Diese Arbeit diskutiert die Frage, ob Weiterbildung eine Frage der
persönlichen Bildung ist. Der Zusammenhang zwischen Inanspruchnahme
von Weiterbildung und individueller Vorbildung wird untersucht.
Weiterbildung ist ein Themenkomplex, der durch alle Bildungsniveaus
hindurch an Relevanz gewinnt. Lebenslanges Lernen ist aus dem modernen
(Arbeits-) Leben nicht mehr wegzudenken. Berufsabschlüsse sind
„Voraussetzung für den Einstieg in einen Beruf, der heute in fast allen
Bereichen lebenslange Weiterbildung und die ständige Auseinandersetzung
mit neuen Technologien fordert“ (Faltermaier, Mayring, Saup & Strehmel,
2002, S.104).
In dieser Hausarbeit soll empirisch nachgewiesen werden, ob die Teilnahme
an Weiterbildung im Zusammenhang mit der persönlichen Bildung eines
Individuums steht, oder ob Weiterbildung durch alle Bildungsniveaus
gleichermaßen in Anspruch genommen wird. Theoretisch ist es möglich,
dass es keine Unterschiede in der Inanspruchnahme von Weiterbildung gibt
und dass eine homogene Teilnahme an Weiterbildung in der Bundesrepublik
vorliegt. Diese Frage soll hier geklärt werden.
In der Arbeit erfolgt zunächst die Herleitung der Fragestellung, die
Operationalisierung der Variablen. Nachfolgend werden die Modalitäten der
Datenerhebung dargestellt. Die Auswertung der Ergebnisse und eine
Interpretation dieser schließen sich an. Die Arbeit wird mit einer persönlichen
Reflexion abgeschlossen.
Gliederung
1 Einleitung
2 Herleitung der Fragestellung
2.1 Eingrenzung der Begrifflichkeiten
2.1.1 Weiterbildung
2.1.2 Persönliche Bildung
2.1.3 Bezug auf die Ausgangsfrage
2.2 Hypothesen
2.2.1 Hypothese I
2.2.2 Hypothese II
3 Datenerhebung
3.1 Datenmaterial
3.2 Stichprobe
3.3 Operationalisierung der Begrifflichkeiten
3.4 Systematisierung der Hypothesen I und II
3.4.1 Systematisierung der Hypothese I
3.4.2 Systematisierung der Hypothese II
4 Darstellung der Ergebnisse
4.1 Ergebnisse zur Hypothese I
4.2 Ergebnisse zu Hypothese II
5 Abschließende Interpretation
6 Reflexion
7 Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht empirisch, ob die Inanspruchnahme von Weiterbildung in einem direkten Abhängigkeitsverhältnis zur persönlichen Bildung eines Individuums steht und ob Weiterbildung somit als Privileg höher gebildeter Schichten betrachtet werden kann.
- Zusammenhang zwischen beruflicher Qualifikation und Weiterbildungsbeteiligung
- Einfluss des Bildungsniveaus (Schulbildung) auf die Weiterbildungsnutzung
- Sekundäranalyse von Daten des "Bildungsberichts" (Berichtssystem Weiterbildung)
- Definition von Weiterbildung als Teil der persönlichen Bildung
- Soziale Dimensionen und Bildungsungleichheit in Deutschland
Auszug aus dem Buch
2.1.1 Weiterbildung
Der Begriff Weiterbildung ist zunächst so allgemein, dass je nach Auffassung und individuellem Verständnis völlig unterschiedliche Abläufe, Vorgänge und Maßnahmen verstanden werden können.
Weiterbildung ist die Teilnahme an Kursen und Lehrgängen aber auch informelles Lernen, zum Beispiel am Arbeitsplatz im Sinne von Selbstlernen, Beobachten und Ausprobieren, die Lektüre von Fachbüchern und Fachzeitschriften, sowie andere Formen des innerbetrieblichen Lernens (Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), 2005a, S.7,8).
