Die Arbeit beleuchtet Aspekte der Inquisition im Allgemeinen beziehungsweise der spanischen Inquisition, die nach dem Machtwechsel auf Sizilien weg von den Franzosen zum Königreich von Kastilien und Aragon aus Spanien auf die Insel verlegt wurde und die schon bestehende, wenn auch kaum aktive Struktur der päpstlichen Inquisition, ersetzte.
Im Mittelpunkt diese Ausführungen stehen die drei Häftlinge Mannarino, Mayorana und Confaloni und ihre Wandmalereien in Zelle 3 im Kerker des Inquisitionsgefängnisses von Palermo Anfangs des 17. Jahrhunderts. Damit soll versucht werden, die Begegnung von Kulturen und Religionen anhand einzelner Ereignisse, Personen und Orte darzustellen.
Inhaltsverzeichnis
1 Zielsetzung
2 Die Ursprünge
3 Die Spanische Inquisition
4 Die Häftlinge in Zelle 3
5 FAZIT
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht ausgewählte Aspekte der Inquisition, insbesondere der spanischen Inquisition, und deren Implementierung auf Sizilien. Im Zentrum steht dabei die Analyse der Lebensbedingungen und Wandmalereien von drei Inhaftierten in Zelle 3 des Inquisitionsgefängnisses von Palermo zu Beginn des 17. Jahrhunderts, um die Begegnung von Kulturen und Religionen anhand konkreter Einzelschicksale zu verdeutlichen.
- Historische Entwicklung und theologische Rechtfertigung der Inquisition
- Strukturen und Arbeitsweise der spanischen Inquisition auf Sizilien
- Haftregime und Isolationsbedingungen im Palazzo Steri
- Bedeutung von Graffitis als Ausdrucksform Inhaftierter
- Individuelle Schicksale von Mannarino, Mayorana und Confaloni
Auszug aus dem Buch
Die Häftlinge in Zelle 3
Das frühere Palazzo der sizilianischen Familie Chiaramonte, im Volksmund „Steri“ (von „Hosterium Magnum“) genannt, war seit 1601 und bis zur Abschaffung Sitz der spanischen Inquisition auf Sizilien. Es handelte sich um einen befestigten Palast, der die Piazza Marina in Palermo beherrschte. Dort fand das ganze Verfahren, von den ersten Verhören bis zum Freispruch oder zur Verurteilung statt; auch die Kerker befanden sich dort.
Die spanische Inquisition kannte bei der Kerkerhaft 2 Varianten, die «Segrete» («Geheimhaft») für die Angeschuldigten, die noch auf Ihr Urteil warteten, und die «Perpetua», die Haft für kürzere oder längere Dauer für die bereits Verurteilten. Diese Haftstrafen hatten aber nicht nur einen pönalen Zweck, sondern sollten auch der Busse und der Umerziehung dienen.
Das Haftregime während der Perpetua war offenbar nicht allzu streng; die Häftlinge hatte die Möglichkeit, durch Arbeit für ihren Lebensunterhalt aufzukommen und unter der Aufsicht eines Gefängniswärters («Alcalde») Verwandte und Freunde zu Besuch zu empfangen. Demgegenüber war das Haftregime in den «Carcéles Segretas» harsch. Die sogenannten Weisungen der spanischen Inquisition aus dem Jahr 1561 («Instrucciones») verboten während dieser „Untersuchungshaft“ jeglichen Kontakt mit der Aussenwelt, so dass die Häftlinge, die zudem über die Gründe für die Anklage im Dunkeln gelassen wurden, in strenger Isolationshaft verharren mussten.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Zielsetzung: Einleitung in die Thematik der Inquisition sowie Definition der Forschungsfrage anhand der spezifischen Schicksale dreier Inhaftierter im 17. Jahrhundert.
2 Die Ursprünge: Darstellung der theologischen Entwicklung von frühchristlicher Toleranz hin zur rechtlichen Institutionalisierung der Inquisition im Mittelalter.
3 Die Spanische Inquisition: Analyse der Einführung und Etablierung der spanischen Inquisition auf Sizilien sowie deren Funktionsweise und gesellschaftliche Einordnung.
4 Die Häftlinge in Zelle 3: Untersuchung der Haftbedingungen im Palazzo Steri und detaillierte Betrachtung der Wandmalereien sowie der persönlichen Biografien von Mannarino, Mayorana und Confaloni.
5 FAZIT: Kritische Würdigung des Inquisitionsphänomens als historisch nicht zu rechtfertigende Verirrung, resultierend aus der Verbindung von geistlicher und weltlicher Macht.
Schlüsselwörter
Inquisition, Spanische Inquisition, Sizilien, Palazzo Steri, Zelle 3, Häresie, Haftregime, Wandmalereien, Francesco Mannarino, Paolo Mayorana, Paolo Confaloni, Kirchengeschichte, Religionskonflikte, Machtmissbrauch, Frühneuzeit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der historischen Ausprägung der Inquisition, speziell der spanischen Inquisition auf Sizilien, und deren Auswirkungen auf das Individuum im 17. Jahrhundert.
Welche thematischen Schwerpunkte werden gesetzt?
Die Schwerpunkte liegen auf der theologischen Begründung der Inquisition, der strukturellen Implementierung auf Sizilien sowie der exemplarischen Untersuchung der Inhaftierung im Palazzo Steri.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, die Begegnung von Kulturen und Religionen durch eine detaillierte Analyse der Lebensumstände und künstlerischen Hinterlassenschaften von drei Häftlingen in einer spezifischen Gefängniszelle darzustellen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine historische Quellenanalyse, die auf Fachliteratur zur Inquisitionsforschung basiert und lokale Gegebenheiten sowie individuelle Einzelschicksale in den Kontext der Zeit setzt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die historischen Ursprünge der Inquisition, die Besonderheiten der spanischen Inquisition auf Sizilien sowie die detaillierte Beschreibung der Haftbedingungen und Graffiti der Inhaftierten in Zelle 3.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Inquisition, Sizilien, Palazzo Steri, Häresie, Haftregime und die Namen der drei untersuchten Inhaftierten.
Warum sind die Wandmalereien in Zelle 3 historisch bedeutsam?
Sie stellen die einzige verbliebene Ausdrucksmöglichkeit der Inhaftierten dar, sich in der Isolation der Kerkermauern bemerkbar zu machen und ihrer Identität Ausdruck zu verleihen.
Wie unterschieden sich die Haftvarianten der Inquisition?
Es wurde zwischen der „Segrete“ (Geheimhaft für Untersuchungshäftlinge unter strenger Isolation) und der „Perpetua“ (Haft für bereits Verurteilte mit milderen Bedingungen) unterschieden.
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- Mattheus Den Otter (Autor), 2019, Die Spanische Inquisition auf Sizilien, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/913377