Selbstwirksamkeitserwartung. Darstellung anhand eines fiktiven Beratungsgesprächs


Einsendeaufgabe, 2019

18 Seiten, Note: 1,2


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 SELBSTWIRKSAMKEIT
1.1 DEFINITION
1.2 SSA-SKALAMESSUNG
1.3 VERGLEICH ZWEIER STUDIEN

2 LITERATURRECHERCHE STRESS

3 BERATUNGSGESPRÄCH
3.1 MODELL DES GESUNDHEITSVERHALTENS
3.2 DIE ROLLE DES BERATERS
3.3 DIALOG

4 LITERATURVERZEICHNIS

5 ABBILDUNGS- UND TABELLENVERZEICHNIS
5.1 ABBILDUNGSVERZEICHNIS
5.2 TABELLENVERZEICHNIS

1 Selbstwirksamkeit

1.1 Definition

Die Selbstwirksamkeitserwartung, welche auch Kompetenzerwartung genannt wird, ist die Überzeugung durch eigenes Handeln auch Konflikte, schwierige Situationen und Herausforderungen aus eigener Kraft bewältigen zu können (Bandura, 1992).

Sie ist auch eine wichtige Schutzressource des Menschen und ist bei jedem unterschiedlich stark ausgeprägt. Am stärksten ist sie, wenn man sie durch direkte Erfahrungen erwirbt. Man kann sie aber auch durch indirekte-, symbolische Erfahrungen und Gefühlserregung erwerben. Wobei die Selbstwirksamkeitserwartung bei dem Erwerb der Gefühlserregung am schwächsten ausgeprägt ist (Schwarzer, 2004, S.19).

Je höher also die Selbstwirksamkeit, desto stärker ist auch das positive Selbstbild- und vertrauen. (Schwarzer, 1992).

1.2 SSA-Skala Messung

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.l: SSA Skala - Auswertung der Selbstwirksamkeit zur sportlichen Aktivität (modifiziert nach Fuchs & Schwarzer, 1994, S.146). 3/18

Das Balkendiagramm zeigt die Auswertung der Selbstwirksamkeitsskala zur sportlichen Aktivität (SSA-Skala). Der Score kann nach aufsummieren zwischen 12 und 84 variieren. Je höher der einzelne Skalenwert und der Score, desto besser ist die spezifische Selbstwirksamkeit zur Sportaktivität. Fünf Personen haben den Fragebogen ausgefüllt und im Folgenden werden die Ergebnisse ausgewertet.

Zunächst kann man ganz klar feststellen, dass die Männer mit einem Score von 55, 60 und 72 generell eine höhere Selbstwirksamkeit haben und auch ein bisschen sportlicher sind als die befragten Frauen mit einem Score von 53 und 43. Wobei letzteres sogar unter der Hälfte der zu erreichenden Punkte liegt und auf eine niedrigere Selbstwirksamkeit schließen lässt.

Ein weiterer Unterschied zwischen beiden Geschlechtern ist, dass die Frauen Freunde und Familie dem Sport klar vorziehen würden mit einem Wert zwischen Eins und Zwei. Männer hingegen haben einen Skalenwert zwischen Vier und Sieben angegeben, was daraufhinweist, dass sie eher zum Sport gehen würde.

Auch Müdigkeit, Ärger oder Niedergeschlagenheit stecken die Männer besser weg und würden den Sport trotz dessen noch ganz sicher ausführen, wohingegen die Frauen sich da gar nicht sicher sind.

Nur die Person weiblich, 20 ist sich nicht sicher (Wert 2) eine Aktivität auch dann noch auszuüben, wenn sie niemanden findet mit der sie das tun kann. Alle anderen treiben auch sicher alleine Sport mit einem angegeben Wert von Sechs oder Sieben.

Was auffällt ist, dass wenn noch viel Arbeit zu erledigen ist, diese bei allen der Befragten auch bevorzugt wird und der Sport erst an nächster Stelle kommt.

Beide Geschlechter würden aber den eigenen Partner mit einem Wert zwischen Eins und Zwei klar bevorzugen.

