Der gesellschaftliche Wandel und Fortschritt führt zur Individualisierung in einer modernen Gesellschaft, wo die Partikularinteressen der Individuen oder der Gruppen gegenüber dem Gemeinwohl im Vordergrund stehen. Die Realität bestätigt uns ständig, dass die Gesellschaft immer mit Problemen, Konflikten, Krisen usw. zu tun hatte und dies auch in der Zukunft haben wird...
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriffliche Orientierung
2.1 Moral
2.2. Moralische Urteilsfähigkeit
3. Moralentwicklung und Entwicklungsbedingungen
3.1. Die Stufentheorie von Kohlberg
3.2. Entwicklungsbedingungen der moralischen Urteilsfähigkeit
4. Darstellung der Befundlagen und Förderung der moral. Urteilsfähigkeit
4.1. Studie nach Kenner
4.2. Studie nach Beck u.a.
4.3. Förderung der moralischen Urteilsfähigkeit
5. Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die Arbeit untersucht die Abhängigkeiten und Bedingungen der Entwicklung moralischer Urteilsfähigkeit im beruflichen Kontext. Das primäre Ziel ist es, den Einfluss von Schule und Betrieb auf diesen Reifeprozess zu analysieren und Möglichkeiten der pädagogischen Förderung aufzuzeigen.
- Stufentheorie der Moralentwicklung nach Kohlberg
- Soziobiographische Entwicklungsbedingungen nach Lempert
- Empirische Studien zu moralischen Urteilsprozessen bei Auszubildenden
- Methoden zur Förderung moralischer Kompetenz (Dilemmadiskussion und moralische Atmosphäre)
Auszug aus dem Buch
3.1. Stufentheorie nach Kohlberg
Bevor die einzelnen Stufen hier erläutert werden, sollen die folgenden Annahmen dargestellt werden: 1. Die Entwicklung erfolgt von unten nach oben, also von eins (am schlechtesten) bis sechs (am besten). 2. Die Entwicklungsabfolge ist universell, d.h. sie ist überall auf der Welt gleich. 3. Der Rückfall von einer höheren Stufe zur einer niedrigen Stufe ist nur in ganz bestimmten Fällen möglich, es gibt selten Regression..
Nun sollen die Stufen der Moralentwicklung im Einzelnen erläutert werden: Nach Kohlberg gibt es 3 Ebenen mit jeweils 2 Stufen. Im folgenden werden diese Stufen dargestellt. Allerdings geht Kohlberg davon aus, dass ein einzelner Mensch im Lauf seiner Entwicklung eine immer höhere moralische Stufe erreicht. Andere Autoren übernehmen zwar die Stufen Kohlbergs, ordnen diesen Stufen jedoch erwachsene Personen unterschiedlichen Reifegrades zu.
1. Präkonventionelle oder vorkonventionelle Ebene (Stufen 1 und 2) Moralische Entscheidungen werden mit drohenden Strafen, mächtigen Autoritäten oder eigenen Interessen begründet. (Regelgehorsam) Gut und richtig ist, was belohnt wird; schlecht und falsch ist, was bestraft wird. Das Bewertungsprinzip, das dahinter steckt, wird aber (noch) nicht verstanden.
Stufe 1: vergegenständlichend strategisch: Gehorsam, um Strafe zu vermeiden und um Belohung zu erreichen. Nur die Konsequenz der Handlung bestimmt, ob die Handlung gut ist. Wert an sich: Vermeidung von Strafe, Unterordnung unter Autorität.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Darstellung der Problemstellung hinsichtlich moralischer Urteilsfähigkeit in der modernen Gesellschaft und Skizzierung des weiteren Vorgehens.
2. Begriffliche Orientierung: Definition der zentralen Konzepte Moral und moralische Urteilsfähigkeit auf Basis wissenschaftlicher Literatur.
3. Moralentwicklung und Entwicklungsbedingungen: Erläuterung der Stufentheorie von Kohlberg sowie Darlegung der sechs soziobiographischen Bedingungen nach Lempert.
4. Darstellung der Befundlagen und Förderung der moral. Urteilsfähigkeit: Präsentation empirischer Studien zu Berufsschülern und Methoden zur aktiven Förderung der Urteilsfähigkeit.
5. Fazit: Zusammenfassung der Kernergebnisse und kritische persönliche Stellungnahme zur Rolle von Betrieben und Schulen.
Schlüsselwörter
Moralentwicklung, Urteilsfähigkeit, Kohlberg, Lempert, Berufspädagogik, Berufsschule, Ausbildung, Dilemmadiskussion, moralische Atmosphäre, Kompetenz, Sozialisation, Wertschätzung, Konfliktaustragung, Gerechtigkeit, Handlungschancen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung der moralischen Urteilsfähigkeit von Auszubildenden und untersucht, welche Umweltbedingungen in Schule und Betrieb diese Entwicklung fördern oder hemmen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Stufentheorie von Kohlberg, die soziobiographischen Bedingungen nach Lempert sowie praktische Interventionsmöglichkeiten in der Ausbildung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, wovon die Entwicklung moralischer Urteilsfähigkeit im beruflichen Kontext abhängt und wie Institutionen diese Prozesse unterstützen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Auseinandersetzung mit existierenden Stufentheorien sowie die Analyse ausgewählter empirischer Längsschnittstudien von Kenner und Beck.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die begriffliche Klärung, die theoretische Herleitung der Stufen, die Vorstellung empirischer Befunde aus dem Schul- und Betriebsumfeld sowie die Darstellung pädagogischer Fördermethoden.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Moralentwicklung, Urteilsfähigkeit, Dilemmadiskussion, soziobiographische Bedingungen und die moralische Atmosphäre.
Warum schneidet der Betrieb in manchen Bereichen besser ab als die Schule?
Laut den zitierten Studien empfinden Auszubildende ihre Tätigkeit im Betrieb oft als zukunftsweisender und fühlen sich dort als "vollwertige" Mitglieder, während der Schulalltag häufig als weniger bedeutsam oder überdrüssig wahrgenommen wird.
Was versteht man unter der "just community" in diesem Kontext?
Dies bezeichnet den Ansatz, demokratische Entscheidungsstrukturen zu schaffen, in denen Lehrende und Lernende als gleichberechtigte Partner agieren, um so die moralische Reife durch echte Teilhabe zu fördern.
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- Ilir Osmani (Author), 2004, Die Entwicklung moralischer Urteilsfähigkeit im beruflichen Kontext, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/93221