Schlägt man in einem der gängigen Lexika nach, so erhält man für den Begriff INNENSTADT eine Vielzahl von Erläuterungen. Laut der Internetseite Wikipedia sei die Innenstadt, der Stadtteil, welcher umgangssprachlich so genannt wird, da er keinen separat ausgewiesenen Namen trägt. Würde man noch weiter suchen, so käme man zu einer Vielzahl von Behauptungen, doch in einer Position sind sich alle einig: die Innenstadt entstand vorwiegend im Kern einer Stadt. Innenstädte sind von Menschen für Menschen geschaffen worden und haben in der Vergangenheit für den Menschen eine Fülle an Funktionen erfüllt. Die Stadt war Zufluchtsort, Wohnort, Handelsplatz sowie Zentrum der politischen und kirchlichen Macht. Traditionell und orientiert an dieser vorherrschenden Multifunktionalität siedelten sich an diesen Standort die Einzelhandelsbetriebe an.
Mittlerweile aber verliert die Innenstadt mehr und mehr an Attraktivität, verliert ihre Rolle der Multifunktionalität und insbesondere neuentstandene Standorte – außerhalb der Innenstadt auf der „grünen Wiese“ – lassen die Innenstadt in einen Konkurrenzkampf treten und ihre
traditionellen Qualitäten und Merkmale verschwinden.
Unabhängig von gewachsenen Strukturen entstehen zahlreiche Einzelhandelsformen unter dem Begriff „grüne Wiese“, welche TIETZ als „das neue sekundäre Ladennetz an autokun-denorientierten Standorten am Rande oder außerhalb von Siedlungsgebieten“ beschreibt und als „Feindbild Nr. 1“ von den innerstädtischen Einzelhändlern tituliert werden.
Die Industrie- und Handelskammer (IHK) warnt vor einer Verödung der Innenstädte, die Konkurrenz der Einkaufszentren mache den mittelständischen Einzelhändlern schwer zu schaffen und mit alteingesessenen Fachgeschäften verliere die Stadt an Flair.
Doch im Zuge aller Warnungen und Meinungen, was ist das Kernproblem mit dem eine Innenstadt heutzutage zu kämpfen hat?
Wer ist an diesem Problem beteiligt und wer könnte einer Verödung entgegenwirken?
Welche Bedeutung kommt der Innenstadt heute und in Zukunft zu?
Ist es „nur“ das veränderte Konsumverhalten der Konsumenten, welche ein umfangreiches Warensortiment, günstige Verkehrsanbindungen, gute Erreichbarkeit und ausreichende Park-platzmöglichkeiten fordern, und somit durch eine gestiegene Mobilität, den Einkaufszentren eine höhere Akzeptanz zuführen und die Innenstädte nur noch als „veraltert“ ansehen?
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
1.1. Problemstellung
1.2. Ziel und Aubau der Arbeit
2. STANDORT UND STANDORTMAßNAHMEN IN DER INNENSTADT
2.1. Bedeutung der Innenstadt
2.1.1. Funktionen und Aktivitäten
2.1.2. Leitbild Multifunktionalität
2.2. Besondere Probleme der Standorts Innenstadt
2.2.1. Struktureller Wandel
2.2.2. Demographischer Wandel
2.2.3. Verhaltensorientierte Innenstadtprobleme
2.3. Zusammenhang zwischen Innenstadt-Erlebnis und Innenstadt-Attraktivität
3. STADTMARKETING
3.1. Ursprung und Definition des Begriffes Stadtmarketing
3.2. Entwicklung und Verbreitung des City-/Stadtmarketings in BRD
3.3. Planungsprozeß und Ablauf des Stadtmarketing
3.3.1. Situationsanalyse/Bestandsaufnahme
3.3.2. Stärke-/Schwächen-Analyse
3.3.3. Zieldefinition und Strategieentwicklung
3.3.4. Umsetzung und Durchführung der Maßnahme
3.4. Handlungsfelder und Bearbeitungsansätze
3.4.1. Maßnahmen zur Verbesserung der Innenstadt
3.4.2. Handel als Attraktivitätsfaktor
3.4.3. Innenstadtgestaltung
3.5. Unterstützung der Innenstadt durch das Stadtmarketing
3.5.1. Modellbeispiel NRW
3.5.2. Zukunft des Stadtmarketing
4. „GRÜNE WIESE“
4.1. Allgemeine Definition
4.2. Gründe für die Peripherieansiedlung
