Einfluss von E-Commerce auf den stationären Handel in der Textilbranche


Hausarbeit, 2018

13 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Ausgangssituation / Problemstellung
1.2 Forschungsfragen und Zielsetzung
1.3 Methodik

2 Theoretische Grundlagen
2.1 E-Commerce
2.2 Digitalisierung

3 Allgemeine Entwicklung des stationären Handels
3.1 Veränderung des allgemeinen Kaufverhaltens
3.2 Aktuelle Situation in der Textilbranche

4 Chancen und Risiken für die Textilbranche
4.1 Umstrukturierungen und Potenziale für den stationären Handel
4.2 Nachteile und Risiken durch E-Commerce

5 Handlungsempfehlung für die Textilbranche

6 Zusammenfassung / Fazit

Literaturverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Ausgangssituation / Problemstellung

„Mittlerweile scheint sich auch im stationären Handel weitgehend die Erkenntnis durchzusetzen, dass die Digitalisierung nicht nur ein Trend, sondern „zentraler Veränderungstreiber“ für ganze Handelsbranchen ist.“1

Im Laufe der letzten Jahre wurden elektronische Endgeräte wie Laptops, Smartphones, Tablets und das gesamte Internet stetig weiterentwickelt. Die Anzahl an Smartphonenutzern ist in den Jahren von 2012 bis 2015 stark um mehr als das Doppelte gestiegen. Mehr als 70 % der deutschsprachigen Bevölkerung nutzen regelmäßig das Smartphone oder Tablet für den Zugang in das Internet.2 Das Gerät wird hierbei nicht mehr lediglich zum Telefonieren oder E-Mail schreiben verwendet, sondern auch für die Suche nach Produktinformationen oder direkt zum Online-Kauf.3 Vor wenigen Jahrzenten fand der Handel noch ausschließlich im stationären Einzelhandel statt. Heute hingegen kann der Konsument zwischen dem stationären Handel und der neuen Möglichkeit, dem Online-Handel, frei wählen. Durch den Online-Handel sind die Konsumenten nicht mehr örtlich und an Öffnungszeiten gebunden. Sie sind somit unabhängiger in ihrer Entscheidung wann, wie und auf welche Art und Weise sie konsumieren.4 Oftmals beginnen Käufer aus dem stationären Handel ihre Recherche nach beispielsweise Produktinformationen bereits im Internet und kaufen diese später im stationären Handel. Dieser Prozess findet zum Beispiel häufig nebenbei im Stau, in der Schlange oder vor dem Fernseher statt.5

1.2 Forschungsfragen und Zielsetzung

Die vorliegende Arbeit befasst sich mit dem Einfluss von E-Commerce auf den stationären Handel in der Textilbranche und den damit notwendigen Veränderungen für die Branche.

Hierbei sollen folgende Forschungsfragen geklärt werden:

- Ergeben sich Umstrukturierungen für den stationären Handel in der Textilbranche?
- Welche Entwicklungschancen- und Nachteile resultieren hierdurch? Ergibt sich ggf. ein Mehrwert für den stationären Handel durch den E-Commerce?

1.3 Methodik

Nach der Themenfindung wurde als Grundriss die Gliederung für die vorliegende Seminararbeit erstellt. Im Anschluss wurde mit Hilfe des Internets eine Literaturrecherche durchgeführt. Hierzu wurde neben der Literaturrecherche des EBSCO Discover Services über den Online-Campus der FOM Hochschule, das Statistikportal Statista sowie die Hochschuldatenbank WISO nach passender Fachliteratur durchsucht. Für die Beantwortung der Forschungsfragen wurde eine Literaturanalyse gewählt.

2 Theoretische Grundlagen

2.1 E-Commerce

Der Begriff E-Commerce wurde aus dem Englischen übernommen und ist die verkürzte Form für Electronic Commerce. Ins Deutsche übersetzt bedeutet dies elektronischer Handel oder Handelsverkehr. Es zählt jedoch nicht nur der Handel hierzu, sondern auch Leistungen wie Online-Banking oder der Kundenservice. Hauptsächlich mit E-Commerce ist jedoch das elektronische Geschäftsfeld zwischen B2C (B2C = Business to Customer) oder B2B (B2B = Business to Business) Geschäften gemeint. Eine wichtige Eigenschaft des E-Commerce ist es, dass Kaufprozesse ohne zeitliche Verzögerung stattfinden können.6

2.2 Digitalisierung

Unter dem Begriff Digitalisierung versteht man die digitale Darstellung, Durchführung oder Umwandlung von Informationen und Kommunikation im Wandel der Zeit. Im 20. Jahrhundert verstand man unter der Digitalisierung zunächst die Weiterentwicklung der Informationstechnologie. Es wurden Privathaushalte sowie Arbeitsplätze modernisiert. Es handelte sich hierbei um die Einführung von Computernetzwerken sowie Softwareprodukte wie beispielsweise die Office-Pakete. Seit Beginn des 21. Jahrhunderts bedeutet die Digitalisierung die Automatisierung und Flexibilisierung von Prozessen. Die stetige Weiterentwicklung der Digitalisierung beeinflusst die menschliche und unternehmerische Entwicklung.7

