Welche Zusammenhänge lassen sich zwischen Gesundheit und Führung identifizieren? Welche Rolle spielt das Selbstkonzept einer Führungskraft und inwiefern trägt sie eine Vorbildfunktion? Wie wirkt sich die Gestaltung von Arbeitsaufgaben auf die Motivation und die Gesundheit von Mitarbeitenden aus? Was sagt die aktuelle Studienlage darüber?
Das Konstrukt der Führung tritt in unterschiedlichen Kontexten wie bspw. Wirtschaft, Politik, Militär oder Familie auf und kann somit, wie jede andere soziale Interaktion, aus genauso vielen unterschiedlichen Perspektiven gesehen und gestaltet werden.
In dieser Einsendeaufgabe steht dabei ausschließlich die Personalführung in Organisationen im Mittelpunkt. So wird der Begriff der Personalführung nach Weibler (2001) folgendermaßen def.: „(…) interpersoneller Prozess, andere durch eigenes, sozial akzeptiertes Verhalten so zu beeinflussen, dass dies bei den Beeinflussten mittelbar oder unmittelbar ein intendiertes Verhalten bewirkt.“ Das bedeutet, dass die Personalführung ein zielorientierter Prozess ist, bei dem die Erfüllung gemeinsamer Aufgaben in einer strukturierten Arbeitssituation angestrebt wird. Darauf aufbauend beschreibt Kossbiel (1990) den Einfluss der Führungskraft als positionell legitimiert, da dieser Person durch ihre hierarchisch höhere Position im Unternehmen die Macht zugesprochen wird, die unterstellten Mitarbeitenden im Sinne einer Zielerreichung zu beeinflussen. Wichtig dabei erscheint die Tatsache, dass diese vom Unternehmen zugesprochene Macht nicht von Nutzen ist, wenn die Führungskraft keine soziale Akzeptanz der Mitarbeitenden erhält. Demnach besteht das Konzept der Personalführung folglich aus drei wesentlichen Faktoren, die nachstehend beschrieben werden.
Inhaltsverzeichnis
Das Selbstkonzept der Führungskraft und ihre Vorbildfunktion
Die Gestaltung von Arbeitsaufgaben und ihre Wirkung auf die Motivation und Gesundheit der Mitarbeiter
Studienlage: Zusammenhang zwischen Gesundheit und Führung
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss von Führungskräften auf die Gesundheit und Motivation von Mitarbeitern. Dabei wird analysiert, wie das gesundheitsbezogene Selbstkonzept der Führungskraft, ihr Führungsverhalten und die spezifische Gestaltung von Arbeitsaufgaben maßgeblich zur Arbeitszufriedenheit und zum Wohlbefinden der Belegschaft beitragen können.
- Das Selbstkonzept der Führungskraft und ihre Vorbildfunktion
- Wirkung der Aufgabengestaltung auf Motivation und Gesundheit
- Die Bedeutung der Ganzheitlichkeit, Anforderungsvielfalt und Sinnhaftigkeit
- Empirische Studien zum Zusammenhang von Führung und Gesundheit
- Implikationen für die betriebliche Praxis
Auszug aus dem Buch
Die Verhaltensbeeinflussung
Dieses Kriterium erläutert den Prozess der gegenseitigen Beeinflussung des Verhaltens im Kontext Arbeit. So möchte ein Unternehmensmitglied auf ein anderes einwirken, um ein Verhalten zu provozieren (aktivieren oder verhindern), dass in seiner Vorstellung sinnvoll erscheint. Die Beeinflussung kann sich auf einzelne oder mehrere Determinanten (bspw. Qualifikation, Motivation, Werte, Infrastruktur) beziehen und bspw. durch Anweisungen, Überzeugungen oder durch das Vorleben des Verhaltens geschehen (Vorbildfunktion).
Zusammenfassung der Kapitel
Das Selbstkonzept der Führungskraft und ihre Vorbildfunktion: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Personalführung und verdeutlicht, wie das gesundheitsbezogene Selbstkonzept einer Führungskraft sowie deren Vorbildfunktion das Verhalten und Wohlbefinden der Mitarbeiter direkt beeinflussen können.
Die Gestaltung von Arbeitsaufgaben und ihre Wirkung auf die Motivation und Gesundheit der Mitarbeiter: Hier wird erläutert, wie durch die Gestaltung von Arbeitsaufgaben – insbesondere hinsichtlich Ganzheitlichkeit, Anforderungsvielfalt, sozialer Interaktion und Sinnhaftigkeit – die Gesundheit und Motivation der Beschäftigten gefördert oder geschädigt werden kann.
Studienlage: Zusammenhang zwischen Gesundheit und Führung: Dieses Kapitel präsentiert empirische Erkenntnisse, darunter die Doktorarbeit von Barbara Pangert und den Fehlzeiten-Report 2018, um den Zusammenhang zwischen verschiedenen Führungsaspekten, dem Sinnerleben und der Gesundheit von Mitarbeitern wissenschaftlich zu belegen.
Schlüsselwörter
Personalführung, Selbstkonzept, Vorbildfunktion, Arbeitsgestaltung, Ganzheitlichkeit, Anforderungsvielfalt, Sinnhaftigkeit, Gesundheitsförderung, Mitarbeitergesundheit, Arbeitsmotivation, Führungsverhalten, Belastungserleben, Stressmanagement, Fehlzeiten, Arbeitszufriedenheit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Rolle der Führungskraft bei der Förderung der Mitarbeitergesundheit und der Bedeutung einer gesundheitsorientierten Aufgabengestaltung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind das gesundheitsbezogene Selbstkonzept von Führungskräften, die Methoden der Personalführung sowie die Auswirkungen der Arbeitsaufgabenstruktur auf die psychische und physische Verfassung von Mitarbeitern.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, den Einfluss von Führungsverhalten und Arbeitsbedingungen auf das Wohlbefinden und die Motivation der Mitarbeitenden aufzuzeigen und durch wissenschaftliche Belege zu untermauern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine Literaturarbeit, die verschiedene bestehende empirische Studien, wie den Fehlzeiten-Report 2018 und die Doktorarbeit von Barbara Pangert, analysiert und zusammenfasst.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden das Selbstkonzept der Führungskraft, die Auswirkungen von Aufgabenmerkmalen wie Ganzheitlichkeit und Sinnhaftigkeit sowie spezifische Studien zur Führung und Gesundheit detailliert erörtert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselwörter sind unter anderem Personalführung, Vorbildfunktion, Arbeitsgestaltung, Gesundheitsförderung und Mitarbeiterbindung.
Warum ist die „Vollständigkeit“ einer Aufgabe laut der Arbeit so wichtig?
Die Arbeit verdeutlicht, dass vollständige Aufgaben – die Planung, Vorbereitung und Kontrolle beinhalten – das Erleben von Sinnhaftigkeit fördern und nachweislich zu niedrigeren Krankenständen führen.
Welche Rolle spielt die „Sinnhaftigkeit“ in der modernen Arbeitswelt?
Sinnhaftigkeit wird als entscheidender Faktor für die intrinsische Motivation und das Wohlbefinden identifiziert; fehlender Sinn führt laut der Arbeit zu Unzufriedenheit und psychischen Beschwerden.
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- Nina Hammerer (Author), 2020, Gesundheit als Führungsaufgabe, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/941431