Die folgende Hausarbeit beschäftigt sich mit dem Thema des Risikomanagements bei M&A-Transaktionen und fokussiert sich in diesem Kontext auf das Instrument der finanziellen Due Diligence. Die in diesem Zusammenhang relevante Theorie wird in der Hausarbeit an einem konkreten Beispiel, dem Merger der Kraft Foods Group und H.J. Heinz exemplarisch dargestellt. Im Rahmen eines solchen Mergers versteht man unter finanzieller Due Diligence im weitesten Sinne eine “Stärken- und Schwächenanalyse” des zu akquirierenden Unternehmens und “die Bewertung des Zielobjektes” (Blöcher in Scott, 2002). Die klassische Vorgehensweise der finanziellen Due Diligence bei M&A-Transaktionen besteht aus drei Teilen: der Analyse von Vermögenswerten und finanziellen Kennzahlen, der Auseinandersetzung mit den Zukunftsprojektionen des Zielunternehmens und der Übernahmepreisermittlung. Der Merger zwischen der Kraft Foods Group und H.J. Heinz wurde im Juli 2015 abgeschlossen und führte zur Gründung der Firma Kraft Heinz, welche im Anschluss an die Übernahme einen geschätzten Wert von 46 Mrd. USD vorwies und zur Gründung des drittgrößten nordamerikanischen Lebensmittelkonzerns führte (Athavaley und Ramakrishnan, 2015).
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Risikomanagement
2.1 Definition Risiko und Risikomanagement
2.2 Risikoarten
2.3 Der Risikomanagementprozess
3 Finanzielle Due Diligence zur Minderung von M&A-Risiken
3.1 Zielstellung und Einordnung im M&A-Prozess
3.2 Ablauf und Bestandteile
3.3 Instrument zum Risikomanagement
4 Übernahme von Kraft durch Heinz
4.1 Hintergründe des Mergers
4.2 Vorgehensweise der finanziellen Due Diligence von Kraft
4.2.1 Analyse der historischen Ertragslage
4.2.2 Analyse der historischen Vermögenslage
4.2.3 Analyse der historischen Finanzlage
5 Ergebnis und Schlussfolgerung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die finanzielle Due Diligence als Instrument des Risikomanagements im Kontext von M&A-Transaktionen. Ziel ist es, den theoretischen Risikomanagementprozess zu erläutern und am Praxisbeispiel der Übernahme der Kraft Foods Group durch die H.J. Heinz Company nachzuvollziehen, wie eine finanzielle Due Diligence zur Identifikation und Minderung von Transaktionsrisiken beiträgt.
- Grundlagen des betriebswirtschaftlichen Risikomanagements
- Finanzielle Due Diligence als Analyseinstrument bei Mergers & Acquisitions
- Integration der Due Diligence in den Risikomanagementprozess
- Analyse der historischen Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage am Beispiel Kraft Foods
- Einfluss der Due-Diligence-Ergebnisse auf Kaufpreisverhandlungen
Auszug aus dem Buch
3.2 Ablauf und Bestandteile
Die finanzielle Due Diligence eines Unternehmens beinhaltet hauptsächlich Analysen zu:
„der historischen und der geplanten Ertragslage inklusive Analysen zum nachhaltigen Ergebnis,
der historischen und geplanten Vermögenslage inklusive Analysen zu der Finanzverschuldung und
der historischen und geplanten Finanzlage inklusive Analysen zum Working Capital und Investitionen“ (Pomp, 2015, S. 25).