Eine weitere Gemeinsamkeit ist, dass alle der Befragten auch bei schlechtem Wetter eine geplante Sportaktivität noch sicher ausführen mit einem Wert von Sieben. Somit hat es keinen oder nur einen sehr geringen Einfluss auf das Ausüben einer sportlichen Aktivität.

Der einzige Punkt bei dem jeder der Befragten einen anderen Wert angegeben hat, ist wenn derjenige Sorgen oder Probleme hat. Da reagiert jeder anders drauf und dabei kommt es auch drauf an wie viele Sorgen oder Probleme er hat. Der eine kann sich durch Sport gut ablenken und der andere beschäftigt sich vielleicht lieber intensiv mit den Problemen um sie zu beseitigen.

Zusammengefasst kann man sagen, dass vor allem die Männer eine höhere Selbstwirksamkeit bei sportlicher Aktivität aufweisen als Frauen. Auch scheint es so, als würde die Bedeutung von sportlicher Aktivität im Alter deutlich zunehmen, da das Bewusstsein für Gesundheit und Krankheit steigt. Ebenso zeigt sich, dass man sich im Alter von 20/22 noch eher von etwas anderem ablenken lässt oder andere Dinge wichtiger sind, wohingegen man im Alter von 36/46 feste Zeiten hat an denen man Sport treibt und diese auch schon fest im Alltag integriert sind. Somit wird die Sportaktivität zielgerichtet, regelmäßig und auch selbstbewusst ausgeführt.

1.3 Vergleich zweier Studien

Tab.l: Vergleich zweier Studien zum Thema „Selbstwirksamkeitserwartung“ (eigene Darstellung)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Im Folgenden werden die Studien „Der Einfluss von Ergebnis- und Selbstwirksamkeitserwartungen auf die Ergebnisse einer Rehabilitation nach Hüftgelenkersatz“ von Dohnke, B., Müller-Fahmow, W. & Knäuper, B. aus dem Jahre 2006 (l.Studie) und „Selbstwirksamkeitserwartungen und Therapieerfolge bei Patienten mit anhaltender somatoformer Schmerzstörung“ aus dem Jahre 2007, durchgeführt von Schneider, J. & Rief, W. (2.Studie) kritisch verglichen.

Die Fragestellung beider Studien verbindet zunächst die Ergebnis- und Selbstwirksamkeitserwartung mit dem Therapieerfolg, sowohl körperlich wie auch geistig.

Die Stichprobe der l.Studie ist mit 1065 Personen besser zusammengesetzt, da die Personen aus verschiedenen Kliniken kamen, welche auch leicht abweichende Rehabilitationsmaßnahmen haben. Zudem ist der Anteil von Frauen (60%) und Männern (40%) ausgeglichener als bei der 2.Studie, bei der der Anteil der Frauen mit knapp 85% deutlich überwiegt. Ein weiterer Nachteil der 2. Studie ist, dass sie nur mit 316 Personen durchgeführt wurde und alle stammen aus derselben Klinik, also befinden sie sich während der Studie in derselben Umgebung. Das wiederum könnte Ergebnisse 6/18 beeinflussen, die sonst anders ausgefallen wären, wie z.B., dass bei der 1. Studie die Männer zu T2 weniger eingeschränkte ADL-Funktionen hatten als die Frauen. Die Dauer beider Studien ist ziemlich gleich.

Das Untersuchungsdesign der 1. Studie ist wiederum sinnvoller, da es nicht nur zwei, sondern drei Messungen beinhaltet. Damit berücksichtigt die Studie auch noch einen Zeitraum sechs Monate nach Abschluss der Rehabilitation und kann sich über eine langfristige Verbesserung der Selbstwirksamkeit und Schmerzen vergewissern. Abschließend kann man sagen, dass die 1. Studie alltagsbezogener ist und sich auch noch auf andere Rehabilitationsmaßnahmen beziehen lassen würde. Zudem wurde ein längerer Zeitraum der Messung abgedeckt und die Stichproben sind gleichmäßiger aufgeteilt.

2 Literaturrecherche Stress

Im Folgenden wird das Thema Stress ausführlich und aussagekräftig dargestellt.

