Die Covid-19-Pandemie. Einfluss auf die Kreativität, Innovation und das Wohlbefinden

Eine empirische Untersuchung des kreativen Wachstums, des wettbewerbsorientierten Weltbildes und der sozialen Verbundenheit in Krisen-Situationen


Studienarbeit, 2020

32 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Forschungsstand & Hypothesen
2.1 Bisherige Forschung
2.2 Forschungsfragen & Hypothesen

3. Methoden
3.1 Stichprobe
3.2 Forschungsdesign/Vorgehen
3.3 Messinstrumente

4. Ergebnisse
4.1 Deskriptive Statistiken und Korrelationen der Variablen
4.2 Ergebnisse bezüglich der 1. Hypothese
4.3 Ergebnisse bzgl. der 2. Hypothese
4.4 Ergebnisse bzgl. der 3. Hypothese

5. Diskussion
5.1 Zusammenfassung der Ergebnisse
5.2 Implikationen der Ergebnisse
5.3 Einschränkungen und zukünftige Forschung

6. Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Moslowsche Bedürfnispyramide (http://www.simplypsychology.org/simplypsychology.org-Maslows-Hierarchy-of-Needs.pdf)

Abbildung 1 (aus Präsentationsunterlage): Maslowsche Bedürfnispyramide (http://www.simplypsychology.org/simplypsychology.org-Maslows-Hierarchy-of-Needs.pdf)

Abbildung 1: Deckblatt der Präsentation

Abbildung 2: Gliederung der Präsentation

Abbildung 3: Einleitung

Abbildung 4: Forschungsstand kreatives Wachstum

Abbildung 5: Forschungsstand wettbewerbsorientiertes Weltbild

Abbildung 6: Forschungsstand soziale Unverbundenheit

Abbildung 7: Forschungsfragestellung & Hypothesen

Abbildung 8: Stichprobe (Geschlecht, Alter, Wohnort)

Abbildung 9: Stichprobe (Berufsbranche, Studienrichtung)

Abbildung 10: Forschungsdesign/Vorgehen

Abbildung 11: Messinstrumente

Abbildung 12: Deskriptive Statistiken und Korrelationen der Variablen

Abbildung 13: Voraussetzungen zur Berechnung der Hypothesen

Abbildung 14: Ergebnisse bezüglich der 1. Hypothese

Abbildung 15: Ergebnisse bezüglich der 2. Hypothese

Abbildung 16: Ergebnisse bezüglich der 3. Hypothese

Abbildung 17: Zusammenfassung der Ergebnisse

Abbildung 18: Implikationen der Ergebnisse

Abbildung 19: Einschränkungen und zukünftige Forschung

Abbildung 20: Literaturverzeichnis

Abbildung 21: Schlussfolie

Der Einfluss der Covid-19 Pandemie auf die Kreativität, Innovation und das Wohlbefinden der Menschen Eine empirische Untersuchung anhand des kreativen Wachstums, des wettbewerbsorientierten Weltbildes und der sozialen Verbundenheit in Krisen-Situationen Lilly Marie Sarisakai (Wirtschaftspsychologie (Master), Matrikelnummer: 200339)

Abbildung 1: Deckblatt der Präsentation

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Gliederung der Präsentation

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

Grundlegende Fragestellungen:

Welchen Einfluss hat Corona-Krise auf Kreativität und Innovation; kann eigenes Wohlbefinden in Krisenzeiten durch Kreativität und Innovation gesteigert werden?

Konkrete Untersuchung folgender Parameter: soziale Verbundenheit, wettbewerbsorientiertes Weltbild, kreatives Wachstum

Relevanz der Forschung:

Ausbruch der COVID-19-Pandemie Anfang 2020 globaler Ausnahmezustand Aufgrund der aktuell relevanten COVID-19 Pandemie wird daher konkret untersucht, welchen Einfluss diese Krise auf die soziale Verbundenheit, das wettbewerbsorientierte Weltbild und das kreative Wachstum der Menschen hat.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Einleitung

