Im Fokus dieses Praktikumsberichtes liegt die Fragestellung, welche Unterrichtsstörungen an dieser Berliner Schule häufig vorkommen, und wie man möglichst effektiv mit ihnen umgehen kann. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Analyse der Reaktion der Lehrer auf die jeweilige Unterrichtsstörung.
Den theoretischen Hintergrund für die Analyse liefert dabei das sogenannte Konzept "Trainingsraum Schule", welches den Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit geben soll, ihr Verhalten außerhalb der Klasse mit einer Aufsichtsperson zu reflektieren.
Gliederung
1. Einleitung
2. Schulporträt
3. Theoretischer Hintergrund
4. Fragestellung
5. Methode
6. Ergebnisse
7. Resümee
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieses Praktikumsberichts besteht in der systematischen Untersuchung von Unterrichtsstörungen an einer als "Brennpunktschule" eingestuften Einrichtung, um zu verstehen, in welchem Kontext diese auftreten und wie Lehrkräfte darauf reagieren. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert dabei auf die Wirksamkeit von Klassenmanagement-Strategien und den Umgang der Lehrkräfte mit störendem Verhalten im Unterricht.
- Analyse verschiedener Formen von Unterrichtsstörungen
- Untersuchung des Zusammenhangs zwischen Klassenmanagement und Unterrichtsklima
- Evaluation von Präventions- und Interventionsmaßnahmen
- Bedeutung des Kontextes (Störungsursachen und Dynamik)
- Reflexion über das eigene Lehrerbild und erzieherische Kompetenzen
Auszug aus dem Buch
3. Theoretischer Hintergrund
Neben der eigentlichen Wissensvermittlung besteht das Hauptaugenmerk der Lehrertätigkeit auch darauf als Erzieher zu wirken und eine angenehme Lernatmosphäre zu schaffen (vgl. Keller, 2011, S. 19 f.). Unterrichtstörungen wirken dem entgegen und verhindern das LuL die aktive Lernzeit maximieren können (vgl. Nolting, 2012, S. 15). Aktive Lernzeit ist der Zeitraum in dem SuS sich mit dem Unterricht aktiv auseinandersetzen und somit ein wichtiger Faktor während des Verständnisprozesses. Nach Keller werden 35% der jährlichen Unterrichtszeit durch Störungen vergeudet (vgl. Keller, 2011, S. 19). Forschungen belegen, dass es eine negative Korrelation zwischen Störungsanzahl und effektiver Unterrichtszeit gibt (vgl. Rutter, 1980, S. 145 f.). Damit Störungen vorgebeugt oder sie unterbunden werden, ist ein gutes Klassenmanagement durch den LuL nötig. Nach Kounin setzt sich es sich aus vier essentiellen Faktoren zusammen, der Allgegenwärtigkeit/Überlappung, der Flüssigkeit/Schwung, der Gruppenaktivierung/Überprüfung und der Abwechslung/Sachmotivation (vgl. Wellenreuther, 2009, S. 125 ff.). Der Faktor Allgegenwärtigkeit bezeichnet die Omnipräsenz des LuL im Klassenraum, dass er den Überblick behält und bei einer Störung den Richtigen sofort ermahnt. Wichtig dabei ist, dass es LuL schaffen simultan auf mehrere Schüler*innenbedürfnisse einzugehen, z.B. die Ermahnung nur nebensächlich durchzuführen, um nicht den zweiten Faktor Flüssigkeit zu verlieren. Hält sich die Lehrkraft zu sehr an Kleinigkeiten auf oder stört selbst durch eine ausschweifende Zurechtweisung (vgl. Fesler, 2015, S. 31) kann es sein, dass die SuS unaufmerksam werden, da es sie von ihren Aufgaben ablenkt, bzw. es zu einem Leerlauf kommt. „Generell sollte der Unterrichtende kleinere Störungen ignorieren oder nonverbal „nebenbei“ abstellen.“ (Fesler, 2015, S. 31) Hier eignen sich besonders kleine nonverbale Stoppsignale wie z.B. Mimik und Gestik, speziell das Suchen von Blickkontakt zu den betreffenden SuS, kann kleinere Störungen schon im Keim ersticken (vgl. Nolting, 2012, S. 70). Dieses nonverbale Signal kann die Lehrkraft auch beim Faktor Gruppenaktivierung nutzen, indem sie „während des Gesprächs mit Einzelnen [auch] den Blick […] auf die übrige Klasse richte[t]“ (vgl. Nolting, 2012, S. 70).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung motiviert die Auseinandersetzung mit Unterrichtsstörungen als eine der größten Herausforderungen für Lehrkräfte und erläutert die Beweggründe für die Wahl einer Brennpunktschule als Praktikumsort.