Da über Stress weder akademisch noch organisatorisch viel bekannt ist, gibt es keine gemeinsame Definition von Stress (Schuler, 1980).

Laut Becker (1990) ist Stress ein Ungleichgewicht zwischen Anforderungen, der Umwelt und den persönlichen Voraussetzungen, Möglichkeiten, Fähigkeiten und Ressourcen des Individuums. Es ist ein biochemischer Vorgang, der nur im Kopf stattfindet. Dieser wird durch die Angst hervorgerufen etwas nicht schaffen zu können bzw. nicht genügend Ressourcen zu haben eine Situation meistem zu können. Er wirkt nicht von außen auf ein Individuum ein, sondern entsteht nur in der gestressten Person selbst.

Oder anders: „Psychischer Stress bezeichnet eine Beziehung mit der Umwelt, die vom Individuum im Hinblick auf sein Wohlergehen als bedeutsam bewertet wird, aber zugleich Anforderungen an das Individuum stellt, die dessen Bewältigungsmöglichkeiten beanspruchen oder überfordern“ (Lazarus & Folkman, 1984).

Bei einem der wichtigsten gesundheitlichen Risikofaktoren handelt es sich um drei Bestandteile. Man unterscheidet zwischen Stressoren, Stressreaktionen und persönlichen Stressverstärkem. Unter Stressoren versteht man äußere belastenden Bedingungen und Anforderungen in unserer Umwelt (Kaluza, 2018).

Stressoren können zum einen in der physikalischen Umwelt entstehen z.B. Lärm, aber auch im Körper z.B. in Form von Schmerzen, Hunger und Durst. Zudem gibt es mentale Stressoren, z.B. Leistungsanforderungen oder soziale Stressoren, also Anforderungen oder Konflikte im Kontakt mit anderen Menschen. Allerdings löst nicht jede Anforderung direkt eine Stressreaktion aus. Dies passiert nur, wenn das Individuum unsicher ist diese Anforderung mit seinen eigenen Ressourcen bewältigen zu können (Kaluza, 2018).

Stressreaktionen äußern sich nach der Konfrontation mit einem Stressor. Da kommt es zu verschiedenen körperlichen Veränderungen wie z.B. ein erhöhter Herzschlag, ein erhöhter Puls und eine erhöhte Muskelspannung. Länger anhaltende Stressreaktionen haben allerdings negative Folgen auf den Körper (Kaluza, 2018).

Persönliche Stressverstärker können Stressreaktionen verursachen und sogar verstärken. Stress ist individuell und jedes Individuum hat eine andere Stressgrenze. Das liegt daran, dass die Bewertung der Situation von persönlichen Erfahrungen abhängt (Kaluza, 2018).

Seyle (1984) unterscheidet zudem noch zwischen zwei Arten von Stress. Zwischen dem Eustress, welcher positiv zu assoziieren ist und dem Disstress, welcher negativ gewertet werden kann. Der Eustress entsteht durch Dinge, die fordern, aber mit Spaß verbunden sind. Er treibt uns in Verbindung mit weiteren körperlichen und psychischen Anreizen voran, wenn wir arbeiten, die Wäsche aufhängen oder Sport treiben. Stress kann uns also motivieren und dazu bewegen Leistung zu erbringen und eine Aufgabe zu verfolgen. Um also produktiv und gefordert zu sein, braucht man ein gesundes Maß an positivem Stress. Disstress hingegen entsteht, wenn die Stressbelastung steigt und die Aufgaben nicht mehr zu bewältigen sind. Das Individuum fühlt sich überfordert und es entsteht ein unangenehmes und bedrohliches Gefühl. Auch ein emotionales, negatives Lebensereignis kann Disstress auslösen.

