Die Medien und Donald Trump. Freund oder Feind?


Hausarbeit, 2018

21 Seiten, Note: 2,3


Leseprobe

1. Inhaltsverzeichnis

2. Die Vereinigten Staaten von Amerika weltweit

3. Trump in den Medien

4. Der Wahlkampf

5. Die Medien fürTrump - Freund oder Feind?
5.1 Medien als Feind
5.1.1 Medien gegen Trump
5.1.2 Trump gegen Medien
5.2 Medien als Freund

6. „The press takes him literally, but not seriously"

7. Die großen Vereinigten Staaten als Vorbild?

8. Quellenverzeichnis

2. Die Vereinigten Staaten von Amerika weltweit

Die Vereinigten Staaten von Amerika gehen voran. Sei das in den Bereichen Sport, bei denen sie in drei verschiedenen Sportarten im Weltvergleich vorrangig sind, sei das in den Medien, mit der Fernsehhochburg Hollywood oder auch politisch gesehen, wo die Amerikaner einen wichtiger Player im internationalen Geschehen darstellen. Wenn in Übersee etwas passiert, bekommt das die Welt auch mit. So haben auch die Präsidentschaftswahlen 2016 Menschen auf aller Welt polarisiert und in ihren Bann gezogen, die Vereinigten Staaten sowieso. Letzteres zeigen vor allem die Fernsehübertragungen zu den Präsidentschaftsdebatten, die in Amerika rekordbrechende 83 Millionen Zuseher vor die Fernseher lockten.1 Grund dafür, war vor allem einer der beiden Protagonisten und späterer Sieger, Donald Trump, denn: Selten stand ein Politiker bereits vor seiner Wahl so im Fokus, vor allem unter einem kritischen Blickwinkel. Und wie sich das für das 21. Jahrhundert gehört, waren auch die Medien ein großer Bestandteil dieser Wahl. Trump war wichtig für die Medien, die Medien waren sehr wichtig für Donald Trump. Im Folgenden soll erläutert werden, inwiefern die Medien gegen über Trump eingeschritten sind und er diese für sich benutzt hat. Kurz gefasst: Trump und die Medien - Freund oder Feind?

