Das Ziel dieser Arbeit ist, den Zusammenhang zwischen der Angst vor Datenmissbrauch, dem sozialen Einfluss und der Nutzung von Mobile Payment zu untersuchen. Die Daten basieren auf einer Stichprobe von 118 Personen. Die Personen sind überwiegend zwischen 18 und 30 Jahren. Die meisten befinden sich im Studium. Gemessen werden die drei zuvor genannten Variablen Angst vor Datenmissbrauch, sozialer Einfluss und Nutzung von Mobile Payment. Die Daten wurden mithilfe mehrerer Regressionsberechnungen analysiert. Es wurden positive Zusammenhänge zwischen allen drei Variablen gefunden. Es ist also sehr wahrscheinlich, dass die Angst vor Datenmissbrauch und der soziale Einfluss in der Nutzung von Mobile Payment eine Rolle spielen.
Im Zuge der COVID-19-Pandemie wird auch in Deutschland das kontaktlose Bezahlen immer beliebter. Was in Amerika und China schon seit dem Jahre 2014 Standard ist, hat in Deutschland eine weltweite Pandemie gebraucht, um endlich Einzug zu finden. Doch weshalb sind wir Deutschen so konservativ, wenn es um unsere Finanzen geht? Die Arbeit stellt eine Untersuchung aus psychologischer Perspektive auf das emotionale Thema Geld dar.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
2 THEORETISCHER HINTERGRUND
2.1 DIGITALE TRANSFORMATION
2.1.1 Erfolgsfaktoren der Digitalisierung
2.1.2 Digital Banking / Banking 4.0
2.1.3 Digitale Innovationen in Banken
2.2 TECHNOLOGIE MOBILE PAYMENT
2.2.1 Akzeptanz
2.2.2 Sozialer Einfluss und Vertrauen
2.2.3 Nutzerverhalten
2.2.4 Mobile Payment in Deutschland
2.2.5 Angst vor Datenmissbrauch
2.3 RELEVANZ
2.4 UNTERSUCHUNGSGEGENSTAND UND HYPOTHESEN
3 METHODIK
3.1 ZIELSETZUNG UND OPERATIONALISIERUNG
3.2 STUDIENDESIGN
3.3 STICHPROBE
3.4 ANALYSEVERFAHREN
4 ERGEBNISSE
4.1 DESKRIPTIVE DATENANALYSE
4.2 TESTUNG DER HYPOTHESEN
5 DISKUSSION
5.1 INTERPRETATION DER ERGEBNISSE
5.1.1 H1: Angst vor Datenmissbrauch und Nutzung von Mobile Payment
5.1.2 H2: Sozialer Einfluss und Nutzung von Mobile Payment
5.1.3 H3: Sozialer Einfluss und Angst vor Datenmissbrauch
5.1.4 H4: Sozialer Einfluss, Angst vor Datenmissbrauch und Nutzung von Mobile Payment
5.2 PRAKTISCHE IMPLIKATION
5.2.1 Praktische Implikation: Finanzindustrie
5.2.2 Praktische Implikation: Privatpersonen
5.3 LIMITATIONEN DER ARBEIT
5.4 EMPFEHLUNG FÜR WEITERFÜHRENDE FORSCHUNGEN
6 SCHLUSSTEIL
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der Angst vor Datenmissbrauch, dem sozialen Einfluss und der tatsächlichen Nutzung von Mobile Payment. Das primäre Ziel ist es, empirisch zu klären, inwiefern emotionale und informelle Faktoren – abseits rationaler Effizienzkriterien – das Nutzerverhalten beeinflussen und wie diese Erkenntnisse für eine breitere Akzeptanz digitaler Zahlungsverfahren genutzt werden können.
- Analyse der Auswirkungen der digitalen Transformation auf die Finanzbranche.
- Erforschung psychologischer Einflussfaktoren wie Angst vor Datenmissbrauch.
- Untersuchung des sozialen Einflusses auf die Technologieakzeptanz.
- Überprüfung des Nutzungsverhaltens von Mobile Payment in Deutschland mittels quantitativer Studiendaten.
- Ableitung praktischer Implikationen für die Finanzindustrie und Privatpersonen.
Auszug aus dem Buch
2.2.2 Sozialer Einfluss und Vertrauen
Vertrauen wird im Folgenden als „Willen einer Person sich angreifbar zu machen, um wichtige Entscheidungen und Aktionen durch eine andere Person und/oder Institution zu erlauben“ definiert. Obwohl Vertrauen an sich wenig in dem Kontext untersucht wurde, gilt es dennoch als eine der Hauptfaktoren, da die gesamte Thematik Geld viel Vertrauen seitens der Konsumenten fordert. Dabei wichtig ist einerseits das Vertrauen in die Technologie, andererseits das Vertrauen in den Anbieter der Technologie. Von daher gilt Vertrauen als zentraler Faktor für die Akzeptanz von Mobile Payment (vgl. Abu-Shanab & Quasim 2016). 2018 wurde in der Türkei eine Studie zur Technologieakzeptanz von NFC unterstützten Kreditkarten untersucht. Als wichtigste Variablen wurden das wahrgenommene Risiko und das Vertrauen des Konsumenten erfasst. Diese beiden Werte korrelierten stark negativ miteinander. Daraus lässt sich schließen, dass das Vertrauen, mit niedriger empfundenem Risiko, steigt, beziehungsweise das Risikoempfinden sinkt, sobald mehr Vertrauen vorhanden ist. Aus der Studie lässt sich keine direkte Kausalität in eine Richtung ableiten (vgl. Algüner, Atalay & Kurtulmusoglu 2018).
