Arbeit und Motivation. Was motiviert den Menschen zur Arbeit und welche Faktoren tragen zur Zufriedenheit am Arbeitsplatz bei?


Studienarbeit, 2020

14 Seiten, Note: 2.0

Anonym


Leseprobe

I. Inhaltsverzeichnis

Zusammenfassung

1 Einleitung

2 Begriffsdefinition
2.1 Begriffsdefinition Arbeit
2.2 Begriffsdefinition Motivation

3 Arbeit
3.1 Die Bedeutung der Arbeit heute
3.2 Formen der Arbeit
3.3 Arbeitsgestaltung

4 Motivation
4.1 Intrinsische Motivation
4.2 Extrinsische Motivation
4.3 Inhaltstheorien
4.3.1 Bedürfnispyramide nach Abraham Maslow
4.3.2 Leistungsmotivationstheorie nach Mc Celland
4.3.3 Zwei-Faktoren-Theorie nach Frederick Herzberg
4.4 Prozesstheorien
4.4.1 VIE-Theorie nach Victor Harold Vroom
4.4.2 Theorie der Zielsetzung nach Edwin Locke

5. Motivation als Aufgabe der Sozialen Arbeit

6 Diskussion

II. Literaturverzeichnis

Zusammenfassung

Die vorliegende Studienarbeit hat sich mit dem Zusammenhang von Arbeit und Motivation auseinandergesetzt. Was den Menschen zur Arbeit motiviert und welche Faktoren zur Zufriedenheit am Arbeitsplatz beitragen, wurde im Rahmen dieser Studienarbeit wissenschaftlich untersucht. Mit dem Ergebnis, dass sich die Bedeutung der Arbeit und somit auch die Motivation zur Arbeit im Wandel der Zeit verändert hat. Der Mensch arbeitet in erster Linie um finanziell abgesichert zu sein. Faktoren wie ein gutes Gehalt, ein unbefristeter Vertrag, flexible Arbeitszeiten und alles was zur Sicherheit beiträgt sind erstrangig. Aber diese materiellen, oder nach Herzberg Kontextfaktoren des Arbeitsumfeldes sind heutzutage nicht mehr ausreichend für eine komplette Zufriedenheit am Arbeitsplatz. Der Mensch ist, wenn die Kontextfaktoren erfüllt sind, zwar nicht unzufrieden, aber zufrieden ist er auch nicht. Für eine Zufriedenheit am Arbeitsplatz müssen psychologische bzw. Kontentfaktoren ergänzt werden. Damit ist die Selbstverwirklichung, einen Sinn in der Arbeit, Aufstiegschancen in Job und weiteres gemeint. Bei der Wahl des Jobs müssen die Faktoren abgewogen und die Erfolgschancen eingeschätzt werden, da das Erfolgserlebnis eine natürliche Motivation des Menschen darstellt. Hierbei kann die Soziale Arbeit eine Unterstützung sein, da diese durch Strategien und Methoden wie das Empowerment Stärken und Ressourcen aufzeigen kann.

1 Einleitung

Karls Pilsl (1948) ein österreichischer Wirtschaftsjournalist, Unternehmer und Marktforscher pflegte zu sagen: „Menschen kann man nicht auf Dauer mit Angst motivieren, sondern mit Zielen und persönlicher Anerkennung.“ Fast alle Menschen arbeiten oder haben im laufe ihres Lebens gearbeitet. Die vorliegende Studienarbeit setzt sich mit dem Zusammenhang zwischen Arbeit und Motivation auseinander. Was motiviert den Menschen zur Arbeit und welche Faktoren tragen zur Zufriedenheit am Arbeitsplatz bei? Diese Fragen werden in der vorliegenden Studienarbeit wissenschaftlich erarbeitet. Der Begriff Arbeitsmotivation wurde in der vorliegenden Studienarbeit getrennt und einzeln betrachtet. Zu Beginn wurden beide Begriffe definiert. Der nächste Teil bezieht sich auf den Aspekt der Arbeit: Warum der Mensch überhaupt arbeitet, was die Bedeutung von Arbeit heutzutage ist, unterschiedliche Arbeitsformen und Möglichkeiten der Arbeitsgestaltung. Im nächsten Kapitel geht es um die Motivation. Diese umfassen unterschiedliche Formen der Motivation, sowie Inhalts- und Prozesstheorien der Arbeitsmotivation. Das letzte Kapitel geht auf die Motivation als Aufgabe der Sozialen Arbeit ein und auf das bekannte Konzept des Empowerments. In der Diskussion werden schlussendlich die einzelnen Begriffe der Motivation und der Arbeit wieder verbunden und basierend auf den Erkenntnissen der vorliegenden Studienarbeit die Fragestellung diskutiert mit dem Ziel ein wissenschaftlich fundiertes Urteil geben zu können.

