1 Einleitung
Obwohl die meisten Menschen in unserer heutigen „modernen“ Gesellschaft ihr Leben frei, unabhängig und autonom gestalten wollen, bleibt der Wunsch nach einer befriedigenden und glücklichen Partnerschaft bestehen. Liebe und Partnerschaft sind für die meisten von uns die wichtigste Sache der Welt. Wer kann schon von sich behaupten, noch nie Liebesfreud und Liebesleid durchlebt zu haben, mit Flugzeugen im Bauch bis zur herzzerreißenden, unerfüllten Sehnsucht nach der/dem Auserwählten? Aber wer hat auf der anderen Seite nicht auch schon mal kühl überlegt, wer passt eigentlich zu mir, was ist mir in einer Paarbeziehung eigentlich wirklich wichtig, ist es zum Beispiel das Aussehen, gemeinsame Interessen, Empathiefähigkeit, sexuelle Anziehung oder der soziale Status der/des Auserwählten? In unserer heutigen Gesellschaft wird die Partnerwahl als eine „formal“ freie Wahl angesehen, da sie sich im Laufe der letzten Jahrhunderte weitgehend von familiären, staatlichen oder kirchlichen Bevormundungen losgelöst hat. Wer mit wem eine partnerschaftliche Verbindung eingeht, scheint dem Glück des Zufalls der Begegnung zugeschrieben oder gibt es doch bestimmte Kriterien für die Partnerwahl?
Da ich eine Antwort auf die Frage: „Ist Partnerwahl ein Zufall oder gibt es bestimmte Kriterien nach denen ein Partner ausgewählt wird?“ finden möchte, werde ich im Verlauf dieser Ausarbeitung einen kurzen Überblick von möglichen Einflussfaktoren sowie eine Austauschtheorie, die sogenannte Equitytheorie von Walster, Berscheid und Walster darstellen, welche nach der vorhandenen Fachliteratur für die Partnerwahl von Bedeutung sein können.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Einflussfaktoren der Partnerwahl
2.1 Sozioökonomische Kriterien, Bildungsstatus und Soziales Umfeld
2.2 Attraktion
2.3 Geschlechterspezifische Präferenzen
2.3.1 Was Frauen in der Partnerwahl suchen
2.3.2 Was Männer in der Partnerwahl suchen
3 Austauschtheorien der Partnerwahl
3.1 Die Equitytheorie von Walster, Berscheid und Walster
3.2 Equity und Partnerwahl
4 Schlussfolgerungen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, ob die Partnerwahl einem reinen Zufall unterliegt oder ob ihr systematische Kriterien und psychologische Mechanismen zugrunde liegen, wobei der Fokus auf sozioökonomischen Einflussfaktoren sowie der Equitytheorie liegt.
- Sozioökonomische und strukturelle Voraussetzungen der Partnerwahl
- Psychologische Determinanten zwischenmenschlicher Attraktion
- Evolutionär geprägte geschlechterspezifische Präferenzen
- Die Anwendung der Equitytheorie zur Erklärung von Partnerschaften
- Der Stellenwert des subjektiv empfundenen Marktwerts bei der Partnerwahl
Auszug aus dem Buch
3.1 Die Equitytheorie von Walster, Berscheid und Walster
Bei der Equitytheorie hängt die Zufriedenheit in zwischenmenschlichen Beziehungen (das können Freundschaft-, Liebes- Berufsbeziehungen usw. sein) davon ab, wie ausgewogen, gerecht oder fair sie von den Beteiligten wahrgenommen werden. Erträge und Beiträge werden nicht absolut betrachtet, sondern die Ausgewogenheit oder Gerechtigkeit im Sinne der Equitytheorie besteht dann, wenn die relativen Nettoergebnisse der Partner als gleich groß wahrgenommen werden. Unterschieden werden hier persönliche (Aussehen, Intelligenz), emotionale (z.B. Verständnis, Akzeptanz, Wertschätzung, Liebe, Sex) und tägliche (z.B. finanzielle Mittel, Arbeiten im Haushalt) Beiträge. Als mögliche Erträge können die Beiträge des Partners, Nichtalleinsein, Wirkung der Beziehung auf das Selbstbewusstsein und soziale Anerkennung gesehen werden.
