Darstellung musiktherapeutischer Übungsstunden mit der Panta Rei Harfe und vokal- obertongesanglichen Übungen aus anthroposophischer Sicht
Mit Fallbeispiel zu einem schizophren - psychotischen Betreuten.
Die Grundlage zu diesen anthroposophischen Darstellungen sind wohl aus den Erfahrungen im Leben und Erleben einer Gemeinschaft entstanden, doch handelt es sich hier nicht um eine Darstellung des „Vater-Gott-Ausdrucks“ in Bildern oder Worten oder Taten der Menschen dieser Gemeinschaft, sondern das reine Betrachten aus geistiger Erkenntnis und den Ergebnissen meiner Fragen, die rückblickend Ausgangspunkt dieses Prozesses, dem die Beschreibung zugrunde liegt, bildeten.
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
II. Wesensbeschreibung von T.
Der erste Eindruck
Biographie und Anamnese
Die Körperbeschreibung
Die Gestalt in Bewegung
Die Lebensprozesse
Die zwölf Sinne
Das seelische Erscheinungsbild & Temperament
Sozialverhalten
III. Musiktheorie: Ton & Intervall – Innere Bewegungen und Lebensprozesse
IV. Das Instrument: Die Panta Rai Harfe
V. Der Vokalgesang und der Obertongesang
VI. Die Idee des Heilungsweges
VII. Aufzeichnungen der Übungsstunden und deren Beschreibung
I. Prolog
II. Spiegelungsprozess I
III. Spiegelungsprozess II
IV. Nachwort
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die Stärkung der "Ich-Kräfte" eines schizophren-psychotischen Betreuten mittels eines musiktherapeutischen Übungsweges, der durch die Panta Rai Harfe und vokal-obertongesangliche Techniken aus anthroposophischer Sicht unterstützt wird. Die Forschungsfrage fokussiert dabei auf die Möglichkeiten der Persönlichkeitsförderung und Stabilisierung durch diese spezifischen musikalischen Interventionen.
- Anthroposophische Musiktherapie mit der Panta Rai Harfe
- Einsatz von Vokal- und Obertongesang zur Ich-Stärkung
- Fallbeispielanalyse bei psychotischer Entwicklung
- Zusammenhang von Intervallen, inneren Bewegungen und Lebensprozessen
- Methodik der heilpädagogischen Einzelbetreuung
Auszug aus dem Buch
Der erste Eindruck:
T. ist ca. 1,69 m groß hat knapp über 80 kg Gewicht und einen breiten, gedrungenen Körperbau, breite Schultern und einen anständigen „Bierbauch“. Zumeist blickt er freundlich und wirkt im Gang und der allgemeinen Bewegung locker und leicht, dies ist sogleich Zeichen seiner gerade guten Verfassung. In dieser spricht er viel, zumeist Ereignisse ihn betreffend aus seiner Vergangenheit, oder mehr oder weniger interessanter „Alltagsstorys“ von gestern bis zu den letzten 20 Jahren zurück. Bei den Erzählungen sich selbst betreffend, ist viel Phantasie und Wunsch beigemischt, in den Alltagsgeschichten lebt die Seele der Eltern, man merkt es sind in der Form nicht seine eigenen Ansichten und Gedankenfolgen enthalten oder in nur sehr geringer Art und Weise. Er hat ein erstaunliches Gedächtnis auch im Zuordnen von Jahreszahlen zu den Erinnerungsbildern.
Geht es ihm schlecht, so fällt ihm jedes Wort schwer, er ist unzugänglich und extrem negativ-pessimistisch im Wahrnehmen und Agieren in der Welt. Dann ist sein Kopf zumeist errötet, die Schulter hängen und der Gang wird schlaksig und schwer. Verbal nimmt er dann nur sehr wenig auf, der zwischenmenschliche Kontakt beschränkt sich auf ein Minimum und man erkennt deutlich wie anstrengend das andere Wesen für ihn wird.
