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Regionale Umweltprobleme und Migration aus Sicht der ökonomischen Theorie

Titre: Regionale Umweltprobleme und Migration aus Sicht der ökonomischen Theorie

Mémoire (de fin d'études) , 2002 , 67 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Dr. Oliver Fohrmann (Auteur)

Economie politique - Economie de l'environnement
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Die Diplomarbeit verbindet Migrationsökonomik mit Umweltökonomik und zeigt die engen Verflechtungen beider Themengebiete anhand dreier mathematischer Modelle auf. Umweltschäden können Migrationsbewegungen auslösen, die ihrerseits wiederum die Umwelt schädigen können. Das erste Modell geht auf finanzwissenschaftliche Fragestellungen zurück und beschäftigt sich mit der Frage, ob bei mobilen Haushalten eine als Bereitstellung des öffentlichen Gutes Umweltqualität verstandene staatliche Umweltpolitik dezentral in den einzelnen Regionen einer Ökonomie oder von einer Zentralregierung bereitgestellt werden sollte. Das zweite Modell setzt die Migrationspolitik unter Umwelteinflüssen in den Mittelpunkt. Das dritte Modell stellt Umwelt- und Migrationsproblematik gleichberechtigt gegenüber und geht auf relevante Wechselwirkungen zwischen beidem ein. Das letzte Kapitel enthält eine Zusammenfassung der Modellergebnisse.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Der Gegenstand dieser Arbeit

1.2 Der Hintergrund des Themas

1.3 Die empirische Relevanz theoretischer Modelle

1.4 Der Aufbau der Arbeit

2 Migrations- und Umweltökonomik

2.1 Migrationsökonomik

2.1.1 Makroökonomische Migrationstheorien

2.1.2 Mikroökonomische Migrationstheorien

2.2 Umweltökonomik

2.2.1 Öffentliche Güter und externe Effekte

2.2.2 Internalisierung externer Effekte

2.2.3 Umweltqualität als räumliches öffentliches Gut und Spillover-Effekte

2.3 Umwelt und Migration in der Finanzwissenschaft

2.3.1 Die Theorie des Finanzföderalismus

2.3.2 Das Tiebout-Modell

3 Umweltpolitik bei hoher Haushaltsmobilität

3.1 Zentrale versus dezentrale Umweltpolitik

3.2 Ökonomische Behandlung regionaler Umweltpolitik mit Migration

3.2.1 Der Modellrahmen

3.2.2 Die zentral organisierte Referenzökonomie

3.2.3 Die dezentral organisierte Ökonomie

3.2.4 Modellergebnisse

3.3 Ausgewählte Modellvarianten

4 Migrationspolitik im umweltpolitischen Kontext

4.1 Die Modellwelt

4.2 Migrationspolitik mit Quoten

4.3 Migrationspolitik mit Steuern

4.4 Interpretation der Ergebnisse

4.5 Modellzusammenhänge von Migration und Umwelt

5 Das Geflecht aus Migrations- und Umweltproblemen

5.1 Umweltschädigende Migration

5.2 Die Modellgrundlagen

5.3 Herleitung der Lösungen und Ergebnisse

5.3.1 Kann Migration umweltschädigend wirken?

5.3.2 Kann Migration umweltverbessernd wirken?

5.4 Kommentar der Ergebnisse und Kritik an den Annahmen

6 Fazit

7 Zusammenfassung und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die ökonomischen Wechselwirkungen zwischen regionalen Umweltproblemen und menschlichen Wanderungsbewegungen (Migration). Das primäre Ziel ist es, unter Verwendung mathematischer Gleichgewichtsmodelle aufzuzeigen, wie fiskalische Instrumente und staatliche Umweltpolitik die Migrationsentscheidungen sowie die Bereitstellung von Umweltqualität in einem System offener Regionen beeinflussen.

  • Verbindung von Migrationsökonomik und Umweltökonomik
  • Analyse der Auswirkungen von Haushaltsmobilität auf die Bereitstellung öffentlicher Güter (Umweltqualität)
  • Bewertung zentraler versus dezentraler Umweltpolitik bei Spillover-Effekten
  • Optimierung von Zuwanderungspolitik (Quoten und Steuern) im umweltpolitischen Kontext

Auszug aus dem Buch

3.2.1 Der Modellrahmen

Gegeben sei eine aus Regionen bestehende Ökonomie mit identischen Haushalten, in der vollständig informierte regionale Regierungen lokale öffentliche Güter bereitstellen und Firmen durch Schadstoffemissionen die lokale Umwelt verschmutzen. Jede Region will den Nutzen eines in ihr repräsentativen Haushalts maximieren. Ohne Beschränkung der Allgemeinheit kann man die Gesamtzahl der Einwohner der Ökonomie auf Eins normieren. Zur Vereinfachung soll die Ökonomie aus nur zwei Regionen bestehen. In Region 1 leben N1 und in Region 2 entsprechend N2 = 1 − N1 Haushalte. Jeder Haushalt bietet in seiner Wohnregion i unelastisch eine Einheit Arbeit an und bezieht Nutzen aus dem Konsum eines privaten Gutes der Menge Xi und eines lokalen öffentlichen Gutes der Menge Gi, das in seiner Wohnregion bereitgestellt wird. Das öffentliche Gut Gi sei hier Umweltqualität, also etwa von den Regionen unternommene Anstrengungen, Schadstoffemissionen in Luft und Wasser zu vermeiden. Gi ist lokal, da es jeweils nur von und in einer Region bereitgestellt wird. Durch dabei auftretende Spillover-Effekte können aber auch Nachbarregionen davon profitieren, so dass in die Nutzenfunktion Ui(Xi, Gi, Gj) eines Haushalts aus Region i auch die Menge Gj der in der Nachbarregion bereitgestellten Umweltqualität eingeht. Die Nutzenfunktion wird als streng quasikonkav angenommen.

