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Vom Fremden zum Feind. Eine kultur- und sozialanthropologische Auseinandersetzung mit der Entstehung, Konstruktion und Funktion von Fremd- und Feindbildern

Title: Vom Fremden zum Feind. Eine kultur- und sozialanthropologische Auseinandersetzung mit der Entstehung, Konstruktion und Funktion von Fremd- und Feindbildern

Term Paper (Advanced seminar) , 2012 , 48 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Julia Dubsek (Author)

Pedagogy - Theory of Science, Anthropology
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Woher kommt Feindseligkeit gegen vermeintlich "Fremde"? Wer sind überhaupt die "Fremden" und wie wird ein Fremder zu einem Feind? Mit diesen Kernfragen befasst sich der Autor in der folgenden Arbeit.

Feindliche Haltungen und Einstellungen gegenüber Fremden und Zuwanderern nehmen in den vergangenen Jahren in Europa immer mehr zu. Fremdenfeindlichkeit ist in vielen Ländern ein präsentes Phänomen, das an Stärke und Intensivierung gewonnen hat. Besonders in der politischen Landschaft ist ein negativer Trend zu verzeichnen. Immer mehr rechte populistische Parteien finden Zuspruch innerhalb der Wählerkreise, sie schaffen ein Bild des Feindes, vor dem man die eigene Bevölkerung schützen muss. Der Slogan "Out of my country" der erst kürzlich von der rechtsgerichteten griechischen Partei der "Goldenen Morgenröte" verwendet wurde, ist längst zu einer populären Denkrichtung geworden, die sich gegen Fremde, "AusländerInnen"und MigrantInnen richtet, die man nicht im eigenen Land haben will.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Fremde – Annäherung an ein Phänomen

2.1. Der, die, das Fremde

2.2. Merkmale des Fremden

2.3. Modi des Fremderlebens

2.3.1. Fremdheit als Resonanzboden des Eigenen

2.3.2. Fremdheit als Gegenbild

2.3.3. Fremdheit als Ergänzung

2.3.4. Fremdheit als Komplementarität

3. Das Eigene und das Fremde

3.1. Das Fremde und Eigene als Konstruktion

3.2. Konzepte von Zugehörigkeit und Identität

3.2.1. Nation, Staat, nationale Identität

3.2.3. Ethnien, Ethnizität, ethnische Zugehörigkeit

3.2.4. Kultur

3.3 Wir Gruppenbildung

3.4. „Wir ÖsterreicherInnen“ – wer sind „WIR“?

3.4.1. Österreich von der Habsburgermonarchie bis Heute

3.4.2. „Die Österreichische Identität“

3.5. Ein erstes Fazit

4. „Feinde schaffen“

4.1. Feindliche Mechanismen – einige Begriffsdefinitionen

4.1.1. Stereotype und Vorurteile

4.1.2. Diskriminierung, Fremdenfeindlichkeit und Rassismus

4.2. Konstruktion von Feindbildern

4.2.1. Feindbilder und deren Funktion

4.2.2. Entstehung von Feindbildern

4.3. Feindbilder und die Rolle von Medien und Politik

4.3.1. Medien und Sprache

4.3.2. Politik

5. Feindbild Zuwanderer

5.1. Migration in Österreich

5.1.1 Begriffsdefinition

5.1.2. Migrationspolitik

5.2. Feindliche Einstellungen und Vorurteile gegenüber Zuwanderern

6. Schlussfolgerungen

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht kultur- und sozialanthropologisch, wie aus dem Phänomen des "Fremden" durch soziale Konstruktionsprozesse ein "Feindbild" entsteht. Ziel ist es, die Mechanismen der Identitätsbildung, Ausgrenzung und die Rolle von Medien sowie Politik bei der Entstehung von Feindseligkeiten gegenüber Zuwanderern aufzudecken.

  • Phänomenologie des Fremden und des Eigenen
  • Mechanismen der Gruppenbildung und Identitätskonstruktion
  • Funktion und Entstehung von Feindbildern
  • Rolle von Medien und Politik bei der Stigmatisierung
  • Migrationsgeschichte und Feindbildkonstruktionen in Österreich

Auszug aus dem Buch

4.2.1. Feindbilder und deren Funktion

Der Begriff des Feindbildes begegnet uns in der alltäglichen Sprache immer wieder. Feindbilder kennzeichnen feindselige Einstellungen und Haltungen, gegenüber Anderen, die auf Vorurteilen und Stereotypen beruhen. Diese können von Person zu Person sehr stark variieren, deshalb ist es besonders schwierig eine einheitliche Definition des Begriffs zu finden.

Das wesentliche an dem Begriff ist die Komponente des Bildes, was Imagination und Konstruktion impliziert. Hinter dem Bild steht immer ein Akteur, der das Bild geschaffen hat, es zeigt dessen Anschauung, Vorstellung und Haltung (vgl. Seyfarth 2006: 5). Anton Pelinka schreibt dazu: „Fest verankerte Feindbilder sagen nichts über die zu ´Feinden´ gemachten anderen, sondern alles über diejenigen, die diese Bilder entwickeln und pflegen“ (Pelinka 2008: 4).