Bei der Analyse der historischen Ertragslage sind vor allem das EBIT und das EBITDA von Interesse für den potentiellen Käufer, da diese beiden Kennzahlen die nachhaltige historische Profitabilität eines Unternehmens ausdrücken (Bredy und Strack, 2011, S. 385-387). Vor allem für die Herleitung des Kaufpreises sind EBIT und EBITDA wichtige Bezugsgrößen. Um ein unverfälschtes Ergebnis zu erhalten, sollten „nicht wiederkehrende positive wie negative Effekte ausgeklammert [werden], da diese zukünftig nicht zu Gewinnen/Verlusten bzw. zu einem positiven/negativen Cash Flow führen werden“ (Pomp, 2015, S. 26). Auf Basis dieser Ergebnisse wird im nächsten Schritt untersucht, ob die geplante Entwicklung der Profitabilität laut dem Business Plan des Zielunternehmens plausibel erscheint. Dazu werden die historischen Wachstumsraten mit dem geplanten Wachstum verglichen und das EBIT(DA) wird häufig zusätzlich einer Szenario- und/oder Sensitivitätsanalyse unterzogen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Hinführung zum Thema Risikomanagement bei M&A-Transaktionen und Vorstellung der Zielsetzung sowie des gewählten Fallbeispiels Kraft und Heinz.
2 Risikomanagement: Erläuterung der theoretischen Grundlagen, Risikoarten und der Schritte des Risikomanagementprozesses in Unternehmen.
3 Finanzielle Due Diligence zur Minderung von M&A-Risiken: Darstellung der finanziellen Due Diligence als Instrument zur Informationsasymmetrie-Reduktion und Risikominimierung innerhalb des M&A-Prozesses.
4 Übernahme von Kraft durch Heinz: Anwendung der theoretischen Analyse auf den konkreten Merger, unterteilt in Hintergründe sowie die detaillierte Untersuchung der historischen Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage.
5 Ergebnis und Schlussfolgerung: Synthese der Ergebnisse und Bewertung der Übernahme aus strategischer sowie finanzieller Sicht unter Einbezug der Due-Diligence-Erkenntnisse.
Schlüsselwörter
Risikomanagement, Finanzielle Due Diligence, M&A-Transaktionen, Kraft Foods Group, H.J. Heinz Company, Unternehmensakquisition, Risikominimierung, Ertragslage, Vermögenslage, Finanzlage, Free Cash Flow, EBIT, EBITDA, Kaufpreisermittlung, Unternehmenskauf
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die Funktion der finanziellen Due Diligence als zentrales Instrument des Risikomanagements bei Unternehmensübernahmen (Mergers & Acquisitions).
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Definition und Messung von Unternehmensrisiken, dem Aufbau einer finanziellen Due Diligence sowie der praktischen Anwendung dieser Instrumente bei einer realen Transaktion.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie eine Due Diligence als Teil des Risikomanagementprozesses abläuft und wie diese Erkenntnisse genutzt werden, um Transaktionsrisiken bei der Übernahme von Kraft durch Heinz zu bewerten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine Kombination aus theoretischer Literaturanalyse und einer deskriptiven Fallstudie, basierend auf historischen Finanzdaten (Jahresabschlüssen) des Zielunternehmens.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen des Risikomanagements, die Methodik der finanziellen Due Diligence im M&A-Prozess und eine detaillierte quantitative Analyse der historischen Ertrags-, Vermögens- und Finanzdaten der Kraft Foods Group.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Risikomanagement, Due Diligence, M&A, Kraft Foods, EBIT, Unternehmensbewertung und Cash Flow Analyse.
Warum ist die Due Diligence für den Käufer so wichtig?
Sie dient dazu, Informationsasymmetrien abzubauen, Stärken und Schwächen des Zielunternehmens zu identifizieren und potenzielle "Deal Breaker" oder Risiken zu erkennen, die den Kaufpreis beeinflussen.
Welche Rolle spielte der Free Cash Flow bei der Untersuchung?
Der Free Cash Flow dient als Maß für die Fähigkeit des Unternehmens, Gewinne zu generieren, und ist eine wichtige Basis für die Unternehmensbewertung, wobei er um einmalige Sondereffekte bereinigt werden muss.
Welches Fazit zieht der Autor zur Übernahme von Kraft durch Heinz?
Der Merger wird als sinnvolle Investition bewertet, da sowohl strategische Vorteile durch Marktpositionierung und internationale Vertriebswege erzielt wurden als auch die Kreditwürdigkeit zur Refinanzierung genutzt werden konnte.
- Citar trabajo
- Laura Schmiedl (Autor), 2017, Finanzielle Due Diligence als Instrument des Risikomanagements bei M&A-Transaktionen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/956869