Die vorliegende Studienarbeit beschäftigt sich grundlegend mit der Frage, welchen Ein­fluss die Corona-Krise auf die Kreativität und Innovation von Menschen hat und ob durch Kreativität und Innovation das eigene Wohlbefinden in Krisenzeiten gesteigert werden kann. Um den Rahmen dieser Studienarbeit nicht zu sprengen, wird die Untersuchung auf das wettbewerbsorientierte Weltbild, das Kreativ-Wachstum und die soziale Verbunden­heit der Menschen während der COVID-19 Pandemie beschränkt. Die Relevanz dieser Forschung ergibt sich aus dem Ausbruch der COVID-19 Pandemie Anfang des Jahres 2020. Seither herrscht ein globaler Ausnahmezustand, denn das Coronavirus hat erhebli­chen Einfluss auf die Gesellschaft und die Wirtschaft. Diese Krisensituation führt jedoch auch dazu, dass die Menschen vermehrt kreative und innovative Lösungen für teils neu­artige Probleme entwickeln (Cheuk-Man Li, 2020). Beispielsweise zeigt eine Untersu­chung von Sternberg & Kaufman (2010), dass Barrieren und Einschränkungen die Krea­tivität der Menschen nicht zwangsläufig hemmen, sondern sie sogar unter Umständen fördern können. Der aktuelle Forschungsstand erlaubt jedoch kaum tiefere Einblicke in die relevanten Mechanismen, welche zu einer vermehrt auftretenden Kreativität in Kri­sensituationen führen und ob dies eine Steigerung des eigenen Wohlbefindens begünstigt. Aufgrund der aktuell relevanten COVID-19 Pandemie wird daher konkret untersucht, welchen Einfluss diese Krise auf das kreative Wachstum, ein wettbewerbsorientiertes Weltbild und die soziale Verbundenheit der Deutschen hat.

2. Forschungsstand & Hypothesen

2.1 Bisherige Forschung

Seit Ende des Jahres 2019 breitet sich das Coronavirus rasant aus. Wissenschaftler ver­muten, dass die Pandemie ihren Ursprung in Asien hat. Anfang des Jahres 2020 erreichte das Virus Europa. Das Covid-19 Virus kann unterschiedliche Symptome haben. Die meisten der Infizierten klagen über leichte bis mittelschwere Krankheitsbeschwerden und werden ohne einen Aufenthalt Krankenhaus wieder gesund. Zu den häufigsten Krank­heitssymptomen des Coronavirus zählren Fieber, trockener Husten und stetige Müdigkeit (Lüers, Klußmann & Guntinas-Lichius, 2020). Um die Ausbreitung zu verlangsamen, ha­ben viele Länder, darunter auch Deutschland, zu tiefgreifenden Maßnahmen gegriffen. In Deutschland gab es zwar aufgrund des Covid-19 Virus keine Ausgangssperre, wie bei­spielsweise in Spanien, trotzdem wurden auch hier weitreichende Kontakt-Regelungs­maßnahmen eingeleitet. Es wurden Bildungseinrichtungen und Geschäfte, die nicht für die Versorgung des täglichen Bedarfs notwendig sind, geschlossen. Die Menschen wur­den dazu angehalten, nur mit triftigem Grund raus zu gehen, Veranstaltungen und Frei­zeitangebote wurden über mehrere Wochen ebenfalls verboten, beziehungsweise stark eingeschränkt. Zudem wechselten viele Arbeitnehmer ins Homeoffice und in die Kurzar­beit. Einige Betriebe mussten gänzlich schließen. Man kann daher aktuell von einer glo­balen Krisensituation sprechen, die auch Deutschland betrifft. Eine Krise entsteht durch ein plötzliches und unerwartetes Ereignis, das mit bekanntem Verhalten und herkömmli­chen Methoden nicht bewältigt werden kann (Jungtäubl, 2015). Diese Krise hat unter an­derem zur Folge, dass die Menschen ein kreatives Wachstum erleben (Krampen, 2019). Horx (2020) zeigte auf, dass die Covid-19 Pandemie trotz ihrer bislang eher kurzen Exis­tenzzeit in Europa ein vermehrtes Auftreten von psychischen Erkrankungen, wie bei­spielsweise Depressionen und eine erhöhte Suizidrate, mit sich bringt. Dies ist auf die Maßnahmen zur Eindämmung der Krankheit und die daraus resultierende Einsamkeit, sowie die ständige Besorgnis über eine eventuelle Arbeitslosigkeit und die Gefährdung der eigenen Gesundheit zurückzuführen. Viele Menschen verhalten sich außerdem zu­nehmend wettbewerbsorientiert, hauptsächlich begründet durch Gesundheits- und Exis­tenzängste, die mit der Krise einhergehen. Über die Langzeitfolgen der Coronakrise lie­gen bislang keine validen Erkenntnisse vor (ebd.). Nachfolgend wird deshalb der aktuelle Forschungsstand zu den Konstrukten „kreatives Wachstum“, „wettbewerbsorientiertes Weltbild“ und „soziale Verbundenheit“ in Verbindung mit Krisensituationen beleuchtet.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4: Forschungsstand kreatives Wachstum