Feindbilder sind bipolar, sie teilen die Welt in gut und böse, Freund und Feind. Dabei werden die Feinde entindividualisiert, homogenisiert und kollektiviert. Sie dienen als Gegenbild zum Eigenen und stützen dabei die eigene Identität.

Wie bereits in früheren Kapiteln angeschnitten wurde, wird durch die Abgrenzung zum Anderen Wir-Stärke und Identität entwickelt und gefestigt. Durch die Differenz wird das Eigene geschaffen. „Erst wenn wir wissen, wer wir nicht sind, wissen wir, wer wir sind“ (Pelinka 2008: 3). Feindbilder haben somit eine identitätsstiftende Funktion. Laut Pelinka sind sie ein besonderes Zeichen für mangelnde Identität und Wir-Schwäche (vgl. Pelinka 2008: 4).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Zunahme von Fremdenfeindlichkeit in Europa ein und umreißt die Forschungsfrage nach der Konstruktion des Fremden zum Feind.

2. Das Fremde – Annäherung an ein Phänomen: Dieses Kapitel definiert Fremdheit als relationales Beziehungsverhältnis und untersucht verschiedene Deutungsmuster des Fremderlebens.

3. Das Eigene und das Fremde: Hier wird analysiert, wie Identität durch die Abgrenzung zum Fremden konstruiert wird, illustriert am Beispiel der Identitätsentwicklung in Österreich.

4. „Feinde schaffen“: Das Kapitel erläutert Mechanismen wie Vorurteile, Diskriminierung und Rassismus und beschreibt die Funktion von Feindbildern als Instrumente der Identitätsstiftung.

5. Feindbild Zuwanderer: Diese Analyse wendet die theoretischen Erkenntnisse auf Migration in Österreich an und zeigt, wie Zuwanderer medial und politisch zum Feindbild stilisiert werden.

6. Schlussfolgerungen: Die Autorin resümiert, dass Feindbilder wandelbar sind und Bildung sowie eine konstruktive politische Debatte essenziell für den Abbau von Fremdenfeindlichkeit sind.

Schlüsselwörter

Fremdenfeindlichkeit, Feindbild, Identität, Zuwanderung, Migration, Gruppenbildung, Konstruktivismus, Vorurteile, Diskriminierung, Rassismus, Österreich, Medienanalyse, Politische Diskurse, Sozialanthropologie, Wir-Gefühl.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie das Phänomen des "Fremden" in der Wahrnehmung zu einem "Feindbild" transformiert wird und welche sozialen, psychologischen und politischen Faktoren dabei eine Rolle spielen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die Arbeit verknüpft kultur- und sozialanthropologische Theorien mit aktuellen gesellschaftspolitischen Debatten, insbesondere zu den Themen Migration, Identitätskonstruktion, Rassismus und den medialen Einflüssen auf die öffentliche Meinung.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die zentrale Frage lautet: Woher kommt die Feindseligkeit gegen vermeintlich "Fremde", wer sind diese "Fremden" und durch welche Mechanismen wird ein Fremder zum Feind konstruiert?

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?

Es handelt sich um eine kultur- und sozialanthropologische Auseinandersetzung, die auf einer umfassenden Literaturanalyse und der Anwendung sozialwissenschaftlicher Konzepte basiert, um Prozesse der Fremd- und Feindbildkonstruktion zu dekonstruieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Grundlegung zum Phänomen des Fremden, eine Analyse der Konstruktion von Identität am Beispiel Österreichs sowie eine Untersuchung der Entstehung von Feindbildern unter Einbeziehung von Medien und Politik.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Fremdenfeindlichkeit, Feindbild, Identität, Migration, Konstruktivismus sowie die Rolle von Stereotypen und Vorurteilen im medialen und politischen Diskurs.

Welche Rolle spielen die Medien bei der Entstehung von Feindbildern?

Medien dienen laut der Autorin als mächtige Akteure, die durch spezifische Strategien – wie etwa das Abschieben von Schuld, Angst-Appelle und Schwarz-Weiß-Malerei – ein homogenes "Wir-Gefühl" erzeugen und Zuwanderer als Bedrohung markieren.

Inwiefern beeinflusst das Selbstverständnis einer Nation die Entstehung von Feindbildern?

Die Autorin argumentiert, dass eine schwach ausgebildete oder unsichere nationale Identität dazu führen kann, dass Gruppen ein äußeres Feindbild suchen, um die eigene Identität durch Abgrenzung zu stabilisieren.

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Details

Title
Vom Fremden zum Feind. Eine kultur- und sozialanthropologische Auseinandersetzung mit der Entstehung, Konstruktion und Funktion von Fremd- und Feindbildern
College
University of Vienna  (Kultur- und Sozialanthropologie)
Grade
1,0
Author
Julia Dubsek (Author)
Publication Year
2012
Pages
48
Catalog Number
V920171
ISBN (eBook)
9783346240491
ISBN (Book)
9783346240507
Language
German
Tags
fremden feind eine auseinandersetzung entstehung konstruktion funktion fremd- feindbildern
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Julia Dubsek (Author), 2012, Vom Fremden zum Feind. Eine kultur- und sozialanthropologische Auseinandersetzung mit der Entstehung, Konstruktion und Funktion von Fremd- und Feindbildern, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/920171
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