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Überlegungen zur Theorie und Didaktik der Literaturgeschichte

Titre: Überlegungen zur Theorie und Didaktik der Literaturgeschichte

Texte Universitaire , 2019 , 20 Pages , Note: 1

Autor:in: Oliver Krüger (Auteur)

Didactique de l'Allemand - Histoire littéraire, Epoques
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"Das vielschichtige Kompositum ‚Literaturgeschichtsschreibung‘ verdankt Entstehung und Fortleben der Antinomie oder dem nicht ausgetragenen Konflikt zwischen den Dimensionen, aus denen es zusammengesetzt ist, und als konstituierte Einheit trägt es zur Verdeckung der Antinomie bei." Die von Philippe Forget hier attestierte Ambiguität des Begriffes Literaturgeschichte gab Anlass zum Verfassen dieser Arbeit.

Der erste Teil dieser Arbeit ist der Versuch der Schärfung des Begriffs "Literaturgeschichte" und der Veranschaulichung seiner Mehrdimensionalität. Die Problematik des Epochenbegriffs im Deutschunterricht werden im zweiten Teil dieser Arbeit behandelt. Ebenso soll hier ein Vorschlag von Maximilian Nutz zur Literaturgeschichte als "entdeckendes Lernen" vorgestellt und auf seine Kompatibilität mit dem Berliner Rahmenlehrplan hin geprüft werden.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Theoretische Tendenzen in der Literaturgeschichte

1.1 Was heißt und zu welchem Ende studiert man Literaturgeschichte?

1.2 Anfänge im 19. Jahrhundert

1.3 Formalistische Schule, Rezeptionsästhetik und die Sozialgeschichte der deutschen Literatur – Neuorientierungen des literaturhistorischen Projektes

2. Tradition der Literaturgeschichte und ihre Didaktik

2.1 Epochen der Literatur – notwendiges Orientierungswissen?

2.2 Literaturgeschichte im Hinblick auf die Kompetenzorientierung

2.3 Neue Konzepte – Literaturgeschichte als „entdeckendes Lernen“

Zielsetzung und Themenfelder

Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit dem vielschichtigen Begriff der Literaturgeschichte auseinander, analysiert dessen historische Genese als narrativ-lineare Sinnordnung und untersucht die Herausforderungen für die moderne Literaturdidaktik im Kontext schulischer Kompetenzorientierung.

  • Mehrdimensionalität und Begriffsbestimmung von Literaturgeschichte
  • Historische Entwicklung des literaturgeschichtlichen Epochenbegriffs
  • Spannungsfeld zwischen fachwissenschaftlicher Konstruktion und didaktischer Vermittlung
  • Herausforderungen durch die schulische Kompetenzorientierung
  • Ansätze für ein „entdeckendes Lernen“ im Literaturunterricht

Auszug aus dem Buch

1.3 Formalistische Schule, Rezeptionsästhetik und die Sozialgeschichte der deutschen Literatur – Neuorientierungen des literaturhistorischen Projektes

Als ein Versuch die Literaturgeschichte zu objektivieren und damit auch zu entideologisieren kann die Formalistische Schule gesehen werden. Sie ersetzt das „Signifikat“ der Nation durch die Makrothese der „literarischen Evolution“. Grundannahme ist also, dass jeder Text und jedes Werk vor dem Hintergrund aller vorausgegangenen und konkurrierender bewertet werden muss und sich entweder vorhandener Formensprache bedient oder sie weiterentwickelt. Jede neue Form erreicht dann einen „Höhenkamm“ künstlerischer Ausgestaltung [...] um schließlich, wenn sich die nächste Form durchgesetzt hat, als abgegriffene Gattung im Alltag der Literatur weiterzuvegetieren [sic]27. Die Bedeutung eines Werkes bemäße sich demnach zwar auch am Grad der Vervollkommnung der gattungsspezifischen Formensprache aber vor allem seiner Innovationskraft.28 Hans Robert Jauß würdigt diesen Ansatz als den wohl bedeutendsten für eine Erneuerung der Literaturgeschichte, weist aber gleichzeitig auf seine Schwächen hin. Demnach reiche die „bloße Gegensätzlichkeit oder ästhetische Variation“29 nicht aus um das Wachstum der Literatur zu erklären und ebenso bliebe „[...]die Frage nach der Richtung des Wandels der literarischen Formen unbeantwortet“30. Er bezweifelt, dass „Innovation allein“ diesen hohen Stellenwert in der Bewertung eines Kunstwerkes zukommen sollte und entwickelt, ausgehend von dieser These, seine Forderung nach einer Literaturgeschichte als „Rezeptionsgeschichte“. So liesse sich die Bedeutung eines Werkes vor allem bemessen an der Distanz des Erwartungshorizontes der Rezipient_innen gegenüber eines Werkes und dessen tatsächlicher Wirkung.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Theoretische Tendenzen in der Literaturgeschichte: Dieses Kapitel beleuchtet die historische Entwicklung und die ambivalente Begriffsbestimmung von Literaturgeschichte als narrative Form der Sinnstiftung.