In Folge der Corona-Krise entwickelten viele Menschen aufgrund der begrenzten Ver­fügbarkeit von beispielsweise medizinischen Schutzmasken eigene, teilweise sehr krea­tive Lösungen. Es kam dadurch auch zu neuen Wegen des Arbeitens. Viele Gastronomie­betriebe stellten zum Beispiel auf Lieferservices um. In Krisensituationen, wie der CO- VID-19 Pandemie, haben bekannte Regeln keine Stellung mehr und bestehende Systeme versagen. Die aktuelle Studie "Free Creativity - Wie wir die Welt verändern können" von Kaltenegger et al. (2020) zeigt, dass dieser Notstand bei vielen Menschen zur einer Ent­faltung des kreativen Potenzials führte, denn es müssen neue Denkweisen und Lösungen entwickelt werden, um derartige Situationen erfolgreich bewältigen zu können. Die Kre­ativität als treibende Kraft der evolutionären, kulturellen und gesellschaftlichen Entwick­lung spielt hierbei eine ausschlaggebende Rolle (Dweck, 2017). Die Human-Evolution kann als gesamtheitlicher Kreativprozess beschrieben werden, denn ohne dem stetigen Streben nach künstlerischen und soziale Innovationen, sowie neuartigen Entwicklungen und Entdeckungen wäre der Mensch heute nicht das, was er ist (Krampen 2019). Liedtka, King & Bennett (2013) untersuchten die Faktoren, welche das kreative Wachstum in Kri­sensituationen begünstigen. Wenn alternative Lösungen nicht verfügbar oder nicht mehr anwendbar sind, eine geringe mentale Distanz zwischen Individuum und Krisensituation vorliegt, die Möglichkeit auf eine flexible Lösungsentwicklung besteht und ein sehr ge­ringes gesellschaftliches Risiko bei der Einführung der kreativen Entwicklung besteht, wird kreatives Wachstum gefördert. Tedeschi & Calhoun (2004) bezeichnen durch Kri­sensituationen und Herausforderungen bedingte positive psychologische Veränderungen als posttraumatisches Wachstum. In der zugehörigen Studie konnte nachgewiesen wer­den, dass sich das subjektiv wahrgenommene posttraumatische Wachstum durch die Wahrnehmung einer gesteigerten Kreativität manifestieren kann. Kreativitätswachstum kann Menschen demnach helfen, gestärkt aus Krisen hervorzugehen. Ein Beispiel hierfür ist die mexikanische Künstlerin Frida Kahlo, die Polio, einen schweren Verkehrsunfall und drei Fehlgeburten überlebte. Man geht davon aus, dass diese Erfahrungen möglich­erweise einen wichtigen Einfluss auf ihre Kunst hatten. Forgeard (2013) führte die erste gezielte empirische Untersuchung mittels eines Korrelationsdesigns hinsichtlich der Be­ziehung zwischen selbstberichtetem posttraumatischen Wachstum und Kreativität nach der Erfahrung von Widrigkeiten durch. Forgeard verknüpfte Kreativität mit den Faktoren „Lebensereignisse“, „psychische Störungen“ und „physische Erkrankungen“. Das Kon­strukt „kreatives Wachstum“ wird in der Studie von Forgeard (2013) durch 6 Items be­schrieben und hat eine 1-Faktor-Lösung, die 73.50% der Varianz erklärt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 5: Forschungsstand wettbewerbsorientiertes Weltbild

