Die Kundenbedürfnisse haben sich in den letzten Jahren verändert. Aktive und passive Fonds wurden weiterentwickelt und die Erwartungen der Kunden, die über das Thema Rendite und Risiko hinausgehen, wurden in wissenschaftlichen Arbeiten oft außen vorgelassen. Wie zum Beispiel das Finanzwissen der Anleger.
Das Ziel dieser Bachelorthesis ist es, eine Empfehlung für die Privatanleger der Volksbank Raiffeisenbank Rosenheim-Chiemsee eG auf Basis aktueller Literatur und eigener Untersuchungen abgeben zu können.
In der vorliegenden Arbeit werden die folgenden Hypothesen bearbeitet:
Welche wissenschaftliche Erkenntnisse gibt es zum theoretischen und praktischen Erfolg von aktiv und passiv gemanagten Fonds?
Wie sieht der historische Renditevergleich zwischen aktiv verwalteten Aktienfonds der Union Investment im Vergleich zu ETFs derselben Anlagepolitik aus?
Haben aktiv verwaltete Anlagefonds in Spezialmärkten die besseren Chancen, den Vergleichsindex nachhaltig zu übertreffen, als Anlagefonds in Industrieländer?
Haben aktive Anlagefonds ein geringeres Verlustrisiko?
Ist die historische Rendite eines aktiv verwalteten Aktienfonds der Union Investment ein Indiz für die zukünftige nachhaltige Performance oder ist das nur Glücksache?
Hat ein Privatkunde das Wissen selbst Fonds zu erwerben?
Welche Empfehlung kann für Geldanleger in der VB-RB Stand heute vorgeschlagen werden?
Wie sollte die Zukunft der zum Vertrieb zugelassenen Fonds bei der VB-RB aussehen?
Aus den genannten Hypothesen und der Zielsetzung ergibt sich folgende Forschungsfrage: Welche Kriterien sind für den Erfolg, aus der Sicht eines Privatanlegers, für aktiv und passiv gemanagte Fonds ausschlaggebend und wie könnte eine Empfehlung für diese Zielgruppe aussehen?
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Theoretische Erfolgskriterien sowie -faktoren von aktiv und passiv gemanagten Fonds und Erwartungen der Privatanleger als Ausgangspunkt
2.1 Erfolgsmerkmale
2.1.1 Informationseffizienz der Finanzmärkte
2.1.2 Kritik an Famas Kapitalmarkthypothese:
2.2 Erfolgsfaktoren
2.2.1 Aktiv gemanagte Fonds
2.2.2 Passiv gemanagte Fonds
2.3 Erwartungen eines Privatanlegers an seine Fondsanlage
3 Performance- und Leistungsvergleich von aktiv und passiv gemanagten Fonds
3.1 Beschreibung der Methodik des Performancevergleiches
3.2 Darstellung und Interpretation der Ergebnisse aus der angewandten Berechnungsmethodik
3.3 Bewertung der Erwartungserfüllung von Privatanlegern durch die Fondsmanagementformen
4 Diskussion und Ableitung einer Handlungsempfehlung anhand der Ergebnisse
4.1 Diskussion der Fondsanalyse anhand ergänzender wissenschaftlicher Literatur
4.2 Ursachen für Abweichungen der Ergebnisse der Fondsanalyse
4.3 Anlagestrategien für Privatanleger
5 Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Bachelor Thesis untersucht die Erfolgskriterien von aktiv gemanagten Fonds im direkten Vergleich zu passiv gemanagten Fonds (ETFs) aus der spezifischen Perspektive von Privatanlegern. Das primäre Ziel der Arbeit besteht darin, auf Basis aktueller wissenschaftlicher Literatur sowie eigener empirischer Untersuchungen eine fundierte Handlungsempfehlung für Privatanleger der Volksbank Raiffeisenbank Rosenheim-Chiemsee eG (VB-RB) abzuleiten und zu klären, welche Faktoren für den Anlageerfolg bei unterschiedlichen Managementformen maßgeblich sind.
- Analyse der Informationseffizienz der Finanzmärkte und deren Auswirkungen auf aktive Anlagestrategien.
- Empirischer Performance- und Leistungsvergleich von Union Investment Fonds gegenüber entsprechenden ETFs über verschiedene Zeiträume.
- Bewertung von Privatanlegererwartungen hinsichtlich Risiko, Rendite, Liquidität und Kostenstruktur.
- Diskussion von Ursachen für Performance-Abweichungen und Ableitung konkreter Anlagestrategien für unterschiedliche Kundentypen.
