Die vorliegende Hausarbeit widmet sich den unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen, die aufgrund unterschiedlicher Gründe aus ihren Heimatländern zur Flucht gezwungen sind. Dabei befasst sich die Arbeit weniger mit den Motiven der Flüchtlinge, sondern mit den lokalen Lebensbedingungen, die vor ihnen liegen. Zu Beginn wird der Begriff "Flüchtlinge" definiert und durch den Begriff "unbegleitete minderjährige Flüchtlinge" konkretisiert. Dabei wird im Hinblick auf die damit verbundene Gleichberechtigung und somit Chancengleichheit, wie sie in der Genfer Flüchtlingskonvention beschrieben ist, von
Jugendlichen, die aus anderen Ländern nach Deutschland geflohen sind und Jugendlichen mit deutscher Staatsangehörigkeit untersucht. Es wird vor allem auf die Bildung als ein wichtiger Bestandteil des Integrationsprozesses eingegangen und anhand von empirischen Untersuchungen an einer Schule beschrieben, wie es zu einer Benachteiligung von UMF im Bildungssystem
kommt. Eine Benachteiligung von bestimmten Jugendlichen, welche bereits im Bildungssystem herrscht, kann vermutlich Einfluss auf den weiteren Berufsweg von Jugendlichen haben. Anhand des Fallbeispiels Köln wird untersucht, wie die Unterbringung von Flüchtlingen und UMF gelingt und wie die schulischen Kapazitäten für die Integration von den Jugendlichen in das Schulsystem aussehen. Dazu wird Bezug auf eine Studie genommen, die diesen Sachverhalt anhand von neu zugewanderten Schülerinnen und Schülern analysiert, zudem können die Ergebnisse dieser Studien auf die UMF übertragen werden, da sie zu den neu zugewanderten Jugendlichen im schulpflichtigen Alter gehören. Abschließend wird im Fazit erläutert, inwieweit die Chancengleichheit von UMF eingeschränkt wird und im Hinblick auf die Zukunft mögliche Perspektiven der Jugendlichen erläutert. Weltweit flüchten Menschen aus ihren Heimatländern um Schutz und bessere Lebensbedingungen in anderen Ländern zu suchen. In den letzten Jahren stieg dabei die Zahl der Kinder und Jugendlichen unter 18 Jahren. Im Jahr 2016 waren über die Hälfte der geflüchteten Menschen unter 18 Jahre alt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definition des Flüchtlingsbegriffes
2.1 Begriffsbestimmung Flüchtling
2.2 Definition von „unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen“
3. Verteilung der Flüchtlinge in der Bundesrepublik Deutschland
3.1 aktuelle Zahlen
3.2 räumliche Verteilung
4. Rechtliche Rahmenbedingungen zum Schutz von UMF
4.1 Inobhutnahme und das Clearingverfahren
4.2 Die besondere Lebenssituation von UMF und die Ermittlung des erzieherischen Bedarfes
5. Fallbeispiel Köln – die Unterbringung von Flüchtlingen
5.1 Rechtliche Rahmenbedingungen für den Schulbesuch
5.2 Bildung als Grundlage für die Integration
5.3 Erfassung und Zuweisung von minderjährigen Flüchtlingen in das Schulsystem in Köln
6. Fazit - Zukunftsperspektiven für minderjährige Flüchtlinge in Köln
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die Lebenssituation und die schulische Bildungssituation unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge (UMF) in Köln, um zu klären, inwieweit für diese Personengruppe eine echte Chancengleichheit innerhalb des deutschen Bildungssystems besteht.
- Rechtliche Grundlagen und Definitionen unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge.
- Die Unterbringungssituation und sozialräumliche Verteilung in Köln.
- Institutionalisierte Bildung als zentrale Hürde und Chance für die Integration.
- Analyse von Mechanismen institutioneller Diskriminierung im schulischen Alltag.
- Zukunftsperspektiven und Bedarfe für eine verbesserte Teilhabe an beruflicher Ausbildung.
Auszug aus dem Buch
5.2 Bildung als Grundlage für die Integration
Nachdem die rechtlichen Grundlagen für einen Schulbesuch von UMF betrachtet wurden, wird in diesem Abschnitt die Bedeutung der Bildung für die Integration in die Gesellschaft dargestellt.
