Diese Hausarbeit befasst sich mit dem Ausbau und der Entwicklung von Onlineberatungsangeboten im Kontext der Erziehungsberatung.
Es wird geprüft, ob das klassische Verständnis und die Rahmenbedingungen der Erziehungsberatung vereinbar mit online Angeboten sind. Es werden die möglichen Chancen herausgearbeitet, die Onlineangebote potentiellen Adressaten der Erziehungsberatung bieten können. Jedoch wird auch auf die möglichen Risiken hingewiesen, die sich hinter computergestützten Angeboten verbergen könnten.
Dazu soll zunächst die historische Entwicklung der Erziehungsberatung skizziert werden, um anschließend die aktuellen Rahmenbedingungen zu erläutern. Anschließend werden die Grundorientierungen der Erziehungsberatung (EB) verdichtet dargestellt. Um eine umfangreiches Gesamtbild der EB zu skizzieren, werden abschließend die Klienten der EB näher ins Blickfeld gerückt. Hierbei werden zentrale Adressatengruppen und ihre Sichtweisen auf EB vorgestellt.
Im zweiten Teil werden die Arbeitsweise und die Grundorientierung der Onlineberatung dargestellt, um anschließend zu analysieren, in wie weit sie sich in die zuvor skizzierte Landschaft der klassischen EB integrieren lässt und neue Chancen bietet.
Erziehungsberatung ist ein fester Bestandteil der Jungendhilfeleistungslandschaft und hat sich in den letzten Jahren durch gesetzliche Bestimmungen und gesellschaftliche Rahmenbedingungen immer wieder angepasst und verändert. Erstmals wurde EB 1992 mit dem Erlass des Reichwohlfahrtgesetztes gesetzlich geregelt und institutionalisiert. Das Gründungsdatum der EB lässt sich jedoch auf das Jahr 1903 mit der Eröffnung einer Heilpädagogischen Beratungsstelle von Kriminalpsychiater W. Cimbal festschreiben. Diese wurde zunächst als Besserungsanstalt für delinquente Jugendliche installiert. Zu dieser Zeit waren Schule und Familie zentrale Orte für die Erziehung. Beratungsstellen dienten dazu Kinder und Jugendliche "zu sichten" und durch Untersuchungen Auffälligkeiten und Störungsformen festzustellen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Erziehungsberatung (EB)
2.1 Historische Entwicklung der EB
2.2 Gesetzliche Rahmenbedingungen
2.3 Allgemeine Prinzipien und Grundorientierungen der Erziehungsberatung
2.4 Klientel der EB
2.5 EB aus der Innenperspektive
3. Online Beratung
3.1 Entstehung und zentrale Merkmale der online Beratung
3.2 Formen der online Beratung
3.2.1 E-mail Beratung
3.2.2 Internet Foren
3.2.3 Chats
3.3 Akteure der online Beratung
3.3.1 Der/ die KlientIn
3.3.2 Der/die (online) BeraterIn
3.4 Kommunikation in der online Beratung
3.5 Nachteile der online Beratung
3.6 Vorteile der online Beratung
4. Chancen und Grenzen der online Beratung innerhalb der EB
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht den Ausbau und die Weiterentwicklung von Onlineberatungsangeboten im Kontext der klassischen Erziehungsberatung. Das primäre Ziel ist es, die Vereinbarkeit dieser digitalen Formen mit dem traditionellen Verständnis sowie den Rahmenbedingungen der Erziehungsberatung zu prüfen und dabei sowohl die Chancen als auch die Risiken dieser computergestützten Angebote kritisch herauszuarbeiten.
- Historische und rechtliche Grundlagen der Erziehungsberatung
- Strukturen und Arbeitsweisen der klassischen Beratung
- Formen und Akteure der digitalen Onlineberatung
- Vergleich der Kommunikationsmuster und Herausforderungen
- Einschätzung des ergänzenden Charakters von Onlineberatung
Auszug aus dem Buch
3.1 Entstehung und zentrale Merkmale der online Beratung
Das Internet stellt für viele Menschen in der heutigen Gesellschaft ein Hauptreferenzmedium dar. Es bietet Informationen und Interaktionen zu jeder Tages- und Nachtzeit, und das ortsunabhängig. Es müssen keine Distanzen mehr überwunden werden, und durch neuste Technik werden Informationen sehr schnell übertragen. Viele Menschen haben sich an diesen technischen Fortschritt gewöhnt und erwarten daher auch Informationen im Bereich der Erziehungsberatung online (Hintenberger 2011, S.13). Das Internet als Alltagsmedium setzte somit viele Institutionen unter Druck auch dort Angebote zu installieren (ebd. S.7). Darüber hinaus führt auch die zunehmende Pluralität der Lebensentwürfe zu einer immer größeren Anfrage der online Beratung. Viele Menschen sind zeitlich sehr eingeschränkt und können die gängigen Öffnungszeiten der konventionellen Erziehungsberatungsstellen oft nur schwer aufsuchen.
