Diese Arbeit hat zum Ziel, die Stralsunder Friedensbeschlüsse losgelöst von stereotypisierten Vorstellungen zu untersuchen und deren tatsächliche Auswirkungen auf die hansische Entwicklung herauszuarbeiten. Ermöglichte er neue wirtschaftliche oder auch politische Wege für die Hansestädte oder sollte die „nachträgliche Aufwertung und Stilisierung“ vielleicht über bereits bestehende Indikatoren einer beginnenden Stagnation hinwegtäuschen?
Diese Fragestellung eignet sich nicht nur aufgrund der dargelegten Besonderheiten hinsichtlich des Stralsunder Friedens und seiner Rolle für die Etablierung des Geschichtsbildes der hanseatischen Zeit, sondern auch wegen der nahezu lückenlosen Quellenüberlieferung diverser Rezesse zum dänisch-hansischen Konflikt sowie der Friedensbestimmungen. Dabei wird zuerst auf die grundlegende Entwicklung der Hanse eingegangen, bevor in den anschließenden Kapiteln der historische Kontext der dänisch-hansischen Wirtschaftsbeziehung sowie die militärischen Konflikte bis zum Friedensschluss thematisiert werden. Im Analyseteil sollen auf den Erkenntnissen der vorherigen Kapitel aufbauend die Bestimmungen des Stralsunder Friedens und deren Auswirkungen auf den hansischen Entwicklungsprozess untersucht werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Hanse und Dänemark
2.1 Entwicklung der handels- und machtpolitischen Gegensätze der Hanse und Waldemars IV. bis zur Kölner Konföderation
3. Auswirkungen der Friedensbestimmungen - Höhepunkt oder Stagnation der hansischen Entwicklung?
4. Fazit
5. Literaturverzeichnis
5.1 Quellen
5.2 Sekundärliteratur
5.3 Internetquellen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Auswirkungen der Stralsunder Friedensbeschlüsse auf die Entwicklung der Hanse im 14. Jahrhundert, um zu klären, ob der Friede als historischer Höhepunkt hansischer Machtentfaltung zu werten ist oder ob er lediglich eine Stagnation überdeckte.
- Die historische Entwicklung der Hanse und ihre Konfliktstrukturen.
- Die Rolle der Kölner Konföderation im dänisch-hansischen Krieg.
- Die Analyse der Friedensbestimmungen von 1370.
- Das Verhältnis zwischen hansischen Städten und territorialen Machtträgern.
- Die kritische Reflexion des hansischen Geschichtsbildes und seiner Mythen.
Auszug aus dem Buch
3. Auswirkungen der Friedensbestimmungen - Höhepunkt oder Stagnation der hansischen Entwicklung?
„ […] bekennen alle(n) den de desse schrift zeen edder horen lezen, dat wy mit ghudem berade unde ghantzem willen ghemeenliken over een ghedraghen zyn alle desse stukke unde articule, de hyrna gheschreven zyn, stede unde vast thu holdende na aller der wize alze begrepen zyn. Thu dem eersten dat wy umme mangherleye unrecht unde schaden, dat de koninghe van Denemarken unde van Norweghen dot unde ghedaan hebben dem ghemenen kopmanne, ere vyende willen werden unde malk dem anderen truweliken helpen in desser wys […].“ [Hervorhebungen des Autor].
Dem Anfang der Bestimmungen der Kölner Konföderation sind direkt grundlegende Aspekte zu entnehmen, so erfährt man, dass sich die teilnehmenden Städte aufgrund der Schädigungen ihrer Kaufleute durch den dänischen und norwegischen König zu einem gemeinsamen Vorgehen gegen diesen Feind verpflichtet haben. Hier muss vorweggenommen werden, dass die Stralsunder Friedensbestimmungen drei Jahre später demnach auch nur für die Bündnismitglieder galten, sodass nicht von dem Gewinn eines „gesamthansische[n] Handelsprivileg[s] für Dänemark“ gesprochen werden kann.
Hinsichtlich der Teilnehmer sind die nicht-hansischen Städtegruppen aus dem Westen zwar ein bezeichnendes Merkmal der Kölner Konföderation sowie der anschließenden Friedensbestimmungen, trotz dieser einzigartigen Zusammenarbeit werden dennoch erneut die innerhansischen Differenzen deutlich. Denn die im Binnenland gelegenen Hansestädte konnten ebenso wenig wie Hamburg oder Bremen, die in andere militärische Auseinandersetzungen verstrickt waren, für den Krieg gegen Waldemar IV. gewonnen werden. Dennoch konnten sich in diesem Kriegsbündnis die „gesamten seestädtischen Gruppen der niederdeutschen Küste zwischen Nowgorod und Brügge“ auf ein gemeinsames Vorgehen gegen Dänemark und Norwegen einigen – die gemeinsamen Handelsinteressen überwogen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Forschungsfrage ein, ob der Stralsunder Frieden als Höhepunkt der hansischen Machtentfaltung zu bewerten ist oder ob er lediglich eine nachträgliche Stilisierung darstellt.
