Die Bedeutung kommunaler Beteiligungen rückte in den Jahren 2006 und 2007 zweimal in den Mittelpunkt der bundesweiten medialen Berichterstattung. Im Jahr 2006 veräußerte die Landeshauptstadt Dresden die Dresdner Wohnungsbaugesellschaft. Im Jahr darauf verkaufte die Landeshauptstadt Düsseldorf sowohl ihre Mehrheitsanteile an den Stadtwerken, als auch ein umfangreiches Aktienpaket am Energieversorger RWE. Beide Städte konnten durch die Verkäufe ihre Haushalte sanieren und waren danach schuldenfrei. Dadurch wird deutlich, welch umfangreiche Vermögenswerte kommunale Beteiligungen mittlerweile ausmachen. Ungeachtet der Verkäufe in einzelnen Kommunen nehmen gegenwärtig die kommunalen Privatisierungen in Deutschland zu, weshalb sogar noch von einem Zuwachs der organisatorisch ausgegliederten Vermögenswerte ausgegangen werden kann. Ferner ist eine Reduktion der scharfen Trennung zwischen privatrechtlichen und öffentlich-rechtlichen Beteiligungen festzustellen. Um diese umfangreichen Vermögenswerte, in Form von Beteiligungen an außerhalb der Verwaltungsorganisation stehenden Institutionen zielführend einsetzen zu können, benötigen öffentliche Verwaltungen ein integriertes Gesamtkonzept. Je größer und differenzierter die Beteiligungen sind, desto wichtiger ist ein entsprechendes Konzept.
In der vorliegenden Arbeit wird ein Beteiligungsmanagementkonzept für den Bezirk Oberby. ausgearbeitet. Die bayerischen Bezirke stehen in einem besonderen Spannungsfeld. Einerseits finanzieren sie sich überwiegend über die so genannte Bezirksumlage, die von den Landkreisen und kreisfreien Städten abgeführt wird. Die Bezirke stehen daher immer unter kritischer kommunalpolitischer Beobachtung bezüglich ihrer Wirtschaftlichkeit und Aufgabenerfüllung. Anderseits wird die Notwendigkeit der Bayerischen Bezirke auch auf landespolitischer Ebene immer wieder kritisch hinterfragt. Zudem besteht für die bayerischen Bezirke die Verpflichtung, ihre gesetzlich zugewiesenen Aufgaben dauerhaft und wirtschaftlich zu erfüllen. Für die bayerischen Bezirke besteht somit die Herausforderung, ihre Vermögenswerte zielgerichtet einzusetzen und daher ihre Beteiligungen wirtschaftlich und aufgabenbezogen zu steuern. Der Bezirk Oberbayern als flächenmäßig größter Bezirk und der Bezirk mit der größten Einwohnerzahl, steht dabei besonders im Blickfeld. Ansätze, zum Aufbau eines Beteiligungsmanagements in einer öffentlichen Verwaltung, werden daher am Beispiel des Bezirks Oberbayern herausgearbeitet.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1. Erläuterung der Problemstellung
1.2. Erläuterung des Begriffs Beteiligung
1.3. Erläuterung des Begriffs Beteiligungsmanagement
1.4. Ziel und Gang der Untersuchung
2. Schwachstellenanalyse der bisherigen Beteiligungssteuerung
2.1. Aufbau und Arbeitsfelder des Bezirks Oberbayern
2.2. Beteiligungen des Bezirks Oberbayern
2.3. Anforderungen an ein Beteiligungsmanagement in einer öffentlichen Verwaltung
2.4. Schwachstellen des Bezirks Oberbayern
3. Ausgestaltung des Beteiligungsmanagements beim Bezirk Oberbayern
3.1. Controllinginstrumente
3.1.1. Strategisches Controlling
3.1.2. Operatives Controlling
3.1.3. Berichtswesen
3.2. Organisatorischer Aufbau
3.2.1. Aufbauorganisation
3.2.2. Rechtsform
3.2.3. Mandatsbetreuung
4. Resümee
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung eines ganzheitlichen Beteiligungsmanagementkonzepts für den Bezirk Oberbayern, um die derzeitigen Kontroll- und Steuerungsdefizite bei kommunalen Beteiligungen abzubauen und eine effiziente Aufgabenerfüllung zu gewährleisten.
- Analyse der Ist-Situation und Schwachstellen der bisherigen Beteiligungssteuerung im Bezirk Oberbayern.
- Definition von Kriterien für ein anforderungsgerechtes Beteiligungsmanagement in der öffentlichen Verwaltung.
- Anpassung und Implementierung strategischer Controllinginstrumente (Portfolioanalyse, Szenariotechnik, etc.).
- Entwicklung eines einheitlichen Berichtswesens und einer effizienten Aufbauorganisation.
- Integration der Ergebnisse in die Verwaltungsstruktur zur Sicherstellung einer zielgerichteten Gesamtsteuerung.