3 Allgemeine Entwicklung des stationären Handels

3.1 Veränderung des allgemeinen Kaufverhaltens

Vor Beginn der Digitalisierung informierte man sich in Werbeprospekten oder in der Zeitung über aktuelle Angebote. Des Weiteren ging man direkt in die Innenstadt und kaufte oder informierte sich direkt im stationären Handel. Heutzutage ist das Internet in unserer Gesellschaft allgegenwertig. War in der Vergangenheit ein Zugang lediglich über den Desktop-PC möglich, nutzt man heute mobile Endgeräte wie Tablets oder Smartphones für den Zugang zum Internet. Hiermit ist ein Internetzugang auch von unterwegs dauerhaft möglich. Durch die bequeme und dauerhafte Möglichkeit der Internetnutzung haben die Konsumenten rund um die Uhr die Möglichkeit Informationen über Produkte einzuholen oder diese direkt über das Internet zu kaufen. Sie sind daher nicht mehr an die Öffnungszeiten des stationären Handels gebunden. 91 % der Konsumenten haben schon einmal nach Informationen zu Produkten im Internet gesucht.8

Abbildung 1: Monatlicher Einzelhandelsumsatz 2015 bis 2016

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Statistisches Bundesamt, 2016

Wie dem obigen Diagramm zu entnehmen ist, ist der Internethandel in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Der Internethandel gilt mittlerweile als Wachstumstreiber. Der Weg hierhin begann mit der Innovation des Internets als Informationsmedium, welches sich im weiteren Verlauf durch die Entwicklung und Verbreitung von Smartphones und Tablets als weiterer Vertriebskanal entwickelte.9 Amazon stellte im Jahr 1998 seine erste Webseite in Deutschland online. Kurze Zeit darauf folgten eBay und buch.de. Nachdem im Jahre 2007 die Textilhändler C&A sowie H&M ihre Online-Shops online stellten, folgten im Jahre 2009 eine große Anzahl an Online-Shop Neueröffnungen. Immer mehr stationäre Händler wollten seit diesem Zeitpunkt den neuen Vertriebskanal nutzen. Der stationäre Handel hat den Online-Wachstum somit selbst vorangetrieben. Auch die Nachfrage nach dieser Einkaufsmöglichkeit durch die Konsumenten stieg an. Die schnelle Marktdurchdringung ist möglich geworden, da sich das Internet zeitgleich professionalisiert hat. Beispielsweise hatten Konsumenten zu Beginn Bedenken bezüglich der Bezahlung im Internet. Diesem konnte der Zahlungsdienstleister PayPal etwas entgegenwirken. Auch konnten die Internetseiten optisch und informativ aufgewertet werden, die Liefergebiete ausgeweitet und die Retouren optimiert werden. Dies führt zu einem Mehrwert bei den Konsumenten und somit zu einem starken Wettbewerbsdruck unter den Online-Händlern.10

3.2 Aktuelle Situation in der Textilbranche

Lange Zeit hat der stationäre Handel in der Textilbranche die Entwicklung des Internets unterschätzt. Stationäre Händler waren der Auffassung, dass Kunden Bekleidung vor dem Kauf anfassen und anprobieren möchten. Die Möglichkeit, dass Kunden Waren jedoch zu Hause anprobieren können und anschließend kostenlos zurücksenden können, wurde jedoch außer Acht gelassen.11 Internet Pure Player wie beispielsweise Zalando oder Amazon spielen hier eine große Rolle.12

Die nachfolgende Grafik verdeutlicht den schnellen und starken Anstieg des Umsatzanteils durch E-Commerce in der Textilbranche. Bekleidung stellt damit die stärkste Warengruppe im E-Commerce dar.13

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Statistisches Bundesamt

4 Chancen und Risiken für die Textilbranche

4.1 Umstrukturierungen und Potenziale für den stationären Handel

Die zunehmende Digitalisierung erfordert eine Vielzahl an Umstrukturierungen im stationären Handel. Durch die Vielzahl an Online-Anbieter sind die bisherigen Geschäftskonzepte nicht mehr tragbar. Die Konsumenten haben ebenfalls Anforderungen an den stationären Handel.14 Neben den Herausforderungen entstehen durch die Umstrukturierung auch viele Potenziale für den stationären Handel. Für 74 % der Konsumenten ist es wichtig, dass sie Einkäufe sowohl im Internet als auch im stationären Handel abschließen können. Daher ist das Verbinden des Online-Handel mit dem stationären Handel wichtig.15 Diese Möglichkeit bieten schon viele Geschäfte in der Textilbranche an und verfolgen damit eine „Multichannel-Lösung“. Sie bieten hierbei ihre Waren sowohl in der Filiale als auch online zum Kauf an. Eine weitere Möglichkeit ist das miteinander verbinden verschiedener Absatzkanäle. Hierbei spricht man von „Omni-Channeling“, was zum Beispiel bei „Click & Collect“ zum Einsatz kommt.16 Hierbei beginnt die Customer Journey bereits digital von zu Hause und findet im stationären Handel seinen Abschluss. Der Konsument bestellt die gewünschten Produkte hierbei bequem über das Internet und kann sie vor Ort im stationären Handel anprobieren, abholen oder umtauschen. Im Optimalfall kommt es hierbei noch zu weiteren Einkäufen vor Ort. Auf diesen Vertriebsweg setzen beispielsweise bereits C&A oder Breuninger.17

