Um 1960 gewann das Prinzip der Einsprachigkeit des Fremdsprachenunterrichts zunehmend an Bedeutung und löste die vorherige vermittelnde Methode, die Übersetzungen, Sprechübungen und induktive Grammatikarbeit miteinander verknüpfte, ab. Unter dem vorherrschenden Prinzip der Einsprachigkeit wird die Durchführung des Unterrichts in der Zielsprache verstanden. Das beinhaltet ebenfalls die Einführung neuer Vokabeln in der Fremdsprache bei gleichzeitigem Verzicht auf die Muttersprache.
Die Erinnerungen an eine strikte, einsprachige Semantisierung im Englischunterricht in den ersten Lernjahren auf dem Gymnasium, haben mich dazu veranlasst das Studienprojekt über die Effizienz von einsprachigen und zweisprachigen Semantisierungsverfahren durchzuführen. Denn oftmals haben Schüler die Bedeutung der Vokabel nicht verstanden oder (unbewusst) missverstanden (sei es, durch Überforderung der fremdsprachlichen Erklärungen oder aufgrund einer noch mangelnden Beherrschung der Zielsprache). In einigen Fällen führte diese Verfestigung der (unbewusst falschen) Bedeutung zu Anwendungsfehlern in späteren Lernjahren.
Trotz einiger Einwände fordert die Fremdsprachendidaktik das Prinzip der strikten Einsprachigkeit des Fremdsprachenunterrichts.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretischer Forschungsstand
3. Beschreibung des Forschungsdesigns des Studienprojekts - methodische Vorgehensweise
3.1 Stichprobe, Datenerhebung und Erhebungsinstrumente
3.2 Analyseverfahren und Auswertung
4. Analyse der Untersuchung
5. Abschließende Bemerkung und Ausblick
6. Bibliographie
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Effektivität von einsprachigen gegenüber zweisprachigen Semantisierungsverfahren im Fremdsprachenunterricht der ersten Lernjahre. Ziel ist es zu klären, ob die strikte Einsprachigkeit ohne non-verbale Hilfsmittel den Schülern bei der Vokabelerschließung förderlich ist oder ob sie zu Überforderung und Demotivation führt, um daraus didaktische Empfehlungen für angehende Lehrkräfte abzuleiten.
- Vergleich von einsprachiger und zweisprachiger Semantisierung
- Einfluss auf die Motivation und Überforderung von Schülern
- Analyse der Fehlerraten bei Vokabelzuordnungen
- Zeitökonomie der verschiedenen Unterrichtsmethoden
- Rolle des mentalen Lexikons im Fremdsprachenerwerb
Auszug aus dem Buch
4. Analyse der Untersuchung
Im Folgenden werden die Ergebnisse der Studie vorgestellt und deskriptiv analysiert. Darüber hinaus werden Bezüge zwischen den zuvor dargestellten theoretischen Grundlagen (vgl. Kapitel 2) und den eigenen Untersuchungsergebnissen aufgezeigt.
Im ersten Unterkapitel werden die Ergebnisse der Vokabeltests beider Durchgänge präsentiert und unter Berücksichtigung der erstellten Zeitprotokolle analysiert.
Folglich wird die erreichte Gesamtpunktzahl der beiden Durchgänge in der Interventions- und Kontrollgruppe analysiert.
Vorab wird die Punktevergabe erläutert:
1 Punkt entspricht einer richtigen Zuordnung der jeweiligen Vokabel zur deutschen Übersetzung und der entsprechenden französischen Erklärung.
0, 5 Punkte entsprechen einer teilrichtigen Zuordnung, entweder der Zuordnung der jeweiligen Vokabel zur deutschen Entsprechung oder französischen Erklärung.
0 Punkte entsprechen einer falschen Zuordnung. Die jeweilige Vokabel wurde weder einem deutschen Äquivalent noch einer französischen Erklärung zugeordnet.
Je Vokabeltest konnten 5 Punkte erreicht werden.
Jede Testperson aus jeder Gruppe (Interventionsgruppe und Kontrollgruppe) konnte eine Gesamtpunktzahl nach beiden Durchgängen von 10 Punkten bei der Einsprachigkeit und 10 Punkten bei der Zweisprachigkeit erreichen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des einsprachigen Prinzips im Fremdsprachenunterricht ein und formuliert die Forschungsfrage bezüglich der Vorzugswürdigkeit der einsprachigen Semantisierung.