2. Schulporträt: Dieses Kapitel skizziert das Umfeld der untersuchten Integrierten Sekundarschule und beschreibt die spezifischen Herausforderungen wie Desinteresse, häufige Fehlzeiten und die Notwendigkeit von SuS-Coaches.
3. Theoretischer Hintergrund: Hier werden wissenschaftliche Konzepte zum Klassenmanagement, insbesondere die Faktoren nach Kounin und verschiedene Definitionen von Unterrichtsstörungen, theoretisch fundiert dargestellt.
4. Fragestellung: Das Kapitel präzisiert das Erkenntnisinteresse an der Untersuchung von Störungsarten, Kontextbedingungen und der Reaktion von Lehrkräften.
5. Methode: Hier wird das Beobachtungsinstrument erläutert, das in verschiedenen Kategorien wie Unterrichtsphase, Qualität der Störung und Lehrerreaktion zur Datenerfassung dient.
6. Ergebnisse: In diesem Teil werden die Beobachtungen aus dem Praktikum ausgewertet und mit der Fachliteratur verknüpft, wobei verbale und nonverbale Störungen sowie verschiedene Lehrerreaktionen analysiert werden.
7. Resümee: Dieses Kapitel bietet eine abschließende Reflexion über die gewonnenen Erkenntnisse zur Komplexität von Klassenmanagement und zum Umgang mit herausfordernden Schülerschaften.
Schlüsselwörter
Unterrichtsstörungen, Klassenmanagement, Brennpunktschule, aktive Lernzeit, Lehrerbelastung, Prävention, Intervention, Schülerverhalten, Allgegenwärtigkeit, Kommunikation, Erziehungskompetenz, Störungsprävention, Unterrichtsklima, Schulpädagogik, Hospitation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse von Unterrichtsstörungen und effektivem Klassenmanagement im Kontext eines Orientierungspraktikums an einer Brennpunktschule.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Themen sind Formen von Unterrichtsstörungen, die Rolle der Lehrkraft bei der Störungsbewältigung, die Bedeutung des Kontextes sowie die Wirksamkeit von Präventionsmaßnahmen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Das Ziel ist es, zu untersuchen, welche Arten von Störungen auftreten, wie diese im schulischen Kontext entstehen und wie Lehrkräfte darauf reagieren, um die aktive Lernzeit zu maximieren.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?
Der Autor nutzt eine teilnehmende Beobachtung, bei der Unterrichtssituationen mittels eines strukturierten Protokollbogens systematisch in Kategorien erfasst und anschließend qualitativ ausgewertet werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden theoretische Grundlagen zum Klassenmanagement dargelegt, die methodische Vorgehensweise erläutert und die konkreten Beobachtungen aus verschiedenen Unterrichtssettings analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Schlagworte sind Unterrichtsstörungen, Klassenmanagement, Brennpunktschule, Lehrerbelastung, Prävention und pädagogische Intervention.
Wie wirken sich laut Bericht "Brennpunktschulen" auf das Unterrichtsgeschehen aus?
Der Bericht zeigt, dass die Schule durch ein starkes Desinteresse der Schüler, hohe Fehlzeiten und soziale Herausforderungen geprägt ist, was die Durchführung eines regulären Unterrichts oft erschwert.
Welche Rolle spielt die "Allgegenwärtigkeit" in den beobachteten Unterrichtsstunden?
Allgegenwärtigkeit ist ein entscheidender Faktor des Klassenmanagements; dort, wo Lehrkräfte diesen Faktor verletzten, etwa durch unfaire Ermahnungen, nahm die Unruhe in der Klasse tendenziell zu.
Warum ist das Ignorieren von Störungen laut Autor oft problematisch?
Das Ignorieren kann zwar eine Strategie sein, führt aber in dem untersuchten Kontext häufig zu einer "positiven Verstärkung" durch Mitschüler oder provoziert noch stärkere Störungen, wenn Schüler versuchen, Aufmerksamkeit zu erzwingen.
Welches Fazit zieht der Autor über seine persönliche Entwicklung?
Der Autor gewinnt ein tieferes Verständnis für die Hintergründe von Störungen als Hilferufe und reflektiert respektvoll über die Herausforderungen, denen sich Lehrkräfte in schwierigen sozialen Kontexten täglich stellen.
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- Anonym (Author), 2019, Wie umgehen mit Unterrichtsstörungen? Orientierungspraktikum an einer Gemeinschaftsschule in Berlin, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/916304