Haushalte können unterschiedliche Grade an Mobilität aufweisen. Vollkommene Mobilität bedeutet kostenlose und instantane Wanderung, ist also ein theoretischer Idealfall. Würde die vollkommene Mobilität für Kapital, das leicht elektronisch transferierbar ist, oder rational entscheidende Firmen als Annahme noch annähernd vertretbar sein, ist es hingegen für Haushalte realistischer anzunehmen, dass Wanderungsbewegungen nicht kostenlos und instantan möglich sind, denn für sie spielen psychologische Effekte wie Verbundenheit zur Heimatregion eine größere Rolle. Zudem sehen sie sich den in Abschnitt 2.1.2 erwähnten direkten und indirekten Migrationskosten gegenüber.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Einführung in das Thema der ökonomischen Schnittmenge von Migration und Umwelt sowie Darlegung des Aufbaus der Arbeit.

2 Migrations- und Umweltökonomik: Vorstellung der theoretischen Grundlagen der beiden Disziplinen und deren Verknüpfung durch die Finanzwissenschaft.

3 Umweltpolitik bei hoher Haushaltsmobilität: Untersuchung der Effizienz dezentraler Umweltpolitik unter Berücksichtigung mobiler Haushalte und Spillover-Effekte.

4 Migrationspolitik im umweltpolitischen Kontext: Analyse optimaler Zuwanderungspolitik (Quoten und Steuern) bei gleichzeitiger Internalisierung von Umweltschäden.

5 Das Geflecht aus Migrations- und Umweltproblemen: Untersuchung dynamischer Wechselwirkungen zwischen Migration und Umwelt in einem Mehrperiodenmodell.

6 Fazit: Zusammenfassender Vergleich und kritische Würdigung der untersuchten Modelle.

7 Zusammenfassung und Ausblick: Resümee der wesentlichen Ergebnisse und Identifikation von Ansatzpunkten für zukünftige Forschung.

Schlüsselwörter

Migration, Umweltökonomik, Öffentliche Güter, Spillover-Effekte, Finanzföderalismus, Tiebout-Modell, Umweltpolitik, Schadstoffemissionen, Pigou-Steuer, Haushaltsmobilität, fiskalische Externalitäten, Bevölkerungsverteilung, Arbeitsmarkt, Wohlfahrtsökonomie, Ressourcenmanagement.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der ökonomischen Analyse der Wechselwirkungen zwischen regionalen Umweltproblemen und menschlicher Migration.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Migrationsökonomik, die Umweltökonomik und die finanzwissenschaftliche Theorie der öffentlichen Güter.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, durch mathematische Modellierung zu zeigen, wie Umweltpolitik und Migrationspolitik interagieren und unter welchen Bedingungen eine effiziente Allokation erreicht werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es werden mathematische Gleichgewichtsmodelle aus der ökonomischen Theorie verwendet, um theoretische Zusammenhänge formal abzuleiten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die Effizienz von Umweltpolitik bei mobiler Bevölkerung, die Gestaltung von Zuwanderungspolitik im Kontext von Schadstoffemissionen sowie die dynamische Verflechtung von Migration und Umwelt über mehrere Zeitperioden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören Migration, Umweltökonomik, öffentliche Güter, Spillover-Effekte, Pigou-Steuern und fiskalische Externalitäten.

Wie beeinflusst Haushaltsmobilität die Effizienz von Umweltstandards?

Mobilität kann als "Abstimmung mit den Füßen" fungieren, was den Anreiz zur Bereitstellung effizienter Umweltqualität erhöhen kann, sofern keine negativen Spillover-Effekte dominieren.

Warum ist das Tiebout-Modell für diese Arbeit relevant?

Das Tiebout-Modell liefert den theoretischen Rahmen, in dem Migration als Marktmechanismus zur Präferenzoffenbarung für lokale öffentliche Güter verstanden wird.

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Résumé des informations

Titre
Regionale Umweltprobleme und Migration aus Sicht der ökonomischen Theorie
Université
University of Heidelberg  (Alfred-Weber-Institut für Wirtschaftswissenschaften)
Note
1,0
Auteur
Dr. Oliver Fohrmann (Auteur)
Année de publication
2002
Pages
67
N° de catalogue
V9227
ISBN (ebook)
9783638159913
ISBN (Livre)
9783638697705
Langue
allemand
mots-clé
Umweltökonomik Migration Finanzföderalismus öffentliche Güter Modelle Umweltflüchtlinge Naturkatastrophen externe Effekte Externalitäten Umweltprobleme Migrationsökonomik Zuwanderung
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Dr. Oliver Fohrmann (Auteur), 2002, Regionale Umweltprobleme und Migration aus Sicht der ökonomischen Theorie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/9227
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Extrait de  67  pages
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