2 Begriffsdefinition

Um sich tiefgründig mit der Arbeitsmotivation auseinander setzen zu können, muss man den Begriff zunächst einmal spalten und definieren, damit ein grundlegendes Verständnis des Begriffes der Arbeit und der Motivation hergestellt werden kann. Hierzu gibt es zahlreiche Definitionsversuche aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Bereichen.

2.1 Begriffsdefinition Arbeit

Ein Ansatz der Sprachwissenschaft leitet den deutschen Begriff der Arbeit aus dem indogermanischen arbëjiâiz, oder arbaißs ab, was so viel bedeutet wie schwere körperliche Anstrengung, Mühsal und Plage daraus lässt sich eine eher unerfreuliche, mühselige Tätigkeit schließen (Duden 2007: 43). Allerdings ist diese Definition nicht mehr aktuell da sich der Begriff bzw. die Bedeutung der Arbeit im historischen Kontext verändert hat. Nerdinger (2011: 6) beschreibt den Begriff der Arbeit als eine geplante, aufgabenbezogene menschliche Tätigkeit mit einem klaren wirtschaftlichen oder organisationalen Ziel für welches man sowohl körperliche als auch geistige Kräfte und Ressourcen aufwenden bzw. nutzen muss. Ergänzt wird diese Definition durch den psychologischen Ansatz welcher den Zweck der Arbeit als Bedürfnisbefriedigung sieht (Marcus 2011: 45).

2.2 Begriffsdefinition Motivation

Der Begriff der Motivation kommt aus dem Lateinischen „movere“, was so viel bedeutet wie in Bewegung setzen (Goder, 2007: 21). Motivation in der Psychologie ist nach Heinz Heckhausen (1989: 10) der Oberbegriff von unterschiedlichen Prozessen, deren gemeinsamer Kern es ist, dass ein Mensch sein Verhalten basierend auf den erwarteten Folgen, bzw. gewünschten Ergebnissen auswählt und hinsichtlich dieses Zieles seinen Energieaufwand abschätzt und steuert. Eine weitere Sichtweise der Motivation stammt aus dem Lehrbuch für Arbeits- und Organisationspsychologie von Nerdinger (2011: 394) und lautet: „Motivation ist das Produkt aus individuellen Merkmalen von Menschen, ihren Motiven und den Merkmalen einer aktuell wirksamen Situation, in der Anreize auf die Motivation einwirken und sie aktivieren“.

3 Arbeit

Warum arbeiten wir? Die Antwort auf die Frage scheint offensichtlich zu sein: um Geld zu verdienen. In dem Forschungsprojekt „Meaning of Work“ werden Arbeitnehmer befragt ob sie, wenn sie im Lotto gewinnen würden und nicht mehr arbeiten müssten, immer noch arbeiten gehen würden (Felfe 2012: 14). Zwei Drittel der Befragten in den USA antworteten, dass sie ohne Zweifel weiterarbeiten würden (Highhouse, Zickar & Yankelevich, 2010).

