Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht die Online-Kommunikation von FFF (Fridays For Future) speziell in den sozialen Netzwerken, unter besonderer Berücksichtigung der Verwendung von Nachrichtenfaktoren. Das spezifische Ziel hierbei ist, zu erforschen, wie die Bewegung Nachrichtenfaktoren als Teil ihrer Kommunikationsstrategie nutzt und diese im Laufe der Zeit anpasst, um langanhaltende Resonanz in den Medien zu erzielen. Der Arbeit liegt deshalb die folgende Fragestellung zugrunde:
Wie verändert sich die politische Online-Kommunikation von Fridays for Future hinsichtlich der Nutzung der Nachrichtenfaktoren?
Diese erscheint vor dem Hintergrund der bereits erreichten hohen Aufmerksamkeit kommunikationspraktisch besonders relevant, da für zukünftige Bewegungen und Interessengruppen die Ergebnisse von Bedeutung sein und sie Teile davon für ihre eigene Strategie adaptieren könnten. Von wissenschaftlichem Interesse kann die Fragestellung sein, um zu analysieren, inwiefern sich die Nachrichtenwerttheorie auf FFF übertragen lässt und mit welchen Nachrichtenfaktoren und dem damit verbundenen Auftreten Bewegungen wie FFF besonders wirksam ihren Zielen näherkommen können.
Um die Fragestellung beantworten zu können, wird in den nächsten beiden Kapiteln der notwendige theoretische Hintergrund sowie der empirische Forschungsstand erläutert, bevor dann im dritten Kapitel ein Untersuchungsmodell aufgestellt und unter anderem erläutert wird, dass Twitter-Beiträge von FFF untersucht werden sollen. Darauf folgt im vierten Kapitel die Aufstellung von Hypothesen, bevor im fünften Kapitel das methodische Vorgehen, um diese zu überprüfen, dargelegt wird. Es folgt in den letzten beiden Kapiteln die Präsentation und Einordnung der Ergebnisse sowie ein abschließendes Fazit.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretischer Hintergrund
2.1 Soziale Bewegungen
2.2 Politische Kommunikation
2.2.1 Außenkommunikation
2.2.2 Binnenkommunikation
2.3 Nachrichtenwerttheorie
3. Empirischer Forschungsstand
4. Hypothesen und Variablenmodell
4.1 Hypothesen
4.1.1 Entwicklung der Verwendung von Nachrichtenfaktoren
4.1.2 Häufige Nachrichtenfaktoren
4.1.3 Seltene Nachrichtenfaktoren
4.2 Variablenmodell
5. Methodisches Vorgehen
5.1 Design
5.1.1 Quantitative Inhaltsanalyse
5.1.2 Codierung
5.1.3 Indexbildung Nachrichtenwert
5.2 Datenerhebung
5.3 Besonderheiten bei der Inhaltsanalyse von Online-Inhalten
5.4 Sample und Analyseschritte
5.5 Zuverlässigkeit und Gültigkeit der Messung
5.5.1 Reliabilität
5.5.2 Validität
6. Ergebnisse
6.1 Darstellung
6.2 Überprüfung der Hypothesen
6.3 Sonstige Auffälligkeiten und Interpretation
6.4 Kriteriums- und Inferenzvalidität
7. Fazit
7.1 Zusammenfassung
7.2 Methodenkritik und Einschränkungen
7.3 Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht die Veränderung der politischen Online-Kommunikation von Fridays for Future (FFF) in sozialen Netzwerken, speziell auf Twitter, unter besonderer Berücksichtigung der Nutzung von Nachrichtenfaktoren im Zeitverlauf. Das primäre Ziel besteht darin zu erforschen, wie die Bewegung ihre Kommunikationsstrategie anpasst, um langanhaltende mediale Resonanz zu erzielen.
- Analyse der Online-Kommunikation von Fridays for Future auf Twitter
- Anwendung der Nachrichtenwerttheorie auf die Protestbewegung
- Untersuchung der Veränderung von Nachrichtenfaktoren im Zeitverlauf
- Überprüfung der Kommunikationsstrategie und Medienaufmerksamkeit
Auszug aus dem Buch
2.3 Nachrichtenwerttheorie
„[K]ennzeichnend für soziale Bewegungen ist ja gerade, dass ihnen die direkten, institutionalisierten Zugänge zu staatlichen Entscheidungsprozessen versagt sind, über die Parteien und Verbände verfügen“ (Schmitt-Beck, 1998, S. 475). Sie müssen also „im Besonderen in der Lage sein, Ereignisse mit bestimmten Nachrichtenwert zu produzieren“ (Kriesi, 2007, S. 152). Aber auch umgekehrt sind soziale Bewegungen für die Medien als Lieferanten von publikumsattraktiven Nachrichten interessant. So stehen soziale Bewegungen und Massenmedien in einem Verhältnis der „kompetitiven Symbiose“ (vgl.Wolfsfeld, 1991), beide benötigen einander, wollen aber ihren Bedarf nach Maßgabe jeweils eigener Bedingungen realisieren.
Welche Strategien gibt es, um die Aufmerksamkeit der Medien zu erlangen? Zunächst hilft hier ein Blick auf Praktiken und Routinen von Journalisten. Diese stehen vor der Herausforderung, dass „die Zahl der Agenturmeldungen riesig [ist], der zur Verfügung stehende Platz zum Abdruck bzw. die Sendezeit dagegen sehr begrenzt“ (Maier, Retzbach, Glogger, & Stengel, 2018, S. 16). Neben den Agenturmeldungen sehen die Autoren die Arbeit von Öffentlichkeits- und PR-Abteilungen, zum Beispiel von politischen Bewegungen wie FFF, als „eine weitere zentrale Informationsquelle“ (ebd.). „Die Verarbeitungskapazität des Mediensystems ist [also] begrenzt“ (Schmitt-Beck, 1998, S. 480). So müssen Journalisten aus den unterschiedlichsten Meldungen die scheinbar wichtigsten und besten herausfiltern, um diese als Nachrichten zu verbreiten. Wie sich Journalisten hier entscheiden beschreibt die Nachrichtenwerttheorie, die davon ausgeht, dass es bestimmte Kriterien gibt, die Ereignisse erfüllen müssen, um zu Nachrichten zu werden (z.B. vgl. Schulz, 1976). Diese Kriterien, welche die Publikationswürdigkeit von Ereignissen darstellen, werden Nachrichtenfaktoren genannt. Je mehr Nachrichtenfaktoren ein Ereignis erfüllen kann, desto größer ist sein Nachrichtenwert. Nachrichtenfaktoren gelten laut Eilders (1997) für Journalisten wie Rezipienten einigermaßen gleich, da diese ebenfalls, ob bewusst oder unbewusst, ihre Aufmerksamkeit auf Meldungen mit hohem Nachrichtenwert lenken.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema ein, skizziert die politische Relevanz der Fridays for Future Bewegung und leitet aus der Fragestellung das Untersuchungsziel ab.
2. Theoretischer Hintergrund: Hier wird Fridays for Future theoretisch als soziale Bewegung verortet und die für die Arbeit zentrale Nachrichtenwerttheorie ausführlich erläutert.
3. Empirischer Forschungsstand: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über den aktuellen wissenschaftlichen Kenntnisstand zu Fridays for Future und bisherige Erkenntnisse zur Mobilisierung und Kommunikation.
4. Hypothesen und Variablenmodell: Es werden basierend auf der Theorie Hypothesen zur Entwicklung der Nutzung von Nachrichtenfaktoren aufgestellt und in einem Modell visualisiert.
5. Methodisches Vorgehen: Das Kapitel beschreibt die quantitative Inhaltsanalyse als Methode, die Datenerhebung, das Sample sowie Maßnahmen zur Sicherung der Reliabilität und Validität.
6. Ergebnisse: Die erhobenen Daten werden dargestellt, die aufgestellten Hypothesen überprüft sowie weitere Auffälligkeiten in der Kommunikation interpretiert.
7. Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Ergebnisse zusammen, übt Methodenkritik und gibt einen Ausblick auf künftige Forschungsmöglichkeiten.
Schlüsselwörter
Fridays for Future, Politische Kommunikation, Nachrichtenwerttheorie, Nachrichtenfaktoren, Soziale Bewegungen, Inhaltsanalyse, Twitter, Online-Kommunikation, Medienaufmerksamkeit, Klimaschutz, Personalisierung, Mobilisierung, Protestbewegung, Kommunikationsstrategie, Empirische Forschung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, wie sich die politische Online-Kommunikation der Klimaschutzbewegung "Fridays for Future" (FFF) im Laufe der Zeit verändert hat.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Im Zentrum stehen die soziale Bewegung Fridays for Future, deren Kommunikation in sozialen Netzwerken (speziell Twitter) sowie die Anwendung der Nachrichtenwerttheorie zur Erklärung der Medienaufmerksamkeit.
Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, herauszufinden, ob und wie die Bewegung Nachrichtenfaktoren in ihren Online-Beiträgen nutzt und anpasst, um eine langanhaltende Resonanz in der Öffentlichkeit zu erzielen.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?
Die Arbeit nutzt die Methode der quantitativen Inhaltsanalyse, um Beiträge der Bewegung systematisch zu erfassen und mittels eines eigens erstellten Codebuchs zu bewerten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil umfasst die theoretische Einbettung, die Entwicklung von Hypothesen, die detaillierte Beschreibung des methodischen Vorgehens sowie die Auswertung und Interpretation der empirischen Ergebnisse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Fridays for Future, Nachrichtenwerttheorie, Nachrichtenfaktoren, Online-Kommunikation, Twitter und Inhaltsanalyse.
Welches Ergebnis erzielt die Analyse bezüglich des "Konflikt"-Faktors bei FFF?
Die Analyse zeigt, dass der Nachrichtenfaktor "Konflikt" zwar vorhanden ist, aber eher in Form von verbalen Kontroversen auftritt und weit weniger stark genutzt wird als "weichere" Faktoren.
Wie verändert sich die Nutzung des Faktors "Personalisierung" im Untersuchungszeitraum?
Der Einsatz der Personalisierung nimmt tendenziell zu, da die Bewegung zunehmend dazu übergeht, prominente Akteure oder Politiker als handelnde Subjekte in den Mittelpunkt ihrer Kommunikation zu stellen.
- Citation du texte
- Anonym (Auteur), 2020, Die Politische Kommunikation von Fridays for Future. Eine Inhaltsanalyse, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/944270