Stabilisierungs- und Destabilisierungsphasen dynamischer Familienkonstellationen

Folgen auf das sozialemotionale und Leistungsverhalten betroffener Kinder


Hausarbeit, 2017

18 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

I. Inhaltsverzeichnis

II. Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

2 Familie und Diskontinuität - Familienereignismodelle (Schlemmer 2004)
2.1 Aufbau und Zielsetzung der Bamberger Studie
2.2 DasTrennungskind-Modell
2.3 Das Waisenkind-Modell
2.4 Bewältigungsverläufe - Zusammenfassung, Fazit und Empfehlungen für Lehrkräfte

3. Ein Vergleich zur Kölner Studie (Schmitz/Schmidt-Denter 1999)
3.1 Aufbau und Zielsetzung der Kölner Studie
3.2 Ergebnisse des HAVEL-Tests & Vergleich zu den vorherigen Erhebungen
3.3 Vergleichende Betrachtung der Studien sowie ihrer Ergebnisse
3.4 Kritische Betrachtung der Studien sowie mögliche Verbesserungsvorschläge

4. Fazit

5. Modulanbindungen-Schulsozialpädagogik, Medien im Schulkontext und forschungsmethodische Qualifizierung

IV. Literaturverzeichnis

II. Abbildungsverzeichnis

Abb. 1 Das Trennungskind-Modell (Schlemmer 2004: 157)

Abb. 2 Das Waisenkind-Modell (Schlemmer 2004: 161)

Abb. 3 Familienzusammensetzung aus Sicht der Kinder (Schmitz/Schmidt-Denter 1999: 41)

1. Einleitung

Familie gilt als Kern menschlichen Zusammenlebens. Sie basiert auf Interaktionsprozessen und ist überwiegend mit traditionellen Vorstellungen einer klassischen Ehe, traditionellen Geschlechterrollen, sowie Zusammenleben in einem Haushalt konnotiert (vgl. Parsons/Bales 1955; Huinink 2009; Schier/Jurczyk 2008: 10). Auf Grund gesellschaftlichen Wandels erfährt dieses traditionelle Bild von Familie jedoch eine erhebliche Veränderung hinsichtlich ihrer Personenkonstellationen, lokalen Situation, Geschlechterrollen sowie der zugrundeliegenden institutionellen Rahmenbedingungen (bspw. unverheiratete oder alleinerziehende Eltern(teile)) (vgl. Schier/Jurczyk 2008: 9). Die Pluralisierung familialer Lebensformen impliziert dynamische Familienkonstellationen - hinsichtlich der Eltern- als auch Geschwisterkonstellation - und dementsprechend ebenso Momente der Trennung, Scheidung, Wiederheirat etc. Somit wachsen Kinder zunehmend seltener in einer klassischen Zwei-Elternfamilie auf und sind mit stetigen Veränderungen sowie damit verbundenen Neuorientierungen konfrontiert (vgl. Feldhaus/Timm 2015: 33). Die Biographie von Kindern wird dadurch zu einer Sequenz verschiedener Familien(neu)konstellationen, wobei es nicht selten zu polyfamilialen Generationsbeziehungen kommt. Wenn auch nicht in gleichem Maße, sind doch durchschnittlich 20 % aller Kinder im Alter bis zwölf Jahren betroffen (vgl. Schlemmer 2004: 126). Zahlreiche Studien (bspw. Amato 2006; Schulz 2009; Dronkers/Harkönen 2008) belegen, dass derlei Reorganisationen negative Einflüsse auf den Entwicklungsprozess von Kindern und Jugendlichen haben können (vgl. Feldhaus/Timm 2015: 33). Doch nicht nur Trennung der Eltern und damit verbundene Reorganisationen der Familienkonstellation, sondern auch der Tod eines oder gar beider Elternteile, welcher gleichermaßen eine Neukonstituierung der Ursprungsfamilie zur Folge hat, haben bedeutsame Folgen auf das Befinden und Verhalten von Kindern (vgl. Schlemmer 2004). So werden diskontinuierliche Familienverhältnisse vor allem auch dann als Ursache herangezogen, wenn Schüler/innen im negativen Sinne verhaltens- oder leistungsauffällig sind (vgl. Schlemmer 2006: 91).

