Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Jura - Öffentliches Recht / Sonstiges

Entscheidungen deutscher Gerichte zum Naturschutzrecht und ihre Bedeutung für den Naturschutz

Titel: Entscheidungen deutscher Gerichte zum Naturschutzrecht und ihre Bedeutung für den Naturschutz

Hausarbeit , 2018 , 34 Seiten , Note: 17 Punkte

Autor:in: Sven Schneid (Autor:in)

Jura - Öffentliches Recht / Sonstiges
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit diskutiert Entscheidungen deutscher Gerichte zum Naturschutzrecht in ihrer Bedeutung für den Naturschutz.

Das BVerwG hat sich in seinem Urteil vom 01.09.2016 (BVerwGE 156, 94) grundlegend mit dem § 5 II BNatSchG und den darin verankerten Grundsätzen der guten fachlichen Praxis auseinandergesetzt. Dieser Norm kommt bei Einhaltung der Grundsätze maßgebliche Bedeutung für die Privilegierung der Landwirtschaft im Naturschutzrecht nach den §§ 14 II, 44 IV BNatSchG zu. Das Urteil hat erstmals den vorherrschenden Streit bzgl. des Rechtscharakters der Norm entschieden.

Für die Herbeiführung eines vollzugsfähigeren Naturschutzrechts wird die Rolle der Naturschutzverbände mit ihren Verbandsklagebefugnissen immer größer. Gegner der Ausweitung der Verbandsklagebefugnisse befürchten eine übermäßige und ungerechtfertigte Inanspruchnahme des zugebilligten Rechtsschutzes der Verbände. Befürworter und Studien hingegen schreiben ihr eine nicht zu unterschätzende präventive Wirkung zu, die wegen der zusätzlichen Möglichkeit der gerichtlichen Kontrolle zu einer genaueren Beachtung des Umweltrechts führen kann. Mit einer streitigen Erweiterung von Verbandsklagebefugnissen in Bezug auf Aufsichtsmaßnahmen in Form einer Nutzungsuntersagung, beschäftigte sich das BVerwG in seinem Urteil vom 01.06.2017 (BVerwGE 159, 95).

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

A. Einleitung

B. BVerwG zum Grünlandumbruch und Rechtscharakter des § 5 II BNatSchG

I. Die Grundsätze der guten fachlichen Praxis der Landwirtschaft gem. § 5 II BNatSchG

II. Auslegung des § 5 II Nr. 5 BNatSchG nach dem BVerwG

III. Die Bedeutung des Grünlandes

IV. Kritische rechtliche Würdigung des Rechtscharakters des § 5 II BNatSchG

1. Paradigmenwechsel durch die Föderalismusreform

2. Systematische Folgen ohne Verbotscharakter

V. Bedeutung für den Naturschutz

1. Folgen für den Grünlandschutz

2. Lösungsansätze und Novellierungsbedarf im Grünlandschutz

3. Folgen für die übrigen Tatbestände des § 5 II BNatSchG

4. Lösungsansätze und Novellierungsbedarf für die übrigen Tatbestände des § 5 II BNatSchG

C. BVerwG zum formell illegalen Radwegausbau im FFH-Gebiet

I. Verbandsklagebefugnis nach dem BVerwG

1. Auslegung des § 2 I Nr. 1 i.V.m. § 1 I 2 UmwRG

a. Entstehungsgeschichte

b. Systematische Auslegung

c. Sinn und Zweck

2. Bedeutung für den Naturschutz

II. Ermessen der Naturschutzbehörden bei formell illegalen Vorhaben

1. Kontext der Entscheidung

2. Bedeutung für den Naturschutz

D. Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert die Bedeutung aktueller Grundsatzentscheidungen des Bundesverwaltungsgerichts (BVerwG) für das deutsche Naturschutzrecht, insbesondere im Kontext des Spannungsfeldes zwischen landwirtschaftlicher Bodennutzung und ökologischem Schutzbedarf sowie der Klagebefugnisse von Naturschutzverbänden.

  • Rechtscharakter des § 5 II BNatSchG (Grünlandumbruch und gute fachliche Praxis)
  • Rückgang von Grünlandflächen und naturschutzrechtliche Privilegierung der Landwirtschaft
  • Erweiterung der Verbandsklagebefugnisse bei formell rechtswidrigen Vorhaben
  • Ermessensspielräume von Naturschutzbehörden bei Nutzungsuntersagungen im FFH-Gebiet
  • Notwendigkeit einer gesetzlichen Novellierung zur Stärkung des Naturschutzes

Auszug aus dem Buch

II. Auslegung des § 5 II Nr. 5 BNatSchG nach dem BVerwG

Bei der Auslegung des Rechtscharakters des § 5 II Nr. 5 BNatSchG sei nach dem BVerwG bereits der Wortlaut maßgeblich. Zu Ungunsten des Verbotscharakters der Norm streite der Einleitungssatz des § 5 II, nach welchem bei der landwirtschaftlichen Nutzung bestimmte Grundsätze der guten fachlichen Praxis lediglich „zu beachten seien“. Zudem sei nach dem Wortlaut gem. § 5 II Nr. 5 ein Grünlandumbruch nur „zu unterlassen“ und gerade nicht „verboten“. Darüber hinaus komme den sechs Nummern des § 5 II nur Beispielcharakter zu, welche die gute fachliche Praxis konkretisieren sollen. Dieses solle durch die Verwendung des Wortes „insbesondere“ deutlich werden.

Auch die Entstehungsgeschichte untermauere den fehlenden Verbotscharakter. Die im vorliegenden Fall geltende Fassung des § 5 II sowie die Vorgängervorschrift gingen im Wesentlichen auf das Gesetz vom 29.07.2009 zurück. Mit dieser Vorschrift wollte der Gesetzgeber einen bundesrechtlichen Mindeststandard für die Grundsätze der guten fachlichen Praxis festlegen, der durch die Länder weiter ausgefüllt werden sollte.

Besondere Bedeutung nach dem BVerwG komme der systematischen Stellung des § 5 II zu, welcher im ersten Kapitel des BNatSchG normiert wurde und damit in seiner Wirkung als „vor die Klammer gezogene Norm“ insbesondere im Zusammenhang mit §§ 14 ff. betrachtet werden müsse. Wenn eine Maßnahme den Anforderungen des § 5 II entspricht, so liegt gem. § 14 II 2 i.d.R. kein Eingriff nach § 14 I vor, wohingegen bei Nichterfüllung der Anforderungen ein Eingriff vorliegt, der darüber hinaus der behördlichen Zulassung gem. § 17 I, III bedarf und dessen Durchführung ohne erforderliche Zulassung gem. § 17 VIII 1 untersagt werden muss. Dieses Normensystem gebe den Naturschutzbehörden ein Instrumentarium an die Hand, um effektiv gegen eine landwirtschaftliche Bodennutzung vorzugehen, die nicht den Grundsätzen der guten fachlichen Praxis i.S.d. § 5 II entspricht. Es bestünde für den Gesetzgeber folglich keine Notwendigkeit, den § 5 II Nr. 5 zu einem eigenständigen Verbot mit Befreiungsmöglichkeit nach § 67 I aufzuwerten.

Zusammenfassung der Kapitel

A. Einleitung: Diese Einleitung beleuchtet das konfliktträchtige Verhältnis zwischen landwirtschaftlicher Bodennutzung und Naturschutz vor dem Hintergrund des Rückgangs der Biodiversität.

B. BVerwG zum Grünlandumbruch und Rechtscharakter des § 5 II BNatSchG: Das Kapitel untersucht die höchstrichterliche Einordnung des § 5 II BNatSchG und kommt zu dem Ergebnis, dass dieser keine Verbotsnorm darstellt, was einen dringenden Novellierungsbedarf offenbart.

C. BVerwG zum formell illegalen Radwegausbau im FFH-Gebiet: Hier wird analysiert, wie die Ausweitung der Verbandsklagebefugnis und die behördlichen Ermessensspielräume bei formell rechtswidrigen Vorhaben den Naturschutz stärken können.

D. Fazit und Ausblick: Das Fazit fordert ein durchsetzungsfähigeres Normensystem und betont die Notwendigkeit einer Verknüpfung von Agrarbeihilferecht und Naturschutzvorgaben zur Sicherung der biologischen Vielfalt.

Schlüsselwörter

Naturschutzrecht, BNatSchG, Grünlandumbruch, gute fachliche Praxis, BVerwG, Verbandsklagebefugnis, UmwRG, FFH-Gebiet, Eingriffsregelung, Agrarnaturschutzrecht, Biodiversität, Landwirtschaft, Nutzungsuntersagung, Novellierungsbedarf, Ermessensspielraum.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit behandelt die rechtliche Auseinandersetzung mit zwei zentralen Urteilen des Bundesverwaltungsgerichts, die das Spannungsfeld zwischen landwirtschaftlicher Nutzung und Naturschutz sowie die prozessualen Möglichkeiten der Naturschutzverbände betreffen.

Welche zentralen Themenfelder werden in der Untersuchung abgedeckt?

Zentrale Themen sind der Schutz von Grünland vor Umbrüchen, die Rechtsnatur der „guten fachlichen Praxis“ in der Landwirtschaft und die prozessualen Voraussetzungen für die Verbandsklage gegen formell illegale Bauvorhaben.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Die Arbeit untersucht, ob die derzeitige Rechtslage im BNatSchG und UmwRG einen effektiven Naturschutz ermöglicht oder ob erhebliche Vollzugsdefizite bestehen, die eine gesetzliche Neugestaltung erforderlich machen.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Der Autor nutzt die klassische juristische Dogmatik, insbesondere die juristische Methodenlehre (Wortlaut, Entstehungsgeschichte, Systematik, Sinn und Zweck), um die Entscheidungen des BVerwG zu analysieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der BVerwG-Entscheidung zum Grünlandumbruch (§ 5 II BNatSchG) und die Prüfung der Klagebefugnis sowie behördlicher Ermessensspielräume bei rechtswidrigen Vorhaben im FFH-Gebiet.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die wichtigsten Begriffe sind Naturschutzrecht, BNatSchG, Grünlandumbruch, Verbandsklagebefugnis, FFH-Gebiet und gute fachliche Praxis.

Welche Bedeutung kommt dem Grünland gemäß der Arbeit für den Naturschutz zu?

Das Grünland wird als artenreiche Kulturlandschaft, leistungsfähiger Kohlenstoffspeicher und Schutzfaktor gegen Erosion hervorgehoben, weshalb sein Rückgang aus naturschutzfachlicher Sicht hochproblematisch ist.

Warum wird der derzeitige § 5 II BNatSchG als vollzugsuntauglich bezeichnet?

Aufgrund der abstrakten Formulierung der Grundsätze und der Verneinung eines generellen Verbotscharakters durch das BVerwG seien die Tatbestände für Behörden und Landwirte nur schwer operationalisierbar, was zu einer unzureichenden Schutzwirkung führt.

Ende der Leseprobe aus 34 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Entscheidungen deutscher Gerichte zum Naturschutzrecht und ihre Bedeutung für den Naturschutz
Hochschule
Universität Bielefeld
Veranstaltung
Hausarbeit im Schwerpunktbereich Umwelt- und Technikrecht I
Note
17 Punkte
Autor
Sven Schneid (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
34
Katalognummer
V899497
ISBN (eBook)
9783346219824
ISBN (Buch)
9783346219831
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Grundsätze der guten fachlichen Praxis Grünlandumbruch § 5 Abs. 2 BNatSchG § 5 Abs. 2 Nr. 5 BNatSchG Novellierungsbedarf für Grünlandschutz Verbandsklagebefugnis Formell illegaler Radwegausbau im FFH-Gebiet Ermessen der Naturschutzbehörden bei formell illegalen Vorhaben im FFH-Gebiet Bedeutung für den Naturschutz BVerwGE 156 94 BVerwGE 159 95 Umweltrecht Technikrecht Rechtscharakter § 5 Abs. 2 BNatSchG § 2 Abs. 2 Nr. 1 i.V.m. § 1 Abs. 1 S. 2 UmwRG Elster oberhalb Plauen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Sven Schneid (Autor:in), 2018, Entscheidungen deutscher Gerichte zum Naturschutzrecht und ihre Bedeutung für den Naturschutz, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/899497
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  34  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum