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Konkurrenz der Lebensformen in "Der Heilige Georg" von Reinbot von Durne

Title: Konkurrenz der Lebensformen in "Der Heilige Georg" von Reinbot von Durne

Seminar Paper , 2007 , 13 Pages , Grade: 3,0

Autor:in: Nicolas Hacker (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies
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In dieser Arbeit möchte ich den Text „Der heilige Georg“ von Reinbot von Durne , mit Blick auf das Konkurrenzverhalten der geschilderten Figuren und Religionen, analysieren. Hierzu möchte ich auch das Verhalten der Brüder in Augenschein nehmen, da Georg im Vergleich zu seinen Brüdern die höchste Stellung zu besitzen scheint, obwohl er der Jüngste ist. Dies könnte, in Anbetracht der Tatsache, dass im Mittelalter die Position des Vaters auf den erstgeborenen Sohn übertragen und somit ein Bruch in der Ordnung dargestellt wird, zu einer Konfliktsituation führen, sofern die Brüder des Georg durch Neid und Eifersucht geleitet reagieren und ihr Recht einfordern.

Des weiteren soll die innere Konkurrenz des Georg erarbeitet werden. Denn es stellt sich die Frage, ob Georg nun ein Ritter, ein Heiliger oder beides ist. Steht der Begriff des Ritters in Konkurrenz zu dem Begriff des Heiligen oder ist eine harmonische Symbiose möglich? Georg sollte von Reinbot von Durne, nach Monika Schwarz, als ritterlicher Held charakterisiert werden, da Georg in der Kreuzzugszeit der Kriegerheilige war, der seine Tapferkeit in vielen Schlachten unter Beweis stellte. Dennoch durfte die „Märtyrervita“ , die den Heiligen als standhaften „Blutzeugen“2 und nicht etwa als heroischen Kämpfer feierte, nicht außer Acht gelassen werden. Reinbot von Durne hatte damit zur Aufgabe die beiden Militia - Christi - Vorstellungen, die stark säkularisierte des Hochmittelalters und die spirituelle des Frühmittelalters, in Einklang zu bringen. Georg musste somit sowohl als Vorbild für den höfischen Kreuzritter als auch als Märtyrer dargestellt werden.

Die Darstellung Georgs spielt, nach meiner Meinung, eine Rolle in der Heidenbekehrung, denn Dacian und Georg konkurrieren in Ansehen, Besitz und Glauben. Ich möchte in diesem Punkt erarbeiten, wie sich die Konkurrenz in Ansehen/Besitz und Glauben äußert und aufzeigen, dass der Grund für die Konkurrenz für Dacian ein anderer ist als für Georg, da Dacian nach Ruhm und Macht strebt, die ihm zweifellos zugesprochen werden, wenn er den berühmten Georg besiegen würde, während Georg nicht nach Ruhm strebt, sondern im Auftrag Gottes handelt, um das Teuflische, das, wie sich zeigen wird, im Heidentum zu finden ist, zu vernichten bzw. zum Guten zu kehren.

Excerpt


Gliederung

I. Einleitung

II. Die Familie des heiligen Georg

A. Konkurrenz unter den Brüdern

B. Heiliger oder Ritter

III. Die Heidenbekehrung

IV. Resümee

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert das Konkurrenzverhalten von Figuren und Religionen im Werk „Der heilige Georg“ von Reinbot von Durne, wobei insbesondere die Rollenbilder des Ritters und des Heiligen sowie das familiäre Umfeld und die Auseinandersetzung mit dem Heidentum untersucht werden.

  • Analyse der familiären Dynamik und des Konkurrenzverhaltens unter den Brüdern Georgs
  • Untersuchung der Vereinbarkeit ritterlicher Tugenden mit dem Ideal der Heiligkeit
  • Erörterung der Glaubenskonflikte zwischen dem christlichen Helden Georg und dem Heidenkaiser Dacian
  • Deutung der Rolle von Macht, Ruhm und göttlichem Auftrag innerhalb der Erzählung

Auszug aus dem Buch

B. Heiliger oder Ritter

Wie ich in der Einleitung bereits erwähnt habe, stellt sich für mich die Frage inwiefern die Begriffe ‚Ritter’ und ‚Heiliger’ miteinander harmonieren bzw. sich voneinander differenzieren. Um herauszufinden, ob eine Person sowohl Ritter als auch Heiliger sein kann, muss zunächst geklärt werden was einen Ritter und einen Heiligen ausmacht. Die Begriffe ‚Heiliger’ und ‚Ritter’ sowie ‚heilig’ und ‚ritterlich’ werden im Wörterbuch wie folgt definiert:

