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Darstellung von Aschanti, Wiener Gesellschaft um 1900 und der autofiktionalen Figur Sir Peter in Altenbergs Werk “Ashantee”

Title: Darstellung von Aschanti, Wiener Gesellschaft um 1900 und der autofiktionalen Figur Sir Peter in Altenbergs Werk “Ashantee”

Term Paper (Advanced seminar) , 2008 , 20 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Fabienne Koller (Author)

German Studies - Modern German Literature
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(...) In der vorliegenden Arbeit sollen folgende Fragen diskutiert werden: Wie werden die Aschanti in Altenbergs fiktionalen Werk abgebildet? Wie wird die Wiener Gesellschaft um 1900 aus dem kritischen Blickwinkel des Ich-Erzählers dargestellt?. Da die Figur Sir Peters im Werk eine ambivalente Rolle einnimmt, soll diese ebenso untersucht werden. Hierbei stellt sich die Frage, auf wessen Seite sich dieser letztlich stellt: auf die der Ashantee oder die der Wiener Gesellschaft; dies soll in einem letzten Unterpunkt geklärt werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Ashantee als „sanfte Wilde“

3. Die Kritik an der Wiener Gesellschaft

4. Ambivalente Rolle Sir Peters: Emotional beteiligter Beobachter oder Kolonialist?

5. Schluss

Zielsetzung & Forschungsthemen

Diese Arbeit untersucht, wie Peter Altenberg in seinem Werk „Ashantee“ (1897) die Völkerschauen im Wien um 1900 sowie die koloniale Wahrnehmung der Aschanti und die ambivalente Rolle seiner autofiktionalen Figur Sir Peter kritisch reflektiert und darstellt.

  • Darstellung der Aschanti im Kontext kolonialer Stereotype
  • Kritik an der Voyeuristik und Sensationslust der Wiener Gesellschaft
  • Analyse der ambivalenten Position von Sir Peter als Beobachter und Akteur
  • Verhältnis zwischen kolonialer Unterdrückung und der Wahrnehmung als „sanfte Wilde“
  • Dekonstruktion von Machtverhältnissen und Käuflichkeit in der literarischen Darstellung

Auszug aus dem Buch

Die Ambivalenz der Darstellung

Die erotischen Beschreibungen der Natürlichkeit stellt die Schönheit und Faszination, welche die Ashantee auf die BesucherInnen der Menschenzoos haben, dar. Es wird hier deutlich, dass die Beschreibung von Tíoko durch eine weiße, männliche, kolonialistische Perspektive erfolgt, denn ihr Körper wird als sexuell begehrenswert dargestellt. Folglich wird die Kritik des Autors an der „Sexualisierung“ der Mädchen teilweise schon an dieser Textstelle entwertet. Dennoch dient diese Darstellung dem Autor Altenberg zunächst dazu, die politische Dimension seines Textes zu verdeutlichen. Er kritisiert, dass schwarze Menschen als Ausstellungsobjekte für erotische Phantasien weißer Menschen herangezogen werden. Die Nacktheit der Mädchen wird von weißen Besuchern mit Erotik, Sexualität und Exotik verbunden. Die Aschanti werden in eine demütigende Lage gebracht, wie diese Darstellung der rassistischen Stereotype aufzeigt. Die vor Kälte zitternden nackten Mädchen repräsentieren etwas Zerbrechliches und Passives, da sie sich nicht zur Wehr setzen können und der Herabwürdigung durch die Zoobesitzer und Besucher ausgesetzt bleiben.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den historischen Hintergrund der Völkerschauen und stellt die zentrale Fragestellung zur literarischen Repräsentation der Aschanti und der Wiener Gesellschaft bei Peter Altenberg vor.

2. Die Ashantee als „sanfte Wilde“: Dieses Kapitel analysiert, wie die Aschanti einerseits durch rassistische Vorurteile als „Objekte der Begierde“ konstruiert, andererseits aber vom Ich-Erzähler als menschliche Individuen hervorgehoben werden.

3. Die Kritik an der Wiener Gesellschaft: Hier wird untersucht, wie Altenberg das voyeuristische und unsensible Verhalten der Wiener Zoobesucher entlarvt und kritisiert, wobei der Fokus auf Szenen liegt, die die emotionale Distanz der Europäer verdeutlichen.

