Portfolio zum Thema "Chronisch Kranke"


Ausarbeitung, 2008

22 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Einleitung

Chronische Krankheiten nehmen schon jetzt einen sehr großen Anteil der Erkrankungen in den Industrieländern ein und werden in der Zukunft ein stets wichtigeres Handlungsfeld für die Angehörigen der Pflegeberufe darstellen. Gegenwärtig gibt es viel Wissen was die Krankheitsbilder selbst angeht, jedoch fehlen immer noch genügend spezifische Beratungsangebote für chronisch kranke Patienten und ihre Angehörigen, sowie Möglichkeiten und Unterstützungsangebote zur Krankheits-bewältigung. Ich habe mich in diesem Portfolio mit allen Belegstücken dem Thema Schreiben gewidmet. Das Beschäftigen mit Literatur, das Skizzieren einer Krankheits-verlaufskurve auf der Basis eines autobiographischen Berichts und das Beschreiben eigener Krankheitserfahrungen sollen Möglichkeiten aufzeigen, wie man das Lesen und Schreiben als Form der Krankheitsbewältigung nutzen kann. Dabei soll ein Lehrtext zeigen, wie Bibliotherapie chronisch kranken Patienten helfen kann, ihre aktuelle Situation besser verstehen und bewältigen zu können. Wilhelm Thom, dessen Krankheitsverlaufskurve nach Strauss und Corbin dargestellt wird, zeigt, wie er als querschnittsgelähmter Patient durch das Niederschreiben seiner eigenen Krankheits-erfahrungen seine Erlebnisse Revue passieren lässt und dadurch beginnen kann, seine Behinderung zu akzeptieren. Die Darstellung meiner eigenen Gedanken zum Krank-heitsverständnis lassen einen Blick auf meine Erfahrungen, die ich persönlich und in meinem sozialen Umfeld gemacht habe, werfen.

Kommentierung zum Belegstück der fachlichen Kompetenz

Als Belegstück für die fachliche Kompetenz wurde ein Lehrtext zum Thema Bibliotherapie gewählt. Diese Auswahl wurde deshalb getroffen, da Bibliotherapie als pflegerische Interventionsform meiner Meinung nach einen wichtigen Schritt für chronisch kranke Patienten darstellen kann, um zur Krankheitsbewältigung beizutragen. Vor allem kann dabei der chronisch Kranke selbst seine Krankheitsbewältigung aktiv mitgestalten. Da er durch die Beschäftigung mit Literatur auf bestimmte Sachverhalte hingewiesen werden kann oder ihm bestimmte Situationen verdeutlicht werden können, können im Nachhinein vom chronisch Kranken selbst neue Lösungswege oder Denk-weisen in Angriff genommen werden. Das heißt, Bibliotherapie kann Hilfe zur Selbst-hilfe leisten.

Ein Lehrtext wurde deshalb verwendet, weil ich der Meinung bin, dass man Biblio-therapie nur am Patienten anwenden sollte, wenn man über die nötigen (theoretischen und praktischen) Grundlagen verfügt. Im anderen Fall könnte man sonst sogar Schäden am Patienten verursachen, wenn man z. B. mit der Wahl der falschen Literatur Traumen wieder hervorbringt und diese aber nicht mit dem Patienten aufarbeiten kann, da man nicht über die notwendige Kompetenz verfügt. Um solche Fehler zu vermeiden, wurde dieser Lehrtext verfasst. Dabei muss jedoch erläutert werden, dass dieser nur eine Grundlage zum Wissen über Bibliotherapie darstellt und die praktische Anwendung erst nach tiefergreifender Auseinandersetzung mit dem Thema stattfinden sollte. Der Lehrtext kann beispielsweise verwendet werden für die Ausbildung zur Gesundheits- und KrankenpflegerIn oder zur AltenpflegerIn oder als Einführungstext für eine Fortbildung zu diesem Thema.

Für mich persönlich hat Bibliotherapie als Bewältigungshilfe bei chronischer Krankheit zum Wissenserwerb beigetragen, also meine fachliche Kompetenz erweitert. Weiterhin sehe ich darin viel Potential für die Anwendung in der Praxis, um Patienten neuen Mut zu geben und vor allem den Patienten dabei Hilfestellung leisten zu können unaussprechliches zur Sprache kommen zu lassen und formulieren zu können. Um Bibliotherapie erfolgreich anwenden zu können werde ich noch weitere Literatur hinzuziehen, um mich noch mehr mit dem Thema vertraut zu machen.