Auszug aus dem Buch
2.1.1 Informationseffizienz der Finanzmärkte
Das Konzept der Informationseffizienz beschreibt die Eigenschaft des Kapitalmarktes, wie Informationen verarbeitet werden und die Art wie die Informationen in die Marktpreise der Finanztitel einfließen. Anders formuliert bezeichnet es das Ergebnis des Informationsverarbeitungsprozesses des Kapitalmarkts. Fama setzt für seine Überlegung der Effizienz voraus, dass der Markt bei der Festlegung der Wertpapierpreise jederzeit alle verfügbaren Informationen korrekt verwendet. Die Kernaussage des Konzeptes ist es, dass es niemanden möglich ist durch rascheres Erteilen von Börsenaufträgen Mehrgewinne oder niedrigere Verluste zu erzielen. Ebenfalls vergeht keine Zeit, zwischen der Veränderung der Erwartung über Rendite und Risiko, bis zu ihrer Berücksichtigung im Börsenkurs. Infolgedessen reagieren die Anlagepreise in einem informationseffizienten Markt schnell und rational auf neue Informationen, dass bedeutet, dass in den Preisen sämtliche vergangenen und gegenwärtigen Informationen verarbeitet sind. Durchschnittlich höhere risikoadjustierte Renditen sind daher in einem effizienten Markt nicht möglich. Demnach generiert eine passive Anlagestrategie in einem effizienten Kapitalmarkt die gleiche Rendite wie eine aktive Anlagestrategie, aber weist im Vergleich niedrigere Kosten wie etwa Transaktions- und Analysekosten auf. Die Wichtigkeit, dass die Investoren die Eigenschaften von effizienten Märkten verstehen und in der Lage sind den Effizienzgrad der Märkte zu beurteilen, spiegelt sich in der Auffassung wider, dass wenn der Markt ineffizient ist, also der Preis nicht sämtlich Informationen enthält, mit einer aktiven Anlagestrategie, durch das ausnutzen der Marktineffizienzen, Überrenditen möglich sind.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung stellt die aktuelle Niedrigzinsphase und die wachsende Bedeutung von Investmentfonds als Alternative zum klassischen Sparbuch dar, während die Forschungsfrage zum Vergleich von aktiven und passiven Fonds definiert wird.
2 Theoretische Erfolgskriterien sowie -faktoren von aktiv und passiv gemanagten Fonds und Erwartungen der Privatanleger als Ausgangspunkt: Dieses Kapitel erläutert das Konzept der Informationseffizienz nach Fama und analysiert die theoretischen Erfolgsfaktoren sowie die spezifischen Erwartungen von Privatanlegern an ihre Geldanlage.
3 Performance- und Leistungsvergleich von aktiv und passiv gemanagten Fonds: Hier erfolgt die methodische Beschreibung und anschließende Durchführung des Performancevergleichs von Union Investment Fonds gegenüber ETFs, inklusive der Bewertung von Kriterien wie Sharpe Ratio und maximalem Verlust.
4 Diskussion und Ableitung einer Handlungsempfehlung anhand der Ergebnisse: Dieses Kapitel diskutiert die gewonnenen Ergebnisse im Lichte existierender wissenschaftlicher Literatur, analysiert Ursachen für Abweichungen und formuliert Handlungsempfehlungen für verschiedene Anlegertypen.
5 Schlussbetrachtung: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der wesentlichen Erkenntnisse und einem Ausblick auf zukünftige Entwicklungen im Fondsmanagement sowie der Rolle der Anlageberatung.
Schlüsselwörter
Aktive Fonds, Passive Fonds, ETFs, Informationseffizienz, Performancevergleich, Risikomanagement, Privatanleger, Union Investment, Rendite, Volatilität, Sharpe Ratio, Kapitalmarkt, Anlagestrategie, Finanzberatung, Anlageberatung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den Vergleich zwischen aktiv gemanagten Fonds und passiven Indexfonds (ETFs) und analysiert deren Erfolgskriterien aus der Sicht von Privatanlegern.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Markteffizienz, dem Performancevergleich zwischen Union Investment Produkten und ETFs sowie den individuellen Erwartungen und Anforderungen von Privatanlegern an ihre Geldanlage.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Hauptziel besteht darin, auf Basis einer fundierten Fondsanalyse eine konkrete Handlungsempfehlung für Kunden der Volksbank Raiffeisenbank Rosenheim-Chiemsee zu entwickeln.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine empirische Analyse durchgeführt, die verschiedene Kennzahlen wie die geometrische Rendite, das Sharpe Ratio und den maximalen Verlust heranzieht, um die Performance historisch zu vergleichen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil umfasst die theoretische Herleitung der Erfolgskriterien, die detaillierte Darstellung und Interpretation der Performanceberechnungen sowie die Diskussion der Ergebnisse unter Einbeziehung wissenschaftlicher Studien.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen aktive Fonds, passive Fonds, ETFs, Markteffizienz, Sharpe Ratio, Risikomanagement und Anlegermentalität.
Wie unterscheidet sich die Performance aktiver Fonds laut den Ergebnissen von ETFs in verschiedenen Zeiträumen?
Die Ergebnisse zeigen, dass passive Fonds in kürzeren Zeiträumen oft Kostenvorteile bieten, während aktive Fonds in bestimmten globalen Sektoren oder langfristigen Szenarien durchaus konkurrenzfähig bleiben können.
Warum spielt die Anlageberatung bei der VB-RB eine wichtige Rolle in der Arbeit?
Die Arbeit betont, dass viele Privatanleger aufgrund mangelnder Finanzbildung Unterstützung bei der Auswahl ihrer Strategie benötigen, wobei eine aktive Beratung den Kundennutzen gegenüber einer reinen Eigenverwaltung steigern kann.
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- Anonym (Author), 2020, ETFs. Aktiv und passiv gemanagte Fonds im Vergleich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/906867