Das Forschungsinteresse dieser Arbeit liegt darin, herauszufinden, welchen Einfluss soziale Netzwerke auf heranwachsende Frauen und ihre sich entwickelnden Körperbilder ausüben. Um dies zu beantworten, werden zunächst theoretische Grundlagen zur Thematik aufgezeigt. Als zentrale Entwicklungsaufgabe gilt für die heranwachsenden jugendlichen Personen die Konfrontation mit der Identitätsentfaltung. Somit erschließt sich der Aufbau dieser Arbeit dahingehend, dass, nachdem eine kurze Einführung zur Identität erfolgt, die Auseinandersetzung mit den zugehörigen Theorien aufgezeigt wird, welche als Basis für die weitere Bearbeitung dienen. Diese werden darauffolgend um die identitätsstiftende Funktion des Körpers einer Person erweitert.
Eng damit verbunden ist die Entwicklung, welche sowohl auf Zusammenhänge zum menschlichen Körper als auch zur Identität schließen lässt. Nachdem die Relevanz von Sport und Bewegung für die Identität einer Person dargestellt wird, erfolgt die Begriffserklärung des Identitätsbegriffes, welche eine zusammenfassende Grundlage für den weiteren Arbeitsverlauf schafft. Der zweite theoretische Teil bezieht sich auf sportsoziologische Komponenten, die sowohl Einblicke in den Körper als soziales Konstrukt offenbaren, als auch sportsoziologische Grundlagen darstellen. Welche Ein- und Ausgrenzungen von wissenschaftlichen Disziplinen im theoretischen Teil vorgenommen wurden, wird in der entsprechenden Einführung zu den theoretischen Grundlagen erläutert. Im empirischen Abschnitt dieser Arbeit, welcher sich auf bereits existierende Forschungsgrundlagen stützt, wird das idealisierte weibliche Körperbild aufgezeigt, das überdies in sozialen Netzwerken präsentiert wird. In Anlehnung daran wird anschließend die Applikation Instagram vorgestellt, welche ein soziales Netzwerk darstellt. In diesem Zusammenhang wird darauffolgend der Einfluss untersucht, welchen soziale Netzwerke wie Instagram auf die Nutzerinnen ausübt. Dies wird im Kapitel zur Medienwirkung deutlich. Die mediale Identität offenbart abschließend, mithilfe des Vergleichs zu den theoretischen Grundlagen der Identität, eine Darstellung von digitaler Identität, wie sie auf sozialen Netzwerken praktiziert wird.
Inhaltsverzeichnis
Vorwort
1 Einleitung
2 Methodisches Vorgehen
3 Theoretische Grundlagen
3.1 Identität
3.2 Sportsoziologie
4 Empirischer Forschungsstand
4.1 Körperliche Idealbilder für Frauen
4.2 Soziale Netzwerke
5 Mediale Identität
6 Zusammenfassung
7 Abschließende Diskussion
8 Fazit
9 Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss sozialer Netzwerke, insbesondere der Plattform Instagram, auf die Identitätsentwicklung und das Körperbild heranwachsender Frauen unter Berücksichtigung sportsoziologischer Aspekte und der Wirkung medialer Körperideale.
- Identitätskonstruktion im Kontext soziologischer Theorien
- Sportsoziologische Perspektiven auf den menschlichen Körper
- Mediale Vermittlung von weiblichen Körperidealen
- Einfluss von sozialen Netzwerken auf die Selbstwahrnehmung junger Frauen
- Kompensationsfunktionen von Sport und Bewegung im Jugendalter
Auszug aus dem Buch
3.1.2 Identität und Körper
„Was der Körper ist, wie mit ihm umzugehen ist bzw. dass mit ihm umgegangen werden muss und er nicht mehr als biologisches Faktum schlicht hingenommen werden kann, sind typische Fragen bzw. Aspekte moderner Lebensführung. (…) die Vorstellung und vor allem die Möglichkeit, den eigenen Körper nach individuellen Interessen und Bedürfnissen zu gestalten, stößt in weiten Bevölkerungskreisen auf äußerst positive Resonanz. (…) Das (…) dürfte nicht zuletzt aber auch damit zu tun haben, dass dem Körper ein besonderes Identitätspotenzial innewohnt, das nunmehr erkannt worden ist und daher verstärkt genutzt wird. Wie kaum ein anderes Medium der Identitätsbildung ist der Körper nämlich geeignet, durch unmittelbaren Zugriff zu sichtbaren und schnellen Identitätsgewinn beizutragen“ (Gugutzer, 2002, S. 13).