Diese Arbeit beleuchtet primär die Familienereignismodelle der Bamberger Studie (Schlemmer 2004), welche mögliche Sequenzen dynamischer Familienkonstellationen und ihre Folgen hinsichtlich des sozialemotionalen sowie Leistungsverhalten und Schulerfolg empirisch beleuchtet. Zunächst wird hierzu das methodische Vorgehen der Bamberger Studie sowie ihre Zielsetzung dargestellt. Ferner werden die zwei Familienereignismodelle beschrieben und damit verbundene Konsequenzen für betroffene Kinder auf sozialemotionaler Ebene sowie die Schulleistungen betreffend herausgestellt. Überdies wird die Bewältigung familialer Diskontinuität seitens der Kinder in beiden Modellen dargestellt und mit der Kölner Längsschnittstudie (Schmitz/Schmid-Denter 1999) verglichen. Ein Fazit bildet gemeinsam mit den für diese Modulleistung erforderlichen Modulanbindungen zu den Seminaren „Research for the use of media at school", „Kolloquium zur forschungsmethodischen Qualifizierung" und „Einführung in die Schulsozialarbeit" den Schluss dieser Ausarbeitung.

2. Familie und Diskontinuität - Familienereignismodelle (Schlemmer 2004)

Wie bereits erwähnt zeichnet sich die Familienbiografie vieler Kinder häufig durch Diskontinuität aus (vgl. Schlemmer 2004: 120). Alternative Familienformen - bezogen auf eine traditionelle Zwei­Elternfamilie - nehmen zu. Diese basieren auf Transformationen unterschiedlicher, teilweise multipler Familienereignisse. Derart kritische Momente im Leben von Kindern zerstören deren vertraute Lebens(um)welt (vgl. Filipp 1981). Somit sehen sich Kinder häufig der Notwendigkeit einer Reorganisation bzw. Bewältigung dieser eintretenden Ereignisse gegenüber. Daraus ergeben sich nicht nur Konsequenzen hinsichtlich ihres sozialemotionalen Verhaltens, sondern auch bezogen auf das Leistungsverhalten und ihren Erfolg im Schulkontext (vgl. Schlemmer 2004: 155).

2.1 Aufbau und Zielsetzung der Bamberger Studie

Einflüsse von Familiensituationen werden seit den 1950er Jahren eingehend untersucht. Viele Studien sind jedoch lediglich defizittheoretisch orientiert, methodisch problematisch, oder beleuchten sozialemotionales isoliert von Leistungsverhalten der (Schul-)Kinder (vgl. ebd.: 96-101). Die Bamberger Studie untersucht, ob und inwieweit sowohl sozialemotionales als auch das Leistungsverhalten von Kindern sowie ihr Schulerfolg durch die Familienbiografie bedingt ist (vgl. Schlemmer 2004: 103). Die Daten dieser Längsschnittstudie wurden in zwei Wellen erhoben: die erste Welle (1996) erfasste Daten von 910 Schulkindern im Alter von etwa acht bis zehn Jahren aus der zweiten und vierten Jahrgangsstufe; die zweite Welle (1998) basiert auf Daten derselben Schulkinder, die dann ca. zehn bis zwölf Jahre alt waren bzw. die vierte und sechste Jahrgangsstufe besuchten. Überdies wurde jeweils die ganze neue Klasse erfasst (Kohortenstudie), in welche die Schüler/innen entsprechend des Übergangs in die Sek I (Haupt-, Realschule, Gymnasium) übergetreten sind. Somit vergrößerte sich die Stichprobe auf 3072 Schüler/innen. Diese wurden ebenso wie ihre Eltern und Lehrkräfte befragt (vgl. Schlemmer 2004). Die nachstehend beleuchteten Familienereignismodelle basieren auf den Daten der zweiten Welle (Querschnittsstudie). Die Bewältigung der Familienereignisse bezüglich des sozialemotionalen und Leistungsverhaltens seitens der (Schul-)Kinder wird aus Perspektive der dazu befragten Eltern dargestellt. Eine fünfstufige Ratingskala mit zulässigen Antwortmöglichkeiten von 1 „sehr problematisch" bis 5 „ganz unproblematisch" für wahrgenommene sozialemotionale Verhaltensänderungen. Die Skala für Veränderungen des Leistungsverhaltens wurde umcodiert von 1 „sehr verschlechtert" bis 5 „sehr verbessert" (vgl. ebd.: 155f.).