3.1 Die Bedeutung der Arbeit heute

Das Ergebnis des Forschungsprojektes belegt die Aussage in der Psychologischen Begriffsdefinition, dass es neben den ökonomischen Bedürfnissen noch andere Beweggründe gibt, um einer Beschäftigung nachzugehen. Felfe (2012: 15) nennt 5 psychologische Hauptbedürfnisse:

1. Soziale Bedürfnisse (Zugehörigkeit zu einer Gruppe)
2. Selbstverwirklichung
3. Einen Sinn im eigenen Dasein zu finden
4. Geistige und körperliche Aktivität
5. Zeitliche und räumliche Struktur

Für den Menschen heute ist die Arbeit somit ein wichtiges Mittel zur Selbstbeschreibung und Selbstdefinition und wird nicht mehr als körperliche Last bzw. Zwang angesehen (Geisen, 2011: 96). Dies korrespondiert mit den historischen Ereignissen zu Beginn der Moderne und der damit miteinher gehenden Loslösung des Menschen aus gemeinschaftlichen Zusammenhängen (Geisen, 2011: 97). Der Mensch als Individuum, also als selbstständig handlungsfähiges Subjekt, steht nun im Mittelpunkt und somit auch neue Chancen und Möglichkeiten (Geisen, 2011: 96 ff). Dies bringt allerdings auch Grenzen und Herausforderungen mit sich, es kommt zu einer politischen Unterscheidung zwischen Arbeitenden und Nicht-Arbeitenden (Geisen, 2011: 97 ff),

Klassifizierungen je nach Wirtschaftsbereich (Primärer, sekundärer und tertiärer Sektor) und unterschiedlichen Arbeitsmodellen und Arbeitsformen.

3.2 Formen der Arbeit

Zu der Hauptform der Erwerbsarbeit zählen nicht nur Berufe, die zu Erwerbszwecken ausgeführt werden, sondern auch ehrenamtliche Berufe, Erziehung der Kinder und Haushaltsführung (Felfe 2012: 16). Diese werden zwar nicht bezahlt, aber decken eine Menge der in Punkt 3.1 aufgezählten psychischen Bedürfnisse ab. Nach Felfe (2012: 16 ff), lassen sich innerhalb der Erwerbsarbeit unterschiedliche Arbeitsformen bzw. Verhältnisse unterscheiden: Die am meist bekannte 40-Stunden Woche ist immer weniger der Regelfall. Viele, vor allem Familien, Arbeiten in Teilzeit da Sie durch die Haushaltsführung und Kindererziehung somit doppelbelastet sind. Darüber hinaus gibt es befristete Arbeitsangebote, sowie Leih- und Zeitarbeit. Das Arbeiten von zuhause im Home­Office bzw. Telearbeit ist auch eine Option. Zum Schluss gibt es noch die Möglichkeit zur Selbstständigkeit, die im Laufe der Jahre immer attraktiver wird. Allgemein ist ein Anstieg im Dienstleistungssektor (tertiären Sektor) festzuhalten, während die Inanspruchnahme von Arbeitsplätzen in der Industrie (sekundärer Sektor) und in der Landwirtschaft (primärer Sektor) zurück geht.

3.3 Arbeitsgestaltung

In der Begriffsdefinition in Punkt 2.1 wurde beschrieben das Arbeit vor allem zielorientiert ist. Um herausfinden zu können, wie man die Arbeitsmotivation des Menschen beeinflussen kann, muss man zunächst einmal untersuchen was die Ziele der Arbeit sind bzw. welche Gestaltungskriterien für die Arbeit Zentral sind. AOW-Psychologen, welche vor allem das Wohl der Menschen, also Humanziele in Organisationen verfolgen, haben einige wesentliche Punkte für ein sicheres und erfülltes Arbeiten festgehalten, diese wären: der Abbau von Gesundheitsrisiken am Arbeitsplatz, Erhöhung der Handlungs- und Entscheidungsspielräume der Mitarbeiter sowie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf (Felfe, 2012: 25ff). Ökonomische Ziele so wie ein faires Gehalt, bezahlter Urlaub, Aufstiegschancen usw. sind selbstverständlich ebenfalls Ziel und durch betriebswirtschaftliche Kennziffern für Umsatz, Renditen, Produktivität etc. gut messbar (Felfe 2012: 27). Anders hingegen ist es bei den Humanzielen. Hier wird versucht in Kriterien zu messen. Die Psychologen Rohmert und Rutenfranz (1983) sowie Hacker (1998) haben 4 Ziele bzw. Kriterien formuliert: Das erste Kriterium ist Ausführbarkeit und meint die Mindestvoraussetzung, also ob man physisch und psychisch die geforderte Leistung erbringen kann. Das zweite ist die Erträglichkeit bzw. Schädigungslosigkeit. Wenn eine Arbeit langfristig ohne gesundheitlichen Schaden aufgebracht werden kann, fällt sie unter dieses Kriterium.