„Heiliger: kath. Kirche> heiliggesprochener Verstorbener, der verehrt und um Fürbitte angerufen werden kann.“

„heilig: erhaben über alles irdische (als Eigenschaft Gottes); fromm, von Gottes Geist erfüllt; in tiefster Seele ernst, unverletzlich, unantastbar, verehrungswürdig.“

„Ritter: berittener, vermögender Krieger; (im Mittelalter) adliger Krieger, Edelmann.“

„ritterlich: den Ritter betreffend, zu ihm gehörig, ihm gemäß; einem Ritter ähnlich; edel gesinnt, anständig; schützend-hilfreich, ehrerbietig aufmerksam, zuvorkommend.“

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Einleitung führt in die thematische Analyse der Konkurrenzverhältnisse bei Reinbot von Durne ein und stellt die zentrale Forschungsfrage nach der Vereinbarkeit von Rittertum und Heiligkeit.

II. Die Familie des heiligen Georg: Dieses Kapitel untersucht die familiären Beziehungen Georgs sowie die Frage, ob die Rollen des Ritters und des Heiligen in seiner Person gegensätzlich oder komplementär sind.

III. Die Heidenbekehrung: Hier wird der Konflikt zwischen Georg und dem Kaiser Dacian als Auseinandersetzung zwischen zwei Glaubenswelten und als Ausdruck persönlicher Kränkung analysiert.

IV. Resümee: Das Resümee fasst zusammen, dass Reinbot von Durne ein harmonisches Bild zwischen ritterlichen Idealen und christlicher Heiligkeit zeichnet und den Konflikt primär als Gegensatz zwischen Christen und Heiden darstellt.

Schlüsselwörter

Reinbot von Durne, Der heilige Georg, Rittertum, Heiligkeit, Konkurrenzverhalten, Mittelalter, Heidenbekehrung, Militia Christi, Dacian, Glaubenskonflikt, Tugend, Höfische Gesellschaft, Märtyrervita, Religiöse Identität, Literaturwissenschaft

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Analyse von Konkurrenzverhältnissen in Reinbot von Durnes „Der heilige Georg“, insbesondere im Hinblick auf soziale Rollen und religiöse Gegensätze.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind das ritterliche Ethos, die Heiligenlegende, das Spannungsfeld zwischen Heiden und Christen sowie die familiäre Einbettung des Protagonisten.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es zu ergründen, ob Georg als ritterlicher Held und als Heiliger in Harmonie existieren kann und wie der Dichter diese Identitäten verknüpft.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse des Textes unter Einbeziehung von Fachliteratur und Begriffsdefinitionen, um die Figurendynamik zu durchdringen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Brüderkonkurrenz, die Definition der Begriffe „Ritter“ und „Heiliger“ sowie eine detaillierte Auseinandersetzung mit der Heidenbekehrung durch Dacian.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Rittertum, Heiligkeit, Konkurrenz, Glaubenskonflikt, Tugend, Reinbot von Durne und Militia Christi.

Warum zeigt sich zwischen den Brüdern Georgs keine Konkurrenz?

Die Brüder empfinden keine Neid oder Eifersucht, da sie die besondere, gottgesegnete Gabe Georgs anerkennen und gemeinsam dem Dienst für Gott verpflichtet sind.

Wie deutet der Autor die Folterungen Georgs durch den Kaiser Dacian?

In Anlehnung an Monika Schwarz werden die Folterungen nicht nur als Bekehrungsversuche, sondern vor allem als Rache für die empfundenen Kränkungen von Dacians Ehre und Weltbild interpretiert.

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Details

Title
Konkurrenz der Lebensformen in "Der Heilige Georg" von Reinbot von Durne
College
LMU Munich  (Fakultät für Sprach- und Literaturwissenschaften)
Grade
3,0
Author
Nicolas Hacker (Author)
Publication Year
2007
Pages
13
Catalog Number
V93306
ISBN (eBook)
9783640131693
ISBN (Book)
9783640860128
Language
German
Tags
Konkurenz Lebensformen Heilige Georg Reinbot Durne
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nicolas Hacker (Author), 2007, Konkurrenz der Lebensformen in "Der Heilige Georg" von Reinbot von Durne, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/93306
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