2. Tradition der Literaturgeschichte und ihre Didaktik: Hier wird die Problematik der literaturhistorischen Epochenmodelle im schulischen Kontext sowie deren Herausforderung durch die moderne Kompetenzorientierung diskutiert.

Schlüsselwörter

Literaturgeschichte, Literaturdidaktik, Epochenbegriff, Literarische Evolution, Rezeptionsästhetik, Kompetenzorientierung, Entdeckendes Lernen, Geschichtskonstruktion, Literaturunterricht, Kanonbildung, Kulturgeschichte, Narrativität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die theoretischen Grundlagen und die didaktische Vermittlung von Literaturgeschichte in Schule und Universität.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themen umfassen die Geschichte der literaturhistorischen Theoriebildung, das Problem der Epochenkonstruktion und die Integration dieser Inhalte in den Deutschunterricht.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Schärfung des Begriffs „Literaturgeschichte“ sowie die kritische Reflexion ihrer methodischen Anwendung im Hinblick auf aktuelle didaktische Anforderungen.

Welche wissenschaftlichen Perspektiven werden eingenommen?

Die Arbeit betrachtet sowohl literaturwissenschaftliche Strömungen wie die Formalistische Schule und die Rezeptionsästhetik als auch didaktische Ansätze wie die Kompetenzorientierung.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die Genese der Literaturgeschichte, der Wandel von Literaturtheorien und die Schwierigkeiten bei der Umsetzung dieser Konzepte im schulischen Unterricht dargelegt.

Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen zählen Literaturgeschichte, Epochenbewusstsein, Kompetenzorientierung und entdeckendes Lernen.

Wie bewertet der Autor die Rolle des Epochenbegriffs?

Der Autor hinterfragt den Epochenbegriff kritisch, da er oft als starr empfunden wird und die Gefahr der „selbsterfüllenden Prophezeiung“ bei der Kanonbildung birgt.

Was versteht man unter dem Konzept des „entdeckenden Lernens“?

Es beschreibt einen methodischen Ansatz im Deutschunterricht, bei dem Lernende selbstständig literarische und historische Kontexte erschließen, statt nur fertiges Wissen zu reproduzieren.

Warum steckt die Literaturdidaktik laut Arbeit in einer Legitimationskrise?

Die Krise resultiert aus der Spannung zwischen dem traditionellen Anspruch, Literaturgeschichte als abgeschlossenes Wissen zu vermitteln, und der modernen Anforderung, Kompetenzen statt reinem Faktenwissen in den Fokus zu stellen.

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Résumé des informations

Titre
Überlegungen zur Theorie und Didaktik der Literaturgeschichte
Université
Free University of Berlin  (Philosophie und Geisteswissenschaften)
Note
1
Auteur
Oliver Krüger (Auteur)
Année de publication
2019
Pages
20
N° de catalogue
V942821
ISBN (ebook)
9783346275257
ISBN (Livre)
9783346275264
Langue
allemand
mots-clé
Literaturgeschichte Deutsch Didaktik Theorie
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Oliver Krüger (Auteur), 2019, Überlegungen zur Theorie und Didaktik der Literaturgeschichte, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/942821
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