Was wäre Angela Merkel ohne ihren förmlichen und schlichten Kleidungsstil? Frida Kahlo ohne ihre dicken Augenbrauen oder Stevie Wonder ohne seine Brille? Und was wäre schon ein Fitnessmodel ohne eine durchtrainierte Figur? Die außerordentliche Bedeutung der Merkmale eines Körpers für die Identität findet im Rahmen der vorweg erläuterten Identitätstheorien nur vereinzelt Erwähnung. Der Sportsoziologe Robert Gugutzer stellt fest, dass es den „sozialwissenschaftlichen Identitätstheorien und -konzepten […] an der systematischen Berücksichtigung von Leib und Körper“ mangelt (Gugutzer, 2002, S. 14). Er vertritt den Standpunkt, dass der Körper eines Individuums einen großen Anteil der Identität eines Menschen darstellt. Gugutzers grundlegende Gedanken zur Relevanz des Körpers für die Identität eines Individuums werden in dieser Ausarbeitung übernommen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Einführung in die Relevanz von Digitalisierung und sozialen Netzwerken sowie Darstellung der Forschungsfrage zur Wirkung medialer Körperbilder auf heranwachsende Frauen.
2 Methodisches Vorgehen: Erläuterung der Methode des systematischen Literaturreviews zur Erarbeitung des Forschungsstandes.
3 Theoretische Grundlagen: Fundamentale soziologische und psychologische Identitätstheorien sowie sportsoziologische Perspektiven auf den Körper als Medium der Identitätsbildung.
4 Empirischer Forschungsstand: Analyse der Darstellung weiblicher Körperideale in den Medien und die Rolle sozialer Netzwerke wie Instagram bei der Identitätsentwicklung.
5 Mediale Identität: Untersuchung der medialen Identitätskonstruktion auf sozialen Netzwerken im Vergleich zur nicht-virtuellen Identität.
6 Zusammenfassung: Komprimierte Wiederholung der zentralen theoretischen und empirischen Ergebnisse der Arbeit.
7 Abschließende Diskussion: Kritische Reflexion der Ergebnisse bezüglich der Einseitigkeit digitaler Identitäten und der mangelnden Darstellung der Persönlichkeit.
8 Fazit: Zusammenführende Betrachtung der Relevanz von Digitalisierung und der Dringlichkeit, den Einfluss sozialer Netzwerke auf Jugendliche zu untersuchen.
9 Ausblick: Diskussion künftiger Forschungsbedarfe und Möglichkeiten für einen bewussteren Umgang mit digitalen Identitäten und Körperbildern.
Schlüsselwörter
Digitale Identität, Körperbild, Soziale Netzwerke, Instagram, Sportsoziologie, Identitätsentwicklung, Adolezenz, Weibliches Körperideal, Medienwirkung, Sport, Fitness, Selbstbild, Fremdbild, Rollenidentität, Symbolischer Interaktionismus
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Masterarbeit befasst sich mit der digitalen Identität heranwachsender Frauen vor dem Hintergrund sportbezogener Körperideale, die maßgeblich durch soziale Netzwerke wie Instagram beeinflusst werden.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Identitätskonstruktion nach soziologischen Theorien, die Rolle des Körpers in der Gesellschaft, die Wirkung von Medieninhalten auf das Körperempfinden und die Funktion von Sport als Kompensationsmedium.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, auf Basis theoretischer und empirischer Grundlagen zu verstehen, wie soziale Netzwerke die Identitätsentwicklung und das Körperbild junger Frauen prägen und welche Rolle idealisierte Körperbilder dabei spielen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einem systematischen Literaturreview, das bestehende theoretische Erkenntnisse und empirische Studien miteinander verknüpft, um eine neuartige Perspektive auf das Forschungsfeld zu gewinnen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Identitätskonzepte, sportsoziologische Analysen des sozialen Körpers, eine Bestandsaufnahme zu medialen Körperidealen für Frauen sowie die spezifische Untersuchung der Plattform Instagram und ihrer Medienwirkung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Digitale Identität, Körperbild, Soziale Netzwerke, Instagram, Sportsoziologie und Identitätsentwicklung charakterisieren.
Warum ist Instagram der Fokus der Untersuchung?
Instagram wird gewählt, weil es als soziale Plattform besonders von jungen Frauen genutzt wird und durch seinen starken Fokus auf Bild- und Videoinhalte ideal zur Verbreitung und Inszenierung von Körperbildern geeignet ist.
Welche Rolle spielt Sport im Kontext der Identitätsbildung?
Sport wird als Medium verstanden, das zur Identitätsstiftung beiträgt, aber auch als Kompensationsmittel für pubertäre Krisen dienen kann, sofern das Individuum nicht durch überhöhte Erwartungen oder Idealbilder in eine Identitätskrise gerät.
Was ist das "Körperethos" laut Klaus Heinemann?
Das Körperethos umfasst die individuellen Peinlichkeits- und Hemmschwellen einer Person sowie deren optische Ideale und das Ausmaß an Körperkontakt, das eine Person zulässt.
Wie verändert die digitale Darstellung das Selbstbild junger Frauen?
Digitale Tools ermöglichen eine massive Bearbeitung des eigenen Erscheinungsbildes, was dazu führen kann, dass Nutzerinnen ein verzerrtes Fremd- und Selbstbild entwickeln und sich unter psychischen Druck setzen, da sie versuchen, unrealistischen Idealen zu entsprechen.
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- Luise Vischer (Author), 2020, Der Einfluss sozialer Medien auf heranwachsende Frauen und ihre Körperbilder. Digitale Identität vor dem Hintergrund sportbezogener Körperideale, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/936641