Das nächste Kriterium ist die Zumutbarkeit bzw. Beeinträchtigungsfähigkeit. Hier geht es nicht nur um gesundheitlichen Zustand, sondern vor allem um den emotionalen. Ob die Arbeit als zumutbar und erträglich eingestuft wird. Das letzte Kriterium und das somit höchste ist die Zufriedenheit bzw. Persönlichkeitsförderlichkeit. Ob man seine individuellen Interessen und Bedürfnisse in der Arbeit verwirklichen kann.

4 Motivation

Motivation spielt nicht nur in der Arbeit, sondern auch in vielen weiteren Bereichen des Lebens eine große Rolle. Wie in Punkt 2.2 ersichtlich ist, gibt es zahlreiche Ansatzpunkte, um Motivation zu definieren. Voraussetzung für den Motivationsprozess ist einerseits das Können, also entsprechende Fähigkeiten, die schon vorhanden sind und das Wollen, dies meint die Bereitschaft diese Fähigkeiten auch einzusetzen, um sein Ziel zu erreichen (Gebel, 13: 51 ff). Wenn sich ein Mensch nicht motivieren kann oder ein äußerer Einfluss es nicht schafft diesen zu motivieren, so wird sich auch an dem Menschen und seiner Situation nichts ändern (Goder, 2007: 22). Wie diese Bereitschaft nun aktiviert wird, wird in den folgenden Abschnitten untersucht. Man unterscheidet zwischen der intrinsischen und extrinsischen Motivation.

4.1 Intrinsische Motivation

Ein Verhalten wird dann als intrinsisch motiviert bezeichnet, wenn der Mensch von innen heraus, also aus eigenem Antrieb handelt (Goder, 2007: 22). Die intrinsische Motivation ist tragfähiger und hält länger an, da ein Sinn in der Handlung erkannt wird (Goder, 2007: 23) und der Sinn in eigenem Tun eines der psychologischen Hauptbedürfnisse des Menschen darstellt. Zusammenfassend kann man sagen, dass intrinsische Motivation alle inneren, also nicht materiellen Triebe umfasst, wie z.B. das Streben nach Selbstbestimmung, Selbstentfaltung und persönlichem Wachstum (Goder, 2007: 23).

4.2 Extrinsische Motivation

Ein extrinsisch motiviertes Verhalten liegt dann vor, wenn der Grund für das Verhalten außerhalb der Handlung liegt und der Mensch somit von außen gesteuert scheint (Goder, 2007: 22). Ein Beispiel im Bezug auf die Arbeitsmotivation ist, ein gutes Gehalt oder flexible Arbeitszeiten. Dieser Anreiz kann einen Menschen motivieren eine bestimmte Tätigkeit auszuführen, auch wenn dieser innerlich überhaupt kein Interesse daran hat. Die Extrinsische Motivation umfasst somit alle materiellen und leiblichen Triebe, wie z.B. Absicherung vor Hunger, Durst, Bequemlichkeit und somit Schmerzvermeidung (Goder, 2007: 23).

[...]

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Arbeit und Motivation. Was motiviert den Menschen zur Arbeit und welche Faktoren tragen zur Zufriedenheit am Arbeitsplatz bei?
Hochschule
MSB Medical School Berlin - Hochschule für Gesundheit und Medizin
Note
2.0
Jahr
2020
Seiten
14
Katalognummer
V948564
ISBN (eBook)
9783346287199
ISBN (Buch)
9783346287205
Sprache
Deutsch
Schlagworte
arbeit, motivation, menschen, faktoren, zufriedenheit, arbeitsplatz
Arbeit zitieren
Anonym, 2020, Arbeit und Motivation. Was motiviert den Menschen zur Arbeit und welche Faktoren tragen zur Zufriedenheit am Arbeitsplatz bei?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/948564

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