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Wohlfahrtseffekte von Informationen. Eine ökonomische Analyse der Bewertungsproblematik von Informationen für Konsumenten

Título: Wohlfahrtseffekte von Informationen. Eine ökonomische Analyse der Bewertungsproblematik von Informationen für Konsumenten

Tesis (Bachelor) , 2020 , 52 Páginas , Calificación: 2.0

Autor:in: Anonym (Autor)

Economía de las empresas - Gestión de la información
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Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Umgang von Informationen gegenüber dem Verbraucher sowie den Wohlfahrtseffekten von Informationen. Ziel dieser Arbeit ist es zu klären, ob Verbraucher aus wohlfahrtsökonomischer Sicht blind informiert werden sollten, wie es teilweise der Fall ist, oder ob es manchmal besser ist, Konsumenten nicht zu informieren. Damit sollen Anreize zu einer kritischeren Hinterfragung des Informierungsinstruments gegeben werden, um sich einem idealen Informierungssystem annähern zu können.

Diese Arbeit konzentriert sich auf individuelle Renten, nur teilweise auf die aggregierte Konsumentenrente. Sie behandelt keinen Nutzen und keine Kosten aus Produzenten- oder staatlicher Seite, da dies für die prinzipielle Problemstellung irrelevant ist. Ethische Bedenken werden in einem Exkurs aufgefasst. In dieser Fragestellung ist es essenziell, interdisziplinär – ethisch, juristisch, ökonomisch, politisch – vorzugehen, da diese nicht rein ökonomisch angegangen werden kann, zumal das Wohl von Menschen, das in einem gesellschaftlichen System eingebettet ist, im Zentrum steht.

Um die Zielsetzung zu verfolgen, wird im ersten Teil der Arbeit angeschnitten, wieso sich Information von anderen Gütern unterscheidet und ein handliches, jedoch nicht unumstrittenes Wohlfahrtsmaß vorgeschlagen, dessen Grenzen später beschrieben werden. In Kapitel drei wird weiterhin an die Rationalitätsannahme angelehnt und aufgezeigt, wie sich Information in einem Entscheidungskalkül bemerkbar macht, und dass auch hier durch diverse weitergehende Überlegungen zur Schlussfolgerung gekommen werden kann, dass Information nicht strikt positiv bewertet werden muss. In Kapitel vier wird von der Rationalitätsannahme abgesehen und ein verhaltensökonomischer Ansatz geboten, der die These eines negativen Werts mancher Informationen zusätzlich untermauert. Gleichzeitig werden in diesem Zusammenhang Folgen für die Informationsbewertung angeschnitten, sodass im fünften Kapitel Konzepte zur Informationsbewertung erörtert werden können und dabei retrospektiv auf die Bewertungsproblematiken des vierten Kapitels Bezug genommen werden kann. Im sechsten und letzten Teil werden – trotz eines Netzes von Problematiken – vereinzelt gewonnene Erkenntnisse in der Bewertung von Informationen für die Verbraucherpolitik normativ ausgearbeitet.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Informationsökonomische Grundlagen

2.1 Ökonomische Charakterisierung von Information

2.2 Information und rationale Entscheidungsfindung

2.3 Wohlfahrtsmessung nach Kaldor und Hicks (1939)

3 Folgen von Informationen auf das Entscheidungskalkül rationaler Konsumenten

4 Verhaltensökonomische Folgen von Informationen auf das Entscheidungskalkül

4.1 Bounded Rationality und Informationsumgehung

4.2 Ausgewählte Biases und Framing

4.3 Verzerrte Interpretationen öffentlicher Informationen

4.4 Intertemporalität und Reue

4.5 Suchtverhalten – „Gefangensein in den eigenen Präferenzen“

5 Quantifizierungsproblematik bei der Folgenbewertung von Informationen

5.1 Unbewertete Informierungsmaßnahmen

5.2 Endpunktbewertung

5.3 Break-Even-Analyse

5.4 Problematik der Aggregierung ordinaler Wohlfahrtsmaße

5.5 Willingness-to-Pay/ Willingness-to-Accept als empirisches Bewertungsmaß

6 Implementierung der Erkenntnisse in verbraucherpolitische Maßnahmen

7 Zusammenfassung

8 Ethischer Exkurs: ein natürliches „Right to Know“?

9 Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Wohlfahrtseffekte von Informationen für Konsumenten und stellt die kritische Hypothese auf, dass Informationen nicht zwangsläufig nutzensteigernd wirken, sondern unter bestimmten Umständen einen negativen Wert besitzen können. Ziel ist es, das Verständnis für das Entscheidungskalkül bei Informationserhalt zu verbessern, Bewertungsdimensionen jenseits klassisch-ökonomischer Annahmen zu beleuchten und normative Ableitungen für die Verbraucherpolitik zu formulieren.

