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Freiwillig unfrei?

Zwischen Instrumentalisierung und Objektivität – Über die Rolle der Medien im Kriegsdiskurs am Beispiel der embedded journalists im Irak-Krieg 2003

Title: Freiwillig unfrei?

Term Paper , 2007 , 31 Pages , Grade: 1.3

Autor:in: Jens Marquardt (Author)

Politics - Miscellaneous
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Embedded Journalists: Nicht selten wurden sie kritisiert, für ihre zu starke Nähe zu den US-amerikanischen Truppen und die daraus resultierende Gefahr einer Instrumentalisierung durch die US-Armee. Gleichzeitig bietet sich durch die Einbettung der Journalisten die einzigartige Möglichkeit einer direkten Berichterstattung vom Kriegsgeschehen. Damit bewegen sich embedded journalists auf einem schmalen Grat zwischen Informationspflicht und potentieller Instrumentalisierung. Dieses kaum zu durchbrechende Dilemma zwischen der Wahrung journalistischer Werte auf der einen und der politischen Instrumentalisierung auf der anderen Seite wird nun am Beispiel der Berichterstattung zum Irak-Krieg untersucht.

Dabei gilt es die Frage zu klären, welche Rolle die embedded journalists im medialen Kriegsdiskurs während des seit 2003 geführten Irak-Krieges einnahmen und welche Auswirkungen dies auf die Medienberichterstattung zum Kriegsgeschehen hatte.

Nach einer Eingrenzung der wichtigsten terminologischer Begriffe sollen zunächst Anmerkungen zur allgemeinen Rolle der Medien in Kriegszeiten gemacht werden. Was sind die Probleme? Inwieweit ist eine freie und umfassende Berichterstattung überhaupt möglich und welcherlei Instrumentalisierungstendenzen sind die Medien ausgesetzt? In einem zweiten Schritt werden die zentralen Merkmale der medialen Berichterstattung im Irak-Krieg herausgearbeitet.

Der zweite Abschnitt des Hauptteils beschäftigt sich dann eingehender mit den embedded journalists. Zunächst in allgemeiner Form (Terminologie, Hintergrund, Wirkungsweise), danach auf das empirische Fallbeispiel angewandt. Dabei wird auf die Einbettung der Journalisten in das US-amerikanische Heer, deren Berichterstattung sowie die Außenwirkung und Rezeption der eingebetteten Medienmacher eingegangen. Durch das Aufzeigen von Konflikt- und Spannungslinien soll letztlich die multivalente Rolle der embedded journalists dargestellt und ein differenziertes Bild gezeichnet werden, um einseitige Schlussfolgerungen, zu vermeiden.

In der Konklusion werden die verschiedenen Aspekte zur Rolle eingebetteter Journalisten und deren Bedeutung für die Medienberichterstattung dargelegt und diese aus normativer Perspektive für die Qualität der medialen Berichterstattung bewertet, um zu klären, ob es damit zu einer für den offenen Kriegsdiskurs negativen Verzerrung der Wahrnehmung des Kriegsgeschehens kommt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG

1.1 | PROBLEMDEFINITION, FRAGESTELLUNG, RELEVANZ

1.2 | AUFBAU, METHODE UND ZIEL DER ARBEIT

2 HAUPTTEIL

2.1 | MEDIEN UND KRIEG: EINE EINFÜHRUNG

2.1.1 | MEDIEN IM KRIEG: DAS DILEMMA DER PRESSEFREIHEIT

2.1.2 | ZUR ROLLE DER MEDIEN IM DEMOKRATISCHEN KRIEGSDISKURS

2.1.3 VOM BERICHTERSTATTER ZUM AKTEUR

2.2 | MEDIENBERICHTERSTATTUNG ZUM IRAK-KRIEG

2.3 | ZWISCHEN DEN FRONTEN: EMBEDDED JOURNALISTS

2.3.1 | DER WANDEL: VOM POOL-PRINZIP ZUM EMBEDDING

2.3.2 | DER EINSATZ: EMBEDDED JOURNALISTS IM IRAK

2.3.3 | DAS PROBLEM: KRITISCHE BERICHTERSTATTUNG

2.3.4 | DIE REZEPTION: WIRKUNG AUF DAS PUBLIKUM

2.3.5 | DER EINFLUSS: EMBEDDED JOURNALISTS IM KRIEGSDISKURS

3 SCHLUSSBETRACHTUNG

3.1 | ZUSAMMENFASSUNG

3.2 | KONKLUSION

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen journalistischer Informationspflicht und politischer Instrumentalisierung am Beispiel der embedded journalists während des Irak-Krieges 2003. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert dabei auf die Rolle, die diese eingebetteten Journalisten im medialen Kriegsdiskurs einnahmen, sowie die daraus resultierenden Auswirkungen auf die Berichterstattung und die Wahrnehmung des Kriegsgeschehens.

  • Rolle und Dilemma der Medien in demokratischen Kriegsdiskursen
  • Transformation der Kriegsberichterstattung vom Pool-Prinzip zum Embedding
  • Instrumentalisierung von Medien durch militärische und politische Akteure
  • Einfluss der Berichterstattung auf die öffentliche Wahrnehmung und Rezeption

Auszug aus dem Buch

2.3.1 | Der Wandel: Vom Pool-Prinzip zum Embedding

Auch wenn die enorme Bedeutung der Medien und deren massive Integration sowohl in die strategischen politischen Überlegungen, als auch deren Involvierung in das Kampfgeschehen selbst 2003 mit Nichten ein neu zu beobachtendes Phänomen darstellte, so muss doch zumindest eine neue Qualität in der Kriegsberichterstattung als solche konstatiert werden.

