenbedingungen des SolZG 1995 sowie die Bedeutung des Solidarpakts für die Angleichung der Lebensverhältnisse.

3 Gesellschaftliche Debatte um den Solidaritätszuschlag: Hier wird die fiskalpolitische Einordnung vorgenommen und der Solidaritätszuschlag als kontrovers diskutierter politischer Zankapfel dargestellt.

4 Teilweise Rückführung des Solidaritätszuschlags: Das Kapitel erläutert die konkreten steuerrechtlichen Änderungen ab 2021 und bewertet diese aus fiskalpolitischer Sicht unter Einbeziehung von Wirtschaftsverbänden.

5 Verfassungsrechtliche Bedenken: Es werden die zentralen verfassungsrechtlichen Zweifel diskutiert sowie Einschätzungen des Bundesrechnungshofs und des Bundes der Steuerzahler anhand von Primärforschungsergebnissen präsentiert.

6 Lösungsansätze: Dieses Kapitel erörtert Alternativen zur aktuellen Regelung, insbesondere die Integration in den Einkommen- und Körperschaftsteuertarif sowie mögliche Umwidmungsoptionen der Einnahmen.

7 Fazit: Die Arbeit resümiert die fiskalpolitische und verfassungsrechtliche Problematik und stellt die mangelnde Akzeptanz der aktuellen Gesetzgebung heraus.

Schlüsselwörter

Solidaritätszuschlag, Ergänzungsabgabe, Steuerpolitik, Verfassungsmäßigkeit, Wiedervereinigung, Solidarpakt, Fiskalpolitik, Einkommensteuer, Körperschaftsteuer, Haushaltsrecht, Steuergerechtigkeit, Reform, Bundesrechnungshof, Bund der Steuerzahler, Gesetzesnovelle.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die verfassungsrechtliche Konformität und die fiskalpolitische Sinnhaftigkeit der teilweisen Rückführung des Solidaritätszuschlags ab dem Veranlagungszeitraum 2021.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Arbeit deckt die historische Herleitung des Zuschlags, die steuerrechtliche Struktur, die verfassungsrechtliche Kritik sowie mögliche zukünftige Lösungsansätze ab.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Hauptziel ist die Beantwortung der Frage, ob die Fortführung und teilweise Rückführung der Ergänzungsabgabe nach dem Auslaufen der Solidarpakte verfassungsrechtlich haltbar und fiskalpolitisch zielführend ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Neben einer umfassenden Literaturanalyse zur Rechts- und Fiskalpolitik wurden qualitative Experteninterviews mit Vertretern des Bundesrechnungshofs und des Steuerzahlerinstituts durchgeführt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Analyse, die steuerliche Bewertung der Neuregelung, die verfassungsrechtliche Argumentation und die Auswertung der Expertenbefragungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Solidaritätszuschlag, Verfassungsmäßigkeit, Ergänzungsabgabe, Fiskalpolitik und Steuergerechtigkeit.

Warum wird die Verfassungsmäßigkeit des Solidaritätszuschlags so stark kritisiert?

Die Kritik basiert primär darauf, dass die ursprüngliche Zweckbindung (Bedarfsspitzen durch die Wiedervereinigung) entfallen ist und eine dauerhafte Beibehaltung einer Ergänzungsabgabe das grundgesetzliche Steuersystem verletzen könnte.

Welche Rolle spielen der Bundesrechnungshof und der Bund der Steuerzahler?

Beide Organisationen fungieren als kritische Instanzen, die auf die Haushaltsrisiken bei einer möglichen Verfassungswidrigkeit hinweisen und eine vollständige Abschaffung oder fundamentale Reform fordern.

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Details

Title
Die teilweise Rückführung des Solidaritätszuschlags 2021. Eine verfassungsrechtliche und fiskalpolitische Betrachtung
College
University of Cooperative Education Kiel  (Duale Hochschule Schleswig-Holstein)
Grade
1,0
Author
Maximilian Alexander Sommariva (Author)
Publication Year
2020
Pages
59
Catalog Number
V899471
ISBN (eBook)
9783346195883
ISBN (Book)
9783346195890
Language
German
Tags
betrachtung eine rückführung solidaritätszuschlags
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Maximilian Alexander Sommariva (Author), 2020, Die teilweise Rückführung des Solidaritätszuschlags 2021. Eine verfassungsrechtliche und fiskalpolitische Betrachtung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/899471
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