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Management von Unternehmenskulturen: Kulturelle Integrationskonzepte und internationale Personalpolitik

Titel: Management von Unternehmenskulturen: Kulturelle Integrationskonzepte und internationale Personalpolitik

Seminararbeit , 2000 , 30 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Dr. Sebastian Reiche (Autor:in)

Führung und Personal - Sonstiges
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„Es gibt für jedes Unternehmen nur eine gute Strategie, und das ist die, die auf der eigenen Kultur, der eigenen Vergangenheit und Identität basiert.“ Diese Aussage untermauert den seit Anfang der achtziger Jahre aus einer kontroversen Grundsatzdiskussion erwachsenen Konsens, der das Unternehmen als ein eigenständiges kulturelles System mit einer unverwechselbaren Identität versteht. Dabei wird Unternehmenskultur nicht nur aus betriebswirtschaftlicher Sicht beleuchtet, sondern ist darüber hinaus zu einem interdisziplinären Untersuchungsfeld geworden.

Die Aufmerksamkeit, die der Organisationskultur in den letzten Jahren beigemessen wird, liegt in zwei richtungsweisenden, interdependenten Entwicklungspfaden begründet. Zunächst forciert die zunehmende internationale und unternehmensübergreifende Orientierung von Unternehmen zwangsläufig ein Zusammentreffen unterschiedlicher Landes- und Unternehmenskulturen und der damit verbundenen verschiedenen Beziehungsmuster. Überdies lässt sich ein parallel zur globalen Ausrichtung verlaufender sozioökonomischer Beschleunigungsprozess konstatieren, der an Systemmitglieder hohe Anforderungen hinsichtlich Wandel- und Anpassungsbereitschaft stellt. In diesem Umfeld erlangt die Unternehmenskultur als weicher Faktor eine zentrale Bedeutung, indem sie ein fundamentales Set unternehmensspezifischer, gemeinsamer Werte und Überzeugungen versinnbildlicht und das „soziale Bindemittel für globale [...] Unternehmen“ darstellt.

Vor dem veränderlichen Hintergrund scheint jedoch die vordergründige Stabilität der Organisationskultur nicht permanent bestehen zu können. Vielmehr sind in diesem Zusammenhang Überlegungen hinsichtlich einer gezielten Kulturveränderung bzw. eines Kulturmanagements anzustellen.

Aufgrund dieser einleitend zu untersuchenden Einflüsse und Fragestellungen ist demnach zu prüfen, inwieweit eine gemeinsame Kultur und Identität über nationale Grenzen hinweg erhalten werden kann bzw. überhaupt sollte und welche Folgen und Erfordernisse sich für eine kultursensible, internationale Personalpolitik herauskristallisieren. Ziel muss es in jedem Fall sein, ein Gleichgewicht zwischen stabilen und veränderlichen, einheitlichen und differierenden sowie individuumszentrierten und den bereits in der Überschrift aufgegriffenen kollektivierenden Kulturelementen zu generieren.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Unternehmenskultur – „kollektive mentale Programmierung“ im internationalen Kontext

2. Unternehmenskultur als Fundament einer gemeinsamen Identität in Organisationen

2.1 Konstitutive Merkmale und Funktionen der Unternehmenskultur

2.2 Konzeptionelle Erfassung des Kulturphänomens

2.3 Kulturbetrachtung als empirischer Untersuchungsgegenstand

3. Konzeption kulturzentrierter Integrationsansätze für das Personalmanagement international agierender Unternehmen

3.1 Kulturelle Perspektiven im transnationalen Gefüge

3.1.1 Berücksichtigung der Unternehmenskultur im Rahmen internationaler Unternehmensaktivitäten

3.1.2 Kulturmodelle auf der Basis unterschiedlicher Internationalisierungsstrategien

3.2 Modellierungsansätze kulturintegrativer Managementmaßnahmen

3.2.1 Kulturgestaltung und Kulturtransferstrategien

3.2.2 Ausprägungen unterschiedlicher Integrationsinstrumente zur Herstellung eines kulturellen „fits“

3.2.3 Ausgestaltung einer kulturbewussten, internationalen Personalpolitik

4. Kulturelle Vielfalt – Barriere oder Verstärker für eine internationale Unternehmensausrichtung?

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht das Management von Unternehmenskulturen in einem zunehmend globalisierten Wirtschaftsumfeld. Ziel ist es, Konzepte für eine kultursensible, internationale Personalpolitik zu entwickeln, die ein Gleichgewicht zwischen globaler Integration und lokaler Differenzierung schafft, um die Wettbewerbsfähigkeit international agierender Unternehmen nachhaltig zu sichern.

  • Grundlagen der Unternehmenskultur und deren Funktionen in internationalen Organisationen.
  • Analyse kulturzentrierter Integrationsmodelle und deren Relevanz für das Personalmanagement.
  • Untersuchung von Strategien zur Steuerung von Kulturwandel und Akkulturation bei Fusionen.
  • Bewertung von Instrumenten zur Herstellung kultureller Kompatibilität ("kultureller Fit").
  • Diskussion über das Spannungsfeld zwischen kultureller Vielfalt und internationaler Einheitlichkeit.

Auszug aus dem Buch

Konzeptionelle Erfassung des Kulturphänomens

Die Zusammenstellung der vielfältigen konstitutiven Kulturmerkmale, deren Ausprägungen nicht immer bewusst und für einen Außenstehenden beobachtbar sind, legt den Schluss nahe, dass sich Kultur auf unterschiedlichen Ebenen manifestiert und daher auch gesonderte Analyseraster erfordert. Schein konzipiert daher ein Drei-Schichten-Modell, dessen Stufen sich durch den Grad der Sichtbarkeit unterscheiden und differenzierte Kulturinhalte aufweisen.