2.2 DasTrennungskind-Modell

Im Trennungskind-Modell (Abb. 1) ist ein varianzanalytisches Modell der Querschnittsdaten der zweiten Welle zu zeitlich aufeinander folgenden Ereignissen vergleichend dargestellt. Es dokumentiert sowohl Abfall als auch Konsolidierung des sozialemotionalen sowie des Leistungsverhalten im Schulkontext der Kinder, die von den dargestellten Familienereignissen betroffen waren. Die abgebildete Sequenz eingetretener Ereignisse zeigt eine Möglichkeit der dynamischen familialen Neukonstituierungen von „Trennung" über „Scheidung", „Zusammenzug", „Heirat" bis hin zur „Geburt eines Halbgeschwisters". In seiner Gänze - bis zum Endpunkt „Geburt Halbgeschwister" - traf dieser Verlauf auf etwa 2 % der Schüler/innen zu. Bis hin zum Punkt „Trennung" waren etwa 10 % der prozessierten Fälle betroffen (s. Abb. 1) (vgl. Schlemmer 2006: 98).

Die Graphik zeigt, ausgehend vom Mittelwert (MW=3,56), dass sowohl sozialemotionales als auch Leistungsverhalten bei keiner Änderung etwa gleich konstant bleiben. „Trennung" verursacht bei beiden Verhalten eine deutliche Destabilisierung, wobei das sozialemotionale deutlich stärker abfällt (­0,28) als das Leistungsverhalten (-0,19). Die Trennung der Eltern zeigt einen signifikant negativen Einfluss und muss sowohl von Eltern als auch Lehrkräften unbedingt angemessen beachtet werden (vgl. Schlemmer 2004: 157). Von „Trennung" bis zur „Scheidung" konsolidiert das Leistungsverhalten. Bei der Mittelwertabweichung (MWA) kommt es hier sogar zu einer Inversion. Interessant ist dies im Vergleich zum sozialemotionalen Verhalten, welches im Gegensatz dazu nicht signifikant konsolidiert. Dies lässt vermuten, dass Kinder zwar noch unter der familialen Neuorganisation leiden, aber eventuell versuchen, sich bedeckt und unproblematisch zu verhalten. Vermutlich versuchen sie jetzt besonders gut in der Schule zu sein, um nicht eine „zusätzliche Last" oder „liebenswert" auf Grund von Leistung zu sein. Im nächsten Schritt des Modells - „Zusammenzug" - konsolidiert schließlich auch das sozialemotionale Verhalten signifikant. Somit scheint sich dieses Ereignis äußerst positiv auf die Entwicklung der Kinder auszuwirken. Ebenso das Leistungsverhalten bleibt nahezu konstant. „Zusammenzug" stellt folglich ein stabilisierendes Moment im dynamischen Familienmodell dar. Ganz anders sieht es bei „Wiederheirat" aus. Hier kommt es zu einer negativen Inversion des Leistungsverhaltens, wohingegen das sozialemotionale positiv invertiert. Vermuten ließe sich an dieser Stelle, dass die Heirat zwar ein schönes, mit positiven Emotionen verbundenes Erlebnis ist, dieses jedoch sehr zeitintensiv in der Vorbereitung sowie emotional bewegend ist. Daher kommen Schulleistungen möglicherweise zu kurz und das Leistungsverhalten fällt temporär ab. Das letzte Moment „Geburt v. Halbgeschwister" führt abermals zu einer deutlich negativen MWA (-0,56) des sozialemotionalen Verhaltens. Diese ist die stärkste Abweichung im gesamten Modell. Jedoch wird der Wert auf Grund der hier nur noch geringen Fallzahlen (N=17) nicht signifikant. „Heirat" und „Geburt" stellen somit deutliche Destabilisierungsphasen in diesem Modell dar. Sie sind bedeutende Momente in den Biografien der Kinder und müssen sowohl von Eltern als auch Lehrkräften bewusst als solche wahrgenommen und in Entscheidungen integriert werden. Ferner lässt sich festhalten, dass Kinder, die eine Trennung bzw. Scheidung erleben mit einem Wechsel von Stabilisierungs- und Destabilisierungsphasen konfrontiert sind. Dies fördert Gefühle der Unsicherheit und Orientierungslosigkeit ist. Ein Abfall des sozialemotionalen und/oder Leistungsverhaltens ist dementsprechend nicht ungewöhnlich. Die beiden Verhaltensänderungen laufen jedoch nicht parallel (vgl. Schlemmer 2004: 156-159). Darüber hinaus zeigen qualitative Daten der Studie, dass Trennung bzw. Scheidung mit labiler Emotionalität, Introvertiertheit, Ich-Schwäche, Angst/Unsicherheit, geringem Selbstwertgefühl, sogar körperlicher & psychischer Erkrankung und Resignation einhergehen (vgl. ebd.: 159). Folglich ist es bedeutungsvoll, dass Eltern und Lehrkräfte derlei Konsequenzen kennen, überblicken und gegebenenfalls im Umgang mit diesen geschult sind, um Kindern mit angemessener Empathie zu begegnen und zur Seite zu stehen.

