Public Health, Gesundheitsökonomie und Gesundheitsreformen


Seminararbeit, 2008
33 Seiten, Note: 1

Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

1. EINLEITUNG

2. PUBLIC HEALTH
2.1 Begriffsklärung
2.2 Geschichte
2.3 Ziele und Aufgaben
2.4 Dimensionen
2.5 Public Health Programme

3. GESUNDHEITSÖKONOMIE
3.1 Begriffsklärung und Voraussetzungen
3.2 Gründe für Gesundheitsökonomie
3.3 Ansätze gesundheitsökonomischer Analysen
3.4 Nutzen aus der Gesundheitsökonomie
3.4 Praxis

4. GESUNDHEITSREFORMEN
4.1 Begriffsklärung
4.2 Ursachen
4.3 Beispiele

5. ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK

LITERATURVERZEICHNIS

ABBILDUNGSVERZEICHNIG

Abbildung 1: Dimensionen einer Public Health – Perspektive

Abbildung 2: Ergebnisorientierung

Abbildung 3: Gründe für die Kostenexplosion

TABELLENVERZEICHNIS

Tabelle 1: Ökonomische Verfahren in der Finanzwissenschaft

1. EINLEITUNG

Die Tatsache, dass sich das staatliche Gesundheitswesen (nicht nur in Österreich, sondern in ganz Europa und vielen anderen Teilen der Welt) aufgrund von Engpässen bzw. Problemen verschiedenster Art und Herkunft in einer äußerst prekären Lage befindet, muss an dieser Stelle nicht näher erläutert werden - jeder Einzelne wird ja schließlich nahezu tagtäglich mit diversen „Negativschlagzeilen“ zur Lage des Gesundheitssystems konfrontiert. Bei kritischer Betrachtung wird es unter anderem angesichts der Bevölkerungsentwicklung der letzten Jahrzehnte wohl auch niemanden geben, der die negativen Auswirkungen dieser „gefährlichen“ demographischen Entwicklung aus rein objektiver Sicht verneinen würde.

Man führe sich als plakatives Beispiel die Situation von Österreichischen Krankenhäusern vor Augen. Jeder, der in den letzten Jahren ein Krankenhaus aufsuchen musste, wird festgestellt haben, wie „zugespitzt“ die Lage in vielen Fällen ist. Sei es die Knappheit der finanziellen Ressourcen, die Erschöpfung beziehungsweise Überarbeitung der Angestellten (aufgrund von Einsparungspotentialen), oder die zum Teil sehr langen Wartezeiten für eine Operation, alles Umstände die viele Patienten leider am eigenen Leibe erfahren müssen.

Wie man daher sehr schnell erkennt, handelt es sich im Falle des Gesundheitswesens um ein sehr brisantes sowie aktuelles Thema, mit dem sich die vorliegende Arbeit auf den nun folgenden Seiten beschäftigt.

Konkret setzen wir uns mit den Bereichen Public Health, Gesundheitsökonomie und Gesundheitsreformen (kritisch) auseinander. Dem Leser soll dabei ein Einblick/Überblick über die wesentlichen beziehungsweise grundlegenden Theorien und Annahmen gewährt werden.

Den inhaltlichen Aufbau betreffend werden die genannten drei Bereiche zu Beginn im Sinne einer Begriffsklärung kurz definiert um ein Grundverständnis zu vermitteln. Mit diesem „Rüstzeug“ ausgestattet, wird der Leser im Folgenden näher mit den einzelnen Themen vertraut gemacht werden, das heißt es wird auf die jeweiligen Ziele und Aufgaben aufmerksam gemacht sowie auf aktuelle Herausforderungen, Probleme und Praxisbeispiele hingewiesen. Letztere sollen zur Veranschaulichung der erarbeiteten Theorie dienen.

Des Weiteren werden Gründe für die Notwendigkeit der jeweiligen Disziplinen angeführt und geschichtliche Hintergründe, unterschiedliche Ansätze sowie der Nutzen verschiedener Konzepte präsentiert.

2. PUBLIC HEALTH

Um auf verschiedene Bereiche der Thematik Public Health näher eingehen zu können ist es vorab notwendig den Begriff zu Zwecken des Grundverständnisses, beziehungsweise eines „Grobüberblicks“ wie folgt zu definieren.

2.1 Begriffsklärung

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hält auf ihrer Homepage fest, dass der Begriff Public Health durch folgende Ziele beziehungsweise Bereiche charakterisiert werden kann:

„The goal of public health services is first and foremost to protect and promote the health of the public, across three essential domains:

- health protection
- disease prevention
- health promotion “[1]

Das Meyers Lexikon hingegen versteht unter der Bezeichnung Public Health die „Wissenschaft von der Gesamtheit der Probleme und Maßnahmen, die die Gesundheit und Krankheit einer Bevölkerung betreffen, einschließlich aller präventiven, kurativen und rehabilitativen Leistungen mit theoretischer und anwendungsbezogener Herangehensweise im Spannungsfeld zwischen fachlichen Erkenntnissen und politischer Realität.“[2]

Wie anhand der beiden obigen Definitionen bereits ersichtlich wird handelt es sich im Falle von Public Health daher um eine Disziplin, welche sich nicht nur mit dem gesundheitlichen Wohl eines einzelnen Individuums, sondern der gesamten Population eines Landes auseinandersetzt.