4. Ambivalente Rolle Sir Peters: Emotional beteiligter Beobachter oder Kolonialist?: Das Kapitel hinterfragt die Position der Hauptfigur Sir Peter, der zwar als Vermittler auftritt, sich aber letztlich selbst im kolonialen Denkmuster und bei der sexuellen Objektifizierung der Frauen verstrickt.

5. Schluss: Das Schlusskapitel fasst zusammen, dass Altenberg trotz seiner Kritik an der unwürdigen Behandlung der Aschanti nicht aus einer eurozentrischen Perspektive ausbrechen kann und der Kulturkontakt somit nur punktuell erfolgt.

Schlüsselwörter

Peter Altenberg, Ashantee, Völkerschauen, Wiener Moderne, Kolonialismus, Sir Peter, Eurozentrismus, Voyeurismus, Identität, Exotismus, Kulturkontakt, Repräsentation, Rassismus, autofiktionales Werk, Aschanti.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert Peter Altenbergs Werk „Ashantee“ von 1897 und dessen kritische Auseinandersetzung mit den zeitgenössischen Völkerschauen im Wiener Prater.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Kernbereichen gehören die koloniale Fremdwahrnehmung, die Darstellung der Aschanti als „Wilde“, die Kritik an der Wiener Gesellschaft sowie die Rolle des Beobachters im kolonialen Kontext.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu klären, wie die Aschanti in Altenbergs Werk abgebildet werden und inwiefern der Ich-Erzähler Sir Peter die von ihm kritisierte Wiener Gesellschaft durch eigenes Verhalten spiegelt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse von Primärtextstellen, ergänzt durch die Einbeziehung von Sekundärliteratur zu den Themen Exotismus, kolonialer Repräsentation und Wiener Moderne.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Fremdwahrnehmung der Aschanti, die Kritik an den Wiener Besuchern sowie eine kritische Untersuchung der ambivalenten Rolle des Protagonisten Sir Peter.

Welche Schlüsselbegriffe prägen die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Kolonialismus, Voyeurismus, Eurozentrismus, Identität und die Ambivalenz des Erzählers charakterisiert.

Inwiefern ist die Darstellung der Aschanti durch den Autor problematisch?

Obwohl Altenberg die Ausbeutung kritisiert, ordnet er die Aschanti-Frauen oft selbst in eine sexuell konnotierte, „exotische“ Rolle ein, was seine eigene Kritik teilweise wieder untergräbt.

Wie bewertet die Autorin die Rolle von Sir Peter?

Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass Sir Peter eine zutiefst ambivalente Figur bleibt: Er tritt zwar als hilfsbereiter Freund auf, verfällt aber dennoch in kolonialistische Denkmuster und voyeuristische Verhaltensweisen.

Welche Rolle spielt die „Käuflichkeit“ im Text?

Die Käuflichkeit dient als Metapher für die Unterdrückung der Aschanti durch die Wiener Gesellschaft, wobei der Autor durch die Darstellung von Geschenken (Perlen) selbst diese Strukturen aufgreift und reflektiert.

Was schließt die Untersuchung über den „Kulturkontakt“?

Die Untersuchung zeigt, dass ein echter, auf Augenhöhe stattfindender Kulturkontakt im Werk nicht stattfindet, da Altenberg den eurozentrischen Blick nicht vollständig überwinden kann.

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Details

Title
Darstellung von Aschanti, Wiener Gesellschaft um 1900 und der autofiktionalen Figur Sir Peter in Altenbergs Werk “Ashantee”
College
University of Connecticut  (University of Connecticut)
Grade
2,0
Author
Fabienne Koller (Author)
Publication Year
2008
Pages
20
Catalog Number
V93947
ISBN (eBook)
9783638071994
Language
German
Tags
Auge Betrachters Darstellung Aschanti Wiener Gesellschaft Figur Peter Altenbergs Werk
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Fabienne Koller (Author), 2008, Darstellung von Aschanti, Wiener Gesellschaft um 1900 und der autofiktionalen Figur Sir Peter in Altenbergs Werk “Ashantee”, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/93947
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