2.3 Das Waisenkind-Modell

Neben der Trennung bzw. Scheidung von Eltern wurden die Effekte auf das Verhalten von Kindern bei Tod eines oder beider Eltern und die sich daraus ergebenden möglichen Konstituierungen neuer Familienformen und -Ereignisse untersucht. Dabei ergab sich folgendes Modell (Abb. 2). Auch hier ist zunächst der Fall für „keine Änderung" der Familiensituation dargestellt. Die Abweichung Leistungsverhalten sowie das sozialemotionale vom Mittelwert geht gegen Null. Der „Tod eines Elternteils" stellt den Hauptfaktor des hochsignifikanten Modells dar.

Dieses Ereignis verursacht eine MWA von -0,42 beim sozialemotionalen Verhalten der Kinder, während das Leistungsverhalten ebenfalls negativ betroffen ist - wenngleich nicht ganz so stark (MWA = -0,15). Die mögliche Folge auf den Tod eines Elternteils - „Zusammenzug" - zeigt wie im Trennungskind-Modell einen mildernden Effekt auf das Verhalten der Kinder. Jedoch ist die Konsolidierung des sozialemotionalen Verhaltens hier nicht so stark ausgeprägt (MWA = -0,23) wie im Trennungskind-Modell (MWA = -0,06). Das zeigt, dass der Tod eines Elternteils zwar durch neue Lebensumstände verarbeitet werden kann, seine Auswirkungen auf das emotionale Befinden jedoch unglaublich tiefgreifend sowie nachhaltig sind. An dieser Stelle sei zudem angemerkt, dass, bezogen auf beide Modelle, das Ereignis „Tod d. Eltern(teils)" die stärkste MWA (-0,42) aufweist (vgl. Schlemmer 2004: 160f.). Kein Ereignis wirkt sich negativer auf Kinder und ihr Verhalten aus, als dieses (vgl. ebd.: 157, 161). Die Auswirkungen auf die Psyche der Kinder lassen sich in ihrer Gänze nur schwer erfassen. Was der Wissenschaft bleibt, um die Konsequenzen derlei Ereignisse ansatzweise zu messen, sind lediglich Indikatoren wie Verhaltensänderungen und - auffälligkeiten.

Das Leitungsverhalten der Schulkinder konsolidiert deutlich stärker als das sozialemotionale, auch hier kommt es zu einer Inversion (MWA = 1,9), die der des Ereignisses im Trennungskind-Modell gleicht (vgl. ebd.: 157, 161). Auch an dieser Stelle lässt sich die Vermutung anstellen, dass Kinder versuchen, nicht als zusätzliche „Last" wahrgenommen zu werden und sich deshalb trotz ihres eigentlich negativen Befindens in der Schule sehr anstrengen. Dieses Wissen ist sowohl für Eltern als auch Lehrkräfte bedeutungsvoll, da nicht selten aus Leistungsverhalten Rückschlüsse auf emotionale Befindlichkeit gezogen werden. Diese divergieren hier, wie die Daten zeigen (vgl. ebd.: 161).

Sozialemotionales Verhalten stabilisiert sich bei Wiederheirat lediglich auf eine durchschnittliche Verhaltensänderung (MWA = 0,03), während dieses Ereignis im Trennungskind-Modell einen besonders hohen Stabilisierungseffekt zeigte (MWA = 0,11). Das Leistungsverhalten fällt (MWA = - 0,26) zwar deutlich ab, invertiert abermals, jedoch nicht ganz so stark wie im Trennungskind-Modell (MWA = -0,35). Die Relationen für Geburt eines Halbgeschwisters ähneln denen des Trennungskind­Modells, auch hier hat dieses Ereignis deutlich negative Effekte auf das Verhalten der Kinder.