2. Die Hanse und Dänemark: Dieses Kapitel erläutert die Grundlagen der hansischen Handelsstrukturen, die Entstehung der Städtehanse und die daraus resultierenden Spannungsfelder mit dem dänischen Königreich.
2.1 Entwicklung der handels- und machtpolitischen Gegensätze der Hanse und Waldemars IV. bis zur Kölner Konföderation: Hier wird der historische Kontext der Konflikte zwischen Waldemar IV. und den hansischen Städten bis zur Bildung der Kölner Konföderation detailliert aufgearbeitet.
3. Auswirkungen der Friedensbestimmungen - Höhepunkt oder Stagnation der hansischen Entwicklung?: Dieser Abschnitt analysiert die konkreten Vertragsinhalte des Friedens von 1370 und ihre tatsächliche Wirkung auf die politische und wirtschaftliche Stellung der Hanse.
4. Fazit: Das Fazit stellt zusammenfassend fest, dass der Stralsunder Frieden zwar ein wichtiges Ereignis war, jedoch eher als Meilenstein denn als absoluter Wendepunkt der hansischen Geschichte betrachtet werden sollte.
5. Literaturverzeichnis: Hier werden sämtliche für die Arbeit herangezogenen Quellen, Sekundärliteratur und Internetquellen aufgeführt.
5.1 Quellen: Listung der verwendeten Primärquellen.
5.2 Sekundärliteratur: Verzeichnis der wissenschaftlichen Fachliteratur.
5.3 Internetquellen: Verzeichnis der genutzten Online-Ressourcen.
Schlüsselwörter
Hanse, Dänemark, Stralsunder Frieden, Kölner Konföderation, Waldemar IV., Handelsmonopol, Städtehanse, Handelsprivilegien, Ostseehandel, Sundschlösser, Machtpolitik, Wirtschaftsgeschichte, Mittelalter, Handelsblockade, Interessengemeinschaft.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Stralsunder Frieden von 1370 und dessen Bedeutung für die Entwicklung der Hanse im Spätmittelalter.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Im Zentrum stehen die dänisch-hansischen Konflikte, die Rolle von Bündnissen wie der Kölner Konföderation und die wirtschaftspolitischen Auswirkungen auf die hansische Machtstellung.
Was ist die primäre Forschungsfrage der Arbeit?
Die Autorin oder der Autor hinterfragt, ob der Stralsunder Frieden tatsächlich einen Höhepunkt der hansischen Machtentfaltung darstellte oder ob er lediglich als Meilenstein innerhalb eines Stagnationsprozesses zu sehen ist.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewendet?
Es erfolgt eine quellenkritische Analyse historischer Dokumente wie Rezesse und Friedensurkunden, eingebettet in den wissenschaftlichen Diskurs der hansischen Geschichtsforschung.
Was bildet den Schwerpunkt des Hauptteils?
Der Hauptteil analysiert die Entstehung der Kölner Konföderation und die Bestimmungen des Stralsunder Friedens im Kontext der hansischen Interessenwahrung.
Welche Schlagworte charakterisieren diese Publikation?
Wichtige Begriffe sind Hanse, Dänemark, Kölner Konföderation, Handelsmonopol und politische Machtentwicklung.
Welche Bedeutung hatten die Sundschlösser für die Hanse?
Die Sundschlösser fungierten als „Schlüssel zur Ostsee“, die den Hansestädten für 15 Jahre eine Kontrolle über den Schonenmarkt und signifikante Einnahmen sicherten.
Warum wird die Kölner Konföderation als besonders angesehen?
Sie gilt als außergewöhnlich, da sich die deutsche Städtehanse erstmals mit externen, nicht-hansischen Städten zu einem verbindlichen, fast ligaartigen Bündnis zusammenschloss.
Wie bewertet der Autor die Rolle der innerhansischen Konkurrenz?
Die Arbeit betont, dass innerhansische Differenzen und Sonderinteressen der Städte stets ein Hindernis für eine langfristige, geschlossene politische Strategie der Hanse darstellten.
- Citation du texte
- B.A. Philipp Scheerer (Auteur), 2019, Der Friede von Stralsund 1370. Ein Höhepunkt der hansischen Entwicklung?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/960197