Die Arbeit soll den neuen Gesetzesentwurf des Bundesministeriums der Finanzen für das Bewertungsvorgehen der steuerlichen Bemessungsgrundlage von bebauten Grundstücken hinsichtlich der sonstigen bebauten Grundstücke mit der aktuellen Gesetzeslage vergleichen und analysieren. Dazu wird zunächst auf die Notwendigkeit der Reform hingewiesen, die beiden Bewertungsmuster nach jeweiliger Rechtsgrundlage getrennt dargestellt, um sie schlussendlich miteinander zu vergleichen und die Veränderung herauszuarbeiten.
Die Aktualität des Gesetzes spiegelt sich in der Wortwahl verschiedener Medienhäuser wieder, wenn diese über die anstehende Grundsteuerreform berichten. So betitelt „Die Welt“ die politische Diskussion über das Vorhaben als die „Soziale Frage“ unserer Zeit“, basierend auf der Angst vieler Bürgerinnen und Bürger, insbesondere des bürgerlichen Lagers, durch ungerechte Steuerzahlungen quasi enteignet zu werden. Die grundsteuerliche Bewertung von sonstigen bebauten Grundstücken unterscheidet sich jedoch in einigen Punkten maßgeblich von der Beurteilung anderer Grundstücksarten wie Wohngebäuden und landwirtschaftlichen Baugrundstücken. Für diese, gemeint sind sonst. beb. Grundstücke, ist das Sachwertverfahren gem. §§ 250 Abs. 4, 258 – 260 anzuwenden.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
2 ALLGEMEINE NOTWENDIGKEIT DER GRUNDSTEUERREFROM
2.1 GRUNDLEGENDES SCHEMA DER GRUNDSTEUERBERECHNUNG
2.2 STEUERHOHEIT UND EINNAHMEQUELLE DER KOMMUNEN
2.3 DER EINHEITSWERT
2.4 VOM EINHEITSWERT ZUM GRUNDSTEUERWERT
2.5 VORSCHLAG DES BUNDESMINISTERIUMS FÜR FINANZEN
3 DAS GRUNDSTEUERLICHE BEWERTUNGSVERFAHREN VON SONSTIGEN BEBAUTEN GRUNDSTÜCKE NACH BEWG
3.1 BODENWERT
3.2 GEBÄUDEWERT
3.2.1 Gebäudenormalherstellungswert
3.2.2 Wertminderungen wegen Alters
3.2.3 Wertminderungen wegen baulicher Mängel und Schäden
3.2.4 Ermäßigung und Erhöhung
3.3 WERT DER AUßENANLAGEN
3.4 ANGLEICHUNG AN DEN GEMEINEN WERT
4 DAS GRUNDSTEUERLICHE BEWERTUNGSVERFAHREN VON SONSTIGEN BEBAUTEN GRUNDSTÜCKEN NACH BEWG-ENTWURF
4.1 DAS SACHWERTVERFAHREN
4.2 BODENWERT
4.3 GEBÄUDEWERT
4.3.1 Gebäudenormalherstellungswert
4.3.2 Wertminderung wegen Alters
4.4 ERMÄßIGUNG UND ERHÖHUNG
4.5 ANGLEICHUNG AN DEN GEMEINEN WERT
5 VERGLEICH
5.1 METHODENVERGLEICH
5.2 WERTVERGLEICH
6 SCHLUSS
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert das grundsteuerliche Bewertungsverfahren für sonstige bebaute Grundstücke unter Berücksichtigung des aktuellen Bewertungsgesetzes und des neuen Bewertungsgesetzentwurfs, um die methodischen Unterschiede herauszuarbeiten und die Auswirkungen der Reform auf die Steuerlast zu bewerten.
- Verfassungskonformität der Grundsteuerbewertung
- Analyse des Sachwertverfahrens für sonstige bebaute Grundstücke
- Methodenvergleich zwischen altem Einheitswertmodell und neuem Grundsteuerwertmodell
- Bedeutung der Baupreisindizes und Altersminderungen
- Diskussion der Aufwandsneutralität und bürokratischer Vereinfachung
Auszug aus dem Buch
3.1 Bodenwert
Der Bodenwert für die sonstigen bebauten Grundstücke ist so zu bestimmen, als wäre der Grund unbebaut. Seine Ermittlung erfolgt durch ein Vergleichswertverfahren nach dem Bewertungsgrundsatz des gemeinen Wertes.
Er ergibt sich aus Multiplikation der Quadratmeter, die Grund und Boden umfasst, mit dem Bodenrichtwert. Grundlage für die Bodenrichtwerte sind die Daten vom 1. Januar 1964. Diese werden entweder durch einen Vergleich der Kaufpreise, durch erfasste Bodenrichtwerte oder durch den mutmaßlichen Ertrag ermittelt.
Erstere beurteilt den gegenwärtigen Marktwert zum Zeitpunkt der Hauptfeststellung am besten. Werte können hierfür aus nahegelegenen und ähnlichen Flächen abgeleitet werden. Voraussetzung ist zudem auch, dass bis zum Jahr 1964 genügend repräsentative Verkäufe stattgefunden haben.
