Die Arbeit befasst sich mit dem Thema der Einflussfaktoren auf Schulleistungen und von Schüler*innen und deren Zusammenhänge. Zur Beantwortung der Fragestellung wurden Daten aus dem Schlussfragebogen des Forschungsprojekts "Qualität des Erlebens von Lernenden in integrativen und separativen Schulformen" der Hochschule für Heilpädagogik Zürich ausgewertet und in Form einer Sekundäranalyse geklärt. Relevante Daten für die Beantwortung der Fragestellung konnten entnommen werden und waren bei der Gewichtung und Sortierung der ausgewählten Prädiktoren (akademisches Selbstkonzept, Gewissenhaftigkeit, soziale Integration und Lernzielorientierung) von Nutzen. Die Analyse zeigt auf, dass das akademische Selbstkonzept unter den untersuchten Faktoren den größten Einfluss auf die Schulleistung hat
Um diese Einflussfaktoren zu erforschen, setzen die Autoren die SuS in den Mittelpunkt und gehen bei der Recherche schüler- und schülerinnenzentriert vor. Dabei wird nicht nur das Umfeld Schule betrachtet, sondern auch das familiäre und soziale Umfeld. Diese Arbeit hat zum Ziel, eine Liste von Determinanten zu erstellen, welche die Schulleistung von SuS beeinflussen, ohne dass die kognitive Fähigkeit des Kindes eine Rolle spielt. Im ersten Teil dieser Arbeit werden die Autoren den Begriff Schulleistung und ihren Determinanten theoretisch genauer unter die Lupe nehmen. Anschließend folgt im Rahmen des Projekts "Qualität des Erlebens von Lernenden in integrativen und separativen Schulformen" der Hochschule für Heilpädagogik Zürich eine Sekundäranalyse. Nach der Auswertung der Daten wird im letzten Teil dieser Masterarbeit ein Ranking zu den Determinanten erstellt. Abschließend erhoffen die Autoren, dass sie durch die Erforschung der Determinanten von Schulleistung Erkenntnisse gewinnen, welche für Kinder mit und ohne besondere Bedürfnisse in Bezug auf die Schulleistung relevant sind.
Inhaltsverzeichnis
1. Ausgangslage und allgemeine Zielsetzung
2. Theoretischer Hintergrund
2.1. Schulleistung
2.1.1. Fazit
2.1.2. Heilpädagogische Relevanz
2.2. Determinanten der Schulleistung
2.2.1. Fazit
2.2.2. Lehrerbezogene Merkmale (Schule)
2.2.3. Fazit
2.2.4. Heilpädagogische Relevanz:
2.2.5. Familienbezogene Merkmale
2.2.6. Fazit
2.2.7. Heilpädagogische Relevanz
2.2.8. SuS-bezogene Merkmale
2.2.9. Fazit
2.2.10. Heilpädagogische Relevanz
2.3. Zusammenhänge, Bilanz und Fazit
2.4. Fragegestellung
3. Methodisches Vorgehen
3.1. Sekundäranalyse
3.2. Instrumente
3.3. Stichprobenkonstruktion
3.4. Untersuchungsdurchführung
4. Ergebnisse
4.1. Darstellung und Auswertung
4.1.1. Beziehungen zwischen den Determinanten durch Korrelationen
4.1.2. Beziehungen zwischen den Determinanten inklusive Schulleistung durch Korrelationen
4.1.3. Zusammenfassung der Ergebnisse
4.1.4. Zusammenhänge der Determinanten und der Schulleistungen
4.1.5. Multiple Regressionsanalyse
4.1.6. Regressionsanalyse: Die 4 Determinanten und Leistung Deutsch
4.1.7. Regressionsanalyse: Die 4 Determinanten und Leistung Mathematik
4.1.8. Regressionsanalyse: Die 4 Determinanten und allgemeine Schulleistung
4.1.9. Zusammenfassung der multiplen Regressionen
4.1.10. Kontrollvariablen
4.2. Analyse der Ergebnisse
4.3. Beantwortung der Fragestellung
5. Diskussion
5.1. Rückblick, Zusammenfassung und zentrale Befunde
5.2. Reflexion der Ergebnisse
5.3. Reflexion der Forschungsmethode
5.4. Heilpädagogische Relevanz und Praxisbezug
5.5. Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Masterarbeit untersucht die Determinanten der Schulleistung von Schülerinnen und Schülern unter Einbeziehung von Daten aus dem Forschungsprojekt D5. Das primäre Ziel der Arbeit ist es, den Einfluss spezifischer Faktoren – akademisches Selbstkonzept, Gewissenhaftigkeit, Lernzielorientierung und soziale Integration – auf die Schulleistung zu quantifizieren, um hieraus eine fundierte Rangliste der Einflussfaktoren zu erstellen und heilpädagogische Implikationen abzuleiten.
- Analyse der Zusammenhänge zwischen ausgewählten Determinanten und der Schulleistung (Deutsch und Mathematik).
- Identifikation des Prädiktors mit dem stärksten Einfluss auf die Schulleistung.
- Untersuchung der Bedeutung des akademischen Selbstkonzepts im Kontext von Schulleistungen.
- Betrachtung heilpädagogischer Relevanzen für die Praxis in integrativen Schulformen.
