Besonderheiten der Produktdarstellung im Mobile Commerce. Chancen und Entwicklungen


Seminararbeit, 2020

20 Seiten, Note: 1,4

Anonym


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

ERKLÄRUNG ZUR WISSENSCHAFTLICHEN ARBEIT

1. EINLEITUNG
1.1. Problemstellung und Zielsetzung
1.2. Vorgehensweise

2. GRUNDLAGEN UND BEGRIFFSDEFINITIONEN MOBILE COMMERCE
2.1. Abgrenzung und Einordnung
2.2. Entwicklung und Relevanz des Markts
2.3. Formen und Geschäftskonzepte des Smartphone Commerce
2.4. Customer Experience

3. ERMITTLUNG VON BESONDERHEITEN DER PRODUKTDARSTELLUNG IM MOBILE COMMERCE
3.1. Vergleich der Produktdarstellung Desktop vs. Mobile
3.2. Ableitung von Besonderheiten
3.3. Kritische Würdigung des Vergleichs
3.4. Weitere Entwicklungen des M-Commerce

4 FAZIT

1. Einleitung

„Wie bekomme ich meinen Webshop auf ein Smartphone, ist, wie bekomme ich meine Filiale online.“1 - Marcel Weiß, Autor und Blogger Exciting Commerce Mit der Einführung des Internets und insbesondere der exponentiell angestiegenen Nutzung von mobilen Endgeräten, wie Smartphones und Tablets, hat sich das Konsumentenverhalten erheblich verändert. Der Besitz eines Smartphones impliziert die Nutzung von Apps, sei es für den Wetterbericht, Online-Banking oder Online­Shopping. So werden im Jahr 2020 bereits knapp 3 Billionen US-Dollar im Mobile Commerce umgesetzt.2 Ausschließlich mobil getätigte Käufe und Transaktionen fallen unter den Begriff „Mobile Commerce“, einem neuen Teilbereich des „Electronic Commerce“. Namhafte Anbieter, wie z.B. Zalando, haben längst reagiert und präsentieren ihre Produkte neben einem klassischen Webshop auf dem Desktop-PC zusätzlich in eigenen Apps oder auf das mobile Endgerät angepasste Websites zum Kauf an. Hier ergeben sich hinsichtlich der Darstellung der Ware jedoch neue Herausforderungen, da sich Smartphones und Desktop-PCs allein schon in ihrer Größe unterscheiden und dem Kunden ein ganz unterschiedliches Einkaufserlebnis bieten können.

Die Frage nach der optimalen Darstellung eines Produkts auf einem Smartphone stellen sich auch Jochen Krisch und Marcel Weiß, zwei Experten auf dem Gebiet E­Commerce, in dem Tech-Podcast „Exciting Commerce“. Ein konkreter Vorschlag zur optimalen Darstellung wird nicht genannt, viel mehr wird zum Ausdruck gebracht, dass die Präsentation von Produkten im Mobile Commerce Besonderheiten aufweist und sich von der herkömmlichen Produktdarstellung in Webshops erheblich unterscheidet. Besonderheiten der Produktdarstellung im Mobile Commerce sollen in dieser Arbeit beschrieben werden, um anschließend eine Empfehlung für eine optimale Produktdarstellung abgeben zu können.

1.1. Problemstellung und Zielsetzung

Wie bereits einleitend erwähnt, birgt der M-Commerce neue Herausforderungen in Sachen Produktdarstellung. Einerseits unterscheiden sich die Kundenanforderungen im Vergleich zum klassischen Online-Handel, andererseits ist die Front-End­Darstellung von Produkten allein schon wegen der deutlich geringeren Bildschirmgröße auf Smartphones technisch limitiert.

Ziel dieser Arbeit ist es daher, Besonderheiten der Produktdarstellung im M­Commerce herauszufinden, sowie Chancen und weitere Entwicklungen auf diesem Gebiet zu beleuchten.

1.2. Vorgehensweise

Nach einer Einführung in die theoretischen Grundlagen des E- bzw. des M-Commerce, wird das Marktpotential des Smartphone-Commerce anhand der rapiden Entwicklung innerhalb der letzten Jahre verdeutlicht. Anschließend wird näher auf die heute gängigen Geschäftskonzepte, sowie unterschiedlichen Ausprägungen des M­Commerce eingegangen.

