Das Thema der vorliegenden Arbeit ist die Investmentperformance von PrivatanlegerInnen. Das Ziel der Arbeit besteht darin, aufbauend auf einem theoretischen Hintergrund, die Ursachen, die Performance und das Risiko wie auch die Handlungsempfehlungen für die fehlerbehafteten Verhaltensweisen der PrivatanlegerInnen eingehend zu analysieren. Die Forschungsfrage lautet: Welche kognitiven Fehler begehen die PrivatanlegerInnen, wenn es darum geht, dass sie ihr Geld veranlagen? Es werden Phänomene oder Verhaltensweisen, die in der Behavioral Finance bekannt sind, aufgezeigt, die im Zuge der Veranlagung/Investitionen einen bedeutenden Einfluss auf das Verhalten der PrivatanlegerInnen haben. Darüber hinaus wird dargelegt, wie sich diese Verhaltensweisen auf die Performance der PrivatanlegerInnen auswirken. Es werden zudem auch Ursachen, die sich für das anomal, entgegen der traditionellen Ökonomik, geprägte Verhalten der PrivatanlegerInnen identifizieren lassen und deren Einfluss auf bestimmte Verhaltensmuster ausführlich erläutert.
Es werden die Ursachen, das Risiko und die Performance sowie Handlungsempfehlungen diskutiert. Die Ergebnisse dieser Arbeit zeigen, dass PrivatanlegerInnen durch Phänomene und/oder Verhaltensweisen, die in der Behavioral Financebeheimatet sind, oft fehlerhafte Investitionen/Veranlagungen begehen. Die PrivatanlegerInnen sind daher gegenüber den institutionellen AnlegerInnen/InvestorInnen im Nachteil. Sie verfügen selten über wertvolle Informationen, handeln oft irrational, selbst überschätzt, lassen sich von ihren Emotionen zu fehlerbehaftetem Trading verleiten, investieren in ihnen bekannte Unternehmen und halten unterdiversifizierte Portfolios. Darüber hinaus haben sie Angst vor Verlusten, möchten Reue und Bedauern um jeden Preis verhindern und handeln bei zukünftigen Finanzentscheidungen basierend auf Ergebnissen aus der Vergangenheit. Dies führt dazu, dass die PrivatanlegerInnen in ihren Anlagen meistens eine negative Performance aufweisen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
Traditionelle Ökonomik
Klassische Entscheidungstheorie
Rationalität und Nutzen
Homo Oeconomicus
Risikoaversion
Moderne Portfoliotheorie
Capital Asset Pricing Model (CAPM)
Markteffizienzhypothese
Behavioral Finance
Prospect Theory
Mental Accounting
Framing
Heuristiken
Repräsentativitätsheuristik (respresentativeness)
Verfügbarkeitsheuristik (availability)
Ankerheuristik (anchoring)
Herdenverhalten
Dispositionseffekt
Selbstüberschätzung (overconfidence)
Falsche Einschätzung der Wahrscheinlichkeiten (miscalibration)
Selbstzuschreibung (self attribution)
Kontrollillusion (illusion of control)
2. Warum entsteht das Herdenverhalten unter PrivatanlegerInnen?
Performance und das Risiko
Ursachen
Handlungsanleitungen
3. Warum kaufen die PrivatanlegerInnen schlechte Finanzprodukte?
Performance und das Risiko
Ursachen
Handlungsanleitungen
4. Warum kaufen PrivatanlegerInnen höchstspekulative Wertpapiere bzw. Lotterie Aktien?
Performance und das Risiko
Ursachen
Handlungsanleitungen
5. Warum veräußern die PrivatanlegerInnen die Gewinneraktien vor den Verliereraktien?
Performance und das Risiko
Ursachen
Handlungsanleitungen
6. Warum neigen die PrivatanlegerInnen oft zu sensationssuchendem Verhalten und zur Selbstüberschätzung?
Performance und das Risiko
Ursachen
Handlungsanleitungen
7. Was sind Gründe dafür, dass die PrivatanlegerInnen unterdiversifizierte Portfolios halten?
Performance und das Risiko
Ursachen
Handlungsanleitungen
8. Warum nützen die PrivatanlegerInnen die technische Analyse?
Performance und das Risiko
Ursachen
Handlungsanleitungen
9. Warum bevorzugen PrivatanlegerInnen Wertpapiere aus dem eigenen Land?
Performance und das Risiko
Ursachen
Handlungsanleitungen
10. Wie wirken sich die Emotionen der PrivatanlegerInnen auf deren Investments und die Performance aus?
Performance und Risiko
Ursachen
Handlungsanleitungen
11. Schlussfolgerung
Zielsetzung & Themen
Die Diplomarbeit untersucht die häufigsten Fehler von PrivatanlegerInnen bei der Geldanlage, indem sie diese durch die Linse der Behavioral Finance analysiert, Ursachen identifiziert und Handlungsempfehlungen zur Verbesserung der Anlageperformance ableitet.
- Behavioral Finance vs. traditionelle Ökonomik
- Psychologische Urteilsverzerrungen und Fehlentscheidungen
- Einfluss von Emotionen auf die Performance
- Risikowahrnehmung und Portfoliostruktur
- Handlungsanleitungen zur Vermeidung von Investitionsfehlern
Auszug aus dem Buch
Herdenverhalten
Die bekannteste Theorie des Herdenverhaltens stammt aus der Biologie und erklärt das Phänomen der „egoistischen Herde“. Hamilton (1971) erklärt in seiner Arbeit, dass das Herdenverhalten zwar zum Schutz des einzelnen Individuums hilfreich sein kann, für das Allgemeinwohl der Gruppe jedoch verheerend. Er führt weiter aus, dass jedes Individuum einer Spezies, welches sich in der Mitte der Herde befindet, davon ausgeht, sicher zu sein, nicht von einem Raubtier angegriffen und verspeist zu werden. Das heißt, die Motivation liegt darin, sich so nahe wie möglich im Zentrum der Herde zu befinden, damit man selbst nicht als Nächste/r verspeist wird. Ein weiterer Grund, sich für das Herdenverhalten zu entscheiden, könnte auch sein, dass das Gruppenverhalten den Individuen einen bestimmten Vorteil durch das Lernen vom Vorgänger bietet, beispielsweise wo sich die Schlüsselressourcen für das eigene Überleben (Futter) befinden. Folglich könnten sich daraus Vorteile für die einzelnen Mitglieder eines Schwarmes oder einer Herde ergeben (Laland & Wiliams, 1997). Nicht nur das Tierreich, sondern auch die menschliche Gesellschaft ist von der Nachahmung und Imitation betroffen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Definition des Rahmens der Arbeit, Vorstellung der Behavioral Finance als Ergänzung zur traditionellen Ökonomik und Überblick über die zu behandelnden Anlegerfehler.
2. Warum entsteht das Herdenverhalten unter PrivatanlegerInnen?: Untersuchung der psychologischen und soziologischen Ursachen für Herdenbildung, wie Imitation und Peer-Effekte, und deren negative Auswirkungen auf die Performance.
3. Warum kaufen die PrivatanlegerInnen schlechte Finanzprodukte?: Analyse der Attraktivität komplexer strukturierter Produkte und der Fehler bei der Risikoeinschätzung durch PrivatanlegerInnen.
4. Warum kaufen PrivatanlegerInnen höchstspekulative Wertpapiere bzw. Lotterie Aktien?: Erläuterung des Zocker-Verhaltens von PrivatanlegerInnen und der psychologischen Hintergründe für die Präferenz hochvolatiler, spekulativer Anlagen.
5. Warum veräußern die PrivatanlegerInnen die Gewinneraktien vor den Verliereraktien?: Diskussion des Dispositionseffekts, bei dem Emotionen wie Stolz oder Bedauern zu irrationalen Verkaufsentscheidungen führen.
6. Warum neigen die PrivatanlegerInnen oft zu sensationssuchendem Verhalten und zur Selbstüberschätzung?: Untersuchung des Zusammenhanges zwischen Persönlichkeitsmerkmalen, Selbstvertrauen und der Neigung zu übermäßigem Traden.
7. Was sind Gründe dafür, dass die PrivatanlegerInnen unterdiversifizierte Portfolios halten?: Analyse der Gründe für mangelnde Risikostreuung, wie naive Diversifikation und Mental Accounting.
8. Warum nützen die PrivatanlegerInnen die technische Analyse?: Untersuchung der Popularität technischer Analysetools und deren Risiken durch Urteilsverzerrungen wie Illusory Correlations.
9. Warum bevorzugen PrivatanlegerInnen Wertpapiere aus dem eigenen Land?: Erörterung des Home Bias und der psychologischen Faktoren, warum Investoren lokale Märkte überbewerten.
10. Wie wirken sich die Emotionen der PrivatanlegerInnen auf deren Investments und die Performance aus?: Analyse des Einflusses von Wetter, Stimmung und psychologischen Zuständen auf die Entscheidungsfindung an Finanzmärkten.
11. Schlussfolgerung: Synthese der Ergebnisse und zusammenfassende Empfehlung zur Stärkung der finanziellen Bildung.
Schlüsselwörter
Behavioral Finance, PrivatanlegerInnen, Investmentperformance, Herdenverhalten, Dispositionseffekt, Selbstüberschätzung, Portfolio-Diversifikation, technische Analyse, Home Bias, Prospect Theory, Risikoaversion, Urteilsverzerrungen, Finanzbildung, strukturierte Produkte, Lotterie-Aktien.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, warum PrivatanlegerInnen bei der Geldanlage systematische Fehler begehen, die zu schlechterer Performance führen, und nutzt hierfür verhaltenswissenschaftliche Theorien.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die Behavioral Finance, die Analyse psychologischer Urteilsverzerrungen und deren Auswirkungen auf Anlageentscheidungen wie Herdenverhalten oder den Dispositionseffekt.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, auf Basis theoretischer Hintergründe die Ursachen für fehlerhaftes Anlegerverhalten zu analysieren und praktische Handlungsempfehlungen zu formulieren.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer tiefgehenden Literaturanalyse bestehender empirischer Studien und psychologischer Modelle der Behavioral Finance.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden spezifische Verhaltensmuster wie das Herdenverhalten, der Dispositionseffekt, die Selbstüberschätzung und der Home Bias in separaten Kapiteln diskutiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Behavioral Finance, PrivatanlegerInnen, Anlegerfehler, Portfolio-Management, Psychologie der Geldanlage, Urteilsverzerrungen.
Welche Rolle spielt die finanzielle Bildung bei den Anlegerfehlern?
Die Arbeit zeigt, dass eine mangelnde finanzielle Bildung die Anfälligkeit für Urteilsverzerrungen erhöht, weshalb die Verbesserung der Bildung ein wesentlicher Lösungsansatz ist.
Wie beeinflussen Emotionen die Anlageentscheidungen laut dieser Arbeit?
Emotionen wie Freude, Angst oder Gier verzerren die rationale Urteilsfähigkeit und führen oft zu prozyklischem, irrationalem Handeln, das die Performance langfristig mindert.
- Citation du texte
- Adis Hodzic (Auteur), 2020, Investmentperformance von PrivatanlegerInnen. Welche kognitiven Fehler werden begangen?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/945345