Auszug aus dem Buch
2.2. Determinanten der Schulleistung
Im Rahmen von Pisa 2000 wurden verschiedene Einflussgrössen auf Schulleistung untersucht. Dabei differenzierte man zwischen individuellen Faktoren wie beispielsweise Lernmotivation und unterrichtliche, schulische und familiäre Einflüsse sowie Einflüsse der Gleichaltrigen. Ebenso wurden Unterschiede zwischen Faktoren erkannt, welche einen direkten Einfluss auf den Lernprozess haben (z.B. Lernaktivität des Schülers, das Sozialklima in der Klasse oder die Qualität des Unterrichts) und Einflussfaktoren welche selbst nicht Teil des Prozesses sind aber dennoch Einfluss haben (z.B. die räumliche Ausstattung einer Schule, die Lehrerzuweisung, das Schulsystem ganz generell oder die familiäre Unterstützung). Die PISA-Studie hat dazu ein Mehrebenenmodell zu den Kontextmerkmalen kreiert:
• Mikroebene: Lernen und Unterricht
• Mesoebene: Bedingungen in Schule, Familie, Peers und
• Makroebene: Systembindung der Schule
Die PISA-Studie erwähnt, dass aufgrund von diversen „Produktions-Funktions-Studien“ wenig Zusammenhang zwischen finanzieller, personeller und materieller Ressourcenausstattung in Schulen und der Schulleistung besteht. Das heisst, die Bereitstellung von Ressourcen allein reicht nicht aus, die Schulleistung zu steigern. Wichtiger sei der gezielte Einsatz zur Verbesserung der Lernbedingungen. Einige Studien widerlegen, dass kleinere Klassen bessere Schulleistungen generieren, andere wiederum belegen, dass kleinere Klassen in den Grundschuljahren einen nachhaltig positiven Effekt auf die Schulleistung haben würde. Dies wird mit einer besseren klasseninternen Zeitnutzung durch die Lehrpersonen sowie der aktiven Lernzeit der SuS und den Unterrichtsmethoden begründet. Die PISA-Studie zeigt auf, welche Merkmale einen leistungsfördernden Unterricht definieren: ausgeprägte Aufgabenorientierung, effiziente Klassenführung, kontinuierliche Diagnose des Lernfortschritts, klare Strukturierung des Lernstoffs, gute Zeitnutzung im Unterricht und Engagement der Lehrkraft.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Ausgangslage und allgemeine Zielsetzung: Einführung in die Thematik der Qualitätssicherung an Schulen und Darlegung der forschungsleitenden Zielsetzung.
2. Theoretischer Hintergrund: Umfassende theoretische Fundierung zu Schulleistung und deren Determinanten, unterteilt in schulische, familiäre und schülerbezogene Merkmale.
3. Methodisches Vorgehen: Beschreibung der Sekundäranalyse der Daten des Projekts D5 sowie der verwendeten Instrumente und Stichprobeneigenschaften.
4. Ergebnisse: Darstellung der statistischen Analysen, Korrelationen und multiplen Regressionen zur Bestimmung der Einflussfaktoren auf die Schulleistung.
5. Diskussion: Kritische Reflexion der Forschungsergebnisse, deren heilpädagogische Relevanz sowie ein Ausblick auf zukünftigen Forschungsbedarf.
Schlüsselwörter
Schulleistung, Determinanten, akademisches Selbstkonzept, Gewissenhaftigkeit, Lernzielorientierung, soziale Integration, heilpädagogische Förderung, Sekundäranalyse, Klassencockpit, Bildungschancen, Lernmotivation, Lehrer-Schüler-Beziehung, Pisa-Studie, Schulerfolg, Inklusion.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Masterarbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Identifizierung und Gewichtung von Einflussfaktoren, die maßgeblich für die Schulleistung von Schülerinnen und Schülern sind.
Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt?
Zentrale Themenfelder sind das akademische Selbstkonzept, die Gewissenhaftigkeit, die Lernzielorientierung und die soziale Integration der Lernenden.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, den relativen Einfluss dieser vier Faktoren auf die Schulleistung (speziell in Deutsch und Mathematik) empirisch zu ermitteln und eine Rangliste der Determinanten zu erstellen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es handelt sich um eine Sekundäranalyse von Daten des Forschungsprojekts D5 der Hochschule für Heilpädagogik, wobei Korrelations- und multiple Regressionsanalysen angewandt wurden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in einen umfassenden Theorieteil zu Bedingungsfaktoren schulischer Leistung sowie einen Ergebnisteil, der die statistische Auswertung der erhobenen Daten präsentiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Schulleistung, akademisches Selbstkonzept, Lernzielorientierung und heilpädagogische Relevanz in integrativen Settings charakterisieren.
Welcher Faktor hat laut der Analyse den stärksten Einfluss auf die Schulleistung?
Die Analyse identifiziert das akademische Selbstkonzept als den bedeutendsten Prädiktor für die Schulleistung.
Wie bewerten die Autoren die Rolle der sozialen Integration?
Obwohl die soziale Integration theoretisch wichtig erscheint, zeigen die Daten keinen signifikanten direkten Zusammenhang zur Schulleistung, was die Autoren kritisch reflektieren.
- Citation du texte
- Micha Bollag (Auteur), Ronald Gasser (Auteur), 2014, Einflussfaktoren auf die Schulleistung. Ein Ranking der Determinanten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/915199