2. Theoretischer Forschungsstand: Das Kapitel beleuchtet den historischen Wandel sowie theoretische Konzepte zur Semantisierung und die Rolle des mentalen Lexikons beim Vokabellernen.
3. Beschreibung des Forschungsdesigns des Studienprojekts - methodische Vorgehensweise: Hier werden die Methodik des Vokabeltests und der Evaluationsfragebögen sowie der Aufbau der Untersuchung in zwei Durchgängen erläutert.
3.1 Stichprobe, Datenerhebung und Erhebungsinstrumente: Dieser Abschnitt beschreibt die Auswahl der Testgruppe (siebte Klasse), die Durchführung der Tests und die Kriterien für die Vokabelauswahl.
3.2 Analyseverfahren und Auswertung: Hier wird das quantitative Vorgehen zur Auswertung der Vokabeltests und Fragebogendaten definiert, einschließlich der Kategorisierung der Zuordnungsfehler.
4. Analyse der Untersuchung: In diesem Kapitel werden die erhobenen Daten durch Diagramme visualisiert und deskriptiv ausgewertet, um die Hypothesen auf Basis der Testergebnisse zu prüfen.
5. Abschließende Bemerkung und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, bewertet die Forschungsfrage kritisch und gibt Empfehlungen für die zukünftige Unterrichtspraxis.
6. Bibliographie: Dieses Verzeichnis listet sämtliche verwendete Nachschlagewerke, Fachliteratur und Zeitschriftenartikel auf, die für die Arbeit herangezogen wurden.
Schlüsselwörter
Einsprachigkeit, Zweisprachigkeit, Semantisierung, Vokabelerwerb, Fremdsprachenunterricht, Mentales Lexikon, Überforderung, Demotivation, Interferenz, Vokabeltest, Lernökonomie, Interventionsgruppe, Kontrollgruppe, Wortschatzarbeit, Französischunterricht
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Wirksamkeit von einsprachigen versus zweisprachigen Methoden zur Vermittlung neuer Vokabeln im Französischunterricht der ersten Lernjahre.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die fachdidaktische Diskussion über das Prinzip der Einsprachigkeit, kognitive Aspekte der Wortschatzvermittlung und die messbare Auswirkung auf Lernerfolg und Lernmotivation.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist es, zu prüfen, ob die konsequente einsprachige Semantisierung den Schülern ohne non-verbale Hilfsmittel eher schadet (durch Überforderung) oder nützt, und ob die zweisprachige Methode daher vorzuziehen ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wurde ein quantitatives Forschungsdesign mit Vokabeltests und Feedbackfragebögen gewählt, um sowohl die kognitive Leistung als auch die subjektive Empfindung der Schüler (Überforderung/Motivation) zu erfassen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung zum mentalen Lexikon sowie eine detaillierte deskriptive Auswertung der erhobenen Testergebnisse in verschiedenen Lerngruppen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Semantisierung, Einsprachigkeit, Vokabelerwerb, Interferenz, Lernökonomie und die Abwägung zwischen kognitiver Vertiefung und emotionaler Überlastung.
Wie unterscheidet sich die Interventionsgruppe von der Kontrollgruppe?
Die Gruppen wurden im Studiendesign in zwei Durchgängen mit unterschiedlichen Semantisierungsmethoden (einsprachig vs. zweisprachig) getestet, um die Effekte der jeweiligen Methode direkt zu vergleichen.
Was ist das Ergebnis bezüglich der Zeitökonomie?
Die Analyse ergab, dass zweisprachige Semantisierung zeitökonomischer ist, da sie wesentlich weniger Zeit in Anspruch nimmt als einsprachige Erklärungen.
Wie beeinflusst die Methode die Fehlerrate der Schüler?
Es zeigte sich, dass bei der einsprachigen Semantisierung tendenziell mehr Fehlzuordnungen auftraten, was auf Schwierigkeiten bei der Erschließung der Vokabelbedeutung hindeutet.
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- Anonym (Autor), 2020, Einsprachige versus zweisprachige Semantisierung im Fremdsprachenunterricht Französisch, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/958344