Ein weiterer Grund könnte eine räumliche Distanz sein, die das Aufsuchen der Beratungsstellen vor Ort erschwert, wenn diese zum Beispiel nicht leicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln anzufahren sind (ebd. S.15). Auch das Erschließen von neuen (vor allem jüngeren) Personengruppen führte zum Ausbau des online Beratungsangebots. Beratungseinrichtungen erhoffen sich dadurch ihr Angebotsspektrum zu modernisieren und inhaltlich zu öffnen (Engel 2008, S.141). Dies sind die zentralen Aspekte auf die sich die massive Ausbreitung der online Angebote zurückführen lassen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Relevanz der Erziehungsberatung innerhalb der Jugendhilfe ein und erläutert die Zielsetzung, Onlineberatung als komplementäres Angebot zu klassischer Beratung zu evaluieren.
2. Die Erziehungsberatung (EB): Dieses Kapitel beleuchtet die historische Entwicklung, die gesetzlichen Rahmenbedingungen, die professionellen Grundorientierungen und das Klientel der klassischen Erziehungsberatung.
3. Online Beratung: Hier werden die Formen, die verschiedenen Akteure, Kommunikationsbesonderheiten sowie die spezifischen Vor- und Nachteile von Onlineberatungsverfahren detailliert analysiert.
4. Chancen und Grenzen der online Beratung innerhalb der EB: Das abschließende Kapitel führt die Erkenntnisse zusammen und bewertet die Möglichkeiten, aber auch die Limitationen bei der Integration von Onlineberatung in die bestehende Erziehungsberatungslandschaft.
Schlüsselwörter
Erziehungsberatung, Onlineberatung, Jugendhilfe, Beratungssetting, Kommunikation, Digitalisierung, Datenschutz, Klientenorientierung, Psychosoziale Beratung, E-Mail-Beratung, Chat-Beratung, Internetforen, Beratungsqualität, Niedrigschwelligkeit, Medienkompetenz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Möglichkeiten und Herausforderungen, die sich bei der Erweiterung klassischer Erziehungsberatung um digitale Online-Angebote ergeben.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die historische Einbettung der Jugendhilfe, rechtliche Rahmenbedingungen, die Spezifika der digitalen Kommunikation sowie die Evaluation von Online-Beratungsformen wie E-Mail oder Chat.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Hauptziel ist es zu prüfen, inwieweit Onlineberatung mit den etablierten Standards der Erziehungsberatung harmoniert und wo Grenzen in der praktischen Umsetzung liegen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Aufarbeitung und Analyse fachwissenschaftlicher Literatur zu den Themen Erziehungsberatung und Onlineberatung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der klassischen Beratungsstrukturen, die Analyse der digitalen Beratungsformen und die anschließende kritische Gegenüberstellung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Erziehungsberatung, Onlineberatung, Klientenorientierung, digitale Kommunikation und der ergänzende Charakter der Online-Angebote.
Welche Rolle spielt der Datenschutz in der Onlineberatung laut der Autorin?
Der Datenschutz wird als zentrale Hürde identifiziert, da das Internet keinen absolut sicheren Raum bietet und der Austausch vertraulicher Daten für Hilfepläne erschwert wird.
Warum kann Onlineberatung die klassische EB nicht ersetzen?
Die Autorin argumentiert, dass die intensive direkte Interaktion und die tiefgehende Beziehungsarbeit der klassischen Beratung durch mediale Kanalreduktion im Internet nicht in vollem Umfang repliziert werden kann.
- Quote paper
- Stephanie Kaczmarczyk (Author), 2013, Onlineberatung. Chancen und Risiken im Rahmen der Erziehungsberatung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/920241