Es ist unumstritten, dass der Zugang zur Bildung für Flüchtlinge eine wichtige Voraussetzung für die Integration ist. Dabei stellt die Sozialintegration eine wichtige Herausforderung der Bundesrepublik Deutschland dar, die voraussetzt, dass Einwanderer in Deutschland an verschiedenen Institutionen im Zielland teilhaben können. Da es in dieser Arbeit um die UMF geht, stellen die Bildungseinrichtungen als Institutionen eine wichtige Grundlage auch für die späteren Zukunftsperspektiven der UMF dar. In Deutschland lassen sich große Disparitäten hinsichtlich der Bildungschancen von Kindern mit Migrationshintergrund und Kindern ohne einen Migrationshintergrund feststellen. Empirisch lässt sich darstellen, dass neu zugewanderte Kinder viel häufiger einer Hauptschule zugeordnet werden und auch an Hochschulen eine sehr kleine Präsenz aufweisen.
Viele Theorien gehen davon aus, dass diese Ungleichheiten auf die Defizite der Individuen zurückzuführen sind, die dadurch entstehen, dass sie von Anfang an benachteiligt wären aufgrund ihres jeweiligen Bildungsstands, welchen sie in ihrem Heimatland erworben haben und welcher sich von den Leistungsanforderungen in Deutschland unterscheidet.
Im Folgenden wird jedoch von einer institutionellen Diskriminierung ausgegangen, die diese Ungleichheiten der Bildungschancen verdeutlicht.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die globale Flüchtlingsproblematik ein, spezifiziert den Fokus auf unbegleitete minderjährige Flüchtlinge und stellt die Forschungsfrage nach der Chancengleichheit im Bildungssystem.
2. Definition des Flüchtlingsbegriffes: Dieses Kapitel definiert die rechtlichen und begrifflichen Grundlagen für „Flüchtlinge“ sowie „unbegleitete minderjährige Flüchtlinge“ (UMF) im deutschen Kontext.
3. Verteilung der Flüchtlinge in der Bundesrepublik Deutschland: Hier werden statistische Daten zur Anzahl der UMF sowie Trends zur räumlichen Konzentration in Großstädten und die damit verbundenen sozialräumlichen Aspekte analysiert.
4. Rechtliche Rahmenbedingungen zum Schutz von UMF: Das Kapitel behandelt die Inobhutnahme, das Clearingverfahren und die spezifischen Belastungssituationen, die für die Ermittlung individueller erzieherischer Bedarfe relevant sind.
5. Fallbeispiel Köln – die Unterbringung von Flüchtlingen: Dieses Hauptkapitel untersucht die Kölner Unterbringungspraxis, die Bedeutung von Bildung als Integrationsgrundlage und die Herausforderungen bei der Zuweisung in das Schulsystem.
6. Fazit - Zukunftsperspektiven für minderjährige Flüchtlinge in Köln: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, kritisiert institutionelle Diskriminierung und formuliert Empfehlungen zur Verbesserung der Zukunftsperspektiven für UMF.
Schlüsselwörter
Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, UMF, Chancengleichheit, Bildungssystem, Integration, Institutionelle Diskriminierung, Inobhutnahme, Clearingverfahren, Köln, Migrationshintergrund, Schulpflicht, Sozialintegration, Berufsperspektive, Jugendhilfe, Bildungsbenachteiligung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die Lebensumstände sowie die schulische Teilhabe von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen, speziell am Beispiel der Stadt Köln.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Felder umfassen rechtliche Schutzbestimmungen, die Praxis der Jugendhilfe, das System der schulischen Zuweisung sowie die Problematik struktureller Diskriminierung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Hauptziel ist es zu beantworten, ob für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in der Praxis tatsächlich eine Chancengleichheit im Bildungssystem gegeben ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?
Die Autorin nutzt eine Literatur- und Dokumentenanalyse, ergänzt durch Fallbeispiele und die Auswertung empirischer Daten zur Schulsituation in Köln.
Was bildet den Schwerpunkt des Hauptteils?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung rechtlicher Rahmenbedingungen, die spezifische Situation in Köln sowie die Untersuchung von Bildung als zentralem Faktor für die gesellschaftliche Integration.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung am besten?
Wichtige Begriffe sind UMF, Chancengleichheit, institutionelle Diskriminierung, Integration und Schulpflicht.
Welche Rolle spielen Clearinghäuser für die UMF?
Clearinghäuser dienen dazu, in den ersten drei bis sechs Monaten nach der Ankunft nicht nur Grundbedürfnisse zu befriedigen, sondern vor allem individuelle pädagogische Bedarfe für die weitere Integration zu ermitteln.
Wie bewertet die Autorin die Rolle der Sprachkenntnisse im Bildungssystem?
Die Autorin kritisiert, dass fehlende Deutschkenntnisse oft zur pauschalen Herunterstufung in niedrigere Schulformen genutzt werden, statt individuell durch zusätzliche Sprachangebote eine höhere Bildungslaufbahn zu fördern.
- Quote paper
- Patricia Wieczorek (Author), 2018, Armut durch Migration und Ethnisierung. Ist Chancengleichheit in der Schule gegeben?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/933913