Kommentierung zum Belegstück der methodischen Kompetenz

Das Belegstück der methodischen Kompetenz stellt eine Krankheitsverlaufskurve nach dem Modell von Corbin und Strauss dar. Wilhelm Thom, dessen Krankheitsverlaufs-kurve abgebildet ist, hat durch einen Autounfall eine Querschnittslähmung ab dem siebten Halswirbel erlitten und schildert gemeinsam mit seiner Ehefrau Elfriede in einem autobiographischen Bericht sein Erleben in den ersten drei Jahren nach dem Unfall.

Dieser Bericht „Rückkehr ins Leben“ dient als Grundlage für den Entwurf der Krankheitsverlaufskurve. Vorab wird eine kurze Inhaltsangabe des Berichts einen Überblick über das Geschehen in den drei Jahren vermitteln.

Dieses Belegstück wurde deshalb hier eingefügt, weil Herr Thom mit dem Schreiben seines Berichts und die dadurch notwendigen Erinnerungen an die schwierige Anfangszeit seiner Erkrankung, eine riesiges Stück weit für sich Krankheitsbewältigung geleistet hat. Das Niederschreiben seiner negativen, sowie positiven Erlebnisse im Verlauf der drei Jahre wurde für ihn zum einen als Beschäftigung und neue Aufgabe gewählt, jedoch entdeckte er durch das Schreiben auch die Möglichkeit, auf diese Weise das Geschehene zu verarbeiten und mit der Veröffentlichung auch anderen Betroffenen Unterstützung zu geben und Hoffnungen zu wecken.

Ich möchte mit diesem Belegstück meine Fähigkeit darstellen, den Transfer von Theorie zur Praxis, d. h. mit dem Entwurf der Krankheitsverlaufskurve eines chronisch kranken Patienten nach dem Modell von Corbin und Strauss, herstellen zu können.

Kommentierung zum Belegstück der personalen Kompetenz

Das Belegstück für die personale Kompetenz stellt mein persönliches Krankheits-verständnis dar. Ich möchte damit aufzeigen, wie ich Krankheit in meiner Kindheit und im Jugendalter erlebt habe und wie ich sie jetzt erlebe. Außerdem berichte ich über mein eigenes Krankheitserleben und den Verlauf meiner chronischen Erkrankung. Weil ich selbst Neurodermitis Patientin bin konnte ich gut den Bezug zum Modulthema herstellen. Zusätzlich möchte ich aufzeigen, wie sich mein persönliches Denken über Krankheit geändert hat. Dazu führten unter anderem Faktoren der persönlichen Entwicklung, sowie meine Erkrankung selbst. Dabei habe ich festgestellt, dass ich sehr viel über die Erziehung und das Krankheitserleben meiner Eltern mit auf meinen Lebensweg bekommen habe. Gleichzeitig habe ich aber gelernt im Laufe der Jahre meine eigenen Ansichten über Krankheit zu entwickeln, wobei dazu auch die Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin erheblich beigetragen hat. Beim Verfassen des Belegstückes habe ich bemerkt, das ich seit diesem Modul sehr viel mehr über mich und mein Krankheitserleben reflektiere und das ich öfter versuche, mich in die Lage von Patienten zu versetzen, um etwas über ihr Krankheitsverständnis zu erfahren. Dies hat mir schon oft geholfen, ein vertrauliches Verhältnis zum Patienten aufbauen zu können und ihn in seinen Verhaltensweisen besser zu verstehen. Meine personale Kompetenz hat sich demnach in Bezug auf meine Eigenreflexion und die Reflexion des Verhaltens der Patienten erweitert.

[...]

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
Portfolio zum Thema "Chronisch Kranke"
Hochschule
Hochschule Hannover
Veranstaltung
Gesundheitliche Versorgung und pflegerische Betreuung chronisch Kranker
Note
1,3
Autor
Jahr
2008
Seiten
22
Katalognummer
V91184
ISBN (eBook)
9783638045896
Dateigröße
483 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Diese Arbeit ist ein Portfolio, d.h. es stellt drei verschiedene Kompetenzbereiche mittels Belegstücken dar, die jeweils kommentiert sind.
Schlagworte
Portfolio, Thema, Chronisch, Kranke, Gesundheitliche, Versorgung, Betreuung, Kranker
Arbeit zitieren
Carolin Srocke (Autor), 2008, Portfolio zum Thema "Chronisch Kranke", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/91184

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