Da dies oft nicht der Fall ist, wird vermehrt auf die von den Finanzämtern erfassten Bodenrichtwerte zurückgegriffen. Diese wurden zum Datum der Hauptfeststellung durch die jeweiligen Behörden aus Veräußerungen von Grundstücken und Gutachten gesammelt und auf sogenannten Bodenrichtwertkarten festgehalten. In Folge dessen konnten gegenwärtige Werte für Gebiete entwickelt werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet die verfassungsrechtliche Problematik der Einheitsbewertung und die daraus resultierende Notwendigkeit einer Grundsteuerreform.
2 ALLGEMEINE NOTWENDIGKEIT DER GRUNDSTEUERREFROM: Dieses Kapitel erläutert die Funktionsweise der Grundsteuer, deren Bedeutung für Kommunen sowie die Gründe für das Scheitern der bisherigen Einheitsbewertung.
3 DAS GRUNDSTEUERLICHE BEWERTUNGSVERFAHREN VON SONSTIGEN BEBAUTEN GRUNDSTÜCKE NACH BEWG: Es wird das aktuelle Sachwertverfahren beschrieben, das zur Bewertung von sonstigen bebauten Grundstücken unter dem bisherigen Bewertungsgesetz angewendet wird.
4 DAS GRUNDSTEUERLICHE BEWERTUNGSVERFAHREN VON SONSTIGEN BEBAUTEN GRUNDSTÜCKEN NACH BEWG-ENTWURF: Dieses Kapitel analysiert die methodischen Änderungen im Sachwertverfahren gemäß dem neuen Referentenentwurf.
5 VERGLEICH: Hier werden die alten und neuen Methoden sowie die resultierenden Steuerwerte anhand eines konkreten Fallbeispiels miteinander verglichen.
6 SCHLUSS: Das Schlusskapitel fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet das Potenzial der Reform im Hinblick auf Verfassungskonformität und Verwaltungsvereinfachung.
Schlüsselwörter
Grundsteuer, Bewertung, Sachwertverfahren, Einheitswert, Grundsteuerwert, Immobilien, Bodenwert, Gebäudewert, Bewertungsgesetz, Grundsteuerreform, Aufwandsneutralität, Verfassungswidrigkeit, Bundesverfassungsgericht, Baupreisindex, Nutzungsdauer
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der grundsteuerlichen Bewertung von sonstigen bebauten Grundstücken im Kontext der aktuellen Grundsteuerreform in Deutschland.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die verfassungsrechtliche Kritik am alten Einheitswertsystem, die technischen Details der Wertermittlung durch das Sachwertverfahren und der Vergleich der steuerlichen Auswirkungen zwischen alter und geplanter neuer Gesetzeslage.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es zu analysieren, wie der neue Bewertungsgesetzentwurf die Wertermittlung verändert und ob er die geforderte Aufwandsneutralität sowie Verfassungskonformität erreichen kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es erfolgt eine deskriptive Rechts- und Bewertungsanalyse unter Einbeziehung von Referentenentwürfen, Gesetzeskommentaren und einem methodischen Wertvergleich anhand von Praxisbeispielen (Pflegeheimen).
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil detailliert die Vorgehensweise bei der Boden- und Gebäudewertermittlung unter dem bisherigen Recht sowie die Anpassungen und Vereinfachungen, die der neue Gesetzentwurf vorsieht.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselwörter sind u.a. Grundsteuerreform, Sachwertverfahren, Grundsteuerwert, Verfassungskonformität und Aufwandsneutralität.
Wie unterscheidet sich die Alterswertminderung im neuen Entwurf vom bisherigen Verfahren?
Der Entwurf nutzt eine mathematische Formel basierend auf dem Alter zum Bewertungsstichtag im Verhältnis zur wirtschaftlichen Gesamtnutzungsdauer, wobei für spezifische Gebäudetypen klare Nutzungsdauern definiert wurden.
Welche Rolle spielt der Baupreisindex im neuen Verfahren?
Der Baupreisindex dient im neuen Verfahren als bereinigende Variable, um den Gebäudenormalherstellungswert an zeitgemäße Gegebenheiten anzupassen und somit Inflationseffekte auszugleichen.
Warum wird das Beispiel eines Pflegeheims für den Vergleich gewählt?
Das Pflegeheim dient als repräsentatives Modell für ein "sonstiges bebautes Grundstück", da es komplexe Anforderungen an die Bewertung (verschiedene Anlagen, Baumaterialien, Nutzungsdauer) stellt und somit die Unterschiede der Bewertungsverfahren gut verdeutlicht.
Welche Schlussfolgerung zieht der Autor zur Digitalisierung der Grundsteuer?
Der Autor sieht in der Reform eine Chance, die Grundsteuer als E-Government-Projekt zu etablieren, mahnt jedoch an, dass der Bund die notwendige digitale Infrastruktur für die Kommunen bereitstellen muss.
- Quote paper
- Anonym (Author), 2019, Die grundsteuerliche Bewertung von sonstigen bebauten Grundstücken nach BewG-E 2019. Gesetzesvorschlag des Bundesministeriums für Finanzen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/943022