Das Weltbild kann als umfassende Vorstellung von der Welt verstanden werden. Perry, Sibley & Duckitt (2013) untersuchten mittels einer Metaanalyse von 46 Studien Weltbil­der, unter anderem auch spezifisch die Querschnittsassoziationen zwischen dem wettbe­werbsorientierten Weltbild und der sozialen Dominanzorientierung. So konnte unter an­derem eine optimierte Version des Konstruktes „wettbewerbsorientiertes Weltbild“ her­vorgebracht werden. Clifton et al. (2019) untersuchten in einer Studie mit über tausend Teilnehmern Weltbilder, die unter anderem das Wohlbefinden von Menschen beeinflus­sen können, beispielsweise „Die Welt ist gefährlich“. Die Erkenntnisse sollen dazu die­nen, die Welt aus der Perspektive anderer zu sehen und so ihre Handlungen besser zu verstehen (ebd.). In Bezug auf die Untersuchung des wettbewerbsorientierten Weltbildes dienten die Erkenntnisse von Perry et al. (2013) als Basis. Jeder der untersuchten Faktoren enthielt final vier Elemente, von denen mindestens eines entgegengesetzt bewertet wurde. Die Studienteilnehmer berichteten über Verhaltensweisen, die ihrem Weltbild optimal erscheinen (Clifton et al., 2019). Menschen mit einem wettbewerbsorientierten Weltbild empfinden die Welt als einen harten, kalten Ort, an dem es sich durchzusetzen und zu beweisen gilt. Es konnte zudem festgestellt werden, dass das menschliche Handeln im Großen und Ganzen nicht ausdrückt, wer jemand ist, sondern vielmehr, wo jemand glaubt zu sein und dass vieles von dem, was ein Mensch erlebt die Art und Weise beeinflusst, wie er die Welt sieht. Das Weltbild eines Menschen kann demnach von herausfordernden Erlebnissen, wie beispielsweise einer langfristigen Krisensituation wie der Covid-19 Pan­demie, beeinflusst werden (ebd.). Im Zuge dieser Pandemie wurde oft darüber berichtet, dass Menschen sich beispielsweise im Supermarkt um zeitweise knappe Bedarfsartikel wie Toilettenpapier stritten (Köhnken, 2020). Dieses gesteigerte wettbewerbsorientierte Verhalten kann in Verbindung mit der aktuellen Krisensituation und der damit einherge­henden Angst und Ungewissheit der Menschen stehen und das Weltbild der Menschen beeinflussen (Clifton et al., 2019).

- Soziale (Un-)Verbundenheit

Aufgrund der COVID-19 Pandemie sind das Abstandhalten und Kontaktbeschränkungen aktuell wichtige Strategien, um die Gesundheit der Menschen zu schützen. Diese Maß­nahmen beeinflussen zwangsläufig die soziale Verbundenheit. Die soziale Verbundenheit gilt als psychisches Grundbedürfnis nach Maslow (1991) und beeinflusst das Wohlbefin­den von Menschen. Während der Covid-19 Pandemie ist dieses psychische Grundbedürf­nis massiv eingeschränkt, denn das sogenannte „social distancing“ widerspricht einem substanziellen sozialen Verbundenheits-Gefühl (Lewnard & Lo, 2020).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 6: Forschungsstand soziale Unverbundenheit

Beim „social distancing“ geht es jedoch lediglich darum, eine physische Distanz zu sei­nen Mitmenschen zu wahren. Soziale Nähe hingegen ist in vor allem Krisenzeiten sehr wichtig. Mehrere Studien haben in den letzten Jahren gezeigt, dass Menschen Krisen, wie die Covid-19 Pandemie, erfolgreicher bewältigen können, wenn sie sich zusammen­schließen. Dieses Phänomen wird „social cure“ genannt und ist evolutionär bedingt (Zoske, 2020). Das Ziel einer Studie von Lee & Robbins (1995) war es, theoretische As­pekte der Zugehörigkeit zu messen, was durch die Konstruktion von zwei Selbstberichts­skalen erreicht wurde, die aus der Theorie der Selbstpsychologie abgeleitet wurden. Die beiden Skalen hierbei waren die soziale Verbundenheit und die soziale Sicherheit. Für die vorliegende Forschungsarbeit ist jedoch lediglich die soziale Verbundenheit relevant. Die soziale Verbundenheit bezieht sich laut der Studie auf die eigene Meinung über sich selbst in Bezug auf andere Menschen. Die Skala konzentriert sich insbesondere auf die emotionale Distanz oder Verbundenheit zwischen einem Individuum und anderen Men­schen, sowohl Freunden als auch der Gesellschaft, und wird von acht Items beschrieben (Lee et al., 1995). Menschen, die den Aussagen dieser Items zustimmen, neigen zu Frust­ration, da sie von Gleichaltrigen oder der Gesellschaft kein angemessenes Einfühlungs­vermögen oder Verständnis erhalten, weshalb das Konstrukt im Zuge der Datenaufberei­tung dieser Forschungsarbeit sinngemäß in „soziale Unverbundenheit“ umbenannt wurde und deshalb ab diesem Kapitel fortlaufend so benannt wird (ebd).