  • Ökonomische Grundlagen und Wohlfahrtsmessung von Information
  • Verhaltensökonomische Perspektiven (Bounded Rationality, Biases, Framing)
  • Herausforderungen der Quantifizierung von Informationsnutzen
  • Problematiken der Aggregierung ordinaler Wohlfahrtsmaße
  • Implikationen für verbraucherpolitische Maßnahmen und ethische Reflexion

Auszug aus dem Buch

4.2 Ausgewählte Biases und Framing

Bounded Rationality ist verbunden mit Verzerrungen in der menschlichen Wahrnehmung – den „Biases“. Aus verhaltensökonomischer Sicht sind Konsumenten also nicht immer in der Lage, erhaltene Informationen richtig zu interpretieren.

Zum einen wurde in Zusammenhang mit dem Attraction-Search-Effekt der „confirmation bias“ genannt, der beschreibt, dass Konsumenten Informationen, die ihre intendierte Entscheidung unterstützen, selektiert wahrnehmen, um Situationen kognitiver Dissonanz zu vermeiden. Gute Neuigkeiten werden eher zu einem Updaten der Präferenz führen als schlechte. Zum anderen gibt es Biases, die die Interpretation aufgenommener Informationen beeinflussen. Zwei anzuführende Beispiele wären der „third-person bias“ oder der „optimism bias“. Konsumenten glauben nach dem „third-person-bias“ tendenziell, dass andere leichter von externen Einflüssen, wie z.B. Werbung, beeinflussbar sind als sie selbst. Diesen Überoptimismus, der zu einem übermäßigen Selbstbewusstsein führe, führt vor allem zur Unterschätzung von eigenen Risiken bezüglich des Konsums. Des Weiteren können die Wahrscheinlichkeiten dieser Risiken stark unterschätzt werden, da Menschen Wahrscheinlichkeiten zusammengesetzter Ereignisse stark unterschätzen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Ambivalenz des Nutzens von Informationen und führt in die zentrale Forschungsfrage ein, ob eine unkritische Informierung von Konsumenten wohlfahrtsmindernd wirken kann.

2 Informationsökonomische Grundlagen: Dieses Kapitel definiert Information als öffentliches Gut und erörtert die klassische rationale Entscheidungsfindung sowie Methoden zur Wohlfahrtsmessung nach Kaldor und Hicks.

3 Folgen von Informationen auf das Entscheidungskalkül rationaler Konsumenten: Hier wird analysiert, wie Informationen Erwartungen hinsichtlich Gütereigenschaften und Nutzenniveau beeinflussen und warum eine Nutzensteigerung nicht zwingend die Folge ist.

4 Verhaltensökonomische Folgen von Informationen auf das Entscheidungskalkül: Dieses Kapitel betrachtet die Auswirkungen von begrenzter Rationalität, kognitiven Kosten, psychologischen Biases und Framing-Effekten, die den Wert von Informationen schmälern können.

5 Quantifizierungsproblematik bei der Folgenbewertung von Informationen: Es werden verschiedene Ansätze zur Messung des Informationsnutzens (wie Break-Even-Analyse oder WTP/WTA) und deren methodische Grenzen bei der Aggregierung ordinaler Wohlfahrtsmaße kritisch diskutiert.

6 Implementierung der Erkenntnisse in verbraucherpolitische Maßnahmen: Basierend auf den Analysen werden normative Schlussfolgerungen gezogen, wie verbraucherpolitische Informierungsmaßnahmen präziser und effektiver gestaltet werden können.

