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Kann Soziale Arbeit eine Menschenrechts-Profession sein?

Ethische Orientierung Sozialer Arbeit

Titel: Kann Soziale Arbeit eine Menschenrechts-Profession sein?

Seminararbeit , 2006 , 24 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Thomas Schneider (Autor:in)

Pädagogik - Wissenschaftstheorie, Anthropologie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Angesichts der Tatsache, dass beispielsweise soziale Projekte nicht mehr weiterfinanziert werden, obwohl Bedarf besteht und Einrichtungen zunehmend mit kommunalen Sparmaßnahmen konfrontiert werden oder ganz schließen müssen, stellt sich vermehrt die Frage, wohin sich die soziale Arbeit entwickeln wird und ob diese Branche Zukunft hat.
Im scharfen Kontrast dazu steht die Entwicklung, die in der Bundesrepublik seit Jahren zu verzeichnen ist und geprägt ist durch einen kontinuierlichen wirtschaftlichen Wachstum und den damit kausal zusammenhängenden Gewinnen der Konzerne. Gleichzeitig ist festzustellen, dass Vergünstigungen und Fördermittel von Seiten der Politik bereitgestellt werden, die in zunehmendem Maße den Unternehmen und immer weniger den Bedürftigen dieser Gesellschaft zugute kommen. Daneben schafft der Staat Rahmenbedingungen und Voraussetzungen, die der Entwicklung einer Zweiklassengesellschaft Vorschub leisten. Exemplarisch kann hierfür die Bildungspolitik genannt werden, die es den Ärmeren unserer Gesellschaft meist nicht gestattet, eine bestmögliche Bildung über Schule oder Studium zu erhalten. In der Konsequenz bedeutet das nicht weniger als das viel zitierte Auseinanderdriften zwischen „arm“ und „reich“. Besonders deutlich wird dieses bei den Menschen, die am meisten Unterstützung und Förderung benötigen. Bei ihnen wird bevorzugt gespart – möglicherweise deshalb, weil von ihnen mit wenigen oder mit gar keinem Widerstand zu rechnen ist.

Die vorliegende Arbeit behandelt das Sonderthema II: „Kann Soziale Arbeit eine Menschenrechts-profession sein?“ Mein Interesse für die oben genannte Fragestellung ergab sich, weil ich mich persönlich von dieser Problematik in meinem Berufsalltag, im Bereich Hilfen zur Erziehung und der Betreuung nach dem Jugendgerichtsgesetz, angesprochen fühle. In der Arbeit mit Klienten kommt es häufig zu Schwierigkeiten, wenn diese ihre Rechte, beispielsweise beim Einfordern ihrer ihnen zustehenden Leistungsbezüge, wahrnehmen wollen, diese aber nicht durchsetzen können und zu Unrecht abgewiesen werden. Erfahrungsgemäß kann in der Praxis festgestellt werden, dass sozial benachteiligten Menschen die ihnen zustehende Anerkennung nur in einem geringerem Maße entgegengebracht wird und sie zudem von Mitarbeitern in Behörden und Ämtern von „oben herab“ behandelt werden. ...

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Begriffliche Überlegungen

1.1 Soziale Arbeit

1.2 Menschenrechte

2. Menschenrechtsprofession

2.1 Analyse der Konzeption von Silvia Staub-Bernasconi unter Einbeziehung einschlägiger Ethik- Papiere der Berufsverbände

3. Stärken und Schwächen der Menschenrechtsprofession mit Blick auf eigene Berufsauffassung- und erfahrung

4. Soziale Arbeit als Kampf um Menschenrechte

5. Schlussbemerkung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Frage, ob Soziale Arbeit als Menschenrechtsprofession verstanden werden kann. Dabei wird die Konzeption von Silvia Staub-Bernasconi analysiert, um den theoretischen Zusammenhang zwischen der Profession und dem Kampf um Menschenrechte zu begründen, wobei die praktische Umsetzbarkeit vor dem Hintergrund aktueller gesellschaftlicher Bedingungen kritisch reflektiert wird.

  • Grundlagen der Sozialen Arbeit und der Menschenrechte
  • Analyse der Theorie der Menschenrechtsprofession nach Staub-Bernasconi
  • Mehr-Ebenenansatz und die Rolle der Kriterien- und Öffentlichkeitsarbeit
  • Stärken und Schwächen des Modells in der beruflichen Praxis
  • Soziale Arbeit als politischer Akteur im Kampf um soziale Gerechtigkeit

Auszug aus dem Buch

1.1 Soziale Arbeit

Die Autoren Ingrid Mielenz und Dieter Kreft beschreiben in ihrem Standardwerk „Wörterbuch Soziale Arbeit“ den Begriff „Soziale Arbeit“ wie folgt: „Es gibt keine Eindeutigkeit über die Arbeitsfelder, die zur Sozialen Arbeit gehören, es gibt kein verbindliches Grundmuster des Handelns, es fehlt überdies bislang ein prägendes theoretisches Konzept.“1 Diese Formulierung unterstreicht, dass die Frage nach der Definition von sozialer Arbeit zunächst schwerlich zu beantworten ist. Silvia Staub-Bernasconi betont in diesem Zusammenhang „[...] den fachlichen Auftrag einer Sozialen Arbeit als (eine) Menschenrechtsprofession, die die Verletzung von Menschenrechten lokal, national und global erkennen und benennen soll und sich als wert- und bedürfnisorientierte Disziplin und Profession an der Minimierung von Menschenrechtsverletzungen beteiligen soll.“2