Für dieses Modell gilt ebenfalls, dass es nur die Möglichkeit einer Sequenz aufeinanderfolgender Ereignisse abbildet. Nicht alle Fälle haben jedes Ereignis erlebt. Nur 2,1 % der Varianz können durch dieses Modell erklärt werden (vgl. ebd.:162).

Die qualitativen Daten stellen die Dramatik des Todes von Eltern(teilen) noch deutlicher dar. Hier ist die emotionale Labilität, welche Depressivität, starken Selbstwertverlust und Trauer impliziert, bezogen auf alle Familienänderungen am höchsten. Soziale Stabilität fällt deutlich unter den Durchschnitt, Verunsicherung steigt, Normabweichungen sind vergleichsweise am stärksten ausgeprägt und auch Aggressivität nimmt am gravierendsten zu (vgl. ebd.). Damit ist „Tod von Eltern" wie bereits erwähnt das am schwierigsten zu bewältigende Familienereignis (vgl. 157, 160-163).

2.4 Bewältigungsverläufe - Zusammenfassung, Fazit und Empfehlungen für Lehrkräfte

Festzuhalten bleibt, dass Bewältigungs- bzw. Anpassungsverhalten der Kinder auf die möglichen geschilderten Familienereignisse stets unterschiedlich verlaufen. Die Verhaltensweisen sind von Kind zu Kind verschieden und abhängig vom jeweiligen Familienereignis sowie biografischen Verlauf (vgl. ebd.: 163).

Im Trennungskind-Modell lässt sich ein Trend stetiger Konsolidierung des sozialemotionalen Verhaltens bis zur Legitimation einer neuen sozialen Familie „Heirat" feststellen, wohingegen der Konsolidierungsverlauf des Leistungsverhaltens sprunghaft bis zur„Scheidung" verläuft und bereits bei „Heirat" wieder deutlich abfällt. Bei Betrachtung des Waisenkind-Modells zeigt sich eine eher zähe Konsolidierung des sozialemotionalen Verhaltens. Das Leistungsverhalten verläuft ähnlich zu dem des Trennungskind-Modells, fällt jedoch bei „Heirat" nicht ganz so stark unter den Durchschnitt.

Zu bemerken bleibt ferner, dass der Tod von Eltern(teilen) emotional deutlich negativer beeinträchtigend ist als Trennung/Scheidung. Trauer hält bei Tod selbst bei eintretenden positiven Ereignissen an. Ein wesentlicher Unterschied zum Trennungskind-Modell ist außerdem, dass das verstorbene Elternteil hier außerhalb kritischer Betrachtung bleibt, somit kommt es bspw. auch nicht zu binuklearen Familienkonstellationen (vgl. Schlemmer 2004: 163; Schmitz/Schmidt-Denter 1999: 28). Für beide Modelle gilt, dass die Geburt eines Halbgeschwisters einen ernstzunehmenden negativen Effekt auf das Leistungs- sowie sozialemotionales Verhalten von Kindern haben. Lehrkräfte und Eltern müssen diesbezüglich informiert sowie sensibilisiert werden, um betroffenen Kindern und ihren Bedürfnissen sowohl im familialen als auch im Schulkontext besser gerecht werden zu können (vgl. ebd.: 157, 161).

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Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Stabilisierungs- und Destabilisierungsphasen dynamischer Familienkonstellationen
Untertitel
Folgen auf das sozialemotionale und Leistungsverhalten betroffener Kinder
Hochschule
Pädagogische Hochschule Weingarten  (Bildungswissenschaften)
Veranstaltung
Familienbiografienund Schulkarrieren von Kindern
Note
1,0
Autor
Jahr
2017
Seiten
18
Katalognummer
V925587
ISBN (eBook)
9783346288691
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Diskontinuität in Familien, Familiäre Probleme, Schülerleistungen und familiäre Probleme
Arbeit zitieren
Simone Fay (Autor), 2017, Stabilisierungs- und Destabilisierungsphasen dynamischer Familienkonstellationen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/925587

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