Des Weiteren geht aus den bisherigen Begriffsklärungen auch hervor, dass das „Einsatzgebiet“ von Public Health sich nicht nur auf den akuten Krankheitsfall beschränkt, sondern auch präventive Maßnahmen hinsichtlich Gesundheit und Krankheit einer Bevölkerung in seiner Betrachtungsweise berücksichtigt.

Bei näherer Auseinandersetzung mit der Thematik stellt man jedoch fest, dass der Begriff Public Health wie folgt eine weitere Unterscheidung zulässt:

Old Public Health ist dadurch gekennzeichnet, dass es seinen Schwerpunkt auf die Verhütung von Krankheiten legt und die Medizin in den Mittelpunkt des Interesses rückt.[3] New Public Health hingegen zeichnet sich dadurch aus, dass es alle relevanten Bereiche die mit Gesundheit zu tun haben betrachtet und somit interdisziplinär agiert.

Public Health kann daher folglich nicht als eine allein stehende Disziplin betrachtet werden, sondern zeigt sich in der Praxis in Form einer interdisziplinären Herangehensweise, bei der eine Vielzahl von Berufsgruppen wie beispielsweise Ärzte, Naturwissenschafter, Psychologen, Philosophen, Juristen, Gesundheitsökonomen, sowie Vertreter aus den Disziplinen Epidemiologie, Genetik, Politikwissenschaften, Pflegewissenschaften, Sozialpharmakologie, Informatik, Statistik, Biometrie und noch anderer Bereiche beteiligt sind.[4][5]

Wie bereits in der zweiten Begriffsklärung erwähnt kann es zu einem Spannungsfeld zwischen der politischen Realität auf der einen Seite und den fachlichen Erkenntnissen auf der anderen Seite kommen.

Auf diese Problematik weist auch Gerhard Polak hin indem er festhält, dass der Bereich Public Health in letzter Zeit zwar zunehmend an Interesse und Bedeutung gewonnen hat, jedoch nach wie vor viele Missverständnisse und fehlendes Wissen auf diesem Gebiet vorhanden sind.[6] Dieses fehlende Wissen beziehungsweise diese Missverständnisse wiederum können unter anderem zu einer ablehnenden Haltung seitens der im Gesundheitswesen tätigen Personen und politischen Entscheidungsträgern führen.

Obige Aussage von Gerhard Polak erlaubt daher die Annahme, dass die gegenwärtige Situation des Gesundheitswesens (mit all seinen Akteuren) sowohl in Österreich als auch in Europa beziehungsweise dem Rest der Welt nicht frei von Komplikationen, Problemen, und Ähnlichem ist, doch um die Gegenwart besser verstehen zu können (ohne voreilige Schlüsse zu ziehen) ist es häufig sinnvoll sich zuerst mit der Vergangenheit zu befassen bzw. von dieser zu lernen. Aus diesem Grund beschäftigt sich der nächste Punkt wie folgt mit der Geschichte von Public Health.

2.2 Geschichte

Die Tatsache, dass manche Staaten schon vor relativ langer Zeit in anderen Ländern im Bereich des Gesundheitswesens (im Sinne von Erbringung medizinischer Leistung) tätig wurden, lag nicht etwa an einer „karitativen Veranlagung“, sondern repräsentierte in den meisten Fällen einen Bereich des Imperialismus und diente vorerst dem Schutz von europäischen Siedlern vor diversen Krankheiten.[7]

Auch Missionare der katholischen Kirche, welche bereits in frühen Zeiten Spitäler errichteten taten dies nicht nur aus bloßer Nächstenliebe, sondern verfolgten dabei den strategischen Gedanken dass ihnen diese medizinischen Einrichtungen zur Verbreitung der Religion und Bekehrung zum Christentum dienlich sind.

Im Jahre 1851 kam es schließlich zur ersten wenn auch erfolglosen Kooperation mehrerer europäischer Staaten (1. International Sanitary Conference) im Hinblick auf den Bereich der Gesundheit (Quarantänebestimmungen) und erst ca. 40 Jahre später, im Jahr 1982 (7. International Sanitary Conference) konnte man sich schließlich einigen.

In diesem Zeitraum (1863) wurde auch das regierungsunabhängige internationale Komitee vom Roten Kreuz (Sitz in Schweiz) sowie kurz darauf weitere Rot-Kreuz-Gesellschaften auf nationaler Ebene gegründet und im Jahre 1919 in die internationale Liga der Rot-Kreuz-Gesellschaften „um-entwickelt“.

Es folgte im Jahr 1907 in Paris die Entwicklung des so genannten „Office International d´Hygiene Publique“.