7 Zusammenfassung: Die Kernaussagen der Arbeit werden rekapituliert, wobei erneut auf die Nicht-Eindeutigkeit des Informationsnutzens und die Notwendigkeit einer interdisziplinären Betrachtung hingewiesen wird.

8 Ethischer Exkurs: ein natürliches „Right to Know“?: Der Exkurs hinterfragt die ethische Legitimation staatlicher Informierung und diskutiert das Spannungsfeld zwischen Paternalismus, Laissez-Faire und dem moralischen Recht auf Information.

9 Ausblick: Der Ausblick identifiziert weiteren Forschungsbedarf, insbesondere hinsichtlich der Synthese von Produzenten- und Konsumentensicht sowie der praktischen methodischen Adressierung der diskutierten Bewertungsprobleme.

Schlüsselwörter

Informationsökonomie, Wohlfahrtsökonomik, Verhaltensökonomik, Bounded Rationality, Konsumentenrente, Informationsumgehung, kognitive Kosten, Framing, Biases, Attraktion-Search-Effekt, Nutzenmaximierung, Verbraucherpolitik, Willingness-to-Pay, Individualrente, Information.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht kritisch die ökonomischen Wohlfahrtseffekte, die durch die Bereitstellung von Informationen für Konsumenten entstehen, und hinterfragt die Annahme, dass mehr Information stets positiv für den Einzelnen ist.

Welche zentralen Themenfelder behandelt die Arbeit?

Die Schwerpunkte liegen auf der Schnittstelle zwischen klassischer Informationsökonomie, verhaltensökonomischen Ansätzen wie kognitiver Beschränkung und dem Bereich der verbraucherpolitischen Maßnahmen.

Was ist das primäre Ziel oder die zentrale Forschungsfrage?

Ziel ist es zu klären, unter welchen Bedingungen Konsumenten durch Informationen eher schlechter als besser gestellt werden und wie eine fundiertere, wohlfahrtsorientierte Verbraucherpolitik aussehen kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?

Die Arbeit verwendet eine theoretische ökonomische Analyse, die mit verhaltensökonomischen Erkenntnissen und verbraucherpolitischen Modellen kombiniert wird, ergänzt durch eine kritische Auseinandersetzung mit empirischen Messansätzen wie WTP/WTA.

Was wird im umfangreichen Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert, wie Menschen Informationen kognitiv verarbeiten, warum sie diese teilweise aktiv umgehen (strategische Ignoranz) und wie Framing-Effekte sowie psychologische Biases die Entscheidungsqualität systematisch verzerren können.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Wichtige Begriffe sind Informationsökonomie, Verhaltensökonomik, Bounded Rationality, Konsumentenwohlfahrt, Framing, Informationsumgehung und verbraucherpolitische Implementierung.

Wie unterscheidet sich die Arbeit von der klassischen Theorie?

Während die klassische Theorie von einem vollkommen rationalen Akteur ausgeht, für den Information per se einen positiven Wert hat, bezieht diese Arbeit „hedonische Kosten“ und kognitive Limitationen ein, die den Wert von Information negativ beeinflussen können.

Welche Schlussfolgerung zieht der Autor bezüglich öffentlicher Information?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass Informationspolitik nicht pauschal, sondern präzise und zielgruppengerecht gestaltet werden sollte, da eine unkritische „Voll-Information“ den Konsumenten durch kognitive Überlastung oder hedonische Einbußen schaden kann.

Final del extracto de 52 páginas  - subir

Detalles

Título
Wohlfahrtseffekte von Informationen. Eine ökonomische Analyse der Bewertungsproblematik von Informationen für Konsumenten
Universidad
University of Hohenheim
Calificación
2.0
Autor
Anonym (Autor)
Año de publicación
2020
Páginas
52
No. de catálogo
V924076
ISBN (Ebook)
9783346261465
ISBN (Libro)
9783346261472
Idioma
Alemán
Etiqueta
Wohlfahrtsmessung Information Informationen Wohlfahrtseffekte Behavioral Economics Verbraucherpolitik Volkswirtschaftslehre Quantifizierung Right To Know Verhaltensökonomik
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Anonym (Autor), 2020, Wohlfahrtseffekte von Informationen. Eine ökonomische Analyse der Bewertungsproblematik von Informationen für Konsumenten, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/924076
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