Denn der Irak-Krieg von 2003 ist nach geradezu übereinstimmender Meinung vor allem des journalistischen Spektrums selbst, aber auch der politisch Verantwortlichen sowie den in dieser Arbeit verwendeten wissenschaftlichen Texten geradezu durch die in dieser Form bisher nicht da gewesenen Art der Berichterstattung charakterisiert: „Es ist keine militärische Aktion bekannt, die in ähnlich hohem Maße detailliert und zeitnah der Weltöffentlichkeit vermittelt wurde, wie der dritte Golfkrieg.“ Im Vordergrund der Diskussionen stand dabei vor allem der von den USA vollzogene Wandel im Umgang mit den Medienvertretern: Von dem bei den Journalisten „extrem unbeliebten“ Pool-Prinzip 1991 zur neuen Form des aktiven Embedding 2003.

Während ersteres noch durch die Restriktionen des Militärs geprägt war, das die Journalisten zu festgelegten Punkten des Einsatzgebietes brachte, um sie dort unter Aufsicht und insbesondere unter militärischer Zensur filmen und recherchieren zu lassen, gewannen die Journalisten durch das Prinzip der direkten Einbettung in die Armee und die Begleitung eines bestimmten Truppenteils über einen längeren Zeitraum nun die vermeintliche Freiheit journalistischer Berichterstattung.

Zusammenfassung der Kapitel

1 EINLEITUNG: Definiert die Problemstellung und die Forschungsfrage zur Rolle von embedded journalists im Irak-Krieg unter Berücksichtigung des Spannungsfeldes von Pressefreiheit und politischer Instrumentalisierung.

2 HAUPTTEIL: Analysiert theoretische Grundlagen der Medien im Krieg, beschreibt den Übergang zur Praxis des Embedded Reporting und untersucht die Auswirkungen auf Berichterstattung, Rezeption und den Kriegsdiskurs.

3 SCHLUSSBETRACHTUNG: Fasst die Ergebnisse der Untersuchung zusammen und zieht eine Konklusion über die strukturelle Verzerrung der Kriegsberichterstattung sowie die Grenzen der Objektivität in Zeiten militärischer Einbettung.

Schlüsselwörter

Irak-Krieg, Embedded Journalists, Medienkrieg, Kriegsdiskurs, Pressefreiheit, Selbstzensur, Instrumentalisierung, Kriegsberichterstattung, Propaganda, Öffentlichkeitsarbeit, Pentagon, Golfkrieg, Mediale Wahrnehmung, Informationskrieg, Militärzensur.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem Verhältnis von Medien und Krieg, insbesondere mit der Rolle eingebetteter Journalisten im Irak-Krieg von 2003.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die journalistische Objektivität, das Dilemma der Pressefreiheit in Krisenzeiten, die Strategien des US-Militärs zur Medienkontrolle und die Wirkung auf die öffentliche Meinung.

Was ist die Forschungsfrage der Arbeit?

Die Arbeit untersucht, welche Rolle embedded journalists im medialen Kriegsdiskurs des Irak-Krieges einnahmen und welche Auswirkungen dies auf die Berichterstattung hatte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit verfolgt einen empirisch-argumentativen Ansatz, indem sie vorliegende Fallbeispiele und wissenschaftliche Studien zum Irak-Krieg analysiert, um theoretische Erkenntnisse über die Rolle der Medien abzuleiten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung zur Medienrolle im Krieg, eine Analyse der Medienberichterstattung zum Irak-Krieg und eine detaillierte Untersuchung der Praxis und Wirkung des sogenannten Embeddings.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Embedded Journalists, Kriegsdiskurs, Instrumentalisierung, Pressefreiheit und mediale Inszenierung charakterisiert.

Warum wurde der Begriff "Freiwillig unfrei?" als Titel gewählt?

Der Titel reflektiert das Dilemma der Journalisten, die einerseits durch die Einbettung einen privilegierten Zugang zum Kriegsgeschehen erhielten, sich aber andererseits in eine Abhängigkeit begaben, die ihre journalistische Freiheit und kritische Distanz einschränkte.

Was unterscheidet das "Embedding" von dem früheren "Pool-Prinzip"?

Das Pool-Prinzip war durch starke militärische Restriktionen und die Zuweisung zu festen Punkten gekennzeichnet, während das Embedding eine längerfristige direkte Begleitung der Truppen ermöglichte, was jedoch zu einer subtileren Identifikation und Selbstzensur führte.

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Details

Title
Freiwillig unfrei?
Subtitle
Zwischen Instrumentalisierung und Objektivität – Über die Rolle der Medien im Kriegsdiskurs am Beispiel der embedded journalists im Irak-Krieg 2003
College
Free University of Berlin  (Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaft)
Course
Proseminar (Einführung in Theorien über Krieg und Frieden)
Grade
1.3
Author
Jens Marquardt (Author)
Publication Year
2007
Pages
31
Catalog Number
V94211
ISBN (eBook)
9783640099474
ISBN (Book)
9783640140725
Language
German
Tags
Freiwillig Proseminar Theorien Krieg Frieden)
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jens Marquardt (Author), 2007, Freiwillig unfrei?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/94211
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