Ein weiteres Potenzial ergibt sich aus dem mobilen Internet. Durch die stark zunehmende Anzahl der Nutzer von Smartphone ist das Internet allgegenwertig und ermöglicht somit eine einfache Verknüpfung der Online- und Offline Absatzkanäle.18 Die Anzahl an Mobilfunkanschlüssen wächst und die Nutzung von Desktop-PCs geht zurück.19

Das Smartphone kommt schon bei der Suche nach Produkten und Filialen in der Umgebung zum Einsatz. Ebenfalls wird es am Point of Sale beispielsweise zum Preisvergleich genutzt. Die am häufigsten über das Smartphone genutzten Informationskanäle sind hierbei Suchmaschinen, Preisvergleichsseiten und Webseiten von Einzelhändlern.20 Aus diesem Grund ist es wichtig, dass Händler in der Textilbranche die Konsumenten an dieser Stelle abholen. Hierbei sollten Händler darauf achten, dass die Seiten für die mobile Nutzung optimiert sind.21

Eine weitere Möglichkeit um den stationären Handel mit dem Online-Handel zu verknüpfen ist der Einsatz von Verkaufshilfen wie einem In-Shop-iPad. Hierdurch kann der physische Verkaufsraum um einen virtuellen Verkaufsraum erweitert werden. Produkte, welche nicht oft nachgefragt werden könnte der Konsument sich beispielsweise über das iPad online bestellen und nach Hause schicken lassen.22 Auch möglich wäre eine Echtzeitabfrage des Bestandes in sämtlichen Filialen um diese bei Verfügbarkeit dort abholen zu können oder sich nach Hause schicken zu lassen. Die zur Lieferung bestellten Artikel werden anschließend durch einen Logistikanbieter am besten noch am selbigen Tage an den Kunden ausgeliefert. Auch Online-Anbieter wie beispielsweise Amazon bieten eine Lieferung am selben Tag an. Daher ist es wichtig mitzuhalten, um dauerhaft wettbewerbsfähig zu bleiben.23

[...]


1 Heinemann, G., Implementierung, 2015, S. 59.

2 Vgl. Heinemann, G., Online-Handel, 2016, S. 4.

3 Vgl. Heinemann, G., Online-Handel, 2016, S. 5.

4 Vgl. Ternès, A., Towers, I., Jerusel, M., Konsumverhalten, 2015, S. 7

5 Vgl. Heinemann, G., Online-Handel, 2016, S. 5.

6 Vgl. https://www.gruenderszene.de/lexikon/begriffe/e-commerce, Zugriff am 25.11.2018.

7 Vgl. https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/digitalisierung-54195, Zugriff am 25.11.2018.

8 Vgl. Ternès, A., Towers, I., Jerusel, M., Konsumverhalten, 2015, S. 11.

9 Vgl. Gläß, R., Leukert, B., Handel 4.0, 2017, S. 30.

10 Vgl. Gläß, R., Leukert, B., Handel 4.0, 2017, S. 31.

11 Vgl. Janke, K., Beste beider Welten, 2014, S. 54.

12 Vgl. Happel, S., digitaler Wandel, 2014, S. 1.

13 Vgl. Janke, K., Beste beider Welten, 2014, S. 54.

14 Vgl. Janke, K., Strategie & Management, 2017, S. 59.

15 Vgl. Ternès, A., Towers, I., Jerusel, M., Konsumverhalten, 2015, S. 16.

16 Vgl. Haderlein, A., digitale Zukunft, 2012, S. 19-20.

17 Vgl. Happel, S., digitaler Wandel, 2014, S. 2.

18 Vgl. Heinemann, G., Haug, K., Gehrckens, M., Digitalisierung des Handels, 2013, S. 31.

19 Vgl. Heinemann, G., Online-Handel, 2016, S. 113.

20 Vgl. Heinemann, G., Haug, K., Gehrckens, M., Digitalisierung des Handels, 2013, S. 31.

21 Vgl. Heinemann, G., Online-Handel, 2016, S. 135.

22 Vgl. Haderlein, A., digitale Zukunft, 2012, S. 22

23 Vgl. Heinemann, G., Haug, K., Gehrckens, M., Digitalisierung, 2013, S. 47.

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Einfluss von E-Commerce auf den stationären Handel in der Textilbranche
Hochschule
FOM Hochschule für Oekonomie & Management Münster
Note
1,7
Autor
Jahr
2018
Seiten
13
Katalognummer
V923142
ISBN (eBook)
9783346247469
ISBN (Buch)
9783346247476
Sprache
Deutsch
Schlagworte
einfluss, e-commerce, handel, textilbranche
Arbeit zitieren
Tobias van Vorst (Autor), 2018, Einfluss von E-Commerce auf den stationären Handel in der Textilbranche, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/923142

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