Diese Arbeit befasst sich mit der Entscheidung, ob ein Unternehmen eher über einen Reverse Merger als über einen IPO an die Börse gehen soll. Die vorangegangene Entscheidung, dass ein Unternehmen an die Börse geht, wird hier vorausgesetzt. In der Arbeit wird der Prozess eines Reverse Mergers genauer beschrieben und hervorgehoben, worauf bei der Durchführung zu achten ist. Durch eine Gegenüberstellung der Prozesse des Reverse Mergers und des IPOs werden Vergleichspunkte herausgearbeitet. Anschließend werden diese Vergleichspunkte untersucht und als Vor- oder Nachteil des Reverse Mergers identifiziert. Abschließend wird die Gegenüberstellung in einem Fazit zusammengefasst.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Der Reverse Merger als alternativer Börsengang
3. Reverse Merger versus IPO
3.1. Prozessbeschreibung eines Reverse Mergers
3.2. Prozessbeschreibung eines Initial Public Offerings
3.3. Gegenüberstellung
3.3.1. Kostenvergleich
3.3.2. Zeitvergleich
3.3.3. Einfluss durch den IPO-Markt
3.3.4. Einfluss von Emissionsbanken
3.3.5. Marktunterstützung und Nachhaltigkeit
3.3.6. M&A-Charakter des Reverse Merger
4. Beurteilung der Gegenüberstellung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Reverse Merger als alternative Methode zum klassischen Initial Public Offering (IPO), um Unternehmen eine Börsennotierung zu ermöglichen, und bewertet dessen Vor- und Nachteile insbesondere im US-Markt.
- Prozessuale Unterschiede zwischen Reverse Merger und IPO
- Vergleichende Analyse von Kosten- und Zeitaufwand
- Bedeutung der Marktunabhängigkeit bei Reverse Merger-Transaktionen
- Einfluss von Emissionsbanken und Marktunterstützung
- Risiko- und Chancenbewertung von Shell-Unternehmen
Auszug aus dem Buch
3.1. Prozessbeschreibung eines Reverse Mergers
„A reverse merger is far simple. A company identifies a shell stock, pays what is usually a modest fee - and suddenly, it is listed.“ Hennessey (2003).
Bevor der eigentliche Merger-Prozess beginnt, müssen jedoch einige Vorbereitungen vorgenommen werden. Zuerst gilt es, eine optimale Shell zu bestimmen. Public Shell-Informationen können über bestimmte Unternehmen, zum Beispiel Audit Firmen wie KPMG, PWC, E&Y oder Deloitte, eingeholt werden. Auch übers Internet sind auf Expertenseiten solche Listen zu kaufen, wie im Reverse Merger Report der DealFlow Media Inc. Zusätzlich zu den erhaltenen Informationen sollte vor einer solchen Entscheidung stets eine professionelle Due Diligence durchgeführt werden. Wird ein gescheitertes Unternehmen als Shell gewählt, bedarf es in diesem Zusammenhang mehr Vorsicht als bei einer als SPAC neu geformten Shell. Wie bei jeder M&A-Transaktion, wird von beiden Unternehmen eine Absichtserklärung und anschließend ein definitives Merger Agreement unterschrieben. Mit der Zustimmung der Shell-Aktionäre ist zu rechnen, da es für die als Shell identifizierten Unternehmen oft die letzte Möglichkeit ist Wert zu schaffen. Bevor eine Transaktion eingeleitet wird, sollten ein detaillierter Business Plan, ein Marketing Plan und ein starkes Management-Team vorhanden sein, sowie Financial Statements nach SEC Richtlinien für die letzten zwei Geschäftsjahre vorliegen. Diese Dokumente müssen vier Tage nach Abschluss des Deals bei der SEC als sogenanntes Form 8-K eingereicht werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des Börsengangs ein, erläutert die Entstehung alternativer Börsengänge (APOs) nach dem Platzen der Dot-Com-Blase und definiert den Reverse Merger als das derzeit beliebteste APO.
2. Der Reverse Merger als alternativer Börsengang: Das Kapitel beschreibt den Reverse Merger als Unternehmenstransaktion, bei der ein privates Unternehmen die Mehrheit an einer börsennotierten Shell-Gesellschaft erwirbt, um so dessen Börsennotierung zu übernehmen.
3. Reverse Merger versus IPO: Dieses Hauptkapitel detailliert die Prozesse beider Börsengang-Methoden und führt eine umfassende Gegenüberstellung hinsichtlich Kosten, Zeit, Abhängigkeiten sowie der Rolle von Markt und Emissionsbanken durch.
4. Beurteilung der Gegenüberstellung: Das abschließende Kapitel bewertet die theoretischen Vor- und Nachteile der untersuchten Methoden und identifiziert unternehmensspezifische Eignungskriterien für den Reverse Merger.
Schlüsselwörter
Reverse Merger, Initial Public Offering, IPO, Alternative Public Offering, Börsengang, Shell-Unternehmen, SEC, Kapitalbeschaffung, Due Diligence, Emissionsbank, Underwriter, Private Investment in Public Equity, PIPE, M&A-Transaktion, Börsennotierung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Seminararbeit behandelt den Reverse Merger als eine alternative Methode zum klassischen IPO, um Unternehmen einen Zugang zum Kapitalmarkt zu ermöglichen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Prozessbeschreibung von Reverse Merger und IPO, ein detaillierter Kosten- und Zeitvergleich sowie die Analyse von Marktabhängigkeiten.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, Vor- und Nachteile des Reverse Mergers gegenüberzustellen, um Unternehmen bei der Entscheidung für eine Börsengang-Strategie zu unterstützen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literatur- und Quellenanalyse, die aktuelle Marktstudien und regulatorische Bestimmungen der US-Börsenaufsicht SEC einbezieht.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil konzentriert sich auf die spezifischen Prozessschritte, Kostenblöcke, die Rolle der Emissionsbanken und die M&A-Konsequenzen für die beteiligten Unternehmen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich maßgeblich über Begriffe wie Reverse Merger, IPO, Alternative Public Offering, Börsennotierung und Shell-Unternehmen definieren.
Warum ist die SEC-Regulierung für einen Reverse Merger wichtig?
Die SEC-Regulierung bestimmt die Transparenz- und Berichtspflichten, wobei insbesondere die Dokumentationspflicht nach dem Abschluss des Deals eine zentrale Rolle für die Legitimität spielt.
Welche Rolle spielt ein "Shell-Unternehmen"?
Das Shell-Unternehmen fungiert als Börsenmantel, in den das private Unternehmen seine Aktiva und Passiva transferiert, um ohne die Hürden eines IPOs notiert zu werden.
Ist der Reverse Merger immer kostengünstiger?
Zwar verursacht ein Reverse Merger meist nur etwa ein Viertel der Kosten eines IPO, jedoch müssen bei einer späteren Kapitalbeschaffung (SEO) zusätzliche Kosten berücksichtigt werden, die den Vorteil relativieren können.
- Citation du texte
- Nick Piepenburg (Auteur), 2008, Der Reverse Merger als Alternative zum Initial Public Offering, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/93454