4.3. Vor- und Nachteile der Ansiedlung
4.4. Probleme der „Grünen Wiese“
5. „GRÜNE WIESE“ – RISIKO FÜR INNENSTÄDTE
5.1. Spannungsfeld „Grüne Wiese“ und Innenstadt
5.2. Identitäts- , Identifikations- und Imageverlust der Innenstädte
6. STELLENWERT DES HANDELS FÜR DAS STADTMARKETING
7. ERLÄUTERUNGEN AM BEISPIEL DER INNENSTADT OHZ UND DER „GRÜNEN WIESE“ „WESERPARK“
7.1.Standortbeschreibung und -entwicklung Osterholz-Scharmbeck
7.2. Perspektiven, zukünftige Planungen, Innovationen
7.2.1. Allgemeine Situation
7.2.2. Perspektiven für Osterholz-Scharmbeck
7.3. Standortbeschreibung und -entwicklung des Weserpark
7.4. Perspektiven, zukünftige Planungen und Innovationen
7.5. Befragung von Interessengruppen
7.5.1. Wahrnehmung der Innenstadt
7.6. Expertengespräche
7.6.1. Vorgehensweise Expertengespräche
8. FAZIT UND PERSÖNLICHE MEINUNG
9. LITERATURVERZEICHNIS
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die aktuelle Situation von Innenstädten im Wettbewerb zu peripheren Einzelhandelsansiedlungen („Grüne Wiese“) und analysiert, wie Stadtmarketing als Instrument zur Attraktivitätssteigerung und zur Erhaltung der Multifunktionalität eingesetzt werden kann, um Kaufkraft in den Innenstadtkernen zu sichern.
- Wettbewerbsanalyse Innenstadt versus „Grüne Wiese“
- Rolle des Handels und des Stadtmarketings bei der Standortentwicklung
- Identitäts- und Imageverlust durch periphere Ansiedlungen
- Empirische Untersuchung am Beispiel von Osterholz-Scharmbeck und dem Weserpark
Auszug aus dem Buch
1.1. Problemstellung
Schlägt man in einem der gängigen Lexika nach, so erhält man für den Begriff INNENSTADT eine Vielzahl von Erläuterungen. Laut der Internetseite Wikipedia sei die Innenstadt, der Stadtteil, welcher umgangssprachlich so genannt wird, da er keinen separat ausgewiesenen Namen trägt. Würde man noch weiter suchen, so käme man zu einer Vielzahl von Behauptungen, doch in einer Position sind sich alle einig: die Innenstadt entstand vorwiegend im Kern einer Stadt. Innenstädte sind von Menschen für Menschen geschaffen worden und haben in der Vergangenheit für den Menschen eine Fülle an Funktionen erfüllt. Die Stadt war Zufluchtsort, Wohnort, Handelsplatz sowie Zentrum der politischen und kirchlichen Macht. Traditionell und orientiert an dieser vorherrschenden Multifunktionalität siedelten sich an diesen Standort die Einzelhandelsbetriebe an.
Mittlerweile aber verliert die Innenstadt mehr und mehr an Attraktivität, verliert ihre Rolle der Multifunktionalität und insbesondere neuentstandene Standorte – außerhalb der Innenstadt auf der „grünen Wiese“ – lassen die Innenstadt in einen Konkurrenzkampf treten und ihre traditionellen Qualitäten und Merkmale verschwinden.
Unabhängig von gewachsenen Strukturen entstehen zahlreiche Einzelhandelsformen unter dem Begriff „grüne Wiese“, welche TIETZ als „das neue sekundäre Ladennetz an autokundenorientierten Standorten am Rande oder außerhalb von Siedlungsgebieten“ beschreibt und als „Feindbild Nr. 1“ von den innerstädtischen Einzelhändlern tituliert werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Definiert die Problemstellung der schwindenden Innenstadtattraktivität gegenüber peripheren Standorten und umreißt den Aufbau der Untersuchung.
2. STANDORT UND STANDORTMAßNAHMEN IN DER INNENSTADT: Analysiert theoretische Grundlagen zum Standort Innenstadt, dessen Funktionen sowie strukturelle und demographische Problematiken.
3. STADTMARKETING: Beschreibt das Stadtmarketing als strategisches Instrument zur Koordination städtischer Entwicklung und zur Stärkung der Attraktivität.