3. Trump in den Medien

Um Trumps Verhältnis zu den Medien und andersrum darzulegen, muss erst ein Blick auf die Vergangenheit geworfen werden. Auf die Zeit, in der Trump erstmalig in den Medien zu sehen war und die Zeit danach, die sein Medienbild entscheidend geprägt hat. Bezeichnend für das heutige Ansehen war sein Medienstartschuss in der New York Times. Dort erschien am 16. Oktober 1973 erstmalig ein Artikel über Trump. Die Headline, frei übersetzt: Mächtiger Vermieter angeklagt wegen rassistischer Tendenzen.2 Dort ist Trump zwar gemeint, die Rede aber nur von seiner Firma Trump Management. Die erste Titelseite wurde dem Jungunternehmer im Jahr 1985 gewidmet, als er nach der Eröffnung des Trump Towers in New York auf der Titelseite des Männermagazins GQ erschien.3 Nach dem GQ folgten folgte Trumps Gesicht auf den Covern von „Time, Newsweek, Business Week, Fortune, Manhattan Inc. und New York".4 Trump war ein Fan des Medienrummels um seine Person, er wollte es so. Ein Beispiel dafür ist seine Investition in einen städtischen Footballverein, die New York Generals. Ein großer Bereich in den Medien, auch vor knapp 40 Jahren, war der Sport. Lokale Fernsehmacher berichteten über Sportereignisse, große Sender strahlten Live-Spiele aus. Auch diverse Rundfunksender hatten Sport-Talkshows fest in ihrem Programm. Trump sah diese Möglichkeit und investierte, 1984 und 1985 war er gar der Club-Besitzer.5 Auch wenn dieser Verein inzwischen nicht mehr existiert, auch heut zu Tage wird bei Live-Sportberichterstattungen mehrere Male mit der Kamera auf den Besitzer der jeweiligen Mannschaft geschwenkt. Zwei Jahre später dann gewährte der heutige Präsident der USA erstmalig einen tiefen Blick in seine Gedankengänge, mit der Veröffentlichung des Buches Trump: The Art of the Den/, verfasst von einem Ghostwriter. Das Buch wurde zu einem Bestseller und Donald Trump war, auch international, erstmalig ein Begriff.6 Er selbst wollte, dass zumindest die Amerikaner, seine Ansichten kennen. So schaltete er 1987 zusätzlich in drei großen amerikanischen Tageszeitungen eine teure, ganzseitige Anzeige, um dem Volk seine Ansichten über die Führungsetage der Vereinigten Staaten von Amerika mitzuteilen.7 Wenig später sorgte das Privatleben, allen voran die Ehe mit Ivana Trump, für einige Schlagzeilen. Von verschiedenen Affären, über Kinder bis hin zu mehreren Scheidungsversuchen, bis es dann nicht mehr beim Versuch geblieben ist, war alles in den Medien zu lesen.8 Trump selbst versuchte, sein Medienbild zu steuern. So rief er selbst bei Journalisten an, um sich unter Pseudonymen wie John Barron, John Miller oder David Dennison als sein eigener Pressesprecher auszugeben und Gutes über sich selbst zu verbreiten. Gleichzeitig nutzte Trump diese Anrufe, um Gerüchte, auch über sich selbst, zu verbreiten. Die Hauptsache: In den Medien präsent bleiben.9 Auch wenn die anonymen Anrufe sehr schnell entlarvt wurden, war Trump auch ohne deren Hilfe eine große Medienfigur, war Donald Trump ein Gesprächsthema. Am Zeitschriftenstand, am Kaffeeautomaten in der Arbeit oder bei einer Zigarette in der Mittagspause - über Donald wurde gesprochen, Trump wurde durch die Medien ein Gesprächsthema. Das erkannten auch die Fernsehmacher. Unter ihnen war es Mark Burnett, der 2004 die Show The Apprentice, zu Deutsch der Lehrling oder beispielsweise der Auszubildende ins Leben rief. Die Show bestand aus „16 Kandidaten, allesamt mit einem unternehmerischen Hintergrund, die Donald Trump von ihren Fähigkeiten als Manager zu überzeugen" versuchten.10 Dem Gewinner der Show winkte eine leitende Rolle in einem Projekt von dem Host der Show und Jury-Mitglied, Donald Trump höchstpersönlich. In Staffel eins war es der Bau des Trump Towers in Chicago. Nach 14 Staffeln folgte 2015 Trumps Rauswurfvom Sender NBC, Grund dafür sollen diverse rassistische Kommentare Trumps gegen mexikanische Einwanderer gewesen sein.11 Mitlaufend in Trumps Medienpräsenz waren diverse Cameo-Auftritte, also ein kurzes, meist überraschendes Erscheinen seinerseits in diversen Serien, sei dies Zeichentrick oder Real, aber auch in Filmen. Beginnend mit einem Kurzauftritt in der amerikanischen Hit-Serie The Fresh Prince Of Bel Air, über einen Wrestling-Auftritt in der WWE, der ihm sogar einen Platz in der WWE Hall of Fame sicherte,12 bis hin zu einer Zeichentrick­Sequenz bei The Simpsons.13 Nach unzähligen Medienauftritten folgte dann die Bekanntgabe der Kandidatur zur Präsidentschaftswahl und spätestens zu diesem Zeitpunkt, hat sich Trump weltweit einen Namen gemacht. So war der Name Trump durch die genannten Medienauftritte, bei bereits 90 Prozent der Wähler bekannt, als er seine Kandidatur anmeldet.14