Kommt T. an seine körperlichen, seelischen oder geistigen Grenzen, so beginnt sich zuallererst der Blick zu ändern, beinahe tierhafte Angst spiegelt sich darin, gefolgt von unregelmäßigem Atmen und daran anschließend auch Zittern der Hände. In solchen Situationen bleibt ihm dann nur noch die Flucht, die oft mit lautem „Türe zu knallen“ begleitet ist. Auch das Schlagen auf Gegenstände oder Werfen mit den Gegenständen die er gerade in der Hand hat, sind ein Ventil in solchen Situationen. Um diesen Situationen aus dem Weg zu gehen, hat T. gelernt, sich, sobald er innerlich das Aufsteigen dieser Grenze empfindet sich normalerweise rechtzeitig, in „seine Welt“ physisch das Zimmer, seelisch geistig in die Phantasie, zurückzuziehen. Nach verhältnismäßig kurzer Zeit ( unter einer halben Stunde, oft sogar nach wenigen Minuten) hat sich sein Inneres beruhigt.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Dieses Kapitel führt in die anthroposophische Sichtweise auf das menschliche Wesen ein und bildet den philosophischen Ausgangspunkt der Arbeit.
Wesensbeschreibung von T.: Hier erfolgt eine detaillierte klinische und anthroposophische Charakterisierung des Klienten, einschließlich seiner Biographie, Körpergestalt und seelischen Verfassung.
Musiktheorie: Ton & Intervall - Lebensprozesse und innere Bewegungen: Dieses Kapitel verknüpft musiktheoretische Grundlagen mit anthroposophischen Konzepten der inneren menschlichen Bewegungen und Lebensprozesse.
Das Instrument: Die Panta Rai Harfe: Beschreibung des Instruments, seiner historischen Herkunft sowie seiner therapeutischen Anwendungsmöglichkeiten zur Schwingungserfahrung.
Der Vokalgesang und der Obertongesang: Erläuterung der Gesangstechnik und der anthroposophischen Bedeutung von Vokalen und Obertönen als Mittel zur Ich-Bildung.
Die Idee des Heilungsweges: Darstellung des therapeutischen Konzepts, das auf Erfolgserlebnisse und die Förderung der Ich-Kräfte abzielt.
Aufzeichnungen der Übungsstunden und deren Beschreibung: Dokumentation und Reflexion von zehn konkreten Übungseinheiten mit dem Klienten.
Schlüsselwörter
Anthroposophie, Heilpädagogik, Musiktherapie, Panta Rai Harfe, Obertongesang, Ich-Stärkung, Psychose, Lebensprozesse, Intervalle, Schizophrenie, Instrumentenbau, Selbstbewusstsein, Menschheitsentwicklung, Vokalgesang, Rehabilitation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Diplomarbeit dokumentiert einen musiktherapeutischen Übungsweg zur Förderung der "Ich-Kräfte" bei einem schizophren-psychotisch diagnostizierten Klienten im Rahmen einer anthroposophischen heilpädagogischen Praxis.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Felder sind die Verbindung von Musiktheorie und anthroposophischer Menschenkunde, die Anwendung der Panta Rai Harfe sowie Techniken des Vokal- und Obertongesangs.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, durch gezielte musikalische Arbeit (Instrument und Gesang) ein Selbstbewusstsein aufzubauen und dem Klienten stabile Erfolgserlebnisse zu ermöglichen, die ihn in seinem Alltag festigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine fallorientierte, anthroposophisch fundierte Dokumentation und reflektierende Praxisbeschreibung einer Musiktherapie über einen Zeitraum von zehn Einheiten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Begründung der Musiktheorie und Lebensprozesse, die Instrumentenkunde sowie die detaillierte Protokollierung der therapeutischen Sitzungen mit dem Klienten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Anthroposophie, Musiktherapie, Panta Rai Harfe, Ich-Stärkung, psychische Stabilisierung und Obertongesang.
Wie reagiert T. auf die Musiktherapie mit der Panta Rai Harfe?
T. zeigt sich durch das Instrument befreit; das „in Harmonie bringen“ der Harfe hilft ihm, Ruhe und eine klare Struktur in seinem Inneren zu finden.
Welche Rolle spielt die "Prolog"- und "Spiegelungsprozess"-Einheit im zweiten Teil?
Diese Kapitel bieten eine vertiefte theoretische Betrachtung darüber, wie ein Individuum in einer Gemeinschaft durch Spiegelungsprozesse sein "Geistselbst" (Manas) entwickeln kann.
Warum wird der Obertongesang als therapeutisches Werkzeug genutzt?
Er dient als Vorstufe zur bewussten Körperwahrnehmung und Ich-Bildung, da durch die bewusste Vokalformung eine gezielte körperliche und seelische Ansteuerung erfolgt.
- Quote paper
- Thomas Mörth (Author), 2007, Darstellung musiktherapeutischer Übungsstunden mit der Panta Rai Harfe und vokal-obertongesanglichen Übungen aus anthroposophischer Sicht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/94553