4. „GRÜNE WIESE“: Erläutert Definitionen, Gründe für die Standortwahl an der Peripherie sowie die spezifischen Vor- und Nachteile dieser Einzelhandelsagglomerationen.
5. „GRÜNE WIESE“ – RISIKO FÜR INNENSTÄDTE: Untersucht das Spannungsfeld zwischen traditionellen Stadtkernen und modernen Einkaufszentren sowie die daraus resultierenden Identitäts- und Kaufkraftverluste.
6. STELLENWERT DES HANDELS FÜR DAS STADTMARKETING: Beleuchtet die zentrale Bedeutung des Einzelhandels als tragende Säule für die Vitalität und Attraktivität einer lebendigen Innenstadt.
7. ERLÄUTERUNGEN AM BEISPIEL DER INNENSTADT OHZ UND DER „GRÜNEN WIESE“ „WESERPARK“: Überträgt die erarbeiteten Aspekte auf das praktische Fallbeispiel von Osterholz-Scharmbeck und ergänzt dies durch Experteninterviews.
8. FAZIT UND PERSÖNLICHE MEINUNG: Führt die Erkenntnisse zusammen und schlägt eine aktive, kooperative Gestaltung der Innenstadt zur Sicherung zukünftiger Wettbewerbsfähigkeit vor.
9. LITERATURVERZEICHNIS: Listet die verwendeten Quellen in Form von Fachbüchern, Zeitschriftenartikeln und Internetquellen auf.
Schlüsselwörter
Innenstadt, Stadtmarketing, Grüne Wiese, Einzelhandel, Standortfaktoren, Kaufkraftbindung, Multifunktionalität, Demographischer Wandel, Stadtentwicklung, Erlebnisraum, Osterholz-Scharmbeck, Weserpark, Shopping-Center, Suburbanisierung, Konsumentenverhalten.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Hausarbeit behandelt die kritische Konkurrenzsituation zwischen traditionellen Innenstädten und peripheren Einkaufszentren auf der „Grünen Wiese“.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen die Attraktivitätsfaktoren der Innenstadt, die Instrumente des Stadtmarketings und die Auswirkungen peripherer Ansiedlungen auf den städtischen Einzelhandel.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, den Stellenwert des innerstädtischen Handels zu verdeutlichen und Strategien aufzuzeigen, wie Innenstädte durch Stadtmarketing ihre Funktion und Kaufkraft stärken können.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie einer qualitativen empirischen Erhebung in Form einer Besucherbefragung und Experteninterviews in Osterholz-Scharmbeck.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung des Stadtmarketings, die Analyse des Wandels zu peripheren Standorten sowie die praktische Fallstudie zu Osterholz-Scharmbeck.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die wichtigsten Begriffe sind Innenstadt, Stadtmarketing, Grüne Wiese, Einzelhandel, Kaufkraftbindung und Standortfaktoren.
Welche Rolle spielt das Stadtmarketing konkret für die Innenstadt?
Stadtmarketing fungiert als integrativer Prozess, um verschiedene Akteure zu vernetzen, das Image zu pflegen und Maßnahmen zur Qualitätssteigerung und Erlebnisorientierung umzusetzen.
Wie unterscheidet sich der Weserpark von der Innenstadt Osterholz-Scharmbeck?
Während der Weserpark als überdachtes, geplantes Groß-Einkaufszentrum auf einer peripheren Fläche agiert, ist die Innenstadt historisch gewachsen und erfüllt neben der Handelsfunktion auch soziale und administrative Rollen.
Welche Schlussfolgerung ziehen die Autoren aus den Experteninterviews?
Die Experten betonen die Notwendigkeit einer engen Zusammenarbeit zwischen Stadtverwaltung und Handel sowie die Bedeutung von Profilschärfung und spezifischen Maßnahmen zur Kundenbindung.
Was sind die zentralen Herausforderungen für die Innenstädte in den kommenden Jahren?
Die Innenstädte müssen sich als Erlebnisräume positionieren, auf verändertes Konsumentenverhalten und demographische Veränderungen reagieren und durch eine aktive Stadtplanung gegen Kaufkraftabwanderung kämpfen.
- Quote paper
- Thomas Czisch (Author), André Pointmaier (Author), Stefan Molkentin (Author), 2006, Handel in der Innenstadt. Aktuelle Situation und Probleme der Peripherieansiedlung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/92749