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Der deutsche Imperialismus am Beispiel der Bagdadbahn

Titel: Der deutsche Imperialismus am Beispiel der Bagdadbahn

Masterarbeit , 2010 , 113 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Geschichte Europas - Neuzeit, Absolutismus, Industrialisierung
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Arbeit zeigt die Spannungen auf, die durch die Interessen der Großmächte im Orient entstanden. Anhand des Baus der Bagdadbahn werden die Problematiken zu Beginn des 20. Jahrhunderts aufgezeigt. In diesem Zusammenhang ergeben sich folgende Fragen: Was möchte Deutschland mit dem Eisenbahnbau in der Türkei bezwecken? Wie wurde das ursprünglich wirtschaftliche Unternehmen zu einem der aufwendigsten Infrastrukturprojekte seiner Zeit und letztendlich zu einem Prestigeobjekt des deutschen Kaisers? Wer ist alles an der Planung und dem Bau beteiligt und welche Interessen stehen dahinter? Inwieweit wird die Bagdadbahn zu einem Werkzeug des Imperialismus?

Eines der spektakulärsten Eisenbahnprojekte der Neuzeit ist die sogenannte Bagdadbahn. Diese Bahn sollte das bereits gut ausgebaute europäische Bahnnetz mit dem Osmanischen Reich verbinden. Als eine Brücke zwischen verschiedenen Land- und Kulturkreisen geplant, sollte sie eine bessere verkehrstechnische Anbindung und infolgedessen auch neue wirtschaftliche Anschlüsse nach Vorderindien und Persien ermöglichen. Die Bahnstrecke war eine technische Pionierleistung und ging als Objekt wirtschaftlicher und politischer Interessenskämpfe der europäischen Großmächte in die Geschichte ein. Sie wurde zu einem einzigartigen Beispiel europäischer Macht- und Wirtschaftspolitik.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

I. EINLEITUNG

I.1 Das Thema der Arbeit

I.2 Der Forschungsstand

I.3 Aufbau der Arbeit

I.4 Erläuterung zu den verwendeten Begriffen

II. DIE AUßENPOLITIK DES DEUTSCHEN REICHES

II.1. Bismarck

II.1.1 Bündnispolitik

II.1.2 Die Orientkrise

II.1.3 Die internationale Krise und ihre Auswirkungen

II.2 Wilhelm II.

