Das Ziel dieser Arbeit wird es sein, die Frage zu beantworten, ob das Diakonat der Frau in der Katholischen Kirche legitimiert werden kann.
In der heutigen Zeit ist das Thema „Diakonat der Frau in der Katholischen Kirche“ von großer Brisanz geprägt. Die Rufe nach einem Diakonat der Frau werden in der Gesellschaft und der Theologie immer lauter. Mit Papst Franziskus ist die Hoffnung verbunden, einen Reformer an der Spitze der Katholischen Kirche zu haben. In absehbarer Zeit steht die Amazonassynode an, wo auch die Themenbereiche des Frauenpriestertums und des Frauendiakonats behandelt werden sollen.
In dieser Arbeit soll sich aber auf das Frauendiakonat beschränkt werden unter den Gesichtspunkten der Exegese, des Kirchenrechts, der römischen Lehraussagen und der Theologie insbesondere der Dogmatik. Die Hausarbeit ist genau unter diesen Aspekten nacheinander aufgebaut und schließt mit einem Resümee ab.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Diakonat der Frau in den paulinischen Briefen
3. Kirchenrechtliche Aspekte und römische Lehraussagen
4. Theologische Aspekte unter dem Schwerpunkt der Dogmatik
5. Resümee
6. Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Frage, ob das Diakonat der Frau in der katholischen Kirche unter exegetischen, kirchenrechtlichen, lehramtlichen und dogmatischen Gesichtspunkten legitimiert werden kann, wobei die aktuelle Relevanz des Themas im Kontext kirchlicher Reformdebatten hervorgehoben wird.
- Exegese biblischer Zeugnisse zum Diakonat
- Kirchenrechtliche Analyse des Codex Iuris Canonici (CIC)
- Lehramtliche Positionen und apostolische Schreiben
- Dogmatische Begründung der Geschlechterdifferenz
Auszug aus dem Buch
Diakonat der Frau in den paulinischen Briefen
Im Folgenden werden nun die Bibelstellen herausgearbeitet, die in einer direkten Verbindung mit dem Thema „Diakonat der Frau“ stehen. In den paulinischen Briefen gab es sehr viele weibliche Mitarbeiter von Paulus, deren Erwähnung und Herausarbeitung aus der Bibel die Grenzen dieser Arbeit sprengen würden.
In dem Kapitel Röm 16 werden verschiedene Mitarbeiter Paulus gegrüßt. Eine Dienerin der Gemeinde von Kenchreä mit dem Namen Phöbe wird in diesem Kapitel besonders erwähnt: „Nehmt sie im Namen des Herrn auf, wie es Heilige tun sollen, und steht ihr in jeder Sache bei, in der sie euch braucht; denn für viele war sie ein Beistand, auch für mich selbst.“ (Röm 16,2)
In 1 Tim 3,8-13 spricht Paulus von der Diakonie an sich. So schildert er aus seiner Sicht, dass Diakone nicht dem Wein ergeben und gewinnsüchtig sein sollen (vgl. 1 Tim 3,8). Des Weiteren erklärt er, dass Diakone „mit reinem Gewissen am Geheimnis des Glaubens festhalten“ (1 Tim 3,9) sollen. Zudem zeigt er in dem Kontext der Diakonie auf, dass „Frauen ehrbar sein, nicht verleumderisch, sondern nüchtern und in allem zuverlässig“ (1 Tim 3,11) sein sollen.
Im weiteren Verlauf werden die Positionen zu den herausgearbeiteten Bibelstellen erläutert.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung skizziert die aktuelle Brisanz der Debatte um das Frauendiakonat und legt die Zielsetzung der Arbeit unter Berücksichtigung exegese-, kirchenrechts- und dogmengeschichtlicher Aspekte fest.
2. Diakonat der Frau in den paulinischen Briefen: Dieses Kapitel untersucht biblische Belege für weibliche Dienste in der Urkirche, insbesondere die Figur der Phöbe im Römerbrief und die Anweisungen im 1. Timotheusbrief.
3. Kirchenrechtliche Aspekte und römische Lehraussagen: Hier wird der Codex Iuris Canonici im Kontext der Weihevorbehalte analysiert und der Einfluss des apostolischen Schreibens "Ordinatio Sacerdotalis" auf die Debatte kritisch hinterfragt.
4. Theologische Aspekte unter dem Schwerpunkt der Dogmatik: Das Kapitel widmet sich der dogmatischen Argumentation, insbesondere der sakramentalen Repräsentanz Christi und der theologischen Deutung der Geschlechterdifferenz.
5. Resümee: Das Resümee führt die gewonnenen Erkenntnisse zusammen und bewertet die Legitimationsmöglichkeiten des Frauendiakonats in der heutigen kirchlichen Praxis.
6. Literaturverzeichnis: Das Verzeichnis listet sämtliche herangezogenen wissenschaftlichen Quellen und Dokumente auf.
Schlüsselwörter
Diakonat der Frau, Katholische Kirche, Ekklesiologie, Exegese, Kirchenrecht, Dogmatik, Ordinatio Sacerdotalis, Phöbe, Sakrament, Geschlechterdifferenz, Weiheamt, Pastoralsituation, Urkirche, Ämterspiegel, Reformdebatte.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Frage, ob ein Diakonat für Frauen in der katholischen Kirche theologisch und kirchenrechtlich begründet werden kann.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Untersuchung konzentriert sich auf die Exegese neutestamentlicher Texte, kirchenrechtliche Bestimmungen im CIC sowie dogmatische Argumentationen zur Geschlechterdifferenz.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob das Frauendiakonat unter den analysierten Gesichtspunkten legitimiert werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine theologiegeschichtliche und systematisch-theologische Analyse unter Einbeziehung kirchenrechtlicher und exegetischer Fachliteratur.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert biblische Stellen (Röm 16, 1 Tim 3), die rechtliche Situation im CIC und die dogmatische Debatte um die sakramentale Repräsentanz.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Frauendiakonat, sakramentale Weihe, kirchenrechtliche Implikationen und die Rolle der Frau im Urchristentum.
Welche Rolle spielt Phöbe in der Argumentation?
Phöbe wird als zentraler biblischer Beleg für eine frühkirchliche diakonale Tätigkeit von Frauen angeführt, deren Status als Diakonin exegetisch diskutiert wird.
Wie bewertet der Autor die päpstliche Verlautbarung "Ordinatio Sacerdotalis"?
Der Autor argumentiert, dass das Schreiben zwar das Priestertum für Frauen ablehnt, aber das Diakonat nicht explizit ausschließt, was zu einer Intensivierung der Debatte geführt habe.
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- Sebastian Mester (Author), 2019, Das Diakonat der Frau in der Katholischen Kirche, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/930041