4. Der Wahlkampf

Trump liebäugelte mit der Präsidentschaftskandidatur mehrere Jahre lang. Die meisten Amerikaner schenkten dem aber keinen Glauben und sahen dies eher als Scherz an. 2016 stellte er am Parteitag der Republikaner dann selbst die letzten Zweifelnden still und nahm seine Nominierung zum Präsidentschaftskandidaten an. Seine Wortwahl: „Ich allein kann alles richten".15 Im Wahlkampf selbst standen vor allem Trumps außenpolitische Ansichten und deren Verbreitung via Twitter, Fernseh- und Radiointerviews sowie Reden und Diskussionen im Vordergrund.16 Die Äußerungen waren, betrachtet man sie als Ganzes, geprägt von verschiedensten Widersprüchen seinerseits. Dies ist bei Politkern, die im Wahlkampf um jede Volksstimme ringen, keine Seltenheit, kam bei Trump aber auffällig oft zum Vorschein. So bezeichnete er sich selbst als einen Realisten, also jemand, der „im Ringen mit den harten Realitäten der Machtpolitik solche Dinge wie Gefühle, Nationbuilding, humanitäre Intervention und die Bereitstellung öffentlicher Güter meidet".17 Andererseits unterstützte er aus humanitären Gründen eine Intervention gegen das Gaddafi-Regime in Libyen und lehnte beispielsweise den Irakkrieg wegen der Opfer der irakischen Bevölkerung ab.18 Dies sei nur ein Beispiel verschiedenster Widersprüche Trumps, die ohne Medieneinsatz so nicht an die Öffentlichkeit gelangen wären. So seien laut dem Fact Cheker von Politfact nur 12 Prozent seiner Behauptungen wahr, während das Online-Magazin Politico in 4,6 Stunden von Trumps öffentlichen Reden, gar mehr als 60 Aussagen als Verdrehungen oder Lügen aufdeckten. Anders formuliert, steckt in Trumps Aussagen also jede fünf Minuten eine Lüge.19 Lügen, Widersprüche und der ein oder andere Seitenhieb, die unter anderem dafür sorgten, dass der Wahlkampf und deren Berichterstattung um die Figur Trump sich zu einer gefühlten Reality-Show entwickelte. So entschied sich die Huffington Post im Juli 2015 gar dafür, die Kampagne von Donald Trump nicht im Ressort Politik einzuordnen, sondern unter der Abteilung Unterhaltung.20 Wollte man hier nun was über Trump erfahren, fand man seine aktuellen Aussagen neben Klatsch über Kim Kardashian und Scheidungsgerüchten von Brangelina. Medien, seien dies große oder kleine, brauchen je nach Medium Einschaltquoten, Klickzahlen, Hörerzahlen. Es sind die sogenannten Kaffeeautomatengespräche, bei dem die unwissende Person die andere frägt: „Wo hast du das her?", die bei den Medienschaffenden angepriesen werden, die einem Individuum das Medium immer wieder in die Gedanken rufen.21 Durch Donald Trump konnten diese Gespräche mehr als den je erzielt werden, insofern man bei seinem Medium eben über ihn berichtete. Das belegen auch die Präsidentschaftsdebatten zwischen Trump und Clinton, die den übertragenden Sendern nie zuvor dagewesene Einschaltquoten bescherten.22 Bei Trumps zweiter TV-Debatte in der Reagan- Bibliothek beispielsweise, schalteten fast 20 Millionen Zuschauer ein. Bei Fernsehdebatten der Republikaner waren über die vergangenen Jahre Zuseher bei um die drei Millionen Normalität.23 Was auch im Wahlkampf passierte, es war in Zeitungen zu lesen, im Radio zu hören oder im Fernsehen zu sehen, und das weltweit. Die Medien schmissen sich auf den Wahlkampf zwischen Donald Trump und Hillary Clinton. Da hier auch der ein oder andere weniger schmeichelhafte Bericht über Trump zu finden war und dieser das ungerne auf sich sitzen lässt, lehnte Trump selbst sich auch sehr aggressiv gegen die Medien auf. Weiterführend benutze er sie während dem Wahlkampf und verwendet sie immer noch für seine Zwecke. Andersrum gebrauchen die Medien Trump auch, um Schlagzeilen zu erzielen und somit Ihren Nutzen daraus zu ziehen. Im Folgenden soll anhand von verschiedenen Beispielen erläutert werden, wie das geschah in beide Richtungen geschah und geschieht.