II.2.1 Der neue Kurs in der deutschen Außenpolitik

II.2.2 Flottenpolitik

II.2.3 Die Orientreise

III. DAS ZEITALTER DES IMPERIALISMUS

III.1 Die Verwendung und Abgrenzung des Begriffs

III.1.1 Die wirtschaftliche Ebene

III.1.2 Die politische Ebene

III.1.3 Die historisch-kulturelle Ebene

IV. DIE EUROPÄISCHEN MÄCHTE UND DAS OSMANISCHE REICH

IV.1 Deutschland

IV.1.1 Orientalismus

IV.1.2 Deutsche Interessen am Orient

IV.1.3 Die orientalische Frage

IV.2 Die Interessen der europäischen Mächte

IV.2.1 Großbritannien

IV.2.2 Frankreich

VI.2.3 Russland

V. DAS OSMANISCHE REICH IM 19. JAHRHUNDERT

V.1 Politik

V.2 Finanzielle Verhältnisse

V.3 Eisenbahnen im Osmanischen Reich

V.4 Die Bagdadbahn als symbolisches Unternehmen

VI. DIE ANATOLISCHE EISENBAHN

VI.1 Die Planung

VI.2 Die Anatolische Konzession

VI.3 Die Finanzierung der Anatolischen Eisenbahn

VI.3.1 Die Anatolische Eisenbahn-Gesellschaft

VI.3.2 Die Bank für Orientalische Eisenbahnen

VI.4 Der Baubeginn: von Ismid nach Angora

VI.5 Der Weiterbau: Eskischehir bis Konia

VII. DIE BAGDADBAHN

VII.1 Der diplomatische Kampf um den Weiterbau

VII.2 Die deutsch-französische Zusammenarbeit

VII.3 Der englische Widerstand

VII.4 Die Vorkonzession

VII.5 Die endgültige Konzession

VII.6 Die Finanzierung der Bagdadbahn

VII.6.1 Die Bagdadbahn-Gesellschaft

VII.6.2 Die Deutsche Bank

VII.7 Die Hedschasbahn

VII.8 Politische Schwierigkeiten

VII.8.1 Die Jungtürken

VII.8.2 Die Armenier

VII.9 Die Bauarbeiten

VII.9.1 Taurus- und Amanusgebirge

VII.9.2 Zusätzliche Arbeiten

VII.9.3 Leben im Lager

VII.10 Einigung mit England

VII.11 Der Erste Weltkrieg und die Fertigstellung der Bagdadbahn

VIII. WIRTSCHAFTSINTERESSEN

VIII.1 Deutscher Wirtschaftsimperialismus

VIII.2 Bagdadbahnimperialismus

VIII.3 Das Erdöl

IX. DIE BAGDADBAHN ALS POLITIKUM

IX.1 Englisch-französische Entente

IX.2 Erste Marokkokrise

IX.3 Tripel Entente

IX.4 Zweite Marokkokrise

IX.5 Balkankriege

IX.6 Pressepolitik

X. DER MYTHOS BAGDADBAHN

X.1 Abenteurer und Touristen

X.2 Archäologen und Spione

XI. FAZIT

Zielsetzung & Themen

Diese wissenschaftliche Arbeit untersucht den deutschen Imperialismus am Beispiel des Baus der Bagdadbahn. Dabei liegt der Fokus auf der Rolle des Infrastrukturprojekts als politisches Instrument und dessen Auswirkungen auf das deutsch-englische Verhältnis sowie die internationale Politik vor dem Ersten Weltkrieg.

  • Historische Entwicklung des deutschen Imperialismus und der wilhelminischen "Weltpolitik"
  • Geopolitische Interessenkonflikte der europäischen Großmächte im Orient
  • Wirtschaftliche Aspekte, insbesondere im Hinblick auf Rohstoffvorkommen wie Erdöl
  • Diplomatische Verwicklungen, Krisen wie die Marokkokrisen und die Rolle der Presse
  • Die Rolle der Deutschen Bank als zentraler Akteur bei Finanzierung und Bau

Auszug aus dem Buch

IV.1.2 Deutsche Interessen am Orient

Wie bereits erwähnt bedrohten die Gebietsansprüche der europäischen Großmächte im Osmanischen Reich indirekt den Frieden in Europa. Von Deutschland wurde die Türkei hauptsächlich als Rohstofflieferant und Absatzmarkt angesehen. Durch den Bau der Bagdadbahn sollten die Handelsmöglichkeiten beider Länder verbessert werden. Für den zeitgenössischen Imperialismus stellte das schwache Osmanische Reich eine ideale Möglichkeit zur Kulturarbeit dar. Außerdem wurde die Orientpolitik als Chance gesehen, um als gleichberechtigter Partner in den Kreis der Großmächte aufgenommen zu werden. Aus diesen Gründen versuchte Deutschland, das Osmanische Reich zu erhalten, während andere europäische Großmächte auf ein Auseinanderfallen der Türkei spekulierten. Damit begann das Deutsche Reich, die Pläne andere Mächte zu stören.

Dennoch war die „Durchdringung“ aus Deutschland nicht nur friedlicher Natur. Rufe nach einer Rückeroberung des Heiligen Landes wurden laut und verbanden sich mit romantischen „Erweckungsphantasien“. Helmuth Graf von Moltke leistete Dienst als Berater in Istanbul und war bis 1839 Instrukteur der türkischen Truppen. Seit er seine Berichte „Unter dem Halbmond: Erlebnisse in der Türkei alten Türkei 1835 - 1839“ veröffentlichte, galt der Orient als potenzielles Interessens- und Siedlungsgebiet. Seiner Meinung nach hatte die Türkei die günstigsten Voraussetzungen und die besten klimatischen Bedingungen für Mitteleuropäer.

Zusammenfassung der Kapitel

I. EINLEITUNG: Einführung in die Thematik der Bagdadbahn als Instrument deutscher Macht- und Wirtschaftspolitik sowie Darlegung der Forschungsfragen.

II. DIE AUßENPOLITIK DES DEUTSCHEN REICHES: Analyse der diplomatischen Strategien unter Bismarck und Wilhelm II., insbesondere die Entwicklung von der Bündnispolitik hin zur aggressiveren Weltpolitik.

III. DAS ZEITALTER DES IMPERIALISMUS: Theoretische Abgrenzung des Imperialismusbegriffs und Darstellung der wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Ebenen.

IV. DIE EUROPÄISCHEN MÄCHTE UND DAS OSMANISCHE REICH: Untersuchung der Interessen Deutschlands, Großbritanniens, Frankreichs und Russlands im Orient und deren Einfluss auf die Region.

