(...) In einem ersten Teil dieser Arbeit soll daher zunächst die Struktur der bürgerlichen Familie anhand der Darstellung der Familienmitglieder in Hebbels Werk, Meister Anton, der Mutter, Karl und Klara, gezeigt werden. Hiermit soll verdeutlicht werden, wie Hebbel die Situation innerhalb der mittleren Schicht darstellt und anklagt; und nicht den sozialen Standesunterschied zwischen Adel und Bürgertum. Insbesondere für Klara werden die Forderungen nach einer bürgerlichen Kodextreue zum tragischen Konflikt. Hebbel zeigt mit ihrer Figur, dass sich das Tragische in der Geschichte nicht aus dem Handeln, sondern vielmehr aus dem bloßen Sein entwickelt.
In einem zweiten Teil dieser Arbeit ...
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Die Welt der Wertgebundenheit: Ehre und Moral der bürgerlichen Familie
- Klaras unverschuldete Schuld und Leonhards Schuldflucht
- Schluss
- Literatur
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Arbeit analysiert Friedrich Hebbels Trauerspiel „Maria Magdalena“ und untersucht die Rolle der bürgerlichen Familie als Ort der Moral und die tragische Figur Klaras, die Opfer der männlichen Moral wird.
- Die hierarchische Struktur der bürgerlichen Familie in Hebbels Werk
- Die Bedeutung von Ehre und Moral in der bürgerlichen Familie
- Klaras unverschuldete Schuld und ihre Verfehlung gegenüber den bürgerlichen Normen
- Die Rolle der männlichen Figuren Meister Anton und Leonhard im Kontext der bürgerlichen Moral
- Die Kritik an der bürgerlichen Scheinmoral und die Tragik des Individuums im Spannungsfeld zwischen Ich und Gesellschaft
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung
Die Einleitung stellt Friedrich Hebbels „Maria Magdalena“ als einziges bürgerliches Trauerspiel in der deutschen Sprache vor und beleuchtet die Entstehungsgeschichte des Werkes. Sie beschreibt die starken persönlichen Erfahrungen und Konflikte, die Hebbels Werk prägten und zeigt auf, wie er in seinem Stück die Unversöhnlichkeit mit dem pantragischen Weltbild verarbeitet.
Die Welt der Wertgebundenheit: Ehre und Moral der bürgerlichen Familie
Dieses Kapitel analysiert die hierarchische Struktur der bürgerlichen Familie im Hause Anton. Es werden die traditionellen Rollen der Familienmitglieder, insbesondere der Mutter und des Sohnes Karl, beleuchtet und die Erwartungen an die bürgerliche Moral und Tugendhaftigkeit dargestellt.
Schlüsselwörter
Die zentralen Schlüsselwörter des Textes sind: bürgerliche Familie, Moral, Ehre, Tugendhaftigkeit, Schuld, Klara, Meister Anton, Leonhard, Tragik, gesellschaftliche Normen, Scheinmoral, Individuum, Gesellschaft.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in Friedrich Hebbels „Maria Magdalena“?
Es ist ein bürgerliches Trauerspiel, das den Untergang der Protagonistin Klara zeigt, die an den starren Moralvorstellungen ihrer Familie und Gesellschaft zerbricht.
Warum wird Klara als Opfer der männlichen Moral bezeichnet?
Klara wird durch die unerbittliche Ehrvorstellung ihres Vaters (Meister Anton) und die Skrupellosigkeit ihres Verlobten (Leonhard) in eine ausweglose Lage getrieben.
Welche Rolle spielt die "Ehre" in der bürgerlichen Familie des Stücks?
Ehre wird als höchstes Gut verstanden. Ein Verlust der Ehre, etwa durch eine uneheliche Schwangerschaft, gilt als sozialer Tod und führt zur Zerstörung der Existenz.
Was kritisiert Hebbel an der bürgerlichen Gesellschaft?
Hebbel kritisiert die Scheinmoral und die Unfähigkeit der Menschen, Mitgefühl über starre, lebensfeindliche Normen zu stellen.
Was meint Hebbel mit dem Begriff der „unverschuldeten Schuld“?
Es beschreibt Klaras Tragik: Sie gerät ohne böse Absicht in einen Konflikt mit gesellschaftlichen Gesetzen, aus dem sie sich aufgrund ihres „Seins“ nicht befreien kann.
- Citar trabajo
- Fabienne Koller (Autor), 2008, Sittliche Tugenden in der bürgerlichen Familie. Klara als Opfer der männlichen Moral in Friedrich Hebbels „Maria Magdalena“, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/93946