Das Equity-Modell stellt den Focus in seiner Theorie somit auf die Bedeutung der Wichtigkeit des Tauschwertes in zwischenmenschlichen Beziehungen. Dies bedeutet, dass der „Outcome“ (verstanden als die Differenz der individuellen Kosten und Nutzen) für alle die an der Interaktion in einer Beziehung Beteiligten gleich ausfällt, daher eine subjektiv empfundene Ausgewogenheit in den durch die Beziehung bedingten Aufwendungen und Belohnungen herrscht.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den menschlichen Wunsch nach einer glücklichen Partnerschaft und hinterfragt, ob die heutige freie Partnerwahl tatsächlich vom Zufall bestimmt wird oder bestimmten Kriterien folgt.
2 Einflussfaktoren der Partnerwahl: Dieses Kapitel analysiert soziale und ökonomische Strukturen, Attraktionsfaktoren sowie geschlechterspezifische Präferenzen, die eine unbewusste Selektion bei der Partnerwahl bewirken.
3 Austauschtheorien der Partnerwahl: Es werden Ansätze diskutiert, die zwischenmenschliche Beziehungen als einen Prozess des Kosten-Nutzen-Austauschs interpretieren, mit besonderem Schwerpunkt auf der Equitytheorie.
4 Schlussfolgerungen: Der Autor resümiert, dass wissenschaftliche Kriterien zwar das Entstehen von Interesse erklären können, der „Zauber“ einer Begegnung und individuelle Projektionen jedoch einen nicht vollständig erklärbaren Rest an Zufälligkeit bewahren.
Schlüsselwörter
Partnerwahl, Soziologie, Equitytheorie, Attraktion, Geschlechterspezifische Präferenzen, Sozialisation, Beziehungsdynamik, Austauschtheorie, Sozioökonomische Kriterien, Marktwert, Partnerschaft, Liebe, Paarbildung, Selektion, Psychologie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?
Die Arbeit untersucht die Mechanismen, die hinter der Wahl eines Partners stehen, und hinterfragt, inwiefern diese Wahl durch soziologische und psychologische Faktoren beeinflusst wird.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Zentrale Bereiche sind der Einfluss des sozialen Umfelds, die wissenschaftlichen Theorien zur zwischenmenschlichen Anziehung sowie geschlechterspezifische Unterschiede bei der Partnerwahl.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass die Partnerwahl kein reiner Zufallsprozess ist, sondern Kriterien unterliegt, die durch sozioökonomische Faktoren und Austauschprozesse (Equity) geformt werden.
Welche wissenschaftlichen Methoden kommen zum Einsatz?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und der Analyse bestehender sozialpsychologischer Modelle, insbesondere der Equitytheorie nach Walster, Berscheid und Walster.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden sowohl soziologische Einflussfaktoren wie Bildung und soziales Milieu als auch psychologische Konzepte wie die Attraktionstheorien und das Modell des sozialen Austauschs detailliert analysiert.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird wesentlich durch Begriffe wie Partnerwahl, Equitytheorie, geschlechterspezifische Präferenzen, sozialer Austausch und Attraktion geprägt.
Welchen Stellenwert hat der „Marktwert“ eines Individuums laut der Equitytheorie?
Die Theorie besagt, dass Individuen einen subjektiven Marktwert besitzen und meist Partner suchen, die einen vergleichbaren Wert in die Beziehung einbringen, um eine wahrgenommene Ausgewogenheit zu erzielen.
Warum spielt die Evolutionspsychologie in den Ausführungen von David Buss eine Rolle?
David Buss' Forschung wird herangezogen, um die biologisch und kulturell bedingten Unterschiede bei der Partnerwahl zu verdeutlichen, insbesondere warum Frauen eher auf Status und Männer eher auf Jugend und Attraktivität achten.
Bleibt nach Ansicht des Autors Raum für den Zufall?
Ja, der Autor schlussfolgert, dass trotz wissenschaftlich belegbarer Kriterien die individuelle Faszination und der Zufall der Begegnung ein wesentlicher, nicht vollständig rationalisierbarer Bestandteil der Liebe bleiben.
- Citation du texte
- Veronika Wehner (Auteur), 2008, Einflussfaktoren der Partnerwahl, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/94676