Auszug aus dem Buch
1.1. Erläuterung der Problemstellung
Die Bedeutung kommunaler Beteiligungen rückte in den Jahren 2006 und 2007 zweimal in den Mittelpunkt der bundesweiten medialen Berichterstattung. Im Jahr 2006 veräußerte die Landeshauptstadt Dresden die Dresdner Wohnungsbaugesellschaft. Im Jahr darauf verkaufte die Landeshauptstadt Düsseldorf sowohl ihre Mehrheitsanteile an den Stadtwerken, als auch ein umfangreiches Aktienpaket am Energieversorger RWE. Beide Städte konnten durch die Verkäufe ihre Haushalte sanieren und waren danach schuldenfrei. Dadurch wird deutlich, welch umfangreiche Vermögenswerte kommunale Beteiligungen mittlerweile ausmachen.
Ungeachtet der Verkäufe in einzelnen Kommunen nehmen gegenwärtig die kommunalen Privatisierungen in Deutschland zu, weshalb sogar noch von einem Zuwachs der organisatorisch ausgegliederten Vermögenswerte ausgegangen werden kann. Ferner ist eine Reduktion der scharfen Trennung zwischen privatrechtlichen und öffentlich-rechtlichen Beteiligungen festzustellen. Um diese umfangreichen Vermögenswerte, in Form von Beteiligungen an außerhalb der Verwaltungsorganisation stehenden Institutionen, zielführend einsetzen zu können, benötigen öffentliche Verwaltungen ein integriertes Gesamtkonzept. Je größer und differenzierter die Beteiligungen sind, desto wichtiger ist ein entsprechendes Konzept. Daher stellt sich die Frage wie der Aufbau eines Beteiligungsmanagements in einer öffentlichen Verwaltung ausgestaltet sein kann.
In der vorliegenden Arbeit wird ein Beteiligungsmanagementkonzept für den Bezirk Oberbayern ausgearbeitet. Die bayerischen Bezirke stehen in einem besonderen Spannungsfeld. Einerseits finanzieren sie sich überwiegend über die so genannte Bezirksumlage, die von den Landkreisen und kreisfreien Städten abgeführt wird. Die Bezirke stehen daher immer unter kritischer kommunalpolitischer Beobachtung bezüglich ihrer Wirtschaftlichkeit und Aufgabenerfüllung.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Problematik kommunaler Beteiligungen ein und erläutert das Ziel sowie den Aufbau der Untersuchung.
2. Schwachstellenanalyse der bisherigen Beteiligungssteuerung: Hier werden der Aufbau des Bezirks, die bestehenden Beteiligungen sowie die aktuellen Defizite in der Steuerung kritisch analysiert.
3. Ausgestaltung des Beteiligungsmanagements beim Bezirk Oberbayern: Dieses Kapitel entwickelt ein konkretes Konzept bestehend aus Controllinginstrumenten und einem organisatorischen Aufbau zur Behebung der identifizierten Mängel.
4. Resümee: Hier werden die Ergebnisse der Untersuchung zusammengefasst und die Anforderungen an ein zukünftiges Beteiligungsmanagement bewertet.
Schlüsselwörter
Beteiligungsmanagement, Bezirk Oberbayern, Kommunalverwaltung, Controlling, Beteiligungssteuerung, Strategisches Controlling, Operatives Controlling, Berichtswesen, Aufbauorganisation, Portfolioanalyse, Szenariotechnik, Wirtschaftlichkeit, Öffentliche Verwaltung, Haushalt, Mandatsbetreuung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit entwickelt ein Beteiligungsmanagementkonzept für den Bezirk Oberbayern, um die Steuerung von kommunalen Beteiligungen zu optimieren.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Schwerpunkte liegen auf der Beteiligungsverwaltung, der Beteiligungspolitik und dem Beteiligungscontrolling.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die fundierte Konzeption eines ganzheitlichen Beteiligungsmanagements, das Kontroll- und Steuerungsdefizite abbaut.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt Literaturanalysen, Inhaltsanalysen sowie teilstrukturierte Interviews mit Fachpersonal.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert bestehende Schwachstellen und erarbeitet Controllinginstrumente sowie eine neue Aufbauorganisation für den Bezirk.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Beteiligungscontrolling, öffentliche Aufgaben, Wirtschaftlichkeit, Portfolioanalyse und Mandatsbetreuung.
Warum ist eine Portfolioanalyse für den Bezirk sinnvoll?
Sie dient als Instrument, um Entscheidungen über die Gründung, Ausgestaltung oder Liquidierung von Beteiligungen auf einer objektiven Datengrundlage zu treffen.
Welche Rolle spielt die Aufbauorganisation?
Die Aufbauorganisation regelt die Zuständigkeiten und die hierarchische Anbindung des Beteiligungsmanagements, um eine effiziente Aufgabenwahrnehmung zu gewährleisten.
Wie soll das Beteiligungsmanagement beim Bezirk organisatorisch verankert werden?
Der Autor empfiehlt die Einrichtung einer Stabsstelle direkt beim Bezirkstagspräsidenten, um den Zugriff der politischen Führung sicherzustellen.
Warum ist ein einheitliches Berichtswesen notwendig?
Es dient dazu, Mandatsträgern entscheidungsreife Informationen über die Beteiligungen zeitnah und einheitlich bereitzustellen.
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- Dipl.-Verwaltungswirt (FH), Master of Public Administration Kilian Wolf (Author), 2008, Ansätze zum Aufbau eines Beteiligungsmanagements in einer öffentlichen Verwaltung am Beispiel des Bezirks Oberbayern, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/92624