2.2 Forschungsfragen & Hypothesen

Basierend auf den bisherigen Forschungsergebnissen wird in diesem Kapitel die For­schungsfrage entwickelt und die zugehörigen Hypothesen formuliert. Im vorangegange­nen Kapitel wurde deutlich, dass Ausnahmezustände und Notsituationen die Kreativität, das Weltbild und die soziale Verbundenheit der Menschen beeinflussen können.

Die Forschungsfrage der vorliegenden Studienarbeit lautet daher: „Welche Auswirkun­gen hat die Covid-19 Pandemie auf das kreative Wachstum, auf ein wettbewerbsorien­tiertes Weltbild und die soziale Unverbundenheit der Deutschen?“

2.2 Forschungsfrage & Hypothesen

Forschungsfragestellung:

Welche Auswirkungen hat die Covid-19 Pandemie auf das kreative Wachstum, auf das wettbewerbsorientierte Weltbild und die soziale Unverbundenheit?

(Hypothese 1:

Es wird davon ausgegangen, dass sich das Konstrukt „kreatives Wachstum" in eine Di- mension untergliedert.

(Hypothese 2:

Die Variable „kreatives Wachstum“ mediiert den Zusammenhang zwischen dem wettbewerbsorientierten Weltbild und der sozialen Unverbundenheit.

Hypothese 3:

Der Zusammenhang zwischen dem wettbewerbsorientierten Weltbild und der sozialen Unverbundenheit wird vom Geschlecht moderiert.

Abbildung 7: Forschungsfragestellung & Hypothesen

- Hypothese 1

Basierend auf den bisherigen Forschungsergebnissen (siehe Punkt 2.1) wird nachfolgend unter anderem das kreative Wachstum in Krisenzeiten analysiert. Es soll untersucht wer­den, ob sich die 1-Faktor-Lösung des Konstruktes „kreatives Wachstum“ aus der US- amerikanischen Studie von Forgeard (2013) auch auf die deutsche Stichprobe übertragen lässt. Es wird daher wird folgende Fragestellung bezüglich der ersten Hypothese entwi­ckelt: Lässt sich die faktorielle Struktur des kreativen Wachstums auch für die deutschen Teilnehmer bestätigen? Daraus kann folgende Hypothese abgeleitet werden:

Hypothese 1: Es wird davon ausgegangen, dass sich das Konstrukt „kreatives Wachstum“ in eine Dimension untergliedert.

Hypothese 2

Die Literaturrecherche ergab, dass soziale Verbundenheit als psychisches Grundbedürf­nis nach Maslow (1991) gilt und das Wohlbefinden von Menschen beeinflusst. Auch das Weltbild eines Menschen beeinflusst sein Wohlbefinden (Clifton et al., 2019). Während der Covid-19 Pandemie ist dieses psychische Grundbedürfnis massiv eingeschränkt und wettbewerbsorientiertes Verhalten wird zunehmend gezeigt (Köhnken, 2020). Das krea­tive Wachstum, welches viele Menschen während Krisenzeiten erfahren, führt jedoch dazu, dass die Menschen vermehrt Lösungen für neuartige Probleme entwickeln (Kalte­negger et al., 2020). Es wird daher wird folgende Fragestellung bezüglich der zweiten Hypothese entwickelt: Erklärt das kreative Wachstum die Beziehung zwischen einem wettbewerbsorientierten Weltbild und der sozialen Unverbundenheit? Daraus kann fol­gende Hypothese abgeleitet werden:

Hypothese 2: Die Variable „kreatives Wachstum“ mediiert den Zusammenhang zwischen dem wettbewerbsorientierten Weltbild und der sozialen Unverbundenheit.