Im Zeitraum zwischen dem ersten und zweiten Weltkrieg bildeten sich drei international tätige „Gesundheitsorganisationen“ (Völkerbund, Gesundheitsorganisation der Liga der Nationen, Pan-American Sanitary Bureau), von denen zwei Organisationen (Völkerbund, Gesundheitsorganisation der Liga der Nationen) im Jahre 1939 „von der Landkarte verschwanden“.

Nach dem zweiten Weltkrieg im Jahre 1948 wurde schließlich die (noch heute existierende) Weltgesundheitsorganisation (WHO) mit dem Hauptsitz in Genf gegründet. Zusammen mit UNICEF veranstaltete die WHO im Jahre 1978 eine Konferenz, die sich mit der Thematik der primären medizinischen Versorgung beschäftigte und als Ziel „Health for All by the Year 2000[8]“ formulierte, welches durch die im Rahmen der Konferenz entwickelten Strategien (Impfungen, gesunde Ernährung, Hygiene, etc.) umgesetzt werden hätte sollen. Auch wurde bei der erwähnten Konferenz von den Teilnehmerstaaten festgehalten, dass es die Regierungen sind, welche für die Gesundheit der gesamten Bevölkerung verantwortlich sind, die nur durch entsprechende Maßnahmen im Sozial- und Gesundheitsbereich erreicht werden kann.

Wie die Geschichte gezeigt hat (beziehungsweise wie seitens der Regierungen festgehalten wurde) wird ersichtlich, dass das weit umfassende Thema Gesundheit folglich nicht nur die Einzelpersonen betrifft, sondern vielmehr im Interesse und Verantwortungsbereich des Staates liegt bzw. liegen sollte. Der nun folgende Punkt wird daher der Fragestellung nachgehen welche Bereiche, Ziele und Aufgaben generell in diesen Verantwortungsbereich von Public Health fallen können/sollen.

2.3 Ziele und Aufgaben

Bei näherer Betrachtung der Ziele und Aufgaben von Public Health entstehen zwangsläufig auch gleichzeitig die wie folgt wichtigsten aktuellen beziehungsweise zentralen Public Health Fragestellungen sowie Herausforderungen:

- In welcher Art und Weise kann eine Verbesserung der Effizienz hinsichtlich der Verwendung von gesundheitlichen Ressourcen realisiert werden und wie können die Kosten gesenkt werden?
- In welcher Art und Weise können Verbesserungen der Gesundheit (der Bevölkerung) realisiert werden und wie kann der momentane Stand der Gesundheit (der Bevölkerung) trotz neu entstehender Risiken (wie z.B. durch Infektionen) erhalten bleiben?[9]

[...]


[1] WHO [Public health domains 2008] o.S.

[2] Meyers Lexikonverlag [Public Health 2007] o.S.

[3] Vgl. hierzu und im Folgenden Schmidt [Präventive Sucht- 2000] S.339-368 zitiert nach Ahrens [Technologiebewertung 2002] S.160 und Noack [Public Health 1999] o.S. zitiert nach Ahrens [Technologiebewertung 2002] S.160.

[4] Vgl. Polak [Vorwort 1999] S. XI.

[5] Vgl. Schwartz [Zugang zu Gesundheit 2003] S. 5.

[6] Vgl. hierzu und im Folgenden Polak [Vorwort 1999] S. XIIf.

[7] Vgl. hierzu und im Folgenden Roemer [Meilensteine 1999] S.5ff.

[8] Anm. d. Autors: Bei rückblickender Betrachtung kann festgestellt werden, dass die Menschheit noch sehr weit davon entfernt ist, das formulierte Ziel „Health for All by the Year 2000“ erreicht zu haben!

[9] Vgl. Schwartz [Zugang zu Gesundheit 2003] S. 3f.

Ende der Leseprobe aus 33 Seiten

Details

Titel
Public Health, Gesundheitsökonomie und Gesundheitsreformen
Hochschule
Alpen-Adria-Universität Klagenfurt  (Institut für Wirtschaftswissenschaften)
Veranstaltung
E-Health
Note
1
Autoren
Jahr
2008
Seiten
33
Katalognummer
V92214
ISBN (eBook)
9783638060615
ISBN (Buch)
9783638950497
Dateigröße
536 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
In dieser Lehrveranstaltung war es für die Teilnehmer verpflichtend andere Arbeiten hinsichtlich formaler (Aufbau und Gliederung, Struktur, Zitierweise, Fehler und Schreibstil) und inhaltlicher Kriterien (Tiefe und Breite des Inhalts, Aktualität, Vollständigkeit, Verständlichkeit und ausreichend Quellen verwendet) zu bewerten. Unsere Arbeit wurde äußerst positiv beurteilt.
Schlagworte
Public, Health, Gesundheitsökonomie, Gesundheitsreformen, E-Health
Arbeit zitieren
Tanja Wasserfaller (Autor)Gerhard Rattenegger (Autor), 2008, Public Health, Gesundheitsökonomie und Gesundheitsreformen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/92214

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