Ein Vergleich der Produktdarstellung auf Desktop-Ebene zu Mobile soll die Ermittlung der jeweiligen Besonderheiten unterstützen, um diese schlussendlich gebündelt zusammenzutragen. An den Vergleich schließt eine kritische Würdigung an.

2. Grundlagen und Begriffsdefinitionen Mobile Commerce

Um eine fehlerhafte Auslegung der behandelten Thematik zu vermeiden, sollen im nachfolgenden Kapitel die Begriffe E-Commerce und M-Commerce näher erläutert, voneinander abgegrenzt und in den Online Handel eingeordnet werden. Weiter wird auf die aktuelle Marktsituation im M-Commerce eingegangen, um die wirtschaftliche Relevanz dieses Sektors klarzustellen. Anschließend werden gegenwärtige Geschäftsmodelle vorgestellt, was das Verständnis für den Begriff M-Commerce unterstützen soll.

2.1. Abgrenzung und Einordnung

Die Begriffe Electronic-Business (E-Business) und Electronic-Commerce (E­Commerce) werden nicht selten als Synonyme verwendet. Bei einer näheren Betrachtung der jeweiligen Definitionen gehen jedoch Unterschiede hervor. Unter E­Business wird die „[...] Anbahnung, Vereinbarung und Abwicklung elektronischer Geschäftsprozesse [...] mithilfe öffentlicher Kommunikationsnetze (Internet), zur Erzielung einer Wertschöpfung“3 verstanden. Anhand dieser Definition wird klar, dass sich der E-Commerce als Teilgebiet des übergeordneten E-Business versteht. Insbesondere zielt der E-Commerce auf online getätigte Verkäufe ab.4

Analog dieser Begriffe lassen sich Mobile Business (M-Business) und Mobile Commerce (M-Commerce) definieren. M-Business wird dabei als „[...] die Anbahnung sowie teilweise vollständige Unterstützung, Abwicklung und Aufrechterhaltung von Leistungsaustauschprozessen mittels elektronischer Netze und mobiler Zugangsgeräte [...]“5 erklärt. M-Commerce wird als die „[...] elektronisch gestützte Abwicklung von Geschäftstransaktionen auf Basis der Nutzung mobiler, mit dem Internet verbundener Endgeräte wie beispielsweise Tablets oder Smartphones“6 definiert.

Während der M-Commerce von zahlreichen Autoren als Teilgebiet des E-Commerce gesehen wird, zeigt die nachfolgende Darstellung den M-Commerce und damit das M- Business als eigenen Bereich. Diese Anschauung basiert auf der konsequenten Technologieentwicklung im Smartphone-Bereich und der vermehrten Nutzung des Internets über mobile Endgeräte.7 8

Für die weitere Ausführung dieser Arbeit wird der oben beschriebene Ansatz, den M­Commerce als eigenen Bereich anzusehen, gewählt, da sich gerade im M-Commerce neue Herausforderungen sowie neue Leistungsmerkmale ergeben. Insbesondere die Möglichkeit der Nutzung von Standortdaten der Nutzer soll hier als besonderes Merkmal hervorgehoben werden.

Abschließend kann gesagt werden, dass sich der M-Commerce als Teilbereich des M- Business versteht. Der Unterschied zum E-Business, bzw. dem E-Commerce, beschränkt sich auf die Nutzung des Endgerätes, mit welchem die Transaktion getätigt wird. Weiter bietet der M-Commerce neue Felder, welche die Customer Experience erheblich ausbauen können.9

2.2. Entwicklung und Relevanz des Markts

Aus einer kaufDA-Studie im Jahr 2016 ging hervor, dass bereits über 75% der deutschen Bevölkerung mit einem Alter von über 14 Jahren ein internetfähiges mobiles Endgerät besitzen. Rund 60 Mio. Deutsche sind regelmäßige Internetnutzer und ca. 50 Mio. von ihnen tätigen regelmäßig Käufe online.10

Mobile Endgeräte, bzw. Smartphones, sind mittlerweile tägliche Begleiter, sei es als Navigationsgerät, zur Steuerung von Smart-Home-Funktionen oder zur Bedienung des Fernsehers. Weiter hat sich das Smartphone als Einkaufsbegleiter etabliert, wird zur Erlangung weiterer Informationen über ein Produkt genutzt und ersetzt damit zunehmend Verkäufer im stationären Einzelhandel. In den USA, der digitaler Vorreiter für Deutschland, ziehen bereits 77% der Kunden das Smartphone dem Verkäufer vor. Lediglich 30% geben an, bei einem Ladenbesuch das Verkaufspersonal nach Beratung zu fragen.11 Damit haben sich mobile Endgeräte und der M-Commerce als wesentlicher Einfluss auf den stationären Einzelhandel entwickelt. In Bezug auf Location-Based-Services (LBS) werden Smartphones als Chance gesehen, potentielle Kunden in stationäre Geschäfte zu locken.