Die genannten stark voneinander abweichenden Herangehensweisen, eine allgemeingültige Definition sozialer Arbeit zu formulieren, machen deutlich, wie schwierig es ist, alle bedeutsamen Faktoren zu berücksichtigen und zu vereinen. Verdeutlicht werden kann dies am Beispiel der Betrachtung der vielen unterschiedlichen Berufs- und Interessengruppen der sozialen Arbeit mit ihrem jeweiligen geschichtlichen Hintergrund. Daneben sind die verschiedenen Werte und Machtverhältnisse, auf denen die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen aufbauen, zu berücksichtigen und die verschiedenen Ziele und Absichten, die der jeweiligen professionellen Handlung bzw. Haltung zu Grunde liegen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Begriffliche Überlegungen: Einführung in die Definitionsvielfalt der Sozialen Arbeit und theoretische Verortung der Menschenrechte als universelle Grundrechte.

2. Menschenrechtsprofession: Detaillierte Darstellung des systemisch-prozessualen Konzepts nach Staub-Bernasconi und deren Einbettung in ethische Leitlinien internationaler Verbände.

3. Stärken und Schwächen der Menschenrechtsprofession mit Blick auf eigene Berufsauffassung- und erfahrung: Kritische Gegenüberstellung des theoretischen Modells mit den realen Bedingungen und Hemmnissen in der täglichen Praxis der Hilfen zur Erziehung.

4. Soziale Arbeit als Kampf um Menschenrechte: Erörterung der notwendigen organisatorischen Weiterentwicklungen der Sozialen Arbeit, um effektive Kriterien- und Öffentlichkeitsarbeit leisten zu können.

5. Schlussbemerkung: Zusammenfassende Einschätzung, dass die Menschenrechtsprofession zukünftig aufgrund gesellschaftlicher Verschlechterungen zwingend an Bedeutung gewinnen muss, um soziale Teilhabe zu sichern.

Schlüsselwörter

Soziale Arbeit, Menschenrechtsprofession, Silvia Staub-Bernasconi, Menschenrechte, Soziale Probleme, Menschenwürde, Machtstrukturen, Kriterienarbeit, Öffentlichkeitsarbeit, soziale Gerechtigkeit, Bedürfnisorientierung, Profession, Sozialpolitik, Hilfen zur Erziehung, soziale Sicherungssysteme

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, inwieweit die Soziale Arbeit als eine Profession definiert werden kann, die sich explizit den Menschenrechten verpflichtet fühlt und diese in ihr praktisches Handeln integriert.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zentrale Themen sind die theoretische Begründung der Menschenrechtsprofession, die Analyse sozialer Probleme als Menschenrechtsprobleme sowie die Herausforderungen der Umsetzung dieses Modells in der Praxis der Jugendhilfe.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage lautet: „Kann Soziale Arbeit eine Menschenrechts-Profession sein?“ Ziel ist es, die Erfolgsaussichten und Bedingungen dieses Ansatzes kritisch zu bewerten.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Der Autor stützt sich auf eine theoretische Analyse der Fachliteratur (insb. Staub-Bernasconi) sowie die Verknüpfung dieser Konzepte mit eigenen, reflektierten Praxiserfahrungen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil behandelt die theoretischen Grundlagen der Menschenrechtsprofession, differenziert zwischen verschiedenen Arten sozialer Probleme und diskutiert die methodische Umsetzung der Kriterien- und Öffentlichkeitsarbeit.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich primär über die Begriffe „Menschenrechtsprofession“, „Soziale Arbeit“ und „Staub-Bernasconi“ sowie durch den Fokus auf „soziale Gerechtigkeit“ und „Machtstrukturen“ definieren.

Wie bewertet der Autor die Rolle des Staates?

Der Autor sieht den Staat als ambivalente Größe: Einerseits ist er notwendiger Rahmengeber, andererseits agiert er oft als „begrenzende Machtstruktur“, die unter fiskalischem Druck soziale Rechte einschränkt.

Welche Rolle spielt die Öffentlichkeitsarbeit in diesem Modell?

Öffentlichkeitsarbeit ist nach dem vorgestellten Modell ein zentrales Instrument, um individuelle Nöte von Klienten zu politischen Themen zu machen und somit systemische Missstände aufzudecken.

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Kann Soziale Arbeit eine Menschenrechts-Profession sein?
Untertitel
Ethische Orientierung Sozialer Arbeit
Hochschule
Ev. Hochschule für Soziale Arbeit & Diakonie Hamburg  (Institut des Rauhen Hauses für Soziale Praxis)
Note
1,7
Autor
Thomas Schneider (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2006
Seiten
24
Katalognummer
V91961
ISBN (eBook)
9783638053310
ISBN (Buch)
9783640115211
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kann Soziale Arbeit Menschenrechts-Profession
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Thomas Schneider (Autor:in), 2006, Kann Soziale Arbeit eine Menschenrechts-Profession sein?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/91961
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Leseprobe aus  24  Seiten
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