In der Arbeit wird das Präventionsprogramm „Anti-Stress-Training für Kinder“ (AST) von Petra Hampel und Franz Petermann untersucht. Ausgehend von einer Diskussion des Begriffes Stress wird näher auf die Hintergründe und die Beschaffenheit sowie auf die Evaluation des Anti-Stress-Trainings für Kinder eingegangen. Das AST ist ein Präventionsprogramm, das auf dem Stresskonzept von Lazarus basiert und Kindern und Jugendlichen helfen soll, negative Stressverarbeitungsstrategien abzubauen und dafür positive Strategien aufzubauen. Dabei bedient es sich unterschiedlicher Methoden, sodass kognitiv-behaviorale Stressbewältigungsprogramme, Entspannungsverfahren und das Stressimpfungstraining von Meichenbaum in einer modifizierten Form im AST ihre Verwendung finden. Evaluationsstudien, die näher erläutert werden, zeigen die Wirksamkeit des in unterschiedlichen Varianten entwickelten Präventionsprogrammes, dessen Hauptziele Stressreduktion und Stressmanagement sind. Jedoch wird darauf hingewiesen, dass noch weitere Studien von Nöten sind.
Inhaltsverzeichnis
0. Zusammenfassung
1. Einleitung
2. Stress und psychologische Stresskonzepte
2.1 Definition „Stress“
2.2 Das Stresskonzept von Lazarus
3. Stress bei Kindern und Jugendlichen
3.1 Ursachen und Symptome
3.2 Stressverarbeitung
4. Behandlungsansätze
4.1. Kognitiv-behaviorale Stressbewältigungsprogramme
4.2 Entspannungsverfahren
5. Stressmessung
6. Bestehende Interventionsprogramme
6.1 Stressimpfungstraining von Meichenbaum
6.2 Anforderungen an Stressbewältigungstrainings
7. Das Vorgehen des Anti-Stress-Trainings
8. Versionen des Anti-Stress-Trainings
9. Verhaltenstherapeutische Methoden
10. Evaluation des Anti-Stress-Trainings für Kinder
10.1 Mittel zur Datenerhebung
10.2 Durchführung der Evaluationsstudie
10.3 Weitere Studien der Evaluation
11. Fazit
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht das Präventionsprogramm „Anti-Stress-Training für Kinder“ (AST) von Petra Hampel und Franz Petermann mit dem Ziel, die theoretischen Grundlagen der Stressentstehung bei Kindern sowie die Wirksamkeit und Methoden der Stressbewältigung aufzuzeigen.
- Theoretische Stresskonzepte (insb. Lazarus) bei Kindern und Jugendlichen
- Ursachen, Symptome und Verarbeitung von Stress im Kindesalter
- Methodische Ansätze der kognitiv-behavioralen Stressbewältigung und Entspannungsverfahren
- Struktur und Durchführung des Anti-Stress-Trainings für Kinder
- Empirische Evaluation der Wirksamkeit verschiedener AST-Programmvarianten
Auszug aus dem Buch
2.2 Das Stresskonzept von Lazarus
Das Anti-Stress-Training für Kinder geht von dem psychologischen Stresskonzept von Lazarus aus (Lazarus & Folkman, 1984, 1986; Lazarus & Launier, 1981; zitiert nach Hampel & Petermann, 2003). Bei diesem transaktionalen Modell wird davon ausgegangen, dass sowohl die Umwelt als auch das Individuum aktiv sind, sich also gegenseitig beeinflussen. Dem Individuum wird demnach zugesprochen, aktiv das Stressgeschehen mitbestimmen zu können. Nach Lazarus bezieht sich Stress „auf eine Beziehung mit der Umwelt, die vom Individuum im Hinblick auf sein Wohlergehen als bedeutsam bewertet wird, aber zugleich Anforderungen an das Individuum stellt, die dessen Bewältigungsmöglichkeiten beanspruchen oder überfordern“ (Lazarus & Folkman, 1986; zitiert nach Hampel & Petermann, 2003, S. 8). Wichtig für das Stresserleben sind also kognitive Bewertungen und das Bewältigungskonzept des Individuums.
Bei den Bewertungen unterscheidet Lazarus zwischen drei Bewertungsprozessen. Primäre Bewertungen beziehen sich auf Einschätzungen des Individuums über die Relevanz der Auseinandersetzung mit der Umwelt für sein Wohlergehen, ungeachtet dessen, ob die Anforderungen von der Umwelt oder aus dem Individuum selbst stammen. Dabei werden drei Bewertungsarten unterschieden, die sich auf Stress beziehen: Schaden bzw. Verlust, Bedrohung und Herausforderung, wobei Schaden bzw. Verlust sich auf bereits geschehene Ereignisse beziehen, eine Bedrohung einen Schaden nach sich ziehen könnte und eine Herausforderung erfolgreichen Umgang mit einer Anforderung bedeuten könnte. Sekundäre Bewertungen werden vorgenommen, wenn das Individuum die Personen-Umwelt Auseinandersetzung als stresshaft ansieht, wobei die eigenen Bewältigungsfähigkeiten und -möglichkeiten eingeschätzt und bestimmte Bewältigungsmaßnahmen ausgewählt werden. Primäre und sekundäre Bewertungen laufen nicht unbedingt nacheinander, sondern auch nebeneinander ab und können sich auch gegenseitig beeinflussen. Hierbei wird die letzte Bewertungsart aktiv: Die Neubewertungen, mit denen nach Eingang von neuen Informationen das Stressgeschehen noch einmal eingeschätzt wird.