Wie oben bereits genannt kann Stress sowohl durch äußere wie auch durch innere Faktoren ausgelöst werden. Die sogenannten negativen Stressoren oder auch der Disstress werden von Franke und Franzkowiak (2018) in die folgenden sechs Gruppeneingeteilt: Alltags- und Arbeitsbelastungen und physikalisch-sensorische Stressoren (z.B. Zeitdruck, Lärm), Leistungs- und soziale Stressoren (z.B. Über- und Unterforderung, Isolation), Körperliche Stressoren (z.B. Schmerz, Hunger), lebensverändernde kritische Ereignisse (z.B.Verlust von Bezugspersonen, plötzliche Leistungs- und Gesundheitseinschränkung), chronische Spannungen und Belastungen (z.B. dauerhafte Alltagsprobleme oder Arbeitsüberlastungen), kritische Übergänge im Lebenslauf („Transitionen“, z.B. Pubertät, Berufseinstiege oder -ausstiege).

Stress entsteht wenn die Stressreaktion im Gehirn über die Symphatikus- Nebennierenmark-Achse und die Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden- Achse aktiviert wird. Durch die Ausschüttung der Hormone Adrenalin, Noradrenalin und Kortisol wird die Funktion des Symphatikusnerves gesteigert. Dadurch wird in den Muskeln und im Gehirn Energie freigesetzt und alle Körperreserven können schnell aktiviert werden. Zudem werden Körperfunktionen wie Atmung und Puls gesteigert, andere Funktionen, welche nicht zum Überleben gebraucht werden, hemmen sich kurzzeitig (z.B. Verdauung). Damit dem Körper eine größere Energiereserve zur Verfügung steht, werden die roten Blutkörperchen aus den Reservespeichern gezogen um die Sauerstoffaufnahme zu erleichtern. Sogar die Schmerzwahmehmung wird gehemmt. Diese Reaktion des Körpers geht auf den Urmenschen zurück, dessen Körper bei einer Gefahr schnellstmöglich kampf- oder fluchtbereit sein musste (Hahlweg, 2017).

Hombrecher und Wohlers (2016) zufolge fühlen sich sechs von zehn Menschen gestresst. 66% der 18 bis 29-jährigen fühlen sich mindestens manchmal gestresst und sogar 82% der 30 bis 39-jährigen. Bei den 40 bis 49-jährigen fühlen sich 66% gestresst und bei den 50-59-jährigen sind es 76%. Im Alter von 60 bis 69 fühlen sich „nur“ 39% gestresst und ab 70 Jahren nur rund 34%. Somit fühlen sich weniger Menschen gestresst ab einem Alter von 60 Jahren. Durchschnittlich fühlen sich dennoch 61% gestresst.

Durchschnittlich empfinden 58% der Befragten im Alter von 18 bis 70 plus, dass ihr Leben in den letzten drei Jahren stressiger geworden ist.

Die 3 Hauptstressursachen bei Männern und Frauen sind die Arbeit, hohe Ansprüche an sich selbst und zu viele Termine und Verpflichtungen in der Freizeit. Dem Stress wirken 77 % der Männer und 65% der Frauen mit ihrem Hobby entgegen. Gleichermaßen Versuchen 68% beider Geschlechter den Stress mit Faulenzen zu bewältigen. Eine weitere beliebte Entspannungsstrategie ist bei Frauen zu 65% Freunde und Familie und bei Männern zu 69% (Hombrecher & Wohlers, 2016).

Angebote zur Bewältigung und Prävention von Stresserkrankungen werden immer mehr online als Website oder als Onlineseminar angeboten (z.B. Selfapy, stress-minimieren).

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Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Selbstwirksamkeitserwartung. Darstellung anhand eines fiktiven Beratungsgesprächs
Hochschule
Deutsche Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement GmbH
Note
1,2
Autor
Jahr
2019
Seiten
18
Katalognummer
V941455
ISBN (eBook)
9783346281142
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Einsendeaufgabe, Literaturrecherche, Psychologie, Gesundheitsverhalten, Selbstwirksamkeitserwartung, Studien, stress, Selbstwirksamheit, definition, SSA-Skalamessung, vergleich, Beratungsgespräch, Rolle des Beraters, Dialog
Arbeit zitieren
Annabelle Börsch (Autor:in), 2019, Selbstwirksamkeitserwartung. Darstellung anhand eines fiktiven Beratungsgesprächs, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/941455

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