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Den Tod sammeln. Faszination und Funktion des Tödlein

Title: Den Tod sammeln. Faszination und Funktion des Tödlein

Term Paper , 2012 , 26 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Julian Simmer (Author)

Art - History of Art
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Die meisten erhaltenen Todesdarstellungen, wie z.B. die Tödlein, um die es in dieser Arbeit vorrangig gehen soll, wurden in privaten Sammlungen und Wunderkammern wiederentdeckt und scheinen solch eine Funktion gehabt zu haben, die über eine reine Erinnerungskultur hinausgeht. Die Fragestellung dieser Arbeit bezieht sich auf die Faszination, die von solchen Objekten ausgeht und die vermögende Männer wie zum Beispiel Ferdinand II dazu veranlasst hat, sie ihrer Sammlung respektive ihrer Wunderkammer hinzuzufügen. Ohne Frage haben die Tödlein in der Sammlung auf Schloss Ambras durch ihre filigrane und realistische Ausarbeitung, einen unschätzbaren handwerklichen Wert, der als Argument für die Aufnahme in die Wunderkammer sicherlich dazu beitrug, doch war es vor allem die Funktion, die diesen Objekten zugrunde lag.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Memento Mori – Die Funktion des Tödlein

3. Die Kunstkammer im 15. und 16. Jahrhundert

4. Vom Sammeln und den Objekten

5. Die Memento Mori-Tumba - Ein Kabinettsstück aus dem Schnütgen-Museum in Köln

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Bedeutung und Funktion sogenannter „Tödlein“ – kleinformatiger Skelett- oder Leichendarstellungen – im Kontext der frühen Neuzeit und deren Rolle als Sammlungsstücke in Kunst- und Wunderkammern. Dabei wird insbesondere beleuchtet, wie diese Objekte als Memento-mori-Mahnmale dienten, um den Betrachter zur Auseinandersetzung mit der eigenen Endlichkeit sowie einem gottesfürchtigen Leben zu bewegen.

  • Wissenschaftliche Analyse der Todesikonographie im 15. und 16. Jahrhundert.
  • Die Funktion des Tödleins als Andachtsbild und weltliches Sammelobjekt.
  • Untersuchung von Kunst- und Wunderkammern als Orte der Wissensvermittlung und Repräsentation.
  • Detaillierte Fallstudie der Memento Mori-Tumba aus dem Museum Schnütgen in Köln.
  • Einfluss anatomischer Erkenntnisse auf die künstlerische Darstellung des Todes.

Auszug aus dem Buch

2. Memento Mori – Die Funktion des Tödlein

Zu Beginn ist es wichtig zu erwähnen, dass die Idee und auch die Herstellung von Tödlein, in eine Umbruchphase fallen. Grundsätzlich als Andachtsbild gedacht und von kirchlicher, wohl aber mehr von privater Seite, auch so genutzt, verwandelte sich das Tödlein mit dem Aufkommen des Humanismus, der den Mensch und so auch seinen Tod in den Mittelpunkt stellt, auf einmal in ein multifunktionelles Memento Mori – Objekt. Da es die Andachtsfunktion nicht auf einen Schlag verloren haben mag, aber das Interesse für humanistische Inhalte vor allem bei gebildeten Menschen der frühen Neuzeit, Anklang fand, vollzog sich eine teilweise Säkularisierung, sodass das Tödlein, je nach Besitzer, christliche und weltliche Funktionen besaß.

In der Geschichte des Tödlein entsteht so eine Ambivalenz, die durch die manchmal sehr krasse Darstellung der Vanitas und dem Aufstellungsort, noch verstärkt wird. Man gedachte durch diese drastische Darstellung der Verweslichkeit nicht primär der christlichen Überwindung des Todes, sondern wurde sich bei der Betrachtung vor allem seines eigenen endlichen Lebens bewusst. Schon allein der Blick auf z.B. den Transi aus der Schnütgen Sammlung, wie er in seinem offenen Sarg liegt, genügt um sich bewusst zu werden, dass dieses Schicksal unweigerlich jeden ereilen wird und schon beginnt das Tödlein seine Funktion als Memento Mori auszuüben.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die untrennbare Verbindung von Leben und Sterben ein und erläutert die Fragestellung bezüglich der Faszination für Todesdarstellungen (Tödlein) in historischen Wunderkammern.

