Ziel dieser Arbeit ist es, die Entkopplung der realwirtschaftlichen von der monetären Sphäre im Finanzmarkt und ihre Auswirkungen zu untersuchen, was am Beispiel von Hedge Fonds veranschaulicht wird, da diese in besonderem Masse die neuartigen (spekulativen) Finanzinstrumente zur Renditemaximierung einsetzen, welche Finanztransaktionen als Selbstzwecke erkennen und deren Entstehung durch die Liberalisierung des Kapitalverkehrs sowie der Finanzmarktintegration erst ermöglicht wurde. Dies wird näher dargestellt am Beispiel des Devisenmarktes.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
2. Entwicklung der Finanzmärkte seit dem 2. Weltkrieg
3. Institutionen
4. Neue Finanzinstrumente
5. Entkopplung realwirtschaftliche – monetäre Sphäre am Beispiel der Spekulation am Devisenmarkt
6. Auswirkungen der Entkopplung und Devisenspekulation auf die Realwirtschaft
7. Ansätze für eine „neue Finanzarchitektur“
8. Bibliographie
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Prozess der zunehmenden Entkopplung der realwirtschaftlichen von der monetären Sphäre innerhalb der globalisierten Finanzmärkte. Im Zentrum steht dabei die Analyse der Rolle von spekulativen Finanztransaktionen, insbesondere am Beispiel von Hedge Fonds, sowie deren potenzielle Auswirkungen auf die Stabilität nationaler Volkswirtschaften.
- Globalisierung der Finanzmärkte und ihre historische Entwicklung
- Bedeutung institutioneller Anleger wie Hedge Fonds
- Funktionsweise derivativer Finanzinstrumente
- Spekulation am Devisenmarkt als Beispiel für marktferne Transaktionen
- Systemische Risiken und Lösungsansätze für eine neue Finanzarchitektur
Auszug aus dem Buch
5. Entkopplung realwirtschaftliche – monetäre Sphäre am Beispiel der Spekulation am Devisenmarkt
Während der weltweite Handel mit Gütern und Dienstleistungen die Globalisierung der Wirtschaft prägte, so sind diese Entwicklungen von den enormen Zuwächsen des internationalen Kapitalverkehrs seit den 1970er Jahren in den Schatten gestellt worden. War der internationale Kapitalverkehr früher eine Begleiterscheinung, eine Hilfsfunktion des Warenhandels, so kann heute gesagt werden, dass Finanztransaktionen einem Selbstzweck dienen. „Alleine der Handel mit Anleihen erreichte bis zum Jahre 1999 ein jährliches Volumen von 23 Billionen Dollar – das 250fache der Umsätze des Jahres 1970.“24 Nun beschreiben diese Umsatzzahlen jedoch nicht die real verfügbare Menge liquiden Kapitals. Innerhalb von Sekunden werden dieselben Milliardenbeträge von einem Währungsraum in den anderen verschoben. Schätzungen auf die Menge des nicht an die Realwirtschaft gebundenen Kapitals belaufen sich auf mehr als 80 Billionen Dollar, welches die verschiedenen Volkswirtschaften untereinander verflechtet und Währungsunsicherheiten erzeugt.25
Wechselkursspekulation kann als Beispiel für derartige von der Realwirtschaft losgelöste Finanztransaktionen gesehen werden. Die theoretisch wichtigste Determinante zur Erklärung von Wechselkursschwankungen ist das Verhältnis von in- zu ausländischem Preisniveau.26 Die (Devisen-)Spekulation orientiert sich nun an einer „gewinnorientierten Ausnutzung erwarteter Preisänderungen von […] Devisen“27, unter der Annahme, dass ein Wechselkurs nicht den von Angebot und Nachfrage determinierten Wert wiedergibt, sondern beispielsweise überbewertet ist, da er „sehr oft von Regierungen und Notenbanken gegen die Marktkräfte und den wirtschaftlichen Trend beeinflusst [wird].“28
Dies ist die in der Definition des Bankenverbandes zur Tätigkeit von Hedge Fonds oben angesprochene Korrektur falscher Preisbildung an Märkten. Der Hedge Fonds Manager George Soros brachte diese als Global Macro bekannt gewordene Anlagestrategie29 mit seinem Quantum Fonds 1992 in die Schlagzeilen, als er erfolgreich mit anderen Investoren gegen den britischen Pfund wettete, und die Bank of England zu einer Abwertung zwang.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Definition des Globalisierungsbegriffs im Kontext der ökonomischen Globalisierung und Abgrenzung des Fokus auf die Finanzmärkte.
