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Georg Lohmanns Kritik an der Konzeption kollektiver Menschenrechte

Title: Georg Lohmanns Kritik an der Konzeption kollektiver Menschenrechte

Term Paper , 2018 , 18 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Martin Böhm (Author)

Law - Philosophy, History and Sociology of Law
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Diese Arbeit beschäftigt sich mit Georg Lohmanns Kritik an der Konzeption kollektiver Menschenrechte. Sie versucht die Argumentation Lohmanns darzulegen und in den Kontext der Diskussion einzuordnen. Hierfür wird zunächst die Konzeption kollektiver Menschenrechte vor ihrem geschichtlichen Hintergrund erläutert sowie anschließend die Debatte hinsichtlich der Standpunkte liberalistischer und kommunitaristischer Theorien dargestellt. Hierbei soll die aktuelle Relevanz des Diskurses um Menschenrechte für Gruppen deutlich werden.

Alsdann wird die begriffliche und sachliche Kritik Lohmanns an dieser Konzeption beleuchtet und sein Lösungsansatz vorgestellt. In erster Linie wurden hierfür die konkret dieser Auseinandersetzung gewidmeten Texte Lohmanns ausgewertet, mit besonderer Beachtung der Aufsätze "Kollektive Menschenrechte zum Schutz von Minderheiten?" von 2004 und "Menschenrechte und die Frage nach dem Subjekt der Rechte" von 2010.

Eine Kategorisierung der Menschenrechte in verschiedene Generationen gilt als umstritten. Nach der Postulierung der negativen Freiheitsrechte in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte (AEMR) und der 'positiven Teilnahmerechte' im Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte (IPbpR), die die erste Generation bilden, wurden mit der Kodifizierung der 'sozialen Teilhaberechte' im Internationalen Pakt über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte (IPwskR) die Menschenrechte zweiter Generation geschaffen.

Mittlerweile ist die Rede von einer dritten Generation der Menschenrechte. Diese als Kollektivrechte, Gruppenrechte oder auch Solidarrechte bezeichnete Gattung von Menschenrechten umfasst solche Rechte, die nicht vorrangig dem einzelnen Menschen als Individuum zukommen, sondern kollektiven Einheiten, wie etwa den Völkern. Die Debatte, ob solche kollektiven Menschenrechte überhaupt zu den Menschenrechten gezählt werden sollten, wird maßgeblich von liberalistischer und kommunitaristischer Seite geführt. Einer der zahlreichen Kritiker der kommunitaristischen, die Konzeption der Solidarrechte unterstützenden Sicht ist Georg Lohmann, der in seiner Auseinandersetzung mit jenem Konzept einen eigenen, sozialliberalen Ansatz verfolgt.

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Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die Konzeption kollektiver Menschenrechte

2.1 Einordnung von Kollektivrechten

2.2 Geschichtlicher Hintergrund der Konzeption kollektiver Menschenrechte

2.3 Kommunitarismus und Kollektivrechte

3 Die Kritik Georg Lohmanns an der Konzeption kollektiver Menschenrechte

3.1 Begründungsprobleme kollektiver Menschenrechte

3.1.1 Begriffliches Selbstverständnis der Menschenrechte

3.1.2 Problem der Gewichtung von Kollektivrechten gegenüber Individualrechten

3.2 Individualrechtlicher Lösungsansatz

3.2.1 Individualrechtlicher Schutz von Kollektivinteressen

3.2.2 Kollektivrechte außerhalb der Menschenrechte

4 Schluss

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Seminararbeit untersucht die philosophische Kritik des Politikwissenschaftlers Georg Lohmann an der Konzeption kollektiver Menschenrechte. Dabei wird analysiert, inwiefern Lohmanns „sozialliberaler“ Ansatz eine theoretische Alternative bietet, die kollektive Interessen schützt, ohne den Vorrang individualrechtlicher Menschenrechtskonzepte aufzuweichen.

  • Kategorisierung und Genese der dritten Generation von Menschenrechten (Kollektivrechte).
  • Gegenüberstellung liberalistischer und kommunitaristischer Positionen im Menschenrechtsdiskurs.
  • Kritische Auseinandersetzung mit der begrifflichen und sachlichen Vereinbarkeit kollektiver Rechte mit den Menschenrechten.
  • Diskussion über das Spannungsfeld zwischen Individualrechten und dem Schutz von Gruppeninteressen.
  • Vorstellung von Lohmanns individualrechtlichem Lösungsansatz zur Beseitigung materieller Ungleichheit.

Auszug aus dem Buch

3.1.1 Begriffliches Selbstverständnis der Menschenrechte

Lohmann zufolge sind die Menschenrechte „universelle, egalitäre, kategorische und individuelle Rechte“ und somit für alle Menschen in gleicher Weise, ohne Setzung oder Bedingung wie auch ohne die Möglichkeit der Aberkennung für jeden einzeln gültig. Besonders die Charakteristik der Menschenrechte als ausschließlich das Individuum berechtigende Rechte scheint, so Lohmann, in eklatantem Widerspruch zu dem Konzept der kollektiven Menschenrechte zu stehen. Die Menschenrechte sind mindestens seit ihrer Proklamation in der AEMR individuelle Schutzrechte gegenüber dem Staat, die den autonomen Menschen als Subjekt, das „zu überlegter Selbstbestimmung fähig“ ist, würdigen.