Bei einem Zusammenkommen von Menschen, beeinflussen sie sich gegenseitig, rufen also einen veränderten Zustand gegenseitig hervor. Dies wird als Sozialer Einfluss bezeichnet. Dieser hat sehr viele Effekte auf die Einzelperson, darunter zählen unter anderem Konformität und Einstellungsänderungen (vgl. Gerrig 2015: S. 655). Als soziale Konformität lassen sich Verhaltensweisen definieren, die gezeigt werden, um den normativen Ansprüchen einer Gruppe zu erfüllen und positiv von dieser bewertet zu werden (vgl. Bierhoff 2000: S. 338 f.). Menschen sind in vielen Situationen unsicher, welche Handlung und welche Gedanken in bestimmten Situationen die richtigen sind. Dabei wird oft das Verhalten von Mitmenschen als Wissensquelle herangezogen, indem sie sich an deren Meinungen und Verhalten orientieren. Diese Orientierung wird informationaler Sozialer Einfluss genannt (vgl. Akert, Aronson & Wilkon 2008: S. 233).
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Einführung in die Problematik der langsamen Verbreitung von Mobile Payment in Deutschland und Darstellung der Forschungsziele.
2 THEORETISCHER HINTERGRUND: Untersuchung der Digitalisierung in Banken, der Technologie Mobile Payment sowie der relevanten psychologischen Einflussfaktoren.
3 METHODIK: Beschreibung der quantitativen Online-Studie, des Studiendesigns und der verwendeten Messinstrumente zur Datenerhebung.
4 ERGEBNISSE: Präsentation und statistische Auswertung der erhobenen Daten mittels Regressionsanalysen und Hypothesentestung.
5 DISKUSSION: Interpretation der Forschungsergebnisse im Hinblick auf die Hypothesen, Ableitung praktischer Implikationen und kritische Reflexion.
6 SCHLUSSTEIL: Fazit der Arbeit, Zusammenfassung der zentralen Ergebnisse und Ausblick auf zukünftige Forschungsmöglichkeiten.
Schlüsselwörter
Mobile Payment, Digitalisierung, Finanzindustrie, Sozialer Einfluss, Vertrauen, Datenmissbrauch, Technologieakzeptanz, Nutzerverhalten, Online-Studie, Regressionsanalyse, Innovationsmanagement, Bargeld, Datensicherheit, Konsumentenpsychologie, IT-Infrastruktur.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert, warum sich Mobile Payment in Deutschland trotz technischer Vorteile nur zögerlich verbreitet und welche psychologischen Barrieren dabei eine zentrale Rolle spielen.
Welches sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Themen sind die digitale Transformation der Finanzbranche, der Einfluss von sozialen Faktoren auf das Nutzerverhalten sowie die Angst vor Datenmissbrauch.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage dieser Arbeit?
Das Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen sozialem Einfluss, der Angst vor Datenmissbrauch und der tatsächlichen Nutzung von Mobile Payment empirisch zu untersuchen und zu quantifizieren.
Welche wissenschaftliche Methode wurde für die Datenerhebung verwendet?
Es wurde eine quantitative Online-Studie mit 118 Probanden durchgeführt, deren Ergebnisse mittels Regressionsrechnungen und einer Mediatoranalyse nach Hayes ausgewertet wurden.
Welche Inhalte bilden den Kern des Hauptteils?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, die methodische Vorgehensweise, die Darstellung der statistischen Ergebnisse sowie deren tiefgehende Diskussion.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Mobile Payment, Sozialer Einfluss, Datenmissbrauch, Technologieakzeptanz und psychologische Faktoren beschreiben.
Warum spielt die "Angst vor Datenmissbrauch" eine so große Rolle für die Forschung?
In der Studie wird deutlich, dass deutsche Konsumenten dieser Angst einen hohen Stellenwert beimessen, was die Nutzung digitaler Finanzdienste direkt negativ beeinflusst.
Wie wirkt sich der soziale Einfluss konkret auf die Nutzung aus?
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Akzeptanz und Nutzung von Mobile Payment signifikant steigen, wenn die Technologie im sozialen Umfeld des Nutzers bekannt ist und positiv bewertet wird.
Welche Empfehlungen leitet der Autor für die Finanzbranche ab?
Banken sollten neben der technischen Optimierung aktiv am Abbau von Ängsten arbeiten und den sozialen Einfluss durch verstärkte Kundeninteraktion als Hebel zur Neukundengewinnung nutzen.
- Citation du texte
- Duc Minh Vu (Auteur), 2019, Angst vor Datenmissbrauch bei digitalen Zahlungsverfahren, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/925141