Die Oberflächenstruktur der Kultur wird durch Artefakte und Symbole gebildet, die sichtbar und beschreibbar, aufgrund von Mehrdeutigkeiten jedoch nicht eindeutig zu entschlüsseln und interpretieren sind. Die mittlere Ebene setzt sich aus Werten und Normen zusammen, die sich auf einer höheren Bewusstseinsstufe befinden, allerdings infolge des im Laufe der Zeit herausgebildeten Fundaments eine bedeutendere Verhaltenssteuerung als Artefakte vollziehen. Dabei zeigt sich in Normen ein stärkerer Zwangscharakter. Als selbstverständlich vorausgesetzte und aufgrund ihrer unsichtbaren und unbewussten Ausprägung am schwierigsten greifbare Ebene gilt die der Grundannahmen. Da ein Wert erst durch kontinuierliche Bestätigung zu einer Grundprämisse diffundiert, besitzt diese dritte Stufe den größten Einfluss auf das Verhalten der Systemmitglieder. Eine bewusste Entwicklung und Verordnung von Werten, die von den Grundannahmen nicht gestützt werden, wird Akzeptanzwiderstände zur Folge haben.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Unternehmenskultur – „kollektive mentale Programmierung“ im internationalen Kontext: Einführung in die Bedeutung der Unternehmenskultur als weicher Faktor, der in einem interdisziplinären Umfeld Orientierung gibt und soziale Bindungen in globalen Unternehmen festigt.

2. Unternehmenskultur als Fundament einer gemeinsamen Identität in Organisationen: Analyse der konstitutiven Merkmale, Funktionen und Ebenen der Unternehmenskultur sowie deren empirische Erfassbarkeit im organisationalen Kontext.

3. Konzeption kulturzentrierter Integrationsansätze für das Personalmanagement international agierender Unternehmen: Erörterung strategischer Ansätze und personalwirtschaftlicher Instrumente zur Gestaltung eines erfolgreichen Kulturtransfers und zur Herstellung eines kulturellen „Fits“ bei internationalen Unternehmensaktivitäten.

4. Kulturelle Vielfalt – Barriere oder Verstärker für eine internationale Unternehmensausrichtung?: Kritische Auseinandersetzung mit der Frage, wie kulturelle Diversität als Ressource genutzt werden kann, ohne die notwendige Handlungsfähigkeit und den strategischen Konsens zu gefährden.

Schlüsselwörter

Unternehmenskultur, Personalmanagement, Internationale Unternehmensführung, Kulturwandel, Integrationsmanagement, Akkulturation, Globalisierung, Diversität, Organisationsstruktur, Kulturtransfer, Identität, Personalpolitik, Wettbewerbsvorteile, Interkulturelle Kompetenz, Unternehmenskulturforschung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Herausforderung, Unternehmenskulturen in international agierenden Organisationen erfolgreich zu managen und in eine schlüssige internationale Personalpolitik zu integrieren.

Welche sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentral sind die theoretische Fundierung von Unternehmenskultur, die Konzeption von Integrationsansätzen in internationalen Gefügen sowie die praktische Gestaltung personalwirtschaftlicher Instrumente zur Steuerung des Kulturwandels.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es, Methoden aufzuzeigen, wie ein Gleichgewicht zwischen einer einheitlichen Identität und der notwendigen Berücksichtigung kultureller Differenzen hergestellt werden kann.

Welche wissenschaftliche Methodik liegt der Untersuchung zugrunde?

Es handelt sich um eine systematische Literaturanalyse, die verschiedene theoretische Modelle (wie z.B. Schein oder Hofstede) in den Kontext des internationalen Personalmanagements überträgt und durch ein eigenes Modell (Kulturintegrationsrahmen) strukturiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Ebenen der Unternehmenskultur, vergleicht Internationalisierungsstrategien (wie das EPRG-Modell) und leitet daraus konkrete Gestaltungsansätze für die Personalpolitik ab.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit am besten charakterisieren?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Unternehmenskultur, Personalmanagement, Kulturtransfer, Akkulturation und Diversity Management definieren.

Warum spielt die Unterscheidung von Artefakten, Werten und Grundannahmen laut Schein eine so große Rolle für das Kulturmanagement?

Diese Differenzierung ist essentiell, da eine Änderung an der Oberfläche (Artefakte) oft wirkungslos bleibt, wenn sie nicht mit den tiefer verankerten, unbewussten Grundannahmen der Organisationsmitglieder in Einklang steht.

Wie definiert die Arbeit den Nutzen einer "synergetischen Kultur"?

Eine synergetische Kultur dient als "regulative Idee", die es ermöglicht, kulturelle Unterschiede als Ressource zu begreifen und gleichzeitig eine übergreifend einheitliche Organisationskultur zu schaffen, die den globalen Anforderungen gerecht wird.

Ende der Leseprobe aus 30 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Management von Unternehmenskulturen: Kulturelle Integrationskonzepte und internationale Personalpolitik
Hochschule
Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover  (Institut für Betriebsforschung, Abteilung Personal und Arbeit)
Veranstaltung
Personalwirtschaftliches Kolloquium 2
Note
1,3
Autor
Dr. Sebastian Reiche (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2000
Seiten
30
Katalognummer
V9523
ISBN (eBook)
9783638162074
ISBN (Buch)
9783638679541
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Unternehmenskultur; Mergers & Acquisitions; internationales Personalmanagement; Personalpolitik
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Dr. Sebastian Reiche (Autor:in), 2000, Management von Unternehmenskulturen: Kulturelle Integrationskonzepte und internationale Personalpolitik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/9523
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Leseprobe aus  30  Seiten
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