Die Entwicklung hinsichtlich der Veränderung des Nutzungsverhaltens von Smartphones und der Akzeptanz des M-Commerce spiegelt sich in der Zunahme der mobilen Umsätze im Online-Geschäft wider. Prognosen gehen davon aus, dass im Jahr 2021 mehr als ein Drittel der Online-Umsätze über mobile Endgeräte gemacht werden, was die Zubringerfunktion für den stationären Handel nicht berücksichtigt.12

In der nachfolgenden Darstellung ist der weltweite M-Commerce-Umsatz der Jahre 2016 bis 2021 (Prognose) zu sehen. Während im Jahr 2016 knapp eine Billionen USD umgesetzt wurden, geht die Prognose von einem weltweiten Umsatz von knapp 3,6 Billionen USD im Jahr 2021 aus, was einem Wachstum von über 200% innerhalb von 5 Jahren entsprechen würde.

Bei Betrachtung der gegenwärtigen Umsätze nach Branche in Deutschland fallen klare Unterschiede in der Akzeptanz des M-Commerce auf. Nahezu 50% der Umsätze im Bereich Mode fallen auf mobil getätigte Online-Käufe zurück, wodurch auf die Modebranche der höchste Anteil an Mobile-Käufen im Branchenvergleich fällt.13 14

2.3. Formen und Geschäftskonzepte des Smartphone Commerce

In der nachfolgenden Darstellung werden die gegenwärtig existierenden Formen des App- und Smartphone-Commerce anhand bekannter Beispielunternehmen erklärt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4 Formen des Smartphone-Commerce15

Gegenwärtig werden fünf Formen des App- und Smartphone-Commerce definiert. Nur beim Pure Mobile Commerce wird auf ein Desktop-Angebot von Waren und Services verzichtet. Wie der Darstellung zu entnehmen ist, setzen zahlreiche Anbieter nach wie vor auf Mischformen aus verschiedenen Kanälen.15 16

Neben den bereits erläuterten Formen des Smartphone Commerce gibt es auch verschiedene Geschäftskonzepte, welche das Ziel der Umsatzrealisierung verfolgen. Hier wird in der Literatur in folgende vier Optionen der Geschäftskonzeption unterschieden: Mobile Content, Mobile Commerce, Mobile Context, Mobile Connection.17

[...]


1 Weiß (2019), Podcast Exciting Commerce

2 S. Statista, (2020)

3 S. Maier A., Stormer H. (2012), S.2.

4 Vgl. Bächle, M. (2010), S.4.

5 S. Wirtz, B. (2001), S.45.

6 Vgl. Gabler Wirtschaftslexikon (o.J.)

7 Vgl. Königstorfer, J. (2018), S. 6.

8 Eigene Darstellung in Anlehnung an Broeckelmann, P. (2010), S.13.

9 Vgl. Heinemann, G. (2018), S. 45.

10 Vgl. kaufDA (2016).

11 Vgl. O'Shea, D. (2017).

12 Vgl. Heinemann, G. (2018), S. 19.

13 S. Statista (2018)

14 S. Statista (2018)

15 Eigene Darstellung, in Anlehnung an Heinemann, G. (2018), S. 72.

16 Vgl. Heinemann, G. (2018), S. 72.

17 Vgl, Kollmann, T. (2016), S. 35.

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Besonderheiten der Produktdarstellung im Mobile Commerce. Chancen und Entwicklungen
Hochschule
Hochschule Reutlingen  (ESB)
Note
1,4
Jahr
2020
Seiten
20
Katalognummer
V958990
ISBN (eBook)
9783346307316
ISBN (Buch)
9783346307323
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Sales, mobile commerce, digital, smart, electronic commerce, mobile, Produktdarstellung, Internet, e-business
Arbeit zitieren
Anonym, 2020, Besonderheiten der Produktdarstellung im Mobile Commerce. Chancen und Entwicklungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/958990

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Besonderheiten der Produktdarstellung im Mobile Commerce. Chancen und Entwicklungen



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden