In dieser Arbeit werden positive Beispiele der Regionalvermarktung von Lebensmitteln durch landwirtschaftliche Betriebe in England vorgestellt, erläutert und anschließend nach dem Business Model Canvas näher betrachtet. Innovationen bieten kleineren landwirtschaftlichen Betrieben Chancen in der derzeitigen Marktstruktur mit den Agrar-Großbetrieben nicht vom Markt verdrängt zu werden.
Somit soll das Netzwerk Regionalitätsstrategie NRW darin unterstützt werden, neue positive Beispiele der Regionalvermarktung von Lebensmitteln zu finden, um diese möglicherweise zu vervielfältigen. Außerdem sollen die positiven Beispiele der Regionalvermarktung in England als Inspiration oder Vorlage für Höfe in NRW dienen, sodass auf ihrer Grundlage neue individuelle Konzepte entstehen, bereits angewendete Konzepte weiterentwickelt und neue Konzepte in die Geschäftsmodelle der Höfe integriert werden können.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Grundlagen
2.1 Verwendung des Begriffs Regionalität
2.2 Chancen einer regionalen Ernährung
2.3 Ausgestaltung des Business Model Canvas
2.4 Methodische Auswahl positiver Beispiele der Regionalvermarktung in England
2.5 Methodik und Aufbau der Arbeit
3 Betrachtung positiver Beispiele der Regionalvermarktung nach dem Business Model Canvas
3.1 Die Home Farm
3.2 Die Parkside Farm
3.3 Die Colwith Farm
3.4 Die Greenwell Farm in Verbindung mit der Dartmoor Farmers Association
4 Vergleichende Betrachtung der Regionalvermarktungskonzepte in England
5 Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit zielt darauf ab, innovative Konzepte der landwirtschaftlichen Regionalvermarktung in England zu analysieren, um diese als Inspiration für die Verbesserung der Situation kleinerer landwirtschaftlicher Betriebe in Deutschland und NRW zu nutzen. Die Forschungsfrage fokussiert sich darauf, wie Geschäftsmodelle – strukturiert durch das Business Model Canvas – erfolgreich zur regionalen Wertschöpfung beitragen können.
- Analyse innovativer Vermarktungsmethoden in der englischen Landwirtschaft.
- Anwendung des Business Model Canvas zur systematischen Untersuchung von Fallbeispielen.
- Vergleich verschiedener Konzepte von der Direktvermarktung bis hin zu Netzwerklösungen.
- Identifikation von Erfolgsfaktoren wie Transparenz, Innovation und Regionalität.
Auszug aus dem Buch
Die Home Farm
Die Home Farm befindet sich in Wensleydale am östlichen Rand des Yorkshire Dales National Park im Norden Englands und wird von der Familie Spencer geführt (vgl. British Farming Awards, 2019b; vgl. The Home Farmer, o. J.c). Auf dem Milchhof leben 100 Kühe in Weide- und Stallhaltung (vgl. The Home Farmer, o. J.b). Üblicherweise werden die Milchkühe von April bis November auf den Weiden gehalten (vgl. The Home Farmer, o. J.b). Den Winter verbringen sie im Stall mit Steh- und Liegeplätzen, der 2018 neu gebaut wurde (vgl. The Home Farmer, o. J.b). Die Familie verkauft ihre Milchprodukte an die Molkerei Wensleydale Creamery und mit einem mobilen Milch-Verkaufsautomaten namens The Home Farm Dairy Barn direkt an ihre Kundschaft (vgl. British Farming Awards, 2019b). Besonders bekannt ist die Home Farm auf der sozialen Medien Plattform Instagram unter dem Namen thehomefarmer. 14.200 Menschen verfolgen hier wie das Alltagsleben auf dem Hof aussieht. Außerdem wird der gleiche Inhalt auf den Plattformen Twitter und Facebook veröffentlicht.
Die Betreibenden der Home Farm setzen auf das Konzept des Direktverkaufes. An jedem Wochentag ist ihr mobiler Milch-Verkaufsautomat in einem anderen Dorf in und um Wensleydale zu finden u.a. bei einem Pub, einer Molkerei und einer Tierpraxis (vgl. British Farming Awards, 2019b). So werden die Kunden in der Region Wensleydale erreicht. Der Wert, hier die im mobilen Hofladen verkauften Käse- und Milchprodukte, wird daher hauptsächlich für die Kunden in der Region Wensleydale geschöpft. Diese wohnen in derselben Region und finden daher regelmäßig The Home Farm Dairy Barn in ihrer Nähe.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die prekäre Lage kleinerer landwirtschaftlicher Betriebe in Deutschland durch den Trend der Globalisierung und stellt die Regionalvermarktung als Lösungsansatz vor.
2 Grundlagen: Es werden der Begriff Regionalität, die ökologischen und ökonomischen Chancen regionaler Ernährung sowie das Business Model Canvas als Analysewerkzeug für die Arbeit definiert.
3 Betrachtung positiver Beispiele der Regionalvermarktung nach dem Business Model Canvas: Anhand von vier englischen Fallbeispielen (Home Farm, Parkside Farm, Colwith Farm, Greenwell Farm) werden spezifische Geschäftsmodelle detailliert analysiert.
4 Vergleichende Betrachtung der Regionalvermarktungskonzepte in England: Dieses Kapitel arbeitet Gemeinsamkeiten und Unterschiede der untersuchten englischen Betriebe heraus, wobei der Fokus auf Innovation und Transparenz liegt.
5 Schlussbetrachtung: Die Arbeit fasst zusammen, dass Transparenz, Regionalität und innovative Geschäftsmodelle entscheidende Erfolgsfaktoren für Landwirte sind, und sieht in den englischen Modellen wertvolle Impulse für die Regionalitätsstrategie in NRW.
Schlüsselwörter
Regionalvermarktung, Business Model Canvas, England, Landwirtschaft, Direktvermarktung, Transparenz, Innovation, Wertschöpfung, Nachhaltigkeit, Höfesterben, Regionalitätsstrategie, Verbraucherkommunikation, Social Media, Diversifizierung, Regionalprodukt.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie kleine landwirtschaftliche Betriebe durch innovative Konzepte und eine verbesserte Regionalvermarktung ihre Wettbewerbsfähigkeit stärken können.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse englischer landwirtschaftlicher Erfolgsmodelle, der Anwendung von Geschäftsmodell-Methodiken und der Übertragbarkeit auf deutsche Regionen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, das Netzwerk Regionalitätsstrategie NRW durch die Identifikation positiver englischer Beispiele bei der Entwicklung neuer regionaler Vermarktungskonzepte zu unterstützen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt das "Business Model Canvas"-Modell von Osterwalder und Pigneur, um verschiedene Geschäftsmodelle englischer landwirtschaftlicher Betriebe strukturiert zu analysieren.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Untersuchung von vier englischen Betrieben (Home Farm, Parkside Farm, Colwith Farm, Greenwell Farm) hinsichtlich ihrer Kunden, Wertangebote, Kanäle und Ressourcen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Regionalvermarktung, Business Model Canvas, Nachhaltigkeit, Innovation und Transparenz geprägt.
Welchen Vorteil bietet das von der Home Farm genutzte Modell?
Die Home Farm ermöglicht durch den mobilen Milch-Verkaufsautomaten eine flexible, zeitunabhängige Nahversorgung der Kunden und nutzt Social Media für eine transparente Kundenbindung.
Warum ist das Projekt der Colwith Farm als "Pflug-zu-Flaschen-Destillerie" besonders?
Dieses Modell zeigt, wie durch Diversifizierung des Kartoffelanbaus zu hochwertigen Spirituosen der Wert des Basisproduktes signifikant gesteigert und eine zusätzliche regionale Wertschöpfung erzielt wird.
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- Anonym (Author), 2020, Positive Beispiele der Regionalvermarktung von Lebensmitteln in England in Bezug auf das Business Model Canvas, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/899959