- Hypothese 3

Bisherige Forschungen haben sich darauf fokussiert herauszufinden, wie Aspekte sozia­len Verbundenheit mit dem allgemeinen Wohlbefinden und dem Gefühl von Einsamkeit interagieren können (Kaniasty, 1991; Reddy, Baum, Fleming & Aiello, 1981). Es konnte festgestellt werden, dass soziale Verbundenheit das Wohlbefinden direkt beeinflusst der stärkste Prädiktor für Einsamkeit und soziale Zufriedenheit ist (Rook, 1987). Wie bereits erwähnt, beeinflusst auch das Weltbild eines Menschen sein Wohlbefinden (Clifton et al., 2019). Die soziale Verbundenheit steht auch mit der weiblichen psychosozialen Entwick­lung bezüglich Selbstwertgefühl und Sicherheit in Verbindung (Rook, 1987). Eine Studie von Stoltzfus, Nibbelink, Vredenburg & Thyrum (2011) zeigte, zudem dass die verschie­denen Geschlechter unter anderem auch unterschiedliche Kreativitätsniveaus aufzeigen. Es wird daher wird folgende Fragestellung bezüglich der dritten Hypothese entwickelt: Hat das Geschlecht Einfluss auf die Ausprägung der Beziehung zwischen einem wettbe­werbsorientierten Weltbild und der sozialen Unverbundenheit? Daraus kann folgende Hypothese abgeleitet werden:

Hypothese 3: Der Zusammenhang zwischen dem wettbewerbsorientierten Weltbild und der sozialen Unverbundenheit wird vom Geschlecht moderiert.

3. Methoden 3.1 Stichprobe

Im Rahmen der Datenerhebung haben vom 27.04.2020 bis zum 15.06.2020 insgesamt 1289 Teilnehmer an der Online-Umfrage teilgenommen. Es wurde jedoch im Zuge der Datenaufbereitung noch einmal selektiert (N = 217). Die Stichprobe besteht nach der Da­tenaufbereitung aus berufstätigen oder studierenden Menschen mit deutscher Staatsbür­gerschaft, die zum Zeitpunkt der Datenerhebung zwischen 18 und 66 Jahren alt sind. Die Abbildungen 8 und 9 zeigen die demografischen Merkmale der Stichprobe.

3.1 Stichprobe

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Bezüglich der der Geschlechterverteilung liegen folgende Werte vor: 36,7% (95) der Teil­nehmer sind männlich, 48,4% (186) der Teilnehmer sind weiblich. Bei dieser Verteilung liegen keine Ausreißer vor, weshalb es sich um eine annähernde Normalverteilung han­delt.

Der Altersdurchschnitt der Stichprobe liegt bei 32 (SD = 11,05). Der jüngste Teilnehmer ist 18 Jahre alt, der älteste ist 66 Jahre alt.

Die Wohnsitze der Teilnehmer erstrecken sich über dreizehn deutsche Bundesländer. Die Ergebnisse zeigen, dass 72,8% der Befragten ihren Wohnsitz in Bayern haben. Jeweils 6,9% der Teilnehmer leben in Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfahlen.

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Ende der Leseprobe aus 32 Seiten

Details

Titel
Die Covid-19-Pandemie. Einfluss auf die Kreativität, Innovation und das Wohlbefinden
Untertitel
Eine empirische Untersuchung des kreativen Wachstums, des wettbewerbsorientierten Weltbildes und der sozialen Verbundenheit in Krisen-Situationen
Hochschule
Hochschule für angewandtes Management GmbH
Note
1,7
Autor
Jahr
2020
Seiten
32
Katalognummer
V946765
ISBN (eBook)
9783346281234
Sprache
Deutsch
Schlagworte
empirische Forschung, Corona, Pandemie, Krisensituationen, Krise, wissenschaftliche Forschungsarbeit, SPSS, Analyse, Wirtschaftspsychologie, Statistik, Marketing, Wohlbefinden, Kreativität, Gesellschaft, Covid-19, Innovation
Arbeit zitieren
Lilly Sarisakal (Autor), 2020, Die Covid-19-Pandemie. Einfluss auf die Kreativität, Innovation und das Wohlbefinden, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/946765

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