[...]


1 Thielmann, Sam (2016). Presidential debate breaks US ratings record in Clinton-Trump face-off. URL: https://www.theguardian.com/media/2016/sep/27/presidential-debate-ratings-record-clinton-trump - Zugriff: 19. September 2018.

2 Dunlap, DavidW. (2015). 1973 / MeetDonald Trump. URL: https://www.nytimes.com/times- insider/2015/07/30/1973-meet-donald-trump/ - Zugriff: 18. September 2018.

3 Fischer, Marc / Kranish, Michael (2017). Trump Revealed. An American Journey of Ambition, Ego, Money, and Power. London: Simpon & Schuster. (S. 96 & S. 98f.)

4 D’Antonio, Michael (2016). Die Wahrheit über Donald Trump. Berlin: Econ Verlag. (S. 238)

5 D’Antonio (2016,S.232f.)

6 Fischer / Kranish (2017, S. 96f.)

7 Laderman, Charlie / Simms, Brendan (2017). Wir hätten gewarnt sein können. Donald Trumps Sicht auf dieWelt. München: DVA. (S. 17)

8 [ZeitgeschichteDE] (28.04.2018). Donald Trump Doku - Macht, Geld und Lügen (Dokumentation/Deutsch) [Video file]. URL: https://www.youtube.com/watch?v=FBH2FlpH_zQ - Zugriff: 12. September 2018.

9 [ZeitgeschichteDE] (2018)

10 Schneider, Jan (2017). Sei loyal. Sei reich. Und zeige niemald Schwäche. URL: https://www.welt.de/kultur/medien/articlel60930119/Sei-loyal-Sei-reich-Und-zeige-niemals- Schwaeche.html - Zugriff: 18. September 2018.

11 Unbekannt (2015). Endlich! NBC schmeisst Donald Trump wegen seiner rassistischen Aussagen raus. URL: https://www.watson.ch/International/Medien/727339465-Endlichi-NBC-schmeisst-Donald-Trump- wegen-seiner-rassistischen-Aussagen-raus - Zugriff: 19. September 2018.

12 Vlahos, Kelley (2016): Trump lstpresidentto be a memberofWWE Hall ofFame. URL: https://wtop.com/inauguration/2016/12/trump-lst-president-wwe-professional-wrestling-hall- fame/slide/1/ - Zugriff: 16. September 2018.

13 [CH2] (14.11.2015). Every Donald Trump Cameo Ever. [Video file], URL: https://www.youtube.com/watch?v=yosAVMB47-Y - Zugriff: 12. September 2018.

14 Niederberger, Walter (2016). Trumpland - Donald Trump und die USA. Porträt einer gespaltenen Nation. Zürich: Orell füssli Verlag. (S. 72)

15 Laderman, Charlie / Simms, Brendan (2017). Wir hätten gewarnt sein können. Donald Trumps Sicht auf dieWelt. München: DVA. (S. 17)

16 Laderman / Simms (2017, S. 113)

17 Laderman / Simms (2017, S. 114)

18 Laderman / Simms (2017, S. 115)

19 Niederberger (2016, S. 173f)

20 Niederberger (2016, S. 170)

21 Anmerkung: Wissen aus Eigenerfahrung durch Nebenbetätigung bei Radiosender

22 Thielmann (2016)

23 Niederberger (2016, S. 173)

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten

Details

Titel
Die Medien und Donald Trump. Freund oder Feind?
Hochschule
Universität Regensburg
Note
2,3
Autor
Jahr
2018
Seiten
21
Katalognummer
V958249
ISBN (eBook)
9783346301512
ISBN (Buch)
9783346301529
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Donald Trump, Trump, Medien, Freund, Feind, Wahl 2016, USA
Arbeit zitieren
Manuel Wiesinger (Autor:in), 2018, Die Medien und Donald Trump. Freund oder Feind?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/958249

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