Zusammenfassung der Kapitel
0. Zusammenfassung: Ein kurzer Überblick über das untersuchte Präventionsprogramm AST und dessen Zielsetzung sowie die Relevanz der untersuchten Evaluationsstudien.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Rolle der Prävention bei Kindern und die steigende Relevanz von Stress als Phänomen im Kindes- und Jugendalter.
2. Stress und psychologische Stresskonzepte: Erläuterung des Begriffs Stress und detaillierte Darstellung des transaktionalen Stressmodells nach Lazarus.
3. Stress bei Kindern und Jugendlichen: Analyse der Ursachen und Symptome kindlichen Stresses sowie der individuellen Stressverarbeitung unter Berücksichtigung protektiver Faktoren.
4. Behandlungsansätze: Darstellung kognitiv-behavioraler Programme und verschiedener Entspannungsverfahren zur Stressbewältigung.
5. Stressmessung: Übersicht über Methoden der Datenerhebung im Bereich der Stressprävention und deren Herausforderungen.
6. Bestehende Interventionsprogramme: Einführung in das Stressimpfungstraining von Meichenbaum und Anforderungen an die Gestaltung von Stressbewältigungstrainings.
7. Das Vorgehen des Anti-Stress-Trainings: Beschreibung der Ziele, der Zielgruppe und der allgemeinen Struktur des Anti-Stress-Trainings (AST).
8. Versionen des Anti-Stress-Trainings: Erläuterung der verschiedenen AST-Varianten (AST_4, AST_2, AST_6, AST_8) und deren Einsatzbereiche.
9. Verhaltenstherapeutische Methoden: Darstellung der im Training eingesetzten Methoden wie kognitive Umstrukturierung, Modelllernen und Entspannungstechniken.
10. Evaluation des Anti-Stress-Trainings für Kinder: Detaillierte Darstellung der Evaluationsinstrumente sowie der Ergebnisse verschiedener Studien zur Wirksamkeit des Programms.
11. Fazit: Zusammenfassende Bewertung des Programms und Ausblick auf die Notwendigkeit weiterer Forschung.
Schlüsselwörter
Stress, Stresskonzepte, Prävention, kognitiv-behavioral, Stressbewältigung, Entspannungsverfahren, multimodales Training, Lazarus, Meichenbaum, Resilienz, Evaluation, Stressreduktion, Stressmanagement, Kindesalter, Intervention.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der theoretischen Einbettung und der praktischen Anwendung des „Anti-Stress-Trainings für Kinder“ (AST) zur Stressprävention.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind psychologische Stressmodelle, Stressbewältigungsstrategien bei Kindern, Interventionsmethoden und die wissenschaftliche Evaluation des Trainingserfolgs.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Erläuterung und Diskussion des AST-Präventionsprogramms von Hampel und Petermann unter Berücksichtigung aktueller Forschungsergebnisse.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine Literaturarbeit, die auf Basis bestehender theoretischer Modelle und empirischer Evaluationsstudien zum AST verfasst wurde.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden Stresskonzepte, die Belastungssituationen von Kindern, die Methoden des AST sowie verschiedene Evaluationsstudien in unterschiedlichen Präventionskontexten erläutert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Stressbewältigung, kognitiv-behaviorale Intervention, Resilienz, Prävention und Stresskonzepte nach Lazarus.
Wie unterscheidet sich das AST von anderen Ansätzen?
Das AST ist speziell auf Kinder zugeschnitten und kombiniert Wissensvermittlung, kognitive Umstrukturierung und spielerische Entspannungsverfahren in verschiedenen, modularen Programmversionen.
Warum ist die Einbeziehung der Eltern bei manchen Versionen wichtig?
Die Einbeziehung der Eltern, wie beim AST_8, verbessert die Unterstützung der Kinder und ermöglicht einen besseren Transfer der erlernten Strategien in den familiären Alltag.
Was zeigen die Ergebnisse der Evaluation für das AST?
Die Studien belegen die Durchführbarkeit und Akzeptanz des Programms sowie positive Effekte auf Stressbewältigung und Symptomreduktion, wobei der Forschungsbedarf für größere Stichproben betont wird.
Was ist die „Stresswaage“ im Kontext des AST?
Die Stresswaage ist ein illustratives Modell, mit dem Kindern spielerisch der Zusammenhang zwischen Belastungssituationen und Stressreaktionen sowie die Bedeutung von Bewältigungsstrategien vermittelt wird.
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- Anonym (Author), 2007, Anti-Stress-Training für Kinder. Eine Untersuchung des AST-Präventionsprogramms von Petra Hampel und Franz Petermann, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/961546