V. DAS OSMANISCHE REICH IM 19. JAHRHUNDERT: Betrachtung der innenpolitischen und finanziellen Lage des Osmanischen Reiches sowie die Ausgangssituation für den Eisenbahnbau.

VI. DIE ANATOLISCHE EISENBAHN: Darstellung der Planungen, Konzessionen und der Finanzierung der ersten Etappen des deutschen Eisenbahnengagements.

VII. DIE BAGDADBAHN: Detaillierte Schilderung des diplomatischen Ringens, des Baus und der Finanzierung des Gesamtprojekts bis hin zum Ersten Weltkrieg.

VIII. WIRTSCHAFTSINTERESSEN: Analyse der finanziellen Hintergründe, des Finanzimperialismus und der Bedeutung der Rohstoffvorkommen wie Erdöl.

IX. DIE BAGDADBAHN ALS POLITIKUM: Erörterung der Auswirkungen des Projekts auf internationale Krisen, die Ententebildung und die Rolle der Presse.

X. DER MYTHOS BAGDADBAHN: Betrachtung der kulturellen Wahrnehmung, der Rolle von Reisenden, Abenteurern und Archäologen im Kontext des Bauvorhabens.

XI. FAZIT: Zusammenfassende Bewertung der Bagdadbahn als Symbol und Instrument der deutschen Außenpolitik und deren Beitrag zur politischen Konstellation vor 1914.

Schlüsselwörter

Bagdadbahn, Deutsches Reich, Imperialismus, Außenpolitik, Osmanisches Reich, Deutsche Bank, Weltpolitik, Orient, Wirtschaftspolitik, Großmächte, Wilhelm II., Eisenbahnbau, Finanzimperialismus, Internationale Beziehungen, Erster Weltkrieg

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den deutschen Imperialismus am Beispiel des Baus der Bagdadbahn und untersucht, wie dieses Projekt zur deutschen Außenpolitik des wilhelminischen Zeitalters beitrug.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Zentrale Themen sind die europäische Diplomatie, die wirtschaftliche Erschließung des Orients, der Aufbau imperialer Infrastruktur und die komplexen Interessenkonflikte zwischen den Großmächten.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit geht der Frage nach, wie und warum die Bagdadbahn zu einem bedeutenden Politikum wurde und inwieweit sie als Werkzeug des Imperialismus fungierte.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Der Autor greift auf eine historische Analyse zurück, die den Bau der Bagdadbahn in den breiteren Kontext der europäischen Geschichte und Imperialismustheorien einbettet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in drei Abschnitte: die historische Ausgangslage, die Geschichte des Bahnbaus und der Finanzierung sowie die außenpolitischen Auswirkungen und Mythenbildung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören Bagdadbahn, deutscher Imperialismus, Weltpolitik, Orient und internationale Beziehungen.

Welche Rolle spielte die Deutsche Bank beim Bau der Bagdadbahn?

Die Deutsche Bank war der Hauptinvestor und federführend bei der Leitung des Unternehmens; sie agierte an der Schnittstelle zwischen privater Finanzwirtschaft und staatlichen politischen Interessen.

Wie bewertet die Arbeit den Einfluss des Bahnbaus auf das deutsch-englische Verhältnis?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass das Projekt das bereits belastete deutsch-englische Verhältnis weiter erschwerte, auch wenn kurz vor dem Ersten Weltkrieg noch diplomatische Einigungen erzielt wurden.

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Details

Titel
Der deutsche Imperialismus am Beispiel der Bagdadbahn
Hochschule
Karlsruher Institut für Technologie (KIT)  (Institut für Geistes- und Sozialwissenschaften)
Veranstaltung
Wissenschaftliche Arbeit für den Master Abschluss
Note
1,3
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
113
Katalognummer
V901363
ISBN (eBook)
9783346210883
ISBN (Buch)
9783346210890
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Imperialismus Deutschland Orient Bahn Bagdad Kolonialzeit Orientexpress Osmanisches Reich Türkei Irak Syrien Anatolische Einsenbahn Wilhelm II. Bismarck Technik erster Weltkrieg Orientkrise Anatolien Kolonie Eisenbahn Politik Dipolomatie 19. Jahrhundert Weltmacht Technikgeschichte Deustch Europa Wirtschaft Türken Armenier Mythos Marokko Balkan Balkankrieg Großmacht
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2010, Der deutsche Imperialismus am Beispiel der Bagdadbahn, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/901363
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