In Verbindung mit der durch die Aufklärung in Europa geformten Idee des Individualismus erfordert die Autonomie des Menschen Respekt vonseiten des Staates einerseits gegenüber der Möglichkeit der Selbstbestimmung jedes Einzelnen, andererseits gegenüber der daraus folgenden Freiheit und Gleichheit eines Jeden. Das Menschenrechtsverständnis Lohmanns folgt demnach in seinen Grundannahmen der klassisch-liberalistischen Theorie.

Dem Begriff und diesem Verständnis der Menschenrechte gemäß ist folglich allein eine individualrechtliche Konzeption jener möglich, weshalb die kollektiven Menschenrechte vom Wortlaut zumindest als in sich widersprechend und zudem als irreführend beurteilt werden müssen. Daher können Gruppenrechte, so Lohmann, „genuin“ keine Menschenrechte sein, sondern nur eine andere Klasse subjektiver Rechte darstellen. Fraglich scheint für Lohmann obendrein, inwiefern kollektive Menschenrechte mit dem Universalitätsanspruch der Menschenrechte vereinbar sind, wie auch in Zweifel gezogen werden muss, ob Kollektivrechte für alle Gruppen gleich gelten können.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik der sogenannten dritten Generation von Menschenrechten ein und skizziert das Ziel der Arbeit, Georg Lohmanns Argumentation gegen kollektive Menschenrechte zu beleuchten.

2 Die Konzeption kollektiver Menschenrechte: Dieses Kapitel ordnet Kollektivrechte ein, erläutert ihren geschichtlichen Hintergrund sowie die theoretische Debatte zwischen Kommunitarismus und dem liberalistischen Individualrechtsverständnis.

3 Die Kritik Georg Lohmanns an der Konzeption kollektiver Menschenrechte: Das Hauptkapitel präsentiert Lohmanns grundlegende Kritik an der Inkompatibilität kollektiver Gruppenrechte mit dem individualistischen Kern der Menschenrechte sowie seinen Lösungsansatz, kollektive Interessen durch individualrechtliche Instrumente zu schützen.

4 Schluss: Der Schlussteil fasst die Ergebnisse zusammen und würdigt Lohmanns Kritik als konstruktiven, wenn auch teils diskussionswürdigen Beitrag zur Debatte über den internationalen Minderheitenschutz.

Schlüsselwörter

Menschenrechte, Georg Lohmann, Kollektivrechte, Individualrechte, Kommunitarismus, Liberalismus, Minderheitenschutz, Selbstbestimmungsrecht, Gerechtigkeit, soziale Teilhaberechte, Universalität, Gruppeninteressen, Identität, Sozialliberalismus, Nicht-Diskriminierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der philosophischen Auseinandersetzung des Autors Georg Lohmann mit der sogenannten dritten Generation von Menschenrechten, den sogenannten kollektiven Menschenrechten oder Solidarrechten.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Arbeit behandelt die Spannungen zwischen individuellen Freiheitsrechten und kollektiven Gruppenansprüchen, die Rolle des Staates sowie die Frage nach der Universalität von Menschenrechten in verschiedenen kulturellen Kontexten.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Ziel ist es, Lohmanns Kritik an kollektiven Menschenrechten darzulegen und in den wissenschaftlichen Diskurs einzuordnen, um zu prüfen, ob sein individualrechtlicher Ansatz geeignet ist, Schutzbedürfnisse von Gruppen zu adressieren.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Verfasser?

Es handelt sich um eine textbasierte, philosophisch-theoretische Analyse. Der Autor wertet hierfür primär philosophische Fachliteratur und Aufsätze von Georg Lohmann aus.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine systematische Untersuchung der theoretischen Begründungsprobleme kollektiver Rechte und stellt anschließend Lohmanns eigenen, individualrechtlich orientierten Lösungsansatz vor.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird durch die Begriffe Kollektivmenschenrechte, Individualrechte, kommunitaristische Kritik, Universalitätsanspruch und soziale Gerechtigkeit geprägt.

Warum hält Lohmann kollektive Menschenrechte für irreführend?

Lohmann argumentiert, dass Menschenrechte per definitionem subjektive Rechte des Individuums sind und eine Erweiterung auf unbestimmte Kollektive das Menschenrechtskonzept begrifflich verwässert und missbrauchsanfällig macht.

Welche Rolle spielt der Kommunitarismus in der Arbeit?

Der Kommunitarismus dient als Gegenposition, die den Schutz von Gruppeninteressen betont und die klassisch-liberale Theorie des Individualismus kritisiert, was wiederum den Ausgangspunkt für Lohmanns Kritik bildet.

Wie unterscheidet Lohmann zwischen indigenen und anderen Minderheiten?

Lohmann sieht im Kontext von indigenen Gruppen, die keine moderne Rechtsstaatlichkeit kennen, die Notwendigkeit für einen besonderen Schutzstatus, der über normale individualrechtliche Absicherungen hinausgehen könnte.

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Details

Title
Georg Lohmanns Kritik an der Konzeption kollektiver Menschenrechte
College
University of Erfurt
Grade
1,3
Author
Martin Böhm (Author)
Publication Year
2018
Pages
18
Catalog Number
V941237
ISBN (eBook)
9783346272935
ISBN (Book)
9783346272942
Language
German
Tags
georg kritik konzeption menschenrechte lohmann universale kollektivrechte universalismus kommunitarismus
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Martin Böhm (Author), 2018, Georg Lohmanns Kritik an der Konzeption kollektiver Menschenrechte, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/941237
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