2. Memento Mori – Die Funktion des Tödlein: Dieses Kapitel thematisiert den Bedeutungswandel des Tödleins vom religiösen Andachtsbild hin zu einem multifunktionellen, säkularisierten Objekt im Zeitalter des Humanismus.

3. Die Kunstkammer im 15. und 16. Jahrhundert: Hier wird die Tradition der Kunst- und Wunderkammern als Orte der Repräsentation, Wissenssammlung und Erkenntnis beschrieben sowie relevante Forschungsliteratur dazu vorgestellt.

4. Vom Sammeln und den Objekten: Dieses Kapitel untersucht die menschliche Leidenschaft des Sammelns, die ordnenden Prinzipien hinter den Wunderkammern und die Einteilung in Kategorien wie Naturalia, Artificialia, Scientifica und Exotica.

5. Die Memento Mori-Tumba - Ein Kabinettsstück aus dem Schnütgen-Museum in Köln: Das abschließende Hauptkapitel widmet sich einer detaillierten Analyse des Tödleins im Sarg aus dem Museum Schnütgen unter Berücksichtigung ikonographischer Details, der Materialität und der kunsthistorischen Einordnung.

Schlüsselwörter

Tödlein, Memento Mori, Wunderkammer, Vanitas, Transi, Todesikonographie, Schnütgen-Museum, Ars moriendi, Elfenbein, Frührenaissance, Sepulkralkunst, Sammelwesen, Verwesung, Skelett, Kunstgeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Bedeutung von „Tödlein“, kleinen, kunstvoll gestalteten Skelettdarstellungen, die in der frühen Neuzeit sowohl religiöse als auch weltliche Funktionen in privaten Sammlungen erfüllten.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen sind die historische Todesikonographie, die Entwicklung der Kunst- und Wunderkammern sowie die Ästhetisierung des Todes durch kunsthandwerkliche Objekte.

Was ist die Forschungsfrage?

Die Arbeit hinterfragt, warum vermögende Sammler der frühen Neuzeit, wie etwa Ferdinand II., Tödlein in ihre Wunderkammern aufnahmen und welche funktionale Bedeutung diese Objekte zwischen Andacht und wissenschaftlichem Interesse einnahmen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?

Es handelt sich um eine kunsthistorische Analyse, die sowohl stilistische Untersuchungen des Objekts als auch die Auswertung zeitgenössischer Literatur und Inventarlisten nutzt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Funktion von Memento-mori-Objekten, die historische Struktur von Wunderkammern sowie eine detaillierte Fallstudie der Memento Mori-Tumba aus dem Museum Schnütgen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Memento Mori, Wunderkammer, Tödlein, Transi, Vanitas und die interdisziplinäre Verschränkung von Kunst und Anatomie.

Warum spielt das Elfenbein bei der Memento Mori-Tumba eine besondere Rolle?

Das Elfenbein dient nicht nur als kostbares Material, das fürstliche Sammlungen prägte, sondern seine Haptik und Farbe kommen menschlichen Knochen sehr nahe, was den Realismus der Todesdarstellung unterstreicht.

Was unterscheidet das Tödlein im Sarg von anderen traditionellen Totentanzdarstellungen?

Im Gegensatz zu vielen traditionellen Darstellungen, die den Betrachter aktiv zur Trauer bewegen sollten, scheint das Schnütgener Tödlein stärker eine exklusive, ästhetisierte Funktion für eine Kunstkammer zu besitzen, wobei die ikonographische Strenge variiert.

Welche Bedeutung haben die Insekten auf dem Tödlein?

Die Insekten, wie Maden und Fliegen, verstärken den Eindruck der Verwesung. Während sie teilweise als Symbole für den Teufel und die Sünde gedeutet wurden, dienten sie zudem dazu, die handwerkliche Virtuosität des Künstlers unter Beweis zu stellen.

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Details

Title
Den Tod sammeln. Faszination und Funktion des Tödlein
College
University of Duisburg-Essen  (Kunstgeschichte)
Course
Wunderkammern
Grade
1,0
Author
Julian Simmer (Author)
Publication Year
2012
Pages
26
Catalog Number
V936700
ISBN (eBook)
9783346275196
ISBN (Book)
9783346275202
Language
German
Tags
Tod Sammeln Tödlein Wunderkammer
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Julian Simmer (Author), 2012, Den Tod sammeln. Faszination und Funktion des Tödlein, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/936700
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