2. Entwicklung der Finanzmärkte seit dem 2. Weltkrieg: Analyse der politischen Weichenstellungen seit 1948 und des Systemwechsels nach dem Zusammenbruch von Bretton Woods im Jahr 1973.
3. Institutionen: Untersuchung der wachsenden Bedeutung institutioneller Akteure und deren grenzüberschreitender Investitionstätigkeiten in Schwellenmärkten.
4. Neue Finanzinstrumente: Erläuterung der Entstehung derivativer Produkte zur Diversifizierung und Renditemaximierung sowie deren Funktion bei der Steuerung von Preisrisiken.
5. Entkopplung realwirtschaftliche – monetäre Sphäre am Beispiel der Spekulation am Devisenmarkt: Darstellung der Verselbstständigung von Finanztransaktionen und deren Auswirkungen auf Währungsstabilität durch spekulative Angriffe.
6. Auswirkungen der Entkopplung und Devisenspekulation auf die Realwirtschaft: Analyse der ökonomischen Folgen von Spekulationswellen und systemischen Risiken für Volkswirtschaften.
7. Ansätze für eine „neue Finanzarchitektur“: Diskussion von Regulierungsmaßnahmen wie der Tobin-Steuer und Kapitalverkehrskontrollen zur Krisenprävention.
8. Bibliographie: Auflistung der verwendeten Literatur und Internetquellen.
Schlüsselwörter
Globalisierung, Finanzmärkte, Hedge Fonds, Spekulation, Devisenmarkt, Realwirtschaft, Kapitalverkehr, Finanzinnovationen, Derivate, Finanzarchitektur, Währungskrise, Renditemaximierung, Tobin-Steuer, Systemrisiko, Weltwirtschaft.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die ökonomische Globalisierung mit einem spezifischen Fokus auf die Finanzmärkte und die zunehmende Entkopplung von realwirtschaftlichen Prozessen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Entwicklung der Finanzmärkte nach 1945, die Rolle institutioneller Akteure, der Einsatz komplexer Finanzinstrumente und die Gefahren spekulativer Transaktionen.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es, die Entkopplung der monetären von der realen Wirtschaftssphäre zu untersuchen und deren Auswirkungen, insbesondere durch Hedge-Fonds-Spekulationen, anhand von Krisenbeispielen aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literatur- und Datenanalyse, die theoretische Ansätze mit empirischen Daten zu Finanzkrisen und Marktentwicklungen verknüpft.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die historischen Entwicklungen, institutionelle Strukturen, neue Finanzinstrumente sowie konkrete Mechanismen der Devisenspekulation analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie Globalisierung, Finanzmärkte, Spekulation, Hedge Fonds und Finanzarchitektur charakterisieren.
Welche Rolle spielt die Tobin-Steuer in der Arbeit?
Die Tobin-Steuer wird als eine mögliche, wenn auch kritisch bewertete Maßnahme zur Stabilisierung der Devisenmärkte im Rahmen einer angestrebten neuen Finanzarchitektur diskutiert.
Was zeigt das Beispiel des Long-Term Capital Management (LTCM)?
Das LTCM-Beispiel illustriert das systemische Risiko, das entsteht, wenn institutionelle Großanleger mit geliehenem Kapital hohe Risiken eingehen, die im Krisenfall das gesamte internationale Bankensystem gefährden können.
- Citation du texte
- Frederik Teufel (Auteur), 2006, Die Globalisierung der Finanzmärkte, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/93130