Wenn von Weiterbildung gesprochen wird, ist auch stets zu bedenken, dass Weiterbildung niemals nur eine Form der Bildung meint. So werden nach Ansicht des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) alle Weiterbildungsangebote, welche nicht direkt berufsbezogen sind, als allgemeine Weiterbildung gesehen. Als berufliche Weiterbildung gilt das klassische Feld von Kursen zur Ergänzung oder Vertiefung beruflicher Kenntnisse, unterschieden in Umschulung, Aufstiegsfortbildung und Anpassungsfortbildung (Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), 2008). Was früher auch als Fortbildung und Umschulung betitelt wurde, ist heute im Sozialgesetzbuch III (SGB III) unter dem Oberbegriff „Berufliche Weiterbildung“ zu finden (Sozialgesetzbuch, 2004).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Einführung in die Fragestellung zur Abhängigkeit der Weiterbildungsbeteiligung von der persönlichen Bildung sowie Darstellung der persönlichen Motivation des Autors.
2 Herleitung der Fragestellung: Definition der zentralen Begriffe wie Weiterbildung und persönliche Bildung sowie Aufstellung der zu prüfenden Hypothesen.
3 Datenerhebung: Erläuterung der methodischen Vorgehensweise, der Materialgrundlage aus dem Bildungsbericht und der Operationalisierung der Variablen für die Hypothesenprüfung.
4 Darstellung der Ergebnisse: Präsentation der statistischen Daten zur Teilnahme an beruflicher Weiterbildung in Abhängigkeit von Qualifikation und Bildungsabschluss.
5 Abschließende Interpretation: Zusammenführung der Ergebnisse und Beantwortung der Forschungsfrage mit dem Fazit, dass Weiterbildung als privilegiert angesehen werden kann.
6 Reflexion: Persönliche Auseinandersetzung des Autors mit dem wissenschaftlichen Arbeitsprozess und den Herausforderungen der quantitativen Methoden.
7 Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Quellen und Sekundärliteratur.
Schlüsselwörter
Weiterbildung, persönliche Bildung, Bildungsabschluss, berufliche Qualifikation, Bildungsbericht, lebenslanges Lernen, soziale Ungleichheit, Privileg, Empirie, Sekundäranalyse, Hypothesenprüfung, Deutschland, Qualifizierungsniveau, Humankapital, Bildungsniveau.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit diskutiert, ob die Teilnahme an Weiterbildung mit der persönlichen Bildung eines Individuums korreliert oder ob sie unabhängig von bisherigen Bildungsabschlüssen stattfindet.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themenfelder umfassen die Definition von Weiterbildung, den Einfluss von Schulbildung und beruflicher Qualifikation auf Lernprozesse sowie die Analyse sozialer Ungleichheiten im Bildungssystem.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, empirisch zu belegen, ob eine höhere persönliche Bildung die Teilhabe an Weiterbildungsangeboten begünstigt und ob diese somit ein Privileg bestimmter Schichten darstellt.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Der Autor führt eine Sekundäranalyse von Daten durch, die dem „Bildungsbericht“ und dem „Berichtssystem Weiterbildung“ (BSW) entnommen wurden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil erfolgt die theoretische Einbettung, die Operationalisierung der Begriffe sowie die systematische Auswertung statistischer Daten zu verschiedenen Bildungs- und Qualifikationsgruppen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Weiterbildung, persönliche Bildung, Bildungsabschluss, berufliche Qualifikation und soziale Privilegierung.
Warum wurde der Begriff "Privileg" operationalisiert?
Um die Forschungsfrage messbar zu machen, musste der abstrakte Begriff "Privileg" als Vorteil oder Vorrang in einer Rangfolge definiert werden, um statistische Vergleiche zwischen verschiedenen Bildungsniveaus zu ermöglichen.
Welche Schlussfolgerung zieht der Autor aus den Daten?
Der Autor kommt zu dem deutlichen Ergebnis, dass die Teilnahme an Weiterbildung stark von der persönlichen Bildung abhängig ist, was die Hypothese einer privilegierten Teilhabe stützt.
Wie bewertet der Autor den eigenen Lernprozess?
In der Reflexion beschreibt der Autor den Prozess als fordernd, insbesondere im Hinblick auf die statistische Auswertung und die wissenschaftliche Arbeitsweise, aber als wertvolle und motivierende Erfahrung.
- Quote paper
- Max Hergt (Author), 2008, Ist die